Der ADAC hat acht vollgefederte E-Mountainbikes auf Herz und Nieren geprüft, um herauszufinden, welche Modelle wirklich überzeugen. Im Fokus standen Komfort und Vielseitigkeit, da der Trend klar zu sogenannten "Fullys" geht.
Das Wichtigste in Kürze
- Testsieger des ADAC: Stereo Hybrid E-Bike Fully von Cube - Hervorragender Allrounder
- 2. Platz im Test: E-Bike Fully Giant Stance E+ Pro 0 - Manchmal besser als der Testsieger
- Platz 3 mit Note 2,1: E-Bike Fully von Bulls Sonic Evo AM2 Carbon 750 - Für schnelle Abfahrten
- Verlierer im ADAC-Test: Strike eRIDE 940“ von Scott - Sicherheitsrelevante Defizite
E-Bike Fully oder Hardtail - Was ist besser?
Ein besser oder schlechter gibt es hier nicht. Denn es hängt ganz davon ab, was Sie und Ihr Bike vorhaben. Auch das Budget spielt eine Rolle, denn E-Bike Fullys kosten meist mehr als Hardtails. Hier lohnt es sich auf Aktionen zu achten, denn da lassen sich schnell mal 1.000 Euro und mehr sparen.
Vorteile eines E-Fullys
- Mehr Komfort auf Touren
- Mehr Sicherheit und Grip im Gelände
- Bessere Traktion
Vorteile eines E-Hardtails
- Günstigere Preise
- Geringeres Gewicht
- Weniger Wartungsaufwand
Wer häufig im Gelände unterwegs ist, auf Schotterpisten mehr Komfort sucht und sportlich durch den Wald fahren möchte, ist mit einem E-Fully besser bedient. Wer eher auf Asphalt und nur hin und wieder auf Forstwegen unterwegs ist und das E-Bike auch für den Einkauf oder den Weg zur Arbeit nutzt, ist mit einem E-Hardtail gut bedient.
ADAC E-Bike Fully Test: Die Ergebnisse im Detail
Acht vollgefederte E-Mountainbikes wurden vom ADAC auf Prüfständen, durch Geröll, über Wurzelteppiche und steile Trails getestet. Die Entscheidung für die vollgefederte Klasse fiel nicht zufällig: Der Trend zeigt klar Richtung Komfort und Vielseitigkeit. Ihre Federgabeln und Dämpfer schlucken Unebenheiten mit Leichtigkeit und verwandeln selbst ruppige Abfahrten in smoothe Flowtrails.
Die Top-Modelle im Überblick
- Stereo Hybrid E-Bike Fully von Cube
- Stance E+ Pro 0 von Giant
- Sonic Evo AM 2 Carbon 750 von Bulls
- ALLMTN 2 von Haibike
- MACINA KAPOHO 7973 von KTM
- Render Hybrid CA 8.0 CX von Radon
- Neuron ON 8 von Canyon
- Strike eRIDE 940“ von Scott
Cube Stereo Hybrid: Der Testsieger im Fokus
Das Stereo Hybrid E-Bike Fully von Cube sicherte sich den ersten Platz im ADAC-Test. Mit dem kraftvollen und gut ansprechenden Motor zeigt es gute Allroundeigenschaften. Der Testsieger von Cube erreichte mit einer Akkuladung fast 2.200 Höhenmeter.
Giant Stance E+ Pro 0: Eine starke Alternative
Mit der Note 2,0 landet das Giant Stance E+ Pro direkt hinter dem Testsieger - und zieht in entscheidenden Disziplinen sogar vorbei. In Sachen Sicherheit, Verarbeitung und Handhabung lässt es die Konkurrenz alt aussehen. Der Akku lädt in flotten fünf Stunden vollständig auf und hängt den Testsieger damit um zwei Stunden ab.
Im Praxistest erklimmt das vollgefederte E-Mountainbike satte 1.600 Höhenmeter und beweist echte Ausdauer für anspruchsvolle Strecken. Die Ausstattung sitzt: eine präzise Shimano Deore XT-Schaltung, bissige SLX-Bremsen von Shimano und robuste RockShox-Dämpfer runden das starke Gesamtpaket ab. Etwas anstrengend sind die Bergauffahrten, da die Sitzposition eher hecklastig ausgelegt ist.
Scott Strike eRIDE 940: Der Verlierer im Test
Das „Strike eRIDE 940“ von Scott belegt den letzten Platz im Vergleich. Bei diesem Fully-Modell traten im Test sicherheitsrelevante Mängel auf. Die Hebelmechanik zur Absenkung der Sattelstütze ist schwer zu erreichen, was besonders bei Bergabfahrten gefährliche Situationen verursachen kann. Bikerinnen und Biker müssen dabei die sichere Griffposition am Lenker aufgeben.
Höhenmeter und Reichweite: Worauf es ankommt
Im Test dominierten Fullys mit großen Energiereserven die Langstrecke. Bulls, Cube und KTM knacken auf ebener Strecke die 110-Kilometer-Marke und liefern damit echte Tourenqualitäten. Giant, Radon und Canyon bleiben mit soliden 80 bis 90 Kilometern etwas früher stehen, rollen aber dennoch zuverlässig durch den Alltag.
Auch bergauf zeigt sich ein klares Bild: Wer beim Reichweitenrennen glänzt, sammelt gleichzeitig Höhenmeter. Die Top-Performer schaffen über 2.000 Höhenmeter mit nur einer Ladung. Cube sticht dabei heraus - mit satten 2.179 Höhenmetern erklimmt es den Gipfel der Testcharts. Beim Nachladen braucht es etwas Geduld: Die Ladezeiten variieren zwischen 5,5 und 7 Stunden und bewegen sich damit im Mittelfeld der Bewertungsskala.
Die Unterschiede beim Akkuladen sind enorm. Hier sollten Sie genau hinsehen, wenn Sie Ihr Bike unterwegs laden und nicht unnötig warten möchten.
Bremsen: Sicherheit geht vor
Ein Mountainbike ist nur so gut, wie seine Bremsen. Daher spielten diese im ADAC-Test natürlich eine wichtige Rolle bei der Gesamtbewertung der E-Bikes. Auf und ab der Berge liefern sie die nötige Kontrolle und entscheiden über Sicherheit und Fahrspaß. Besonders die sogenannten „Ein-Finger-Bremsen“ überzeugten: Sie lassen sich mühelos mit nur einem Finger bedienen, bieten eine beeindruckende Bremskraft und erlauben eine präzise Dosierung.
Bei steilen Abfahrten zeigen sie ihre ganze Stärke: Während ein Finger an der Bremse bleibt, hält der Rest der Hand den Lenker sicher im Griff. Gerade weniger geübte Fahrer und Einsteiger profitieren von diesem Vorteil deutlich. Ein kleines Manko: Räder von Bulls, Scott, KTM und Haibike verzichten noch auf diese cleveren Bremshebel und verschenken damit ein Plus an Sicherheit.
Cube Stereo Hybrid 140 TM im Detail
Das Stereo Hybrid 140 von Branchenriese Cube ist wohl eines der meistverkauften E-Mountainbikes überhaupt. Die TM-Variante des Klassikers ist traditionell voll auf Trail-Stärke ausgelegt. Das macht sich am Stereo Hybrid 140 besonders bei den Maxxis-Reifen bemerkbar. Doch im Grunde ist das 140er-Stereo kein Downhill-Experte.
Die Geometrie des Cube Stereo 140 ist gemäßigt gezeichnet und voll auf Komfort getrimmt. Dazu passt auch das riesige Kiox 500 Display von Bosch, das viele Informationen übersichtlich und gut ablesbar bereitstellt, inklusive Navigationsfeatures. Doch puristische Biker könnten sich an der sperrigen Optik stören. Auch hier sieht man: Allroundstärke und ein praller Strauß an Features geht bei diesem Bike vor extremer Sportlichkeit.
Der Hauptrahmen aus Carbon verhindert allzu üppige Pfunde, trotz schwerem Akku. Doch mit 24,7 Kilo ist das Bike kein Leichtgewicht.
Technische Daten des Cube Stereo Hybrid 140 TM
- Motor: Bosch Performance Line CX, 85 Nm max. Drehmoment
- Akku: Powertube, 750 Wh (entnehmbar)
- Rahmenmaterial: Carbon / Alu
- Federweg: 150 / 140 mm
- Laufradgröße: 29 Zoll
- Gewicht: 24,7 kg (Testbike in Größe L, EMTB-Messung)
- Zulässiges Gesamtgewicht: 135 kg (Herstellerangabe)
Die Geometrie im Überblick
| Merkmal | Wert (Rahmengröße L) |
|---|---|
| Sitzrohrlänge | 450 mm |
| Radstand | 1255 mm |
| Reach | 465 mm |
| Stack | 643 mm |
| Lenkwinkel | 65,5 Grad |
| Sitzwinkel | 75 Grad |
| Kettenstrebenlänge | 457 mm |
Ausstattung des Cube Stereo Hybrid 140 TM
- Gabel / Dämpfer: Fox 36 Performance / Float X Perf.
- Schaltung: Sram GX Eagle, 12-fach, 34; 10-52 Zähne
- Bremsen: Magura MT7, 203/203 mm
- Laufräder: Newmen Performance 30
- Reifen: Maxxis Assegai Exo+ Maxxgrip, 29 x 2,5'' / Minion DHRII DD Maxxgrip, 29 x 2,4''
- Besonderheiten: Nur 150 mm Hub an der Telestütze, großes Kiox 500-Display
Praxistest: So fährt sich das Cube Stereo Hybrid 140 TM
Hier wird Komfort großgeschrieben! Die Sitzposition ist eher kompakt, und das Cockpit thront weit oben. Das Fahrwerk saugt Unebenheiten gierig auf. Dazu kommt die griffige und stabile Reifenkombi von Maxxis, die mit niedrigem Luftdruck gefahren werden kann und förmlich am Boden klebt. So treckert man recht gelassen durchs Gelände - auch ohne Profi-Fahrtechnik.
Wer bergauf die Grenzen des Machbaren ausloten möchte, würde sich mehr Gegenhalt von der Heckfederung und eine zentralere Position wünschen. Doch das Cube Stereo klettert grundsolide. Solange es nicht zu steil und stufig wird, behält das Vorderrad gut Bodenkontakt und der Fahrer die Kontrolle.
Einen ähnlichen Charakter zeigt das TM-Stereo bergab. Der hohe Federungskomfort und die geniale Traktion geben viel Vertrauen. Die griffige Reifenkombi zahlt sich aus, sobald man ins Gelände abbiegt.
EMTB-Bewertung des Cube Stereo Hybrid 140 TM
Stärken:
- Hoher Fahrkomfort und unkompliziertes Handling
- Viel Fahrsicherheit
- Starke Reichweite
- Gute Ausstattung
Schwächen:
- Kein Gelände-Extremo
- Geringer Hub der Teleskopstütze
- Motor klappert
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