Motorrad-Lärmmessung: Apps im Test

Der Nachbar nervt mit seinem dröhnenden Motorrad und die WG nebenan hat ganz eigene Vorstellungen von Zimmerlautstärke? In solchen Fällen helfen Messungen, subjektiv empfundenen Lärm objektiv als solchen zu belegen. Dazu benötigen Sie lediglich ein iOS-Gerät und eine passende App, die es sogar kostenlos gibt.

Warum Lärmmessungen sinnvoll sind

Natürlich dienen solche Mess-Apps nicht allein der Beilegung nachbarschaftlicher Zwistigkeiten. Sie eignen sich zum Beispiel auch dazu, bei Konzerten zu prüfen, ob die Lautstärke bereits gesundheitsschädliche Dimensionen angenommen hat und Sie besser Ohrenstöpsel anlegen. Auch am Arbeitsplatz helfen die Apps, gesundheitsschädliche Lärmbelastungen frühzeitig zu erkennen.

Warum solche Audiomessungen bereits mit den in iOS-Geräten integrierten Mikrofonen verblüffend präzise Ergebnisse liefern, erklären wir etwas später.

Apps zur Lärmmessung im Überblick

Es gibt eine Vielzahl von Apps, die es ermöglichen, die Lautstärke über das Smartphone zu messen. Hier eine Auswahl:

Dezibel X - dBA Lärmmessgerät

Für den schnellen Einstieg laden Sie bitte zunächst die kostenlose Version von "Dezibel X - dBA Lärmmessgerät" aus dem App Store und starten sie. In der unteren Hälfte sehen Sie ein großes, "analoges" VU-Meter, wie Sie es vielleicht von alten Tonbandgeräten oder Kassettenrekordern kennen. In der Mitte sitzt ein grüner "Play"-Button. Sie können nun die aktuelle Lautstärke direkt über das Zeigerinstrument oder, viel bequemer, über die rote alphanumerische Anzeige darunter ablesen.

Links daneben zeigt die App die durchschnittliche Lautstärke (AVG für average = durchschnittlich) und ganz rechts den lautesten bislang gemessenen Wert (MAX). Damit Sie diese Zahlen einordnen können, blendet Dezibel X am oberen Bildschirmrand ein, welcher Alltagssituation die gemessene Lautstärke entspricht. Ein auf Zimmerlautstärke spielender Fernseher erzeugt zum Beispiel etwa 60 dB SPL (siehe "Was ist laut?). Wenn Sie auf den Maximalwert rechts unten tippen, setzen Sie diesen zurück.

Das ist zum Beispiel praktisch, wenn Sie versehentlich in das Mikrofon gehustet und so eine Lautstärkespitze verursacht haben. Im oberen Bildschirmdrittel bietet Decibel X ein nettes Detail: Das kleine Grafikfenster zeigt eine Verlaufskurve des Schalldrucks. Das ist hilfreich, wenn Sie zum Beispiel die Geräuschkulisse über einen längeren Zeitraum erfassen.

Per Linkswisch können Sie alternativ zwei Echtzeit-Frequenz-Analyzer einblenden oder eine Wellenform-Anzeige. Mit dem iPhone und iPad kann man zuverlässig Schalldruckpegel bis 120 dB messen. Entsprechende Apps sind sogar kostenlos erhältlich.

Dort sehen Sie nun den Durchschnittswert (TWA, Time Weighted Average, muss über acht Stunden ermittelt werden) und die "Lärmdosis", wiederum bezogen auf einen achtstündigen Arbeitstag. Überschreitet sie 100 Prozent, muss der Arbeitgeber erste Schutzmaßnahmen ergreifen. Dies ist nach OSHA-Standard ab einem TWA von 85 dB der Fall. Bei einem TWA von 95 dB wird das Tragen von Gehörschutz erforderlich.

Diese Werte entsprechen mehr oder weniger der 2007 umgesetzten EG-Richtlinie "Lärm", der Einsatz des Dosimeters ist also auch in unseren Breitengraden durchaus sinnvoll. Details des Dosimeters können Sie außerdem über das Setup justieren, das Sie über das kleine Zahnradsymbol oben rechts erreichen.

AudioTools

Mit modular aufgebauten Apps wie AudioTools erweitern Sie Ihr iOS-Gerät zum umfangreichen Audiomessplatz.

Dezibel App von Abc Apps

Die Dezibel-App von Abc Apps ist zurzeit nur für Android-Geräte verfügbar, jedoch verfügt diese App über eine besonders gute Bewertung. Das kommt nicht von ungefähr: Sie misst die Lautstärke präzise und ist dabei sehr verlässlich. Für die Verwendung der Schallpegelmess-App müssen Sie den Zugriff auf das interne Mikrofon Ihres Smartphones erlauben.

Die Kalibrierung Ihres Mikrofons erfolgt in der App über ein kleines Plus-Zeichen unten links. Zum Kalibrieren ist immer eine ruhige Geräuschumgehung zu empfehlen. Mit einer Nadelanzeige wird Ihnen in der App im oberen Bereich der gemessene dB-Wert angezeigt. Die Anzeige zeigt Ihnen dabei Werte im Bereich von 0 bis 100 Dezibel an.

Zu jedem gemessenem Wert wird Ihnen auch beispielhaft eine Geräuschsituation angegeben, die dem Messwert entspricht. Ein Wert von 33 dB entspricht zum Beispiel dem Flüstern von Personen. Im mittleren Bereich der App werden Ihnen die Mindest-, Durchschnitts- und Maximalwerte Ihrer Lautstärke-Messung mitgeteilt.

Direkt darunter sehen Sie eine grafische Darstellung Ihrer Messung. Über den Pause-Button können Sie die Messung jederzeit anhalten und fortführen.

Schallmessung-App

Unkompliziert die Lautstärke messen ist mit der Schallmessung-App für Android möglich. Sie ermöglicht das schnelle und effektive Messen der Dezibel Zahl in der Umgebung, bei Gesprächen oder anderen Aktivitäten. Hierfür muss die App nur geöffnet werden. Angezeigt werden die durchschnittlichen, höchsten und niedrigsten Dezibel.

Diese verändern sich abhängig vom Standort und werden in Echtzeit gemessen. Ein Highlight der App ist der Vergleich bestimmter Dezibel Zahlen mit Echtzeit-Situationen. So können Sie überprüfen, ob die angezeigten Dezibel die Schmerzgrenze von 120 überschreiten oder noch im Bereich eines Gesprächs (etwa 40 dB) sind.

Außerdem zeigt Ihnen die App die Zeitdauer der Messung sowie den kleinsten dB-Wert (Min), den Mittelwert (AVG) und den maximalen Wert (Max) Ihrer Messung an. Im unteren Bereich der App wird Ihnen Ihre Geräuschpegel-Messung grafisch visualisiert.

Sound Analyzer

Die letzte App ist der Sound Analyzer für Android. Diese Anwendung bietet nicht nur einen empfindliches Dezibelmessgerät mit Live-Statistiken, sondern zahlreiche weitere Funktionen. Gemessen werden können der Schallpegel (LAeq), der Schalldruck, Frequenzen von 25 Hz bis 16 kHz und in zwei Modi und der Äquivalente Dauerschallpegel (Leq). Neben einem Dezibelmessgerät steht noch ein Dosimeter zur Schallmessung zur Verfügung.

LärmApp

Direkt aus Experten-Hand kommt die kostenlose LärmApp. Hinter der Anwendung steckt der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Mit dieser Anwendung möchte der Ärzteverband auf die Lärmbelastung der heutigen Zeit hinweisen. Einmal gestartet, zeigt die App den aktuellen Geräuschpegel am Standort in Dezibel an.

Neben der Dezibel-Angabe liefert Dir die LärmApp viele nützliche Informationen rund ums Gehör. So erfährst Du, wie sich dauerhafter Krach auf den Körper auswirkt und warum sich Momente der Ruhe lohnen. Mit der App hast Du also nicht nur eine Anwendung zum Messen der Lautstärke, sondern bekommst einen umfangreichen Helfer für Dein Gehör und Gemüt.

Die Schallmessung-App ist leider nur für Android erhältlich. Sie setzt auf ein sehr schlichtes, aber doch informationshaltiges Äußeres. Nach dem Start siehst Du den aktuellen Dezibel-Pegel. Um die aktuelle Geräuschkulisse einzuordnen, wird eine Vergleichssituation angegeben.

Anhand des Graphen behältst Du den Geräuschverlauf im Auge. Der Pegel links zeigt zudem die Belastungsgrenze an. Ist hier alles grün, dürfen Deine Ohren entspannen. Sobald der Balken in den roten Bereich ausschlägt, solltest Du für einen Gehörschutz sorgen.

Dezibel Messer Pro

Auch das Auge bekommt hier etwas geboten. Trotz „Pro“ im Namen ist der Dezibel Messer Pro kostenlos für Android-Handys und iPhones verfügbar. Diese App zum Dezibel-Messen ist sehr einfach gehalten. Drücke auf den Aufnahme-Button, um die Messung zu beginnen.

Auch hier werden die aufgenommenen Geräusche einer bestimmten Situation zugewiesen. Aufgenommene dB-Messungen lassen sich speichern und als CSV oder Audiodatei archivieren. In der kostenlosen Ausführung wird zwischendurch Werbung oder ein Hinweis auf die kostenpflichtige Version eingeblendet. Die Pro-Version erlaubt Geräuschmessungen mit unterschiedlichen dB-Typen, zum Beispiel dB-A oder dB-Z. Zudem speicherst und exportierst Du Messungen ohne Einschränkung.

Worauf Sie bei der Nutzung von Mess-Apps achten sollten

Für die Messung der Lautstärke müssen Sie der Schallpegel-App Zugriff auf Ihr Smartphone-Mikrofon erlauben. Vor dem Start muss die App kalibriert werden, um ein genaues Ergebnis erzielen zu können. Dazu wechseln Sie in die Einstellungen der App und lassen dort die Kalibrierung automatisch durchführen oder Sie kalibrieren manuell.

Achten Sie darauf, dass Sie während der Kalibrierung in einem möglichst stillen Raum sind. Im oberen Bereich der App wird Ihnen der gemessene dB-Wert angezeigt. Darunter wird Ihnen ein passendes Geräusch-Beispiel gezeigt, damit Sie einen Vergleich haben. Beispielweise kann das bei einem Wert von 51 Dezibel ein Gespräch zwischen zwei Personen sein.

Die Dezibel-X-App wurde zuerst speziell für iPhone, iPad und Apple-Watch entwickelt, funktioniert aber auch mit einem Android-Gerät. Die App misst die Lautstärke über einen längeren Zeitraum und hält die Ergebnisse mit Durchschnitts- und Maximalwerten fest. Auch diese App benötigt den Zugriff aus das interne Mikrofon Ihres Smartphones, iPads oder Ihrer Apple-Watch.

Die Dezibel-Apps liefern eine gute und kostenlose Möglichkeit, um das Geräuschspektrum im unmittelbaren Umfeld zu analysieren. Natürlich ersetzen die Apps keine teuren Profi-Geräte. Für den privaten Einsatz bekommen Du aber vernünftige Ergebnisse. Besonders bei hohen Lautstärken ab 90 dB kommen die Handy-Mikrofone an ihre Grenzen.

Für Hintergrundinformationen und Tipps zum Gehörschutz wirfst Du einen Blick auf die LärmApp. Egal ob der Nachbar mit seiner wummernden Musik, die Baustelle von gegenüber oder ein schreiendes Baby: Wenn Sie wissen möchten, wie laut eine Geräuschquelle wirklich ist, dann müssen Sie eine Messung durchführen.

Doch dafür extra ein Gerät anzuschaffen, dass die Dezibel ermittelt, wäre übertrieben. Doch mit der passenden App geht das auch direkt über das Handy-Mikrofon. Die App Schallmesser Pro verwendet Ihr stinknormales Smartphone-Mikrofon, um die Umgebungslautstärke zu messen. Dabei ist es natürlich wichtig, wie weit Sie von der Geräuschquelle entfernt sind und in welche Richtung das Mikrofon zeigt.

Prüfen Sie also am Handy, wo das Mikro ist - üblicherweise handelt es sich dabei nur um ein kleines Loch unten im Rand des Gehäuses. Für eine genauere Messung entfernen Sie am besten auch die Handyhülle. Danach können Sie auch schon die Messung starten und sehen eine Art Tacho mit der aktuellen Dezibel-Zahl, darunter eine Grafik, in der die Lautstärke im zeitlichen Verlauf festgehalten wird.

Die wohl praktischste Funktion ist aber, dass Sie gleichzeitig zur Messung auch ein Video aufzeichnen können. Das dient sozusagen als Nachweis darüber, woher die Lärmbelästigung kommt.

Motorrad-Lärmmessung durch die Polizei

Jeder kennt das leidige Thema Lautstärkemessung. und durch "geschultes" Gehör der selbigen, wird sofort erkannt: das Rohr ist zu laut ! gibt jedoch auch noch die jenigen, die nur dem Messgerät vertrauen. sen stimmen.

Die Polizei soll nach EG-Richtlinie 70 / 157 / EWG messen und hierbei nur das Standgeräusch im Nahfeld. Das bedeutet: Vor der Standgeräuschmessung am Motorrad muß der Prüfer erst das Umgebungsgeräusch messen. Liegt dies weniger als 10dB(A) unter dem späteren Meßwert, so ist die Messung ungültig. Die Messung muß auf einer freien glatten Fläche durchgeführt werden, es dürfen keine Mauern oder andere Schallreflektoren in unmittelbarer Nähe sein.

Ein geeichtes Meßmikrophon wird in Höhe der Auspuffmündung, mindestens 20cm über der Fahrbahn, im Abstand von 50cm und im Winkel von 45°± 10° zur Ausströmöffnung des Abgases aufgestellt. Motorräder mit einer Nenndrehzahl von über 5000/min werden bei halber Nenndrehzahl, solche mit Nenndrehzahl bis 5000/min bei dreiviertel der Nenndrehzahl gemessen.

Dabei wird erst die Drehzahl konstant gehalten, dann plötzlich Gas weggenommen. Mindesten 3 Messungen müssen an jeder Meßstelle ausgeführt werden. Wenn kein Drehzahlmesser am Motorrad ist, muß der Prüfer einen Drehzahlmesser anbringen und am Zündkabel anschließen. Alle Meßwerte, auch das Umgebungsgeräusch, müssen protokolliert werden.

Will die Polizei vor Ort eine Standgeräuschmessung für ein Motorrad mit Baujahr vor dem 07.11.1980 durchführen, gilt folgendes: Auf den eingetragenen Wert werden 21dB(A) und 5 dB(A) Toleranz, also 26dB(A) aufaddiert.

Standgeräusch* (! da gibts keinen Grenzwert ! gilt nur als Schnellprüfkriterium. Wenn es nach u.g. über dem eingetr. Nähe sind und dann muß das Umgebungsgeräusch gemessen und dokumentiert werden. Höchster von drei Messwerten auf volle dB/A gerundet. freie Fläche, d.h. im Umkreis von 50 m kein schallreflektierendes Objekt + 20 m Meßstrecke. Mitte ein Mikro rechtwinklich im Abstand von 7,5 (!)m und 1,2 m Höhe. im 2. und 3. Gang in die Meßstrecke. Am Beginn Vollgas, am Ende Hahn zu. Grünen nicht. Abschließend sei noch gesagt, daß eine Beschlagnahmung eigentlich immer gerechtfertigt ist.

Gesetzliche Bestimmungen und Toleranzen

Kaum ein altes Motorrad ist noch mit seiner originalen Auspuffanlage unterwegs. Das kann bei einer Polizeikontrolle mit Lautstärkemessung zu Problemen führen. aufzuarbeiten, nachzufertigen oder auf Nachrüstanlagen, teils ohne Gutachten, zurückzugreifen. Hinzu kommt, dass auch Original-Auspuffe mit den Jahren an Dämpfung verlieren können. Und Vorkriegsmaschinen besitzen oftmals überhaupt keinen Schalldämpfer.

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass nur für das Fahrgeräusch gesetzliche Grenzwerte festgelegt sind. Dass auch Standgeräuschwerte ermittelt werden, ist ein Tribut an die Verkehrsüberwachung: Das Standgeräusch lässt sich mit relativ einfachen Mitteln messen.

Kaum Probleme bekommen dürften alle, die ein Fahrzeug besitzen, das vor dem 1. Dezember 1951 erstmals zum Verkehr zugelassen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt galten nämlich jene laxen Geräuschgrenzwerte, die in der Urschrift der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) vom 1. Januar 1938 festgelegt worden waren: pauschal 85 Phon Stand- und Fahrgeräusch für alle motorisierten Fahrzeuge.

Am 1. Dezember 1951 traten dann nach Fahrzeuggattungen (Pkw, Lkw etc.) aufgesplittete Grenzwerte in Kraft, die Messdistanz wurde auf sieben Meter reduziert. Eine weitere Verschärfung erfolgte am 14. September 1953, allerdings wurde das Standgeräusch jetzt bei 75 Prozent der Nennleistungsdrehzahl ermittelt und das Fahrgeräusch bei 50 km/h Konstantfahrt.

Bis zum 12. September 1966 pflegte der TÜV die Geräusche von Fahrzeugen in DIN-Phon zu messen. Ab dem 13. September 1966 stellte der Gesetzgeber die Messeinheit von DIN-Phon auf international gebräuchliche Dezibel mit dem Kürzel dB(A) um.

Fahrzeuge, die vor diesem Zeitpunkt erstmalig zugelassen, aber zwischenzeitlich abgemeldet worden waren, erhielten bei der Wiederzulassung das Kürzel „D" hinter den Geräuschwerten eingetragen. Dadurch ist für TÜV-Prüfer und Polizisten heute ersichtlich, dass es sich um DIN-Phon-Werte handelt, mit denen sie mit ziemlicher Sicherheit nichts anfangen können: Kaum ein modernes Messgerät von Polizei oder TÜV ist in der Lage, DIN-Phon zu messen.

Die Chancen, mit einem vor dem 13. September 1966 erstmals zugelassenen Fahrzeug unbehelligt zu bleiben, stehen also gut. Zusammen mit der Umstellung von Phon auf Dezibel legte der Gesetzgeber außerdem - wen wundert's - neue, strengere Grenzwerte fest, die in den Fahrzeugpapieren oftmals mit einem „N" - wie national - gekennzeichnet sind. Diese nationale Richtlinie mussten alle Fahrzeuge erfüllen, die zwischen besagtem 13. September 1966 und dem 7.

Dann nämlich erfolgte die nächste einschneidende Änderung, mit der der Gesetzgeber die „Nahfeldmessung" zur Ermittlung des Standgeräuschs einführte. Ab sofort wurde nicht mehr in sieben, sondern nur noch in einem halben Meter Entfernung von der Auspuffmündung gemessen, wobei das Messgerät auf Höhe des Auspuffs, aber rund 45 Grad seitlich der Ausströmrichtung aufgestellt wurde. Damit schuf der Gesetzgeber die Voraussetzungen für die eingangs erwähnten Geräuschmessungen „am Straßenrand".

Zeit ein „P" (wie Polizei) hinter dem Standgeräuschwert auf die neue Messmethode hin. Um auch jene Fahrzeuge überprüfen zu können, deren Standgeräusch noch nicht per Nahfeldverfahren, aber bereits in dB(A) ermittelt worden war, wurden Vergleichsmessungen durchgeführt. Sie ergaben, dass zum Standgeräusch von Motorrädern und Kleinkrafträdern, die vor dem 7. November 1980 erstmals zugelassen wurden, 21 dB(A) hinzuaddiert werden müssen.

Ein Rechenexempel: Gesetzt den Fall, der Fahrer einer Honda CB 750 von 1979 wird angehalten und sein Motorrad einer Geräuschmessung unterzogen. Sie sind sich unsicher, ob Ihr Motorrad den Vorschriften entspricht und wollen nicht bis zur ersten Polizeikontrolle warten? Mit dem Rechenexempel am Beispiel der Honda und einem Lautstärkemessgerät haben Sie das nötige Rüstzeug zur Eigenkontrolle.

Entsprechende Messgeräte bieten Elektronik-Discounter zu Preisen ab 30 Euro an. Stellt sich der Eigen- oder Nachbauauspuff oder die Zubehöranlage bei der Eigenmessung als vorschriftsmäßig heraus, spricht nichts gegen eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere. Wurde das Fahrzeug vor dem 1. April 1994 erstmals zugelassen, benötigt dessen Auspuffanlage nämlich keinerlei Gutachten oder Prüfzeichen.

Allerdings wird der zuständige Überwachungsverein eine Geräuschmessung durchführen. Grenzwerte nicht überschreiten, die bei seiner Erstzulassung laut StVZO gesetzlich vorgeschrieben waren. Bis vor kurzem galt noch, dass die fahrzeugspezifischen Werte nicht überschritten werden durften. So beträgt das Fahrgeräusch der zuvor erwähnten Honda 82 dB(A), der gesetzliche Grenzwert jedoch 84 dB(A).

Zwei Dezibel Unterschied wirken marginal. Tatsächlich wird jedoch eine Verringerung um sechs dB(A) subjektiv als Halbierung der Lautstärke empfunden. Zu guter Letzt sehen die Vorschriften eine Leistungsmessung vor, die ab etwa 50 Euro aufwärts zu Buche schlägt. Eine Leistungsminderung oder -Steigerung von fünf Prozent liegt innerhalb des Toleranzbereichs und ist nicht eintragungspflichtig.

Wenn das so stimmt was da steht darf meine, mit eingetragen 84 dB Bauj. 78, dann bei einer Messung am Straßenrand 110 dB haben.

Eigene Messung durchführen

Guten Abend,gibt es eine Möglichkeit die Lautstärke meines Motorrads professionell messen zu lassen? (Und das natürlich nicht unbedingt durch die Rennleitung ;) )Ich habe vor kurzem den DB-Killer aus meinem Auspuff ausgebaut (ja ich weiß shame on me , wegen solchen Leuten wie mir blabla...) Und ich finde den Sound wesentlich besser. Nicht viel lauter sondern halt dumpfer.

Die Strafen sind mir bewusst nur will ich einen Punkt durch Überschreitung der Messwerte verhindern und daher würde ich es gerne messen lassen. Kannst dir sparen. Ohne dB Killer bist du nunmal über den in der Zulassung vorgeschriebenen Werten. Ja, beim TÜV oder der DEKRA. Ansonsten die Werkstätten anrufen und nachfragen, ob die das auch machen. Wenn du den DB-Killer ausgebaut hast, brauchst du nicht mehr zu messen, dann ist das Ding zu laut. Und das ein zu lautes Motorrad Allen ausser dem Fahrer auf die Eier geht, weisst Du ja schon.

Fazit

In einem Urteil vom Amtsgericht Dieburg vom 14.09.2016 (20 C 607/16) heißt es sogar, dass diese Art von Messungen durchaus als Nachweis von Ruhestörungen anerkannt werden, obwohl es sich nicht um offizielle Messungen durch einen Sachverständigen handelt.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0