Cross Country Laufräder Test: Alu- und Carbonmodelle im Vergleich

Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Doch stimmt das wirklich? Und was bieten aktuelle Nachrüstsätze? Dieser Artikel klärt diese Fragen mit einem Test von 13 Modellen ab 430 Euro.

Die Gewinner auf einen Blick

  • Testsieger unter den Alu-Laufrädern werden die Veltec ETR Extradrei. Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut, punktet mit niedrigem Gewicht und einem spitzen Wert bei der Trägheitsmessung.
  • Bei den Carbon-Laufrädern sichern sich die Acros Enduro-Carbon-LSR 29" den Testsieg. Acros liefert ein superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon Rundlinge. Toll für Nachrüster: der Satz ist auch für Non-Boost erhältlich!
  • Den Kauftipp bei den Alu-Laufrädern holen sich die Race Face Aeffect R, dank grundsolidem Laufradaufbau, guten Steifigkeitswerten und ordentlichem Tempo.
  • Die Newmen Advanced SL A.30 sichern sich den Kauftipp unter den Carbon-Laufrädern. Optisch machen die superleichten Sätze eine Menge her und auch die Beschleunigung kann voll punkten.

Alu-Laufräder im Test

Im Folgenden werden verschiedene Alu-Laufräder ab 430 Euro getestet und bewertet:

Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy

  • Preis pro Paar: 600 Euro
  • Gewicht v./h.: 913.5 g / 111 g
  • max. Systemgewicht: keine Angabe
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 31/29 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 28/32, dreifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / MS, XD, HG
  • Lieferumfang: TL-Band, TL-Ventile
  • Gewicht: 2024,5 g

Testfazit: Die Crank-Räder gehören zu den seiten- und torsionssteifsten im Test. Sie kamen vorne mit kleinem Höhenschlag (0,48 mm) aus der Box, sind sonst aber sehr solide aufgebaut. Trotz des hohen Gewichts erreichen sie bei der Trägheitsmessung gute Werte, da die recht leichte Alu-Felge die schweren Naben kaschiert.

Testurteil: Gut

DT Swiss XM 1700 Spline

  • Preis pro Paar: 719 Euro
  • Gewicht v./h.: 897 g/993 g
  • max. Systemgewicht: 120 kg
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 28/28, dreifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: CL / MS, XD, HG
  • Lieferumfang: TL-Band, TL-Ventile
  • Gewicht: 1890 g

Testfazit: Die beliebten Mittelklasse-Laufräder der Schweizer sind - für Alu-Felgen - leicht und prima zu beschleunigen. Das Vorderrad überragt bei der Seitensteifigkeit die Konkurrenz, generell liegen die Steifigkeiten auf sehr gutem Niveau. Grundsätzlich DT-typisch seriös aufgebaut, aber mit etwas zu viel Höhenschlag vorne.

Testurteil: Sehr gut

Mavic Crossmax XL S 29

  • Preis pro Paar: 750 Euro
  • Gewicht v./h.: 881 g/1010 g
  • max. Systemgewicht: 120 kg
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 24/24, zweifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch, CL / MS, XD, HG
  • Lieferumfang: TL-Ventile, Speichen
  • Gewicht: 1891 g

Testfazit: Zuletzt war es um Mavic still. Das neue Crossmax- Laufrad kommt dezenter daher als früher - und ist rundum eine solide Wahl. Für ein Alu-Rad relativ leicht, glänzt die wie gehabt sehr gute Mavic-Aufbauqualität. Steifigkeitswerte sowie die Beschleunigung liegen im Mittelfeld des aber generell sehr starken Testfeldes.

Testurteil: Gut

Newmen Evolution SL A.30

  • Preis pro Paar: 680 Euro
  • Gewicht v./h.: 831 g/971 g
  • max. Systemgewicht: 125 kg
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 28/28, dreifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / MS, XD, HG
  • Lieferumfang: -
  • Gewicht: 1802 g

Testfazit: Leicht und flott! Die Newmen-Alu-Räder sind nur minimal schwerer als die von Testsieger Veltec, lassen sich aber genauso prima (für einen Alu-Satz) beschleunigen. Der Aufbau ist gelungen mit minimalem Seiten-, aber quasi null Höhenschlag. Keine besonders hohen, aber unter dem Strich gute bis sehr gute Steifigkeiten.

Testurteil: Sehr gut

Race Face Aeffect R

  • Preis pro Paar: 600 Euro
  • Gewicht v./h.: 923,5 g/1070 g
  • max. Systemgewicht: keine Beschränkung
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 28/28, dreifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: 12 x 148, 12 x 157 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / MS, XD, HG
  • Lieferumfang: TL-Band, TL-Ventile, Speichen
  • Gewicht: 1993,5 g

Testfazit: Auf der Habenseite der Alu-Laufräder aus Kanada steht ein grundsolider Laufradaufbau samt sehr guter Steifigkeitswerte. Trotz des stattlichen Gewichts von fast zwei Kilo für den Satz macht die Felge Tempo: In Sachen Beschleunigung gehört das Race-Face-Rad zu den besten im Alu-Testfeld. Auch daher ein Kauftipp!

Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)

Shimano Deore XT WH-M8120

  • Preis pro Paar: 430 Euro
  • Gewicht v./h.: 933 g/1079 g
  • max. Systemgewicht: keine Angabe
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 28/28, zweifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: CL / MS
  • Lieferumfang: TL-Band, TL-Ventile
  • Gewicht: 2012 g

Testfazit: Günstig, aber gut! Shimanos XT-Laufradsatz schlägt sich trotz preislichem Respektabstand zur Konkurrenz wacker. Der Aufbau der Laufräder ist sehr gut, die Steifigkeitswerte sind mit Crankbrothers die besten im Test. Lediglich bei der Trägheitsmessung und dem Gewicht fällt das XTRad zurück.

Testurteil: Gut

Spank 350 Vibrocore

  • Preis pro Paar: 699 Euro
  • Gewicht v./h.: 917 g/1119 g
  • max. Systemgewicht: keine Angabe
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 28/28, dreifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: 15 x 110, 20 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: 12 x 148, 12 x 150/157 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / MS, XD, HG
  • Lieferumfang: TL-Band/-Ventile, Speichen, Nippel
  • Gewicht: 2036 g

Testfazit: Die Spank-Räder besitzen eine Schaumstoff-Schicht in der Felge, die Vibrationen dämpfen soll. Generell eher schwerer, "nur" gut zu beschleunigender Satz, dessen Hinterrad die schlechtesten Seitensteifigkeiten im Test zeigt. Per se sehr gut aufgebaut, aber mit etwas zu viel Seitenschlag vorne und hinten nach Belastung. Knapp "gut".

Testurteil: Gut

Veltec ETR Extradrei

  • Preis pro Paar: 549 Euro
  • Gewicht v./h.: 827,5 g/964,5 g
  • max. Systemgewicht: keine Angabe
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Alu/Stahl 30/30 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 32/32, dreifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: QR, 15 x 100, 15 x 110, 20 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: QR, 12 x 142, 12 x 148 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / MS, XD, HG
  • Lieferumfang: TL-Band
  • Gewicht: 1792 g

Testfazit: Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut und zeigt das geringste Gesamtgewicht im Alu-Testfeld. Auch der Wert bei der Trägheitsmessung ist im Vergleich Spitze. Die Seitensteifigkeiten sind ebenfalls bar jeder Kritik, nur die (weniger wichtige) Torsionssteifigkeit ist nicht top. Preiswert, auch in alten Standards erhältlich!

Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Testsieger)

Carbon-Laufräder im Test

Im Folgenden werden verschiedene Carbon-Laufräder ab 1199 Euro getestet und bewertet:

Acros Enduro-Carbon-LRS 29"

  • Preis pro Paar: 1199 Euro
  • Gewicht v./h.: 731 g/819 g
  • max. Systemgewicht: keine Beschränkung
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Carbon/Stahl 29/29 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 28/28, dreifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: 15 x 100, 15 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: 12 x 142, 12 x 148 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch, CL / MS, XD, HG
  • Lieferumfang: TL-Band, TL-Ventile, Inbus
  • Gewicht: 1550 g

Testfazit: Acros liefert mit dem Enduro-Laufradsatz ein mit 1550 g superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon-Rundlinge. Die Steifigkeiten liegen ebenso in allen Bereichen auf sehr gutem Niveau. Toll für Nachrüster: Der auch preislich äußerst attraktive Satz aus Baden-Württemberg ist auch für Non-Boost erhältlich.

Testurteil: Überragend (MOUNTAINBIKE-Testsieger)

Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon

  • Preis pro Paar: 1699 Euro
  • Gewicht v./h.: 829 g/1017 g
  • max. Systemgewicht: keine Angabe
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Carbon/Stahl 31/29 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 28/32, dreifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / XD, HG
  • Lieferumfang: TL-Band, TL-Ventile
  • Gewicht: 1846 g

Testfazit: Die Synthesis sind die schwersten und "langsamsten" Kohlefaser-Räder im Test. Dafür sind die Crankbrothers rundherum sehr gut aufgebaut, und sie glänzen dank massiver Bauweise mit nahezu perfekten Seitensteifigkeiten. Vorne mit breiterer Maulweite als hinten, dort dafür mit 32 Speichen extra stabil aufgebaut.

Testurteil: Sehr gut

DT Swiss XMC 1501 Spline One

  • Preis pro Paar: 1599 Euro
  • Gewicht v./h.: 766 g/ 863 g
  • max. Systemgewicht: 120 g
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Carbon/Stahl 30/30 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 28/28, dreifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: CL / MS, XD, HG
  • Lieferumfang: TL-Band/-Ventile, MS-Freilauf
  • Gewicht: 1629 g

Testfazit: Die Schweizer punkten bei ihrem Carbon-Modell mit perfektem Aufbau und niedrigem, wenn auch nicht superleichtem Set-Gewicht. Die Steifigkeiten liegen auf sehr gutem Niveau, und wie (fast) alle Carbonis im Test beschleunigen die DTs super. Gibt es auch als XRCVariante für Cross-Country und als EXC (Enduro).

Testurteil: Überragend

Newmen Advanced SL A.30

  • Preis pro Paar: 1450 Euro
  • Gewicht v./h.: 715 g/864,5 g
  • max. Systemgewicht: 125 g
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Carbon/Stahl 29/29 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 28/28, dreifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: 12 x 148 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: CL / MS, XD, HG
  • Lieferumfang: TL-Band, TL-Kit von Milkit
  • Gewicht: 1579,5 g

Testfazit: Optisch macht Newmens superleichter Carbon-Satz mit den silbern glänzenden Naben eine Menge her. Die Laufräder beschleunigen nur minimal schlechter als Testsieger Acros, auch beim Aufbau gibt es keinen Grund zur Kritik. Aufgrund der etwas schlechteren, aber immer noch sehr guten Steifigkeiten "nur" Zweiter.

Testurteil: Überragend (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)

Race Face Next R31

  • Preis pro Paar: 1699 Euro
  • Gewicht v./h.: 816 g/912 g
  • max. Systemgewicht: keine Beschränkung
  • Material Felge/Speiche Maulweite v./h.: Carbon/Stahl 31/31 mm
  • Speichenanzahl, Art der Einspeichung: 28/28, dreifach gekreuzt
  • Achsstandards vorne: 15 x 110 mm
  • Achsstandards hinten: 12 x 148, 12 x 157 mm
  • Disc-Aufnahme/Freilauf: 6-Loch / MS, XD, HG
  • Lieferumfang: -
  • Gewicht: 1728 g

Testfazit: Wie Crankbrothers setzt auch Race Face eher auf Stabilität denn auf ausgewiesenen Leichtbau. Dafür überzeugt der Aufbau der breiten Felgen, auch die ermittelten Steifigkeitswerte des teuren Next-R-Satzes sind durch die Bank sehr gut. Lässt sich zudem Carbon-typisch prima beschleunigen.

Testurteil: Sehr gut

Laufrad-Test: Was ist wichtig?

Wer abnehmen will, muss leiden. Das gilt für die meisten Menschen - und fürs Bike-Tuning. Wobei damit nicht (nur) knochenharte Carbon-Sättel gemeint sind, sondern der Griff zum Portemonnaie. Sein Bike besser zu machen kostet. Mal weniger, mal mehr.

Warum Laufräder das ideale Tuning sind

Aber warum sind Laufräder das ideale Tuning? Weil sie, wenn hochwertig, nur positive Effekte bringen. Sie sparen Gewicht und damit Massenträgheit, was das Bike leichter, agiler im Handling und spurtfreudiger macht. Gleichzeitig gehen sie in Sachen Steifigkeit und Langlebigkeit keinerlei Kompromisse ein. So zumindest das Versprechen.

Leicht und mit viel Speed

Tatsächlich: Die getesteten Laufräder weisen zumeist attraktive Gewichte auf, die deutlich unter denen eines "08/15-Satzes" in einem 3000-Euro-Fully liegen dürften. Logo, die Carbonis wiegen dabei weniger als die Alu-Modelle: im Schnitt 265 g pro Satz. Wobei die beiden Kohlefaser-Wheels von Acros und Newmen mit unter 1600 g Paargewicht echte Traumwerte erreichen - bei voller Enduro- und hoher Gewichtsfreigabe (Acros nennt gar keine Beschränkung). Dass auch Alu leichte Laufräder erlaubt, zeigen Newmen und Veltec, deren Sätze auf je rund 1800 g kommen - klasse. Mit den Alu-Rädern von Crankbrothers, Shimano und Spank überbieten drei Sätze jedoch die kritische Zwei-Kilo-Marke. Das passt zur jeweiligen Philosophie der Hersteller (robust, komfortabel, langlebig ...), geht aber kaum als Gewichts-Tuning durch und hat entsprechend Punktabzüge zur Folge.

Je leichter, desto beschleunigungsfreudiger? In der Regel trifft dies zu. Aber auch sehr schwere Laufräder können eine vergleichsweise geringe Massenträgheit aufweisen. Denn es kommt vor allem auf das Gewicht der Felge an, da diese bei der Rotation den längsten Weg zurücklegt. Eine schwere (robuste) Nabe fällt buchstäblich nicht so sehr ins Gewicht. Beispiel: Der Race-Face-Aeffect-Satz wiegt fast zwei Kilo, rollt aber dennoch bei den Alu-Modellen am drittschnellsten durch die Lichtschranke und ist damit flotter.

Was ist Cross-Country MTB?

Wie bereits schon genannt, umfasst der Begriff das Fahren im Gelände auf verblockten Wegen im Wettkampf mit Hindernissen wie “Rock Garden” auf anderen teilweise künstlich angelegten Streckenabschnitten Auch ein Marathonrennen oder die ausgedehnte MTB Tour im Mittelgebirge wird als Cross-Country Bereich definiert. Große Sprünge oder das Fahren im Bike Park gehören nicht zu dieser Gattung und würden auch nicht der Haltbarkeit im Leichtbau dienen.

Laufrad: Der Aufbau

Ein Fahrradlaufrad besteht aus vier Hauptkomponenten, die alle einen Einfluss auf das Gewicht, die Leistung und die Haltbarkeit haben. Eine Verbesserung (oder Verschlechterung) dieser Komponenten kann sich auf die Fahrqualität, deine Kraftanstrengung (Geschwindigkeit), die Bremsleistung und sogar darauf auswirken, wie gut dein Fahrrad auf das Gelände reagiert.

  • Felge: Die Felge befindet sich an der Außenseite des Laufrads und hat bei den meisten Mountainbike-Laufrädern die Aufgabe, den Reifen zu halten. Die Breite der Felge wirkt sich auf die Reifenbreite aus, was sich erheblich auf die Kontrolle des Fahrers und den Grip auf dem Trail auswirken kann.
  • Nabe: Die Nabe befindet sich in der Mitte des Rades und bildet die Drehachse. In jeder Nabe, vorne und hinten, befindet sich die Achse, die das Rad mit dem Fahrrad verbindet.
  • Speichen: Das Material, das Nabe und Felge miteinander verbindet. Die Anzahl der Speichen variiert zwischen Vorder- und Hinterrad, wobei das Hinterrad oft mehr Speichen hat, um die Festigkeit und Steifigkeit zu erhöhen.
  • Nippel: Die Speichen werden mit einer speziellen Mutter, dem Nippel, am Laufrad befestigt. Nippel sind wichtig, um die Speichenspannung zu regulieren, die ein Laufrad "ausrichtet", d. h. es gerade macht, wenn es sich dreht.

Felgen-Material

Die meisten Einsteiger- und Mittelklasse-Laufräder sind mit Aluminium-Felgen unterschiedlicher Qualität ausgestattet, während hochwertige Laufräder in der Regel Felgen aus Carbon haben, die das Gewicht reduzieren und gleichzeitig die Steifigkeit erhöhen.

  • Aluminium: ist das beliebteste Felgenmaterial für Mountainbike-Laufräder der Einstiegs- und Mittelklasse. Das liegt vor allem daran, dass es viel billiger in der Herstellung ist.
  • Carbon: Auf der anderen Seite erfreuen sich Laufradsätze aus Carbon in allen Mountainbike-Disziplinen immer größerer Beliebtheit. Das liegt vor allem an den sinkenden Preisen und dem besseren Verhältnis zwischen Steifigkeit und Gewicht sowie der höheren Festigkeit, die sie bieten.

Radabmessungen: Größe, Breite und Tiefe

Es gibt drei Hauptgrößen von Mountainbike-Laufrädern:

  • 26-Zoll-Laufräder: waren die ursprüngliche Laufradgröße für Mountainbikes und werden auch heute noch häufig verwendet, da sie wendig und leicht sind.
  • 27,5-Zoll-Laufräder: die auch als 650B-Laufräder bezeichnet werden, haben in den letzten Jahren die 26-Zoll-Laufräder im Wesentlichen als Norm abgelöst und bieten etwas bessere Überrollfähigkeiten, Traktion und Luftvolumen als 26-Zoll-Laufräder.
  • 29-Zoll-Laufräder: auch "29er" genannt, bieten dank ihrer größeren Größe und ihres größeren Luftvolumens mehr Traktion, ein besseres Überrollverhalten bei technischen Hindernissen und ein ruhigeres Fahrgefühl.

Der Trend geht zu breiteren Felgen, was den Komfort durch ein größeres Luftvolumen im Reifen erhöht. Traditionell war 17 mm eine beliebte Innenbreite für Mountainbike-Laufradsätze, doch in letzter Zeit hat sich der Trend hin zu breiteren Felgen verschoben, da sie mehr Stabilität, Aufstandsfläche und Luftvolumen bieten.

Wie BIKE Laufräder testet

Um der Qualität eines Laufrades in unserer Testserie hier auf den Grund zu gehen, setzt BIKE auf umfangreiche Labortests. Ob das Zusammenspiel der gewonnenen Daten passt und damit das Fahrgefühl, zeigt unser Popometer im Praxistest.

  • Blindtest auf dem Trail: Ohne die Laborwerte (Steifigkeit, Gewicht, Trägheit) zu kennen, fuhren drei erfahrene Tester alle Laufräder mit Einheitsreifen und identischen Luftdrücken auf einem selektiven Rundkurs.
  • Schlagtest: Bei dem von BIKE im Newmen-Testlabor durchgeführten Schlagtest trifft ein 7,5 Kilo schwerer, runder Kunststoffzylinder einseitig im 20-Grad-Winkel auf ein Felgenhorn.
  • Laufradträgheit: Für einen explosiven Antritt und effizientes Klettern ist nicht nur ein geringes Gewicht, sondern auch die Verteilung der Masse von entscheidender Bedeutung.
  • Gewicht: Genauso wie die Trägheit eines Laufrades ermitteln wir selbstverständlich auch das Gesamtgewicht der Laufräder.
  • Rundlauf: Bevor die Laufräder gefahren werden, überprüfen wir genau wie gut der Rundlauf im Bezug auf Seiten- und Höhenschläge ausfällt.
  • Seitensteifigkeit: Die Seitensteifigkeit der Laufräder liefert einen Indiz, wie sie sich beim Fahren verhalten.

Newmen Advanced und Evolution Boost

Die 2016 neu gegründete Firma NEWMEN präsentierte bei der Eurobike 2016 ihre ersten Produkte, darunter die 2017er Laufradmodelle Advanced SL X.22 und Evolution SL X.A.25. Der Komponentenhersteller rund um Michi Grätz bringt mit dem Advanced SL Modell einen super leichten Carbon-Laufradsatz und mit Evolution SL einen widerstandsfähigen Alu-Allrounder auf den Markt. Wir haben die Laufräder auf den XC-Pisten auf die Probe gestellt.

Technische Daten:

Einsatzbereich Trail, CrossCountry, Marathon CrossCountry
Gewicht 1464 Gramm 1195 Gramm
Material Felge, Naben, Freilauf Aluminium, Aluminium, Aluminium Carbonfaser, Aluminium, Aluminium
Tubeless-System Tubeless Ready Tubeless Ready
Gewichtsbeschränkung 120 kg Systemgewicht (Ausrüstung + Fahrer + Fahrrad) 100 kg Systemgewicht (Ausrüstung + Fahrer + Fahrrad)
Laufradgröße 27,5" und 29" 29"

Fazit

Wenn Du einen super leichten, stabilen, steifen und zugleich optisch schönen Laufradsatz suchst, bist Du beim NEWMEN Advanced genau richtig. Genau so haben wir uns einen Carbon-Renn-Laufradsatz immer vorgestellt. Der NEWMEN Evolution Laufradsatz ist ein super Allrounder und für Trail-Riding genauso gut geeignet wie für Cross Country oder Marathon.

Alu vs. Carbon - die Referenztests

Um zu überprüfen, wie sich ein Alu-Laufrad und eine schwerere Carbon-Felge schlagen, haben wir zwei Referenz-Laufräder mit in den Test gepackt. Der Newmen-Beskar-Light-Laufradsatz wiegt 1680 Gramm und verfügt über Alu-Felgen, die ebenfalls eine Maulweite von 30 Millimetern besitzen. Im Vergleich zum leichtesten Laufradsatz in diesem Test bringen die Alu-Räder damit mehr als 500 Gramm zusätzlich auf die Waage, kosten dafür aber auch nur 680 Euro.

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