Die Herkunft von Dare Bikes

Die Leidenschaft für den Radsport könnte kaum größer sein, betont der Radhersteller aus dem Baskenland und meint damit sowohl die eigene Herkunft, als auch die des Teams. Saßen die Fahrer letztes Jahr zeitweise noch auf Rädern von Dare, so hat das ausschließlich mit Norwegern besetzte Team jetzt einen neuen fahrbaren Untersatz.

Dare Bikes und Uno-X Mobility

Die norwegische Marke Dare hat international bislang kaum Bedeutung. Bereits seit 2019 ist die Marke mit dem Team, das damals noch Uno X hieß, verbunden und entwickelt mit dem Feedback der Fahrer seine Räder. Ab 2025 wird das norwegische Team aber auf Rennrädern von Ridley unterwegs sein.

Erfolge bei der Tour de France 2024

Wirklich zählbare Erfolge verbuchten die Norweger beim Debüt im vergangenen Jahr nicht. Umso größer ist der Stolz, der in diesen Tagen das Team erfasst: Schon auf der ersten Etappe eroberte der 28-jährige Fahrer Jonas Abrahamsen die Führung in der Bergwertung und gab sie erst auf der elften Etappe wieder ab. Nach einem zweiten Platz auf der zweiten Etappe konnte er sogar drei Tage lang das Grüne Trikot des besten Sprinters überstreifen. Die Tour de France 2024 war damit für Uno-X Mobility schon nach der ersten Woche eine Erfolgsgeschichte. Gerechnet haben die Norweger damit freilich nicht, gepunktete Helme oder gar entsprechend lackierte Rahmen hatten die Mechaniker nicht an Bord. Immerhin gab es für Abrahamsens Renner Schriftzüge in den Farben des Sprinter- und Bergtrikots, welche die Mechaniker in aller Eile selbst aus Folie schnitten.

Das Dare VA Aero-Rennrad

Das Dare VA, das fast ausschließlich im Team gefahren wird, ist eine reine Aero-Maschine. Zwar hat das Team für zwei Kletterspezialisten ein Leichtbau-Modell dabei, diese werden aber nur selten bei schweren Bergetappen eingesetzt. Der Renner ist brandneu und erst seit dieser Saison im Einsatz, der Verkauf soll in wenigen Wochen starten. Der sehr flächig designte Rahmen wird ergänzt von einer tiefen Aero-Sattelstütze und einer Lenkerkombi, die fast einer Flugzeugtragfläche gleicht. Mit 37 Zentimetern hat sie an Abrahamsens Rad das UCI-Mindestmaß. Komplettiert wird das Paket mit 62 Millimeter hohen DT Swiss Felgen - Aerodynamik hat bei den Rädern also einen hohen Stellenwert. Geringes Gewicht hatte dafür weniger Priorität, rennfertig haben wir das Rad mit gut acht Kilogramm gewogen.

Die Räder sind mit Shimanos Dura-Ace Di2 ausgestattet, die Kurbeln und Kettenblätter kommen von FSA und werden von einem Power2Max-Leistungsmesser komplettiert. Auf den flachen Sprintetappen fuhr Abrahamsen eine Abstufung von 58/44. Die Spezialisten von Ceramic Speed versorgen die Fahrer mit Tuning-Schaltröllchen und Keramiklagern für Laufräder und Tretlager. Als einziges Team im Tour de France-Peloton wird Uno-X Mobility vom deutschen Hersteller Schwalbe mit Reifen versorgt. Außergewöhnlich ist die Reifenbreite: Mit 25 Millimetern fallen die Pneus schmal aus, die meisten anderen Teams setzen inzwischen auf 28 Millimeter und mehr. Nur auf den Gravel-Segmenten auf Etappe 9 setzten die Fahrer auf breitere Reifen, dort waren 30 Millimeter geplant.

Royal Enfield: Eine historische Verbindung

Um die Entwicklung von Fahrrädern und Motorrädern besser zu verstehen, ist ein Blick auf Royal Enfield hilfreich. Die Geschichte von Royal Enfield ist reich an Innovationen und Erfolgen:

  • 1893: R. W. Smith und Albert Eadie übernehmen die Geschäftsführung der Townsend Cycle Company in Redditch, Vereinigtes Königreich. Kurz danach beginnen sie damit, die Royal Enfield Small Arms Factory (Kleinwaffenfabrik) in Enfield, Middlesex, mit Präzisionsmaschinenteilen zu beliefern.
  • 1896: wird zur Royal Enfield - „Royal“ wird von Royal Small Arms Company übernommen. R. W. Smith entwirft den Prototyp eines motorisierten Fahrzeugs, ein vierrädriges Fahrrad, das als Quadricycle bekannt ist.
  • 1901: Royal Enfield steigt in den Motorsport ein, als eines seiner Quadicycles an einem 1000-Meilen-Trial teilnimmt.
  • 1901: Das erste Royal Enfield-Motorrad wird produziert. Entworfen von Bob Walker Smith und dem Franzosen Jules Gobiet, wird es auf der Stanley Cycle Show in London vorgestellt.
  • 1914: Das erste Motorrad mit 2-Takt-Motor geht vollständig in die Produktion.
  • 1924: Die fortlaufende Entwicklung führt zu einem Angebot von 8 Modellen, einschließlich der Markteinführung der Sports Model 351, dem ersten Royal Enfield 350cc OHV-Motorrad mit 4-Takt-Motor und Fußschalthebel. Es wird von einem JAP-Motor angetrieben.
  • 1928: Royal Enfield übernimmt einen Satteltank anstatt des überholten Flachbodentanks.
  • 1930: Das Jahrzehnt beginnt mit einem vielfältigen Angebot von elf Modellen, angefangen mit dem 225cc-2-Takt-Motor-Modell A bis zum 976cc-V-Twin Modell K.
  • 1932: Das legendäre „Bullet" Motorrad wird geboren. Es wird zuerst im November 1932 in der wichtigen Earls Court Motorcycle Show in London ausgestellt.
  • 1935: Cecil Barrow fährt eine 500cc Bullet bei der Isle of Man TT und beendet das Rennen an 8. Stelle mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 119 km/h. Dies ist die letzte werksgesponserte Teilnahme von Royal Enfield an der Veranstaltung.
  • 1939-1945: Royal Enfield produziert große Mengen an Motorrädern und Fahrrädern während des Zweiten Weltkriegs. Das berühmteste Militärmodell ist das 125cc „Airborne“ Motorrad, das als „Flying Flea“ (Fliegender Floh) bekannt ist.
  • 1948: Der 350cc Bullett-Prototyp mit Schwingarm-Federung hinten wird im Colmore Cup Trial Test im März 1948 vorgestellt. Zwei Bullets sind Teil des siegreichen britischen Teams im 1948er ISDT (International Six Day Trial), das in Italien abgehalten wurde.
  • 1949: Die neuen 350cc Bullet- und 500 Twin-Modelle werden im Vereinigten Königreich auf dem Markt eingeführt. Beide Motorräder haben denselben Rahmen, Schwingarmaufhängung, Teleskop-Voderradgabeln und Getriebe.
  • 1952: K. R. Sundaram Iyer gründet Madras Motors, um britische Motorräder nach Indien zu importieren. Die Motorräder kommen von Redditch Anfang des Jahres 1953 an und stellen sich als großer Erfolg heraus, da sie sowohl widerstandsfähig als auch leicht zu warten sind.
  • 1955: Das Unternehmen Redditch etabliert eine Partnerschaft mit Madras Motors in Indien, um „Enfield India“ zu gründen. Die Tiruvottiyur-Fabrik wird in Betrieb genommen und die lizenzierte Herstellung von Bullets wird begonnen. Die anfängliche Produktion basiert auf Maschinen, die von England in Form eines Bausatzes kommen, die dann in Madras zusammengebaut werden.
  • 1956: Johnny Brittain gewinnt den Scottisch Six Days Trial das zweite Mal auf einem Bullet Motorrad und gewinnt außerdem die British Trials Championship.
  • 1960: Das 250cc Crusader Modell wird in Großbritannien auf den Markt gebracht.
  • 1965: Das ikonische Continental GT Café Racer-Motorrad wird mit großem Erfolg auf den Markt gebracht, als es ein Team von Fotojournalisten von John ‘o Groats nach Lands End in weniger als 24 Stunden über 7 Runden auf der Silverstone-Rennstrecke fahren.
  • 1967: Mit nunmehr nur zwei Modellen in der Produktion zu Beginn des Jahres - der 250cc Continental GT und der 736cc Interceptor - schließt die Redditch-Anlage von Royal Enfield.
  • 1977: Royal Enfield India beginnt mit dem Export des 350cc Bullet in das Vereinigte Königreich und nach Europa.
  • 1986: Eine neue 24 PS 500cc Bullet wird auf den Markt gebracht.
  • 1993: Enfield India produziert das weltweit erste und nur massenproduzierte Dieselmotorrad.
  • 1994: Die Eicher-Gruppe erwirbt Enfield India Limited.
  • 2000: Die Thunderbird, ein eleganter Magermotor-Cruiser, wird in Indien auf den Markt gebracht. Sie verfügt über das erste seit 1965 in Redditch an einer Royal Enfield eingesetzte 5-Ganggetriebe.
  • 2002: Die Electra X, eine Export Bullet mit einer 500cc Version eines vollständig legierten Magermotors, geht in den Verkauf.
  • 2005: Royal Enfield feiert seinen 50.
  • 2008: Royal Enfield beginnt mit dem Export der Classic, dem ersten 500cc EFI-, Euro III-konformen Motorrad Indiens, auf die europäischen Märkte. Der 500cc UCE-Motor wird in Indien auf den Markt gebracht. Das Unternehmen führt seinen ersten jährlichen "One Ride" durch, wobei alle Royal Enfield Fahrer auf der ganzen Welt dazu angehalten werden, am ersten Sonntag im April eine Motorradfahrt zu unternehmen.
  • 2010: Royal Enfield erwirbt 125.000m² Land in Oragadam in der Nähe von Chennai für seine neue Fabrik.
  • 2012: Royal Enfield führt seinen ersten Autobahn-Cruiser auf dem Markt ein, die vollständig schwarze Thunderbird 500.
  • 2013: Royal Enfield beginnt die Herstellung an seinem zweiten Standort in Oragadam, Tamil Nadu. Achtundvierzig Jahre nach der Entwicklung der weltweit ersten Produktion des Cafe Racers führt Royal Enfield die vollständig neue Continental GT ein.
  • 2015: Royal Enfield gründet die erste eigene direkte Vertriebstochtergesellschaft außerhalb Indiens in Nordamerika.
  • 2016: Royal Enfield stellt die Himalayan vor.
  • 2017: Royal Enfield bringt sein vollständig betriebsfähiges Technologiezentrum im Vereinigten Königreich nach Bruntingthorpe Proving Ground, Leicester. Royal Enfield beginnt die Produktion von seiner dritten Herstellungsfabrik in Vallam, in der Nähe von Chennai.
  • 2018: Die Royal Enfield Classic 500 Pegasus, eine Hommage an den Royal Enfield Flying Flea aus dem Zweiten Weltkrieg, wird im Imperial War Museum in Duxford, Großbritannien, vorgestellt. Cayla Riva, eine 18-jährige Rennfahrerin aus Kalifornien, stellt während der Speed Week in den Bonneville Salts Flats einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. Mit Designelementen, die von den 1140cc KX V-Twins der späten 1930er Jahre übernommen wurden, demonstriert der 838cc KX Concept V-Twin die Fähigkeiten des Designteams im UK Technology Centre. Ein Team von elf Fahrern der indischen Armee erklimmen mit einer Royal Enfield den 5.540m hohen Karakorum-Pass im Himalaya, trotz tückischen Schnees, Eis und Temperaturen unter -30°. Es ist das erste Mal, dass der Pass mit dem Motorrad erreicht wird.
  • 2019: Die Interceptor 650 gewinnt den prestigeträchtigen Preis "Indian Motorcycle of the Year". Der 650er Twin wird auch bei den Times Auto Awards als "Bike of the Year", von Autocar als "Motorcycle of the Year" und von Bike India als "Two Wheeler of the Year" ausgezeichnet.
  • 2020: Die Produktion des 500cm3-UCE-Motors wird eingestellt. Sein Abgesang ist die Limited Edition Classic 500 Tribute Black. In Buenos Aires, Argentinien, wird eine neue Royal Enfield Montagelinie errichtet. Die Meteor 350, ein Cruiser, wird in Indien unter großem Beifall vom Stapel gelassen. Die Meteor hat ein völlig neues Chassis und einen neuen Motor und ist mit dem neuen Turn-by-Turn Navigationssystem von Royal Enfield ausgestattet.
  • 2021: Royal Enfield feiert 120 Jahre pures Motorradfahren.

Weitere Engagements und Wohltätigkeitsarbeit

Neben der Entwicklung von Fahrrädern und der Teilnahme an Rennen engagieren sich verschiedene Organisationen für wohltätige Zwecke:

  • Frühlings- und Kinderfest 2025: Das Frühlings- und Kinderfest 2025 beim Zweirad Center Stadler brachte 16.960€ ein. Vom 28.03.-30.03.2025 und vom 02.05.-04.05.2025 gaben die MitarbeiterInnen vom Zweirad Center Stadler beim Frühlings- und Kinderfest in beiden Filialen (Charlottenburg und Prenzlauer Berg) wieder richtig Gas.
  • SOS Kinderdorf e.V.: Sandra Göbel wandte sich in Ihrer Funktion als Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing an die dare Stiftung, da das SOS Kinderdorf e. V. Berlin Moabit Bedarf an Fahrrädern für Ihre Kinderdorffamilien und -Wohngruppen hatte. Fahrräder für das SOS-Kinderdorf e.V.
  • XENION Psychosoziale Hilfen: Der XENION Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V. betreut Kinder, die eine Flucht erleben mussten und nun ohne Eltern in Deutschland leben.
  • Kinderfest 2024: Vom 03.-05.Mai 2024 haben die MitarbeiterInnen ein großartiges Kinderfest an beiden Standorten des Zweirad Center Stadler organisiert.

Weitere Informationen zu Radsportteams und Ausrüstung

Viele Radsportteams setzen auf hochwertige Ausrüstung und innovative Technologien. Hier eine Übersicht einiger Teams und ihrer Ausrüstung:

  • Alpecin - Deceuninck: Baut auch 2025 auf Canyon-Rennräder aus Koblenz: Das Aeroad und das Ultimate sowie das Speedmax zählen zum Portfolio. Einen Wechsel gibt es dagegen beim Reifenausrüster. Als neuen Reifenausrüster hat die Equipe um Neuzugang Emanuel Buchmann Vittoria an Land gezogen.
  • Decathlon AG2R La Mondiale Team: Mit dem RCR-F wurde bei der Teampräsentation ein neues Aero-Modell gezeigt, nachdem TOUR es bereits 2024 bei der Tour de France erspähte. Offiziell vorgestellt wurde das Rad dann Ende März. Den Fahrern steht zudem weiterhin das bewährte RCR Pro zur Auswahl.
  • Cofidis: Die französische Formation ist das einzige World-Tour-Team, das 2025 auf Komponenten aus Italien setzt. Zuvor waren die Franzosen als letztes World-Tour-Team auf Michelin-Fabrikaten unterwegs.
  • Intermarché - Wanty: Zum Allrounder Filante gesellte sich während der letzten Saison das Leichtbau-Modell Verticale, der Nachfolger des Wilier Zero. Das Material bleibt aber unangetastet. 2024 fuhr das Team noch auf Wilier-Rennrädern.
  • EF Education - EasyPost: Das Team mit den Deutschen Georg Zimmermann und Jonas Rutsch fährt weiterhin mit den Cube-Modellen Litening C68:X Aero und Litening C68:X Air. Zudem setzt die US-amerikanische Equipe auf Schaltungen von SRAM und Bontrager-Komponenten. Das Setup bleibt fast identisch im Vergleich zum Vorjahr.
  • Red Bull - BORA - hansgrohe: Das S-Works Tarmac SL8 ist auch 2025 das Arbeitsgerät von Primož Roglič und Co.
  • Team Jayco AlUla: Bei den Rädern werden auch 2025 das Giant Propel Advanced SL, ein aerodynamisch optimierter Allrounder, und das TCR Advanced SL, das Kletterrad des Teams, zur Verfügung gestellt. Die kommen 2025 von Fizik und nicht mehr von Prologo.
  • Team TotalEnergies: Da der US-amerikanische Hersteller weiterhin kein spezielles Zeitfahrrad im Angebot hat, setzt das Team TotalEnergies auch dieses Jahr auf Specialized-Räder. Das Team fährt das S-Works Shiv TT, wobei das Rad in ganz schwarz gehalten ist.
  • LottoUno-X Mobility: Saßen die Fahrer letztes Jahr zeitweise noch auf Rädern von Dare, so hat das ausschließlich mit Norwegern besetzte Team jetzt einen neuen fahrbaren Untersatz.

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