Der Fall, von dem jeder Fahrer hofft, niemals betroffen zu sein, ist eingetreten: das Auto muss abgeschleppt werden - doch was gibt es bei diesem Thema alles zu beachten? Welche rechtlichen Vorschriften sind in diesem Zusammenhang besonders wichtig und mit welchen Sanktionen müssen Verkehrsteilnehmer bei Verstößen rechnen?
Verordnungen zum Auto-Abschleppen
Beim Abschleppen eines Fahrzeugs gelten spezifische Vorschriften. Das Abschleppen ist nur erlaubt, wenn das defekte Fahrzeug nicht mehr aus eigener Kraft bewegt werden kann, beispielsweise bei einem technischen Defekt. Dabei muss ein geeignetes Abschleppseil oder eine Abschleppstange verwendet werden. Das Abschleppen auf Autobahnen ist nur bis zur nächsten Ausfahrt erlaubt. Anschließend muss das Fahrzeug auf normalen Straßen weiterbewegt werden.
Während des Abschleppens ist besondere Vorsicht geboten. Der Fahrer des abgeschleppten Fahrzeugs sollte darauf achten, dass die Verbindung stets gespannt bleibt, um ruckartige Bewegungen zu vermeiden. Es ist wichtig, klare Handzeichen oder Lichtsignale zu verwenden, um die Kommunikation zwischen den Fahrern zu erleichtern.
Regeln beim Auto-Abschleppen
Das Abschleppseil, bzw. die Abschleppstange darf höchstens 5 m betragen und muss darüber hinaus in der Mitte mit einem roten Fähnchen gekennzeichnet werden. Sie darf selbstverständlich nicht irgendwo angehängt werden, hierfür gibt es speziell vorgeschriebene Abschleppösen an der Front des Autos - wo diese sich genau befinden, lässt sich im Bordbuch nach lesen. Des Weiteren darf das Abschleppseil oder die -stange niemals diagonal verlaufen, da dies dazu führen könnte, dass das abgeschleppte Fahrzeug in den Verkehr auf der Gegenfahrbahn gerät. Beim Auto abschleppen müssen zudem beide Fahrzeuge das Warnblinklicht sowie ausreichende Beleuchtung anschalten, um so für den übrigen Verkehr besser erkennbar zu sein.
Ist das Fahrzeug auf der Autobahn liegen geblieben, ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben, diese auf schnellstem Weg - also bei der nächsten Ausfahrt - in Richtung Werkstatt zu verlassen. Abschleppen von Autos auf Autobahnen stellt immer ein gewissen Risiko für andere Fahrzeuge dar. Bei Zuwiderhandlung dieser Vorschrift muss mit einem Bußgeld von 20 € gerechnet werden. Dasselbe gilt, wenn Personen, während sie ihr Auto abzuschleppen, auf Autobahnen auffahren - auch dies zieht ein Bußgeld von 20 € nach sich.
Abschleppen von Motorrädern: Was die Straßenverkehrsordnung sagt
Anders als bei Autos gibt es klare Regeln für das Abschleppen von Motorrädern. Die Straßenverkehrsordnung stellt klar: Motorräder dürfen nicht abgeschleppt werden.
In Deutschland wird nicht lange diskutiert, denn Paragraf 15a der Straßenverkehrs-Ordnung spricht ein klares Machtwort: "Krafträder dürfen nicht abgeschleppt werden". Es benötigt immer einen Transporter, Anhänger oder ein ähnliches Kraftfahrzeug, auf, oder in dem das Motorrad fest und sicher verladen werden kann. Ob dafür ein Profi eines Automobil-Clubs, beziehungsweise einer Werkstatt, oder ein Freund mit einem privaten Fahrzeug herangezogen wird, spielt keine Rolle.
Aus Sicherheitsgründen müssen Krafträder mittels Anhänger oder Transporter bewegt werden. Niemals erlaubt ist es, ein einspuriges Fahrzeug (Motorrad) abzuschleppen; dafür ist ein Anhänger notwendig.
Die Schweiz geht mit dem Thema weniger streng um und lässt das Abschleppen von Zweirädern unter bestimmten Bedingungen zu. Die Schweiz sieht die Vorschriften lockerer, als es die deutschen Kollegen machen. Denn auch wenn der sichere Transport per Transporter empfohlen wird, ist das Abschleppen per Seil erlaubt. Schleppseile dürfen maximal acht Meter lang sein und müssen zur Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer mittig gekennzeichnet sein. Die Person, die sich auf dem abgeschleppten Motorrad befindet muss zu jedem Zeitpunkt das Seil lösen können, wenn es zu einer Gefahrensituation kommt. Auch in Österreich ist das Abschleppen eines Motorrads per Stange oder Seil erlaubt.
Warum Motorräder nicht abgeschleppt werden dürfen
Motorradfahrer, die eine Panne haben, stehen oft vor dem Problem, dass hier eine gegenseitige Hilfe durch ein Abschleppen nicht möglich ist. Anders, als bei Fahrzeugen mit vier Rädern, darf das Motorrad nicht einfach durch Privatpersonen am Auto befestigt und hinterhergezogen werden. Das gilt auch dann, wenn sich der Fahrer oder die Fahrerin auf das Fahrzeug setzen und es lenken. Der Grund dafür ist logisch: durch die Gewichtsverteilung ist ein Motorrad beim Abschleppen nicht stabil.
Professionelles Abschleppen von Motorrädern
Ist ein Motorrad nicht mehr fahrtüchtig und muss abgeschleppt werden, ist es immer die beste Wahl, hier einen professionellen Dienstleister zu beauftragen. Du als professioneller Dienstleister darfst die Maschine dagegen fachgerecht abschleppen. Dazu kommt, dass Motorradfahrer Zeit sparen, wenn sie sich an dich wenden. Durch deine effiziente und sichere Arbeit sorgst du dafür, dass das Motorrad innerhalb kurzer Zeit ohne Schäden an der Werkstatt ankommt.
Methoden zum Abschleppen von Motorrädern durch Profis:
- Methode 1: Die Verwendung eines Pritschenschleppers
Der Pritschenschlepper gilt als Methode mit dem geringsten Risiko, wenn du ein Motorrad abschleppen möchtest. Hierfür benötigst du einen Tieflader. Das Motorrad selbst kommt auf den Tieflader. Hier wird es mehrfach gesichert. Dadurch sorgst du dafür, dass das Motorrad sicher in der Schiene steht, eine hohe Stabilität hat und nicht kippen kann. Mit der korrekten Sicherung ist das Risiko, dass die Maschine doch zur Seite kippt, kaum vorhanden. - Methode 2: Abschleppen mit einem Rad auf der Straße
Die zweite Variante ist es, das Motorrad nicht komplett auf einen Anhänger zu laden, sondern lediglich mit einem Rad anzuheben. Steht dir kein Pritschenschlepper zur Verfügung, kann dies eine Alternative sein. Dazu kommt, dass diese Option eine deutliche Zeitersparnis mitbringt. Allerdings ist die Sicherheit eines stabilen Transports geringer. Ein Reifen des Motorrads befindet sich noch auf der Straße, die Maschine wird gezogen. Hier ist eine gewisse Instabilität vorhanden. Dazu kommt, dass der Hinterreifen verstärkt abgenutzt wird. - Methode 3: Verwendung einer Abschleppvorrichtung
Abschleppvorrichtungen für Zweiräder sind so konzipiert, dass du Methode 2 noch einfacher umsetzen kannst. Die Vorrichtung wird am Vorderrad der Maschine angebracht. Durch einen Hub-Effekt wird das Motorrad angehoben und gesichert. Auch hier verbleibt das Hinterrad auf der Straße. Der Vorteil bei dieser Variante ist, dass die Vorrichtungen verschiedene Möglichkeiten für die Sicherung der Maschine haben. Dennoch ist hier ebenfalls Instabilität ein mögliches Problem.
Der Pritschenwagen oder Anhängerwagen ist für dich als Dienstleister die beste Wahl, um Motorräder deiner Kundschaft sicher abzuschleppen. Andere Methoden sollten nur dann eingesetzt werden, wenn es nicht anders geht. Achte zudem darauf, deine Kundschaft vorher über die Risiken aufzuklären, die bei diesen Abschlepp-Optionen vorhanden sind.
Vorbereitung der Maschine zum Abschleppen
Damit es beim Abschleppen nicht zu Problemen kommt, sind folgende Schritte in der Vorbereitung unverzichtbar:
- Entferne das Zubehör.
- Lass den Kraftstoff komplett ab.
- Klemm die Batterie ab.
Zubehör bezieht sich dabei auf alles, was nicht zur Maschine gehört. Hierbei kann es sich um Motorradtaschen, Navigationssysteme oder andere Produkte handeln. Wenn möglich, nehmen Sie auch Spiegel oder andere Erweiterungen ab, die sich mit wenigen Handgriffen entfernen lassen. Je weniger Zubehör auf der Maschine ist, umso geringer die Gefahr, dass die Maschine beim Transport beschädigt wird oder das Zubehör vielleicht kaputt geht. Sorge bei jedem Transport eines Motorrads dafür, dass kein Kraftstoff mehr im Tank ist. Dadurch reduziert sich die Gefahr eines möglichen Brandes an der Maschine. Ebenfalls wichtig ist es, die Batterie der Maschine abzuklemmen. Wird sie nicht abgeklemmt, steigt die Gefahr für einen Kurzschluss oder Schwierigkeiten mit der Elektrik.
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