Europa bietet eine Vielzahl anspruchsvoller Radrennen, die sowohl Profis als auch ambitionierte Hobbyfahrer an ihre Grenzen bringen. Diese Rennen zeichnen sich durch extreme Distanzen, Höhenmeter, wechselhaftes Wetter und die Notwendigkeit zur Selbstversorgung aus. Im Folgenden werden einige der härtesten Radrennen Europas vorgestellt.
Das Transcontinental Race
Das Transcontinental Race ist ein unsupported Radrennen, das 2013 von Mike Hall gegründet wurde und seitdem jeden Sommer stattfindet. Etwa 4000 km legen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Transcontinental Race auf dem Fahrrad zurück. Für die meisten Menschen ist diese Distanz nicht einmal in einem ganzen Jahr vorstellbar. Beim Transcontinental Race werden diese vielen Kilometer nonstop gefahren. Ursprünglich war der Start in London und das Ziel in Istanbul.
Während im ersten Jahr nur 30 Teilnehmer an den Start gingen, bewarben sich 2016 schon über 1000 Menschen aus der ganzen Welt auf die begehrten Startplätze. Nur 350 wurden angenommen. Dieses Jahr wird wie auch in den letzten Jahren in Geraardsbergen gestartet, einer Stadt, die durch die Flandern-Rundfahrt unter Radsportlern bekannt wurde. Das malerische Meteora in Griechenland ist das Ziel des fünften Transcontinetal Race. Die Teilnehmenden müssen eine Strecke von etwa 4000 km zurücklegen.
Das Rennen ist unsupported. Das heißt, dass Begleitfahrzeuge, Hilfe, die nicht allen frei zur Verfügung steht und Vorausbuchungen verboten sind. Er oder sie muss sich während der Fahrt um den Einkauf, um Reparaturen und um Übernachtungsorte selbst kümmern. Alle vier Checkpoints müssen angefahren werden. Dazwischen kann die Route frei gewählt werden. Somit ist viel Vorarbeit für die Starter notwendig, um eine möglichst gute Route zu erstellen. Ein Zeitlimit gibt es nicht, jedoch bleibt die Uhr niemals stehen.
Wer einen der vorderen Plätze anstrebt, darf nicht viel schlafen oder die Zeit mit Pausen vertrödeln. Von Belgien aus geht es zuerst zum Schloss Lichtenstein. Nun müssen sich die Teilnehmenden einen Weg zur Hohen Tatra in die Slowakei suchen, nur um von dort weiter nach Rumänien zum Tranfagarasan zu fahren. Der Transfagarasan ist eine beeindruckende Gebirgsstraße in Rumänien. Sie ist dieses Jahr der vierte Checkpoint. Von hier aus sind es dann „nur“ noch etwa 1000 km zum Ziel nach Meteora in Griechenland. Je nach Streckenwahl wird die Route etwa 4000 km lang sein und etwa 40.000 Höhenmeter haben.
Bei diesem Rennen starten keine Profis sondern Lehrer, Ingenieure, Studenten und viele mehr. Leute, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken. Was sie alle gemeinsam haben, ist ihre Begeisterung für den Radsport, das Abenteuer und die lange Distanz. Und natürlich eine große Menge an positiver Verrücktheit! Dafür, dass verhältnismäßig wenige Frauen starten, schneiden sie bei derartigen Veranstaltungen oft überdurchschnittlich gut ab. Bei Rennen wie dem Transcontinental Race ist es nicht wichtig, wer die meisten Watt treten kann. Viel wichtiger ist die mentale Stärke und die Selbstdisziplin.
Der dreimalige Sieger und Sieger des letzen Jahres, Kristof Allegaert, ist etwa 450 km am Tag gefahren. Insgesamt benötigte er 8 Tage und 17 Stunden. Viele fahren aber auch „nur“ 200 km am Tag. Jeder fährt so viel, wie er oder sie kann. Wer rechtzeitig zur nach 15 Tagen stattfindenden Finisherparty ankommen möchte, muss allerdings durchschnittlich 260 km am Tag schaffen. Bei den vielen Höhenmetern, dem wechselhaftem Wetter und der vielen Zeit, die durch Einkauf und Schlaf verloren geht, ist dies durchaus eine sehr beachtliche Leistung.
Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen müssen einen SPOT-Tracker am Rad befestigen. Dieser sendet alle paar Minuten den Standort. Auf trackleaders.com kannst du dir die Fortschritte der einzelnen Fahrer und Fahrerinnen live ansehen. Welche Routen haben sie gewählt? Wo machen sie Pause? Wo schlafen sie? Die Aktivität, den Punkten der Starter zu verfolgen, wird gerne „dot watching“ genannt.
Race across the Alps
525 km in rund 24 Stunden: Das "Race across the Alps" (RATA) mit Start und Ziel in Nauders ist das härteste Eintages-Radrennen der Welt. Die Strecke führt durch die Länder Italien, Schweiz und Österreich. Auf der 525 km langen Strecke sind zahlreiche Pässe zu bewältigen, darunter in Italien das Stilfser Joch, Gavia, Aprica und Mortirolo. Weiter geht es in die Schweiz über den Bernina-, den Albula-, den Flüela- und den Ofenpass. Über eine erneute Schleife durch Italien führt die Strecke dann wieder zurück nach Nauders.
Das Race across the Alps ist kein Rennen für Jedermann: Das Fahrerfeld ist auf 45 Teilnehmer beschränkt. Zugelassen wird nur, wer als Langstreckenfahrer die Strecke von 525 km in maximal 32 Stunden schafft, dann ist nämlich Zielschluss. Wobei die meisten Teilnehmer für sich als Ziel gesetzt haben, die Tour in weniger als 24 Stunden zu absolvieren.
Weitere anspruchsvolle Radrennen in Europa
Neben den bereits genannten Rennen gibt es noch eine Vielzahl weiterer anspruchsvoller Radrennen in Europa:
- TOUR Transalp: Ein Etappenrennen über die Alpen mit rund 750 Kilometern Länge und 16.500 Höhenmetern.
- La Marmotte: Ein Radmarathon in den französischen Alpen mit über 5.000 Höhenmetern und legendären Tour de France-Pässen.
- Ötztaler Radmarathon: Ein Klassiker unter den Radmarathons in den Alpen mit über 4.000 Teilnehmern und anspruchsvollem Streckenverlauf.
- Alpenbrevet: Ein Eintages-Klassiker in der Schweiz mit verschiedenen Strecken zur Auswahl, darunter die extrem anspruchsvolle Platintour.
- Salzkammergut Trophy: Mit seiner Extrem-Strecke gilt es als härtestes Eintages-Rennen Europas.
Die härtesten Mountainbike-Rennen der Welt
Die Bedingungen können auf allen Kontinenten extrem hart sein, da stoßen sogar die besten Bike-Profis an ihre äußersten Grenzen. Für Hobby-Biker, die anders als bei Profi-Straßenrennen wie der Tour de France, auch bei diesen Mountainbike-Rennen am Start stehen, ist die Herausforderung noch größer. Jedermann-Biker müssen viel Blut, Schweiß und Tränen investieren, um sich in die Finisher-Listen dieser Events einzutragen. Sie werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, denn wir stellen Ihnen die 15 extremsten Etappenrennen und Mountainbike-Marathons auf dem gesamten Erdball vor.
Eine Auswahl der härtesten Mountainbike-Rennen:
- Yak Attack - Himalaya: 400 harte Kilometer und ein mehrtägiger Anstieg bis auf knapp 5500 Meter Höhe müssen die Teilnehmer überstehen.
- Tour Divide - Rocky Mountains: 4418 Kilometer und insgesamt 61.000 Höhenmeter geht’s dabei vom kanadischen Banff nach Antelope Wells an der amerikanisch-mexikanischen Grenze.
- Titan Desert - Marokko: Die rund 600 Biker müssen mehr als 600 Kilometer über spektakuläre Berge und durch die staubtrockene Wüste bewältigen.
Gravel-Events
Ob Inselhopping beim Grand Guanche, Runden fahren bei Orbit360, Langdistanz-Gravel im Brevet-Stil bei der Grevet-Serie, Sackgassen erkunden beim Octopus Gravel oder ein Land durchqueren bei verschiedensten Divide-Abenteuern - die Vielfalt von Offroad-Abenteuern für Radfahrende ist riesig.
Einige Gravel-Events:
- Atlas Mountain Race: Das Atlas Mountain Race führt die Teilnehmenden über knapp 1200 Kilometer und mit 23.000 Höhenmetern von Marrakesch nach Agadir.
- Badlands: Der gesetzte Track führt von Granada aus unter anderem durch die Sierra de los Filabres, wo es über 100 Kilometer keine Möglichkeit gibt, die Vorräte aufzufüllen.
Übersicht einiger Radrennen in den Alpen
| Datum | Name | Ort |
|---|---|---|
| 01. Juni 2025 | Glocknerkönig | |
| 14. Juni 2025 | Säntis Classic | Appenzellerland |
| 15. Juni 2025 | Sportful Dolomiti Race | |
| 15.-21. Juni 2025 | Tour Transalp | Innsbruck |
| 27./28. Juni 2025 | Race Across The Alps | Nauders |
| 29. Juni 2025 | Dreiländergiro Nauders | Nauders |
| 22. Juni 2025 | La Marmotte | Bourg d'Oisans |
| 04.-06. Juli 2025 | Engadin Radmarathon | |
| 06. Juli 2025 | Tannheimer Tal Radmarathon | |
| 06. Juli 2025 | Maratona dles Dolomites | La Villa |
| 20. Juli 2025 | Granfondo San Gottardo | |
| 03. August 2025 | Arlberg Giro | St. Anton |
| 31. August 2025 | Ötztaler Radmarathon | |
| 11. - 17. August 2025 | Race Around Austria | St. Georgen im Attergau |
| 24. August 2025 | Kufsteiner Radmarathon | |
| 06. September 2025 | Alpenbrevet | Andermatt |
| 13. September 2025 | Bodensee Radmarathon |
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