Cube Mountainbike Reifen Test: Ein umfassender Überblick

Cube hat sich im Mountainbike-Segment einen Namen gemacht, insbesondere mit seinen Hardtails der Reaction-Serie. Diese Bikes sind dafür bekannt, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten und sowohl Einsteiger als auch erfahrene Fahrer anzusprechen.

Cube Reaction TM One: Ein Trailhardtail zum Kampfpreis

Cube schießt mit seinem neuen Trailhardtail den Vogel ab, denn für 1100 € liefern die Bayern ein Trailhardtail, dem auf den ersten Blick nichts fehlt. Cube stellt mit seinem neuen Reaction TM One vor allem ein Argument für Trailhardtails ins Rampenlicht: Den Preis. Und das ist wohl für die allermeisten das ausschlaggebende Kaufkriterium.

Design und Rahmen

Die Optik von Cubes Trail-Hardtail stimmt. Trotz Kampfpreis lässt sich Cube bei der Qualität und Optik des Rahmens nichts nachsagen. Hier hat sich in der Alu-Verarbeitung in den letzten Jahren wirklich nochmal einiges getan. Cube weiß es, die neuesten Entwicklungen beim Schweißen von Alu-Rahmen perfekt umzusetzen. Das geschraubte BSA-Tretlager und die Zugverlegung durch das Unterrohr bzw. Details wie die stabil abgestützte Direkt-Mount-Bremsaufnahme am Hinterrad, die ab Werk für eine 180er-Scheibe vorbereitet ist, oder das Gusset im Sitzrohrbereich zeigen, dass man bei Cube die Bedürfnisse der Zielgruppe endlich ernst nimmt.

Der Rahmen macht einen deutlich stabileren Eindruck als der alte Reaction TM Rahmen. Mit dem neuen Rahmen ist Cube im Trailhardtail Game angekommen. Mit dem 65 Grad Lenkwinkel trifft man den Nagel auf den Kopf.

Gewicht und Reifen

Mit 15,5 Kilo ohne Pedale ist das Bike für ein Hardtail schwer. Die Schwalbe-Reifen haben massiv Grip und mit ihrer doppelten Karkasse auch den Pannenschutz, den man sich für ein Trailhardtail vorstellt. Aber sie drücken mit über 1300 Gramm pro Reifen auch ordentlich auf die Waage. Hinzu kommt, dass man die Reifen mit ihrem Drahtkern auch nur mit Schlauch und nicht Tubeless fahren kann. Das ist richtig üppig und das macht das Bike beim Antreten oder im Uphill auch spürbar behäbig.

Das Gute an der Sache ist aber auch, dass man hier im Nachgang relativ leicht tunen kann. Denn wenn man den ersten Satz Reifen mal runtergefahren hat, lassen sich mit einem Budget von 80 - 100 € schnell mal ein Kilo Gewicht sparen, ohne dass man an Grip oder Pannenschutz eingebüßt.

Schaltung und Bremsen

Hochwertige Mountainbikes sind in der Regel mit Shimano Schaltungen oberhalb des Deore Niveaus (Deore, SLX, XT oder XTR) oder eben Sram Schaltungen ausgestattet. Die verbaute Cues Schaltungen sortieren sich vom Qualitätsniveau unterhalb der Deore Gruppe ein. Im Großen und Ganzen funktioniert die Schaltung zuverlässig und auf einem Niveau, das für den Mountainbike-Einsatz ok ist. Bei Schaltperformance und Bandbreite muss man sich aber bewusst sein, dass teure Optionen mehr drauf haben.

Bei den Bremsen lässt Cube nichts anbrennen. Der 4-Kolben-Magura-Bremssattel am Vorderrad ist in Kombination mit der 203 mm großen Scheibe einer der stärksten Stopper, die man sich vorstellen kann. Die Anlage im Heck ist etwas schwächer, aber immer noch absolut ausreichend. Cube investiert hier an der richtigen Stelle.

Federgabel

Die SR Suntour Federgabel hat nicht den Ruf einer Rock Shox oder Fox Gabel, funktioniert aber auf dem selben Niveau wie die günstigen Gabeln der Marktführer im Highend Segment. Wichtig ist vor allem, dass die Gabel mit einer Luftfeder, und nicht mit einer Stahlfeder arbeitet. Die Luftfeder hat den Vorteil, dass ich mit einer einfachen Gabelpumpe die Federhärte an mein Körpergewicht oder meine Vorlieben auf dem Trail anpassen kann. Außerdem ist sie deutlich leichter als die Stahlfedergabel. Die Zugstufe ist einstellbar und sogar die Druckstufe, also die Einfedergeschwindigkeit, lässt sich mit 7 Klicks leicht feintunen.

Geometrie und Handling

Mit den Größen XS und S hat man selbst als kleiner, vielleicht noch nicht ausgewachsener Mensch, zwei Rahmengrößen zur Auswahl. Das ist absolut sinnvoll. Ab der Größe M hat das Reaction TM 29er-Laufräder. Das Bike ist nicht super quirlig, sondern schlägt sich tendenziell eher auf die laufruhige Seite.

Cube Reaction TM Pro

Für 400 € mehr liefert Cube das Reaction TM Pro. Das Bike hat denselben Rahmen, ist aber besser ausgestattet und wiegt über 1 Kilo weniger.

Abgrenzung zu anderen Modellen

Achtung: Die Reaction Bikes ohne den Modellzusatz TM haben zum Verwechseln ähnliche Modellnamen, mit nur 100 mm Federweg aber eine ganz andere Ausrichtung.

Cube Reaction C:62 Pro: Ein Carbon-Hardtail im Test

BIKE wollte herausfinden, was das XC-Hardtail von Cube zum Verkaufsschlager macht und lud das Reaction C:62 Pro für 1999 Euro zum Test.

Details zum Cube Reaction C:62 Pro

  • Preis: 1999 Euro
  • Einsatzbereich: Crosscountry / Marathon / Tour
  • Federweg: 100 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: 10,6 kg
  • Vertriebsweg: Fachhandel
  • Garantie: 3 Jahre
  • Maximales Systemgewicht: 115 Kilo
  • Besonderheiten: C:62-Carbonrahmen, integrierte Sattelklemme

Ausstattung

  • Gabel: Rockshox SID SL Base
  • Schaltung / Bandbreite: Shimano XT / Deore / 510 %
  • Bremsen: Shimano XT / 180/160 mm
  • Laufräder: Newmen Performance 30
  • Reifen: Schwalbe Racing Ray / Racing Ralph Performance Addix TLR 29 x 2,25
  • Sattelstütze / Durchmesser: Newmen Evolution / 27,2 mm

Fahrverhalten und Testeindrücke

Gut, dass Cube-Kunden die Beratung eines Händlernetzes in Anspruch nehmen können, denn die Wahl der passenden Rahmengröße hat beim Reaction Hardtail ihre Tücken. In L fällt das Sitzrohr kurz. Zur Größe XL klafft jedoch ein Abstand von vollen sechs Centimetern. Obwohl das Reaction seinen Fahrer mit einem tiefen Tretlager gut im Rahmen integriert, fühlt es sich in steilen Abfahrten nicht zu Hause.

Selbstvertrauen spenden dem Piloten des Cube Hardtails im Downhill zwar das 760 Millimeter breite Cockpit mit guten Griffen und die starken Shimano-Bremsen, leider spezifiziert Cube aber Schwalbe Reifen in der einfachen Performance-Variante. Grip und Eigendämpfung sind knapp bemessen. Die preiswerte Rockshox SID Base schont die Handgelenke bei größeren Schlägen, ignoriert aber feine Vibrationen und bietet schnellen Racern zu wenig Paroli in Form einer kontrollierten Dämpfung.

In seichtem Gelände gefällt das reaktive Handling des Hardtails. Dank moderatem Lenkwinkel werden Lenkimpulse blitzschnell umgesetzt. Zudem lässt sich das Bike leicht vom Boden lupfen. In der Ebene rollt das leichte Cube Reaction zügig voran. Die Sitzposition fällt sportlich aber nicht extrem aus. Im dick gepolsterten Sattel überstehen auch Einsteiger ihre ersten längeren Touren.

Auch bergauf trüben die günstigen Reifen das Gesamtbild. Im Wiegetritt erzeugt der schmale Karkassenaufbau auf den breiten Felgen ein unharmonisches Fahrgefühl. Schrauben sich die Rampen in den Himmel, muss der Fahrer wegen der super kurzen Kettenstreben viel Gewicht nach vorne bringen, um effizient zu klettern.

Laborergebnisse

MerkmalWert
Gesamtgewicht10,61 kg (ohne Pedale)
Gewicht Laufräder4441 g
Beschleunigung Laufräder3235 kg x cm²
Sitzkomfort8,4 mm

Reifentests und wichtige Faktoren bei der Reifenwahl

Die Auswahl an Mountainbike-Reifen ist riesig. Bei MTB-Reifen gibt es zahlreiche Faktoren, die die Performance maßgeblich beeinflussen. Aus gutem Grund bieten die Hersteller eine breite Palette an Modellen und Versionen an - abgestimmt auf verschiedene Fahrertypen und - niveaus, Bikes und Trail-Bedingungen.

Tubeless-Montage

Die Vorteile von tubeless montierten Reifen liegen auf der Hand: weniger Gewicht, mehr Grip, geringerer Rollwiderstand und höherer Pannenschutz. Wir selbst fahren nur tubeless und haben auch alle Reifen nur ohne Schlauch für euch getestet.

Luftdruck

Der richtige Luftdruck im Reifen ist essenziell: Zu viel davon und ihr könnt euch von Komfort und Grip verabschieden. Bei einem zu geringen Luftdruck sind ein unpräzises, schwammiges Fahrverhalten und Defekte vorprogrammiert.

Reifenbreite

Prinzipiell gilt: Die Reifenbreite muss zur Felgenweite passen. Ein breiterer Reifen hat eine größere Aufstandsfläche und kann so mehr Grip generieren. Mit Reifen, die breiter als 2,6” sind, haben sportlich-aggressive Fahrer in Kurven aber oft mit negativen Effekten zu kämpfen: Das Fahrverhalten wird schwammig und unpräzise, wodurch sich enge Linien oft nicht mehr halten lassen.

Gewicht der Reifen

Das Gewicht eurer Reifen solltet ihr nicht unterschätzen: Der Reifensatz alleine, ohne Tubeless-Milch und Co., trägt mit etwa 2,5 kg zum Gesamtgewicht eures Bikes bei. Zum einen sind die Reifen Teil der rotierenden Masse, die ihr bei jedem Antritt und bei jeder Bremsung beschleunigen und abbremsen müsst. Zum anderen fungieren die Reifen - noch vor eurer Gabel - als Federelement und reagieren auf Schläge, wodurch sie massiven Einfluss auf euer Fahrwerk haben.

Anforderungen an Vorder- und Hinterreifen

Die Anforderungen am Vorderrad unterscheiden sich von denen am Hinterrad. Beim MTB gilt es, so viel Grip wie möglich am Vorderrad zu generieren, während man am Hinterrad Kompromisse zwischen Traktion und Rollwiderstand eingehen muss.

Tire Inserts

Tire Inserts gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und die Preisspanne dieser Systeme ist riesig. Am Ende hat uns aber immer derselbe Reifen mit einer stabileren Karkasse überzeugt. Warum? Der Gewichtsunterschied zwischen einem Reifen mit Tire-Insert und einem Reifen mit der nächst stärkeren Karkasse fällt oft nur marginal aus. Obendrein sind die Reifen mit stärkerer Karkasse deutlich robuster, erhalten nicht so leicht Löcher oder Risse und knicken in Kurven weniger schnell ein - mit einer stabileren Karkasse habt ihr also gleich drei Vorteile zum Preis von einem.

Karkasse

Die Karkasse bildet so etwas wie das Rückgrat des Reifens und ist mit der wichtigste Faktor, auf den ihr bei der Wahl eurer Reifen achten solltet. Sie verleiht ihm seine Rundung und beeinflusst maßgeblich die Dämpfung, die Kurvenstabilität und den Pannenschutz.

Laufradgrößen: 26 Zoll, 27,5 Zoll und 29 Zoll

Mountainbiker können seit neuestem zwischen drei Reifengrößen wählen: 26 Zoll, 27,5 Zoll (650B) und 29 Zoll. Jede Größe hat ihre Vor- und Nachteile.

29 Zoll Laufräder

Die Vorteile von 29 Zoll Laufrädern liegen darin, dass sie durch ihren größeren Durchmesser wesentlich besser über Hindernisse laufen und so das Fahrverhalten ruhiger und stetiger wird. Zudem sorgt die größere Kontaktfläche der Reifen auf dem Untergrund für verbesserte Traktion und Spurtreue so wie größere Laufruhe bei höheren Geschwindigkeiten. Dem stehen allerdings die Nachteile des höheren Gewichts und der höheren Massenträgheit gegenüber. Letztere sorgt dafür, dass 29er tendenziell weniger agil und nicht so wendig sind wie kleinere Laufräder.

26 Zoll Laufräder

Bezogen auf die klassischen 26 Zoll Laufräder gilt all dies entsprechend umgekehrt.

27,5 Zoll Laufräder

Praktisch genau in der Mitte liegend, versprechen 650B-Laufräder auf den ersten Blick die ideale Kombination aus den Vorteilen der beiden anderen Maße.

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