Dakar Rallye: Eine Liste der Motorrad-Gewinner

Seit ihrer Gründung im Jahr 1978 ist die Dakar-Rallye eine der härtesten Offroad-Rallyes der Welt. Ihren Ursprung und Namen hat die Rallye aus einer Wettfahrt von der französischen Hauptstadt Paris bis zum im Senegal liegenden Dakar. Aus Sicherheitsgründen wurde die Dakar 2009 zunächst nach Südamerika verlegt und seit 2020 bis heute in Saudi-Arabien ausgetragen. Im Jahr 2025 erstreckte sich die Strecke über Tausende Kilometer durch Wüsten, Berge und Täler, mit epischen Herausforderungen für alle Teilnehmer.

Die Anfänge und Yamaha's Erfolge

Die Rallye Dakar begann als ein Abenteuer der ersten Stunde. 1979 startete das erste Rennen Paris-Dakar, zu verdanken dem französischen Motorrad-Rennfahrer Thierry Sabine. Bei der ersten Ausgabe waren 182 Fahrzeuge am Start, wovon 74 die Zielankunft schafften. Über die Jahre wuchs das Interesse, die Teilnehmeranzahl stieg. Auch verschiedene Hersteller erkannten den Marketingwert der härtesten Rallye der Welt und engagierten sich mit Topfahrern.

In der Anfangsphase der Rally Dakar feierte Yamaha glänzende Triumphe.

BMW's Dominanz in den frühen 1980er Jahren

Ab 1981 hatte BMW das Geschehen bestimmt.

  • 1981 gewann Hubert Auriol auf BMW.
  • 1983 gewann Hubert Auriol erneut auf BMW.
  • 1984 und 1985 triumphierte Gaston Rahier jeweils auf BMW.

Honda's Aufstieg und die Ära der NXR750

Ab Mitte der 1980er Jahre etablierte sich Honda als führende Motorradmarke bei der Wüstenrallye. Für die Rally Paris-Dakar 1981 verpflichtete Honda Cyril Neveu. Doch der Teamwechsel wurde für den jungen Rallyestar zum Desaster.

Für die Dakar 1982 übernahm nicht der französische Importeur, sondern die Honda Racing Corporation (HRC) die Vorbereitung der Dakar-Motorräder. Mit dem progressiv arbeitenden Fahrwerk und einem gegenüber dem 1981er Motorrad mehr als verdoppelten Federweg hatte der Wüstenrenner auf den schnellen Streckenabschnitten deutlich mehr Potenzial und dank des großen Tanks auch mehr Reserven. Der Erfolg gab dem Engagement von HRC Recht.

Für die Dakar 1986 wurde deshalb die Honda NXR750 entwickelt. Das Potenzial des Motorrads erlaubte es ihm, das Rennen geschickt zu planen und das Risiko zu minimieren. Nach 15.000 Kilometern, der längsten Dakar der Geschichte, holte der Franzose erneut den Sieg für Honda. Es war der erste von vier aufeinander folgenden Dakar-Siegen für die NXR.

Die NXR hatte ihre Rolle als Pionier erfüllt, aber gerade als eine Legende zur Seite trat, wartete eine andere in den Startlöchern. 1988 wurde die Africa Twin (650 ccm, 49 PS) vorgestellt und von den Kunden begeistert angenommen. Um zu beweisen, dass diese Reiseenduro nicht nur das Aussehen der NXR, sondern auch ihre Performance hatte, startete der französische Honda-Importeur bei der Dakar 1989 eine Initiative.

Weitere Entwicklungen und Hondas Comeback

Trotz dieses Erfolges kehrte Honda erst 1995 zur Rally Dakar zurück. Seit 2005 ließ das Reglement keine Zweizylinder-Motoren mehr zu, die Dakar fand seit 2009 in Südamerika ausgetragen und 2011 wurde der Hubraum auf 450 Kubikzentimeter begrenzt. Honda blieb nichts anderes übrig, als eine Rallyemaschine auf Basis der Sportenduro CRF450X für das Comeback 2013 zu entwickeln. Enttäuscht vom Abschneiden des Teams erkannt man bei HRC, dass für einen Sieg in einem so anspruchsvollen Wettbewerb ein komplett neues Motorrad entworfen werden musste.

Technisch gesehen hatte die CRF450 Rallye von 2014 nicht viel mit ihrem Vorgänger gemein. Auch das Fahrwerk wurde umfassend modifiziert. Der konventionelle hintere Rahmen wurde durch ein schlankes Monocoque aus Kohlefaserlaminat ersetzt, und auch die vorderen Tanks wurden im unteren Bereich schmaler. Ein längerer Radstand sorgte für mehr Richtungsstabilität bei der nun möglichen Höchstgeschwindigkeit von über 175 km/h. Ganz neu Rallye-Motorrädern war die Traktionskontrolle.

Honda hatte bei der Motorleistung auf Hochgebirgsetappen, wie zum Beispiel in Bolivien, einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Diesmal schien der Plan zu klappen. Die Entwicklung des CRF450 Rallye blieb nicht stehen. Nachdem semi-aktive Federungselemente bereits bei Straßenmotorrädern eingeführt worden waren, passte HRC die neue Technologie vor der Dakar 2016 an einige der vier CRF-Rallye-Motorräder an.

Bei der Dakar 2020 wendete sich das Blatt. In den Wüsten Saudi-Arabiens übernahm der 28-jährige Ricky Brabec am dritten Tag die Führung und verteidigte seine Position souverän über die Gesamtdistanz von 7800 Kilometern. Nach sieben Versuchen bei der zermürbendsten Rallye der Welt passten die Puzzleteile nun schließlich zusammen.

Einst war Honda die erfolgreichste Marke bei der Rally Dakar. Auf eine jahrelange Auszeit folgte der mühsame Kampf gegen Seriensieger KTM, bis 2020 erstmals wieder ein Honda-Pilot ganz oben auf dem Podest stand.

KTM's Dominanz im 21. Jahrhundert

Die Siegerliste der Rallye Dakar bei den Motorrädern zeigt, dass zum einen bestimmte Fahrer Experten dieser Rallye sind und immer wieder siegreich sein können wie der Franzose Depres oder der Spanier Coma, aber vor allem ist der österreichische Hersteller KTM eine Macht - seit 2001 stellte KTM den Sieger in ununterbrochener Reihenfolge und das muss man auch erst einmal über eine so lange Zeitspanne hinbekommen.

Damit feierte KTM im Jahr 2016 ein Jubiläum, nämlich den 15. Erfolg bei der Rallye Dakar in ununterbrochener Reihenfolge. Das konnte der Salzburger sogar noch toppen, denn im Jahr 2018 gewann er als erster Österreicher die Motorradwertung bei der Rallye Dakar - natürlich weiterhin auf einer KTM. Und es passiert nicht selten, dass KTM auch Dreifachsiege feiern kann.

Das Jahr 2020 war nicht nur das erste in Saudi-Arabien nach den Jahren in Südamerika, es war auch die erste Rallye Dakar, bei der KTM nicht siegreich war - zumindest seit dem Jahr 2000.

Besondere Fahrerpersönlichkeiten

Nicht nur die Hersteller haben mit ihren Motorrädern der Rally Dakar ihren Stempel aufgedrückt. Es sind auch große Fahrerpersönlichkeiten, die für entscheidende Kapitel der Dakar stehen. Bislang erfolgreichster Pilot ist Stéphane Peterhansel mit sechs Gesamtsiegen in der Motorradwertung, gefolgt von Marc Coma, Cyril Despres und Cyril Neveu mit jeweils fünf Titeln.

Die Dakar Rallye 2024

(Motorsport-Total.com) - Die Rallye Dakar 2024 war ein harter Kampf. Die 46. Ausgabe bestand aus insgesamt zwölf Etappen, darunter eine neue Marathon-Etappe über 48 Stunden. In 14 Tagen legten die Teilnehmer insgesamt 7.891 Kilometer zurück, davon 4.727 Kilometer als gewertete Prüfung. In allen Klassen, vom Auto über Truck und Quad bis zum Motorrad, wurde bis zum Zieleinlauf um die Gesamtsiege gekämpft.

Bei den Motorrädern setzte Ricky Brabec ein Ausrufezeichen. Der US-Amerikaner, der 2020 schon einmal den Gesamtsieg bejubeln durfte, profitierte von der neuen Honda CRF 450 Rally, die KTM keine Chance ließ. Die Bilanz ist eindeutig: Sieben der zwölf Etappen bei der Rallye Dakar 2024 wurden von Honda-Fahrern gewonnen.

Die Dakar Rallye 2025

Inklusive Prolog waren die Teilnehmer der 47. Rallye Dakar 15 Tage quer durch Saudi-Arabien unterwegs. Auf diesem Weg wurden rund 8.000 Kilometer zurückgelegt. Bei den Motorrädern eroberte Daniel Sanders für KTM den Gesamtsieg. Die Rally2-Wertung wurde von Edgar Canet (KTM) gewonnen.

Sicherheitsmaßnahmen im Jahr 2025

Die Motorräder der Rallye Dakar 2025 sind mit sehr guten LED-Scheinwerfern ausgestattet, da einige Etappen am frühen Morgen in völliger Dunkelheit starten und teilweise bis in die Nacht gehen. Die Fahrer müssen nach Reglement eine Airbag-Weste tragen. Es sind die Modelle von Alpinestars und Helite erlaubt, die jeweils zwei Auslösungen ohne Reset schaffen.

Liste der Motorrad-Gewinner der Rallye Dakar

Die folgende Tabelle zeigt die Liste der Motorrad-Gewinner der Rallye Dakar seit 1979:

Jahr Fahrer Motorrad
1979 Cyril Neveu (Frankreich) Yamaha
1980 Cyril Neveu (Frankreich) Yamaha
1981 Hubert Auriol (Frankreich) BMW
1982 Cyril Neveu (Frankreich) Honda
1983 Hubert Auriol (Frankreich) BMW
1984 Gaston Rahier (Belgien) BMW
1985 Gaston Rahier (Belgien) BMW
1986 Cyril Neveu (Frankreich) Honda
1987 Cyril Neveu (Frankreich) Honda
1988 Edi Orioli (Italien) Honda
1989 Gilles Lalay (Frankreich) Honda
1990 Edi Orioli (Italien) Cagiva
1991 Stephane Peterhansel (Frankreich) Yamaha
1992 Stephane Peterhansel (Frankreich) Yamaha
1993 Stephane Peterhansel (Frankreich) Yamaha
1994 Edi Orioli (Italien) Cagiva
1995 Stephane Peterhansel (Frankreich) Yamaha
1996 Edi Orioli (Italien) Yamaha
1997 Stephane Peterhansel (Frankreich) Yamaha
1998 Stephane Peterhansel (Frankreich) Yamaha
1999 Richard Sainct (Frankreich) BMW
2000 Richard Sainct (Frankreich) BMW
2001 Fabrizio Meoni (Italien) KTM
2002 Fabrizio Meoni (Italien) KTM
2003 Richard Sainct (Frankreich) KTM
2004 Nani Roma (Spanien) KTM
2005 Cyril Despres (Frankreich) KTM
2006 Marc Coma (Spanien) KTM
2007 Cyril Despres (Frankreich) KTM
2008 Abgesagt Abgesagt
2009 Marc Coma (Spanien) KTM
2010 Cyril Despres (Frankreich) KTM
2011 Marc Coma (Spanien) KTM
2012 Cyril Despres (Frankreich) KTM
2013 Cyril Despres (Frankreich) KTM
2014 Marc Coma (Spanien) KTM
2015 Marc Coma (Spanien) KTM
2016 Toby Price (Australien) KTM
2017 Sam Sunderland (Großbritannien) KTM
2018 Matthias Walkner (Österreich) KTM
2019 Toby Price (Australien) KTM
2020 Ricky Brabec (USA) Honda
2021 Kevin Benavides (Argentinien) Honda
2022 Sam Sunderland (Großbritannien) GasGas
2023 Kevin Benavides (Argentinien) KTM
2024 Ricky Brabec (USA) Honda
2025 Daniel Sanders (Australien) KTM

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