Die bestandene Hauptuntersuchung ist Voraussetzung, um in Deutschland öffentliche Straßen zu nutzen. Alle zwei Jahre muss euer Fahrzeug zu TÜV, Dekra oder GTÜ - 2024 wurden die Preise erneut erhöht. Doch einige Punkte können Sie vor dem Besuch bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS selbst überprüfen. Im Detail zeigt das meist erst eine Hauptuntersuchung (HU) inklusive Abgasuntersuchung (AU) bei einer der anerkannten Prüforganisationen.
Fristen und Gültigkeit der HU
Wann der nächste Termin für die HU ansteht, erfahren Sie beim Blick in die Fahrzeugpapiere oder auf die Prüfplakette am Kennzeichen - das Jahr steht in der Mitte, der Monat oben. Bei Motorrädern ist dieser Check alle zwei Jahre Pflicht. Das gilt auch für neu angemeldete Bikes.
Haben Sie bereits eine AU machen lassen, darf diese maximal zwei Monate vor dem Monat, in dem die Hauptuntersuchung stattfindet, durchgeführt worden sein.
Kosten der HU für Motorräder
Einen Festpreis gibt es nicht, viel eher kommt es darauf an, bei welchem Prüfunternehmen und wo ihr euren Termin vereinbart habt. Die Kosten für die Hauptuntersuchung eines Motorrads inklusive Abgasuntersuchung liegen je nach Prüfstelle und Bundesland zwischen rund 75 und 100 Euro. Ein Vergleich lohnt sich also.
Wie viel die Prüfinstitute TÜV Nord, TÜV Süd und der TÜV Hessen für Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU) beim Pkw und Kraftrad verlangen, haben wir euch in den folgenden Tabellen aufgeschlüsselt. Bei Dekra und GTÜ erhaltet ihr den Preis lediglich auf Anfrage. Auch viele Werkstätten bieten die Untersuchungen an. Es kann sich also lohnen zum Vergleich bei euren lokalen Werkstätten und Prüfstellen anzurufen.
Je nach TÜV-Unternehmen und Bundesland zahlt ihr für euer Motorrad von 72 bis 88 Euro für Prüfungen und die neue Plakette.
HU Kosten für Krafträder nach Bundesland und TÜV-Unternehmen (mit AU/ohne AU)
| Bundesland | TÜV Nord | TÜV Süd & Hessen |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 87/62 Euro | 75,10/47,40 Euro |
| Bayern | 87/60 Euro | 75,10/47,40 Euro |
| Berlin | 87/61 Euro | 87/62 Euro |
| Brandenburg | 87/61 Euro | 87/62 Euro |
| Bremen | 75,90 Euro | 87/62 Euro |
| Hamburg | 88/61 Euro | 75,10/47,40 Euro |
| Hessen | 87/60 Euro | 75,20/47,40 Euro |
| Mecklenburg-Vorpommern | 88/61 Euro | 87/62 Euro |
| Niedersachsen | 75,90 Euro | 87/62 Euro |
| Nordrhein-Westfalen | 75,90 Euro | 87/62 Euro |
| Rheinland-Pfalz | 87/61 Euro | 87/62 Euro |
| Saarland | 87/61 Euro | 87/62 Euro |
| Sachsen | 86,50/61 Euro | 87/62 Euro |
| Sachsen-Anhalt | 88/61 Euro | 87/62 Euro |
| Schleswig-Holstein | 75,90 Euro | 87/62 Euro |
| Thüringen | 87/60 Euro | 87/60,50 Euro |
Wer noch einmal zum TÜV-Termin muss, um die Plakette im zweiten Anlauf abzuholen, sollte je nach Anbieter und Ort bis zu etwa 40 Euro für die Nachuntersuchung einkalkulieren.
Zusatzgebühren und Strafen bei versäumter HU
Ist der HU-Termin mehr als zwei Monate überschritten, darf die Prüforganisation rund 20 Prozent mehr für einen vertieften Check verlangen. Und die Polizei kann bei einer Verkehrskontrolle ein Verwarngeld von 15 Euro verhängen.
Zusätzlich zu den erhöhten Kosten für die verspätete HU-Prüfung gibt es auch gestaffelte Bußgelder für das Überziehen der HU-Frist (Stand: Februar 2025):
- Überziehung um mehr als 2 Monate: Verwarnungsgeld von 15 Euro
- Überziehung um mehr als 4 Monate: Bußgeld von 25 Euro
- Überziehung um mehr als 8 Monate: Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg
Vorbereitung auf die HU
Wer sein Fahrzeug vorher selbst checkt und die Anforderungen der Prüfdienste beachtet, kann Zeit und Geld sparen.
Doch einige Punkte können Sie vor dem Besuch bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS selbst überprüfen.
Notwendige Dokumente
Für die Hauptuntersuchung müsst ihr unbedingt die Zulassungsbescheinigung Teil I (früher Fahrzeugschein) mitbringen. Beim Wechsel der Prüfstelle solltet ihr auch den vorangegangenen Untersuchungsbericht der HU dabei haben. Wenn ihr irgendwelche technischen Änderungen am Fahrzeug unternommen habt, die Nachweise erfordern (Tuning, behindertengerechte Umbauten etc.), müsst ihr ebenso die entsprechenden Unterlagen zur allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) mitnehmen. Falls das Fahrzeug aktuell nicht zugelassen ist, benötigt ihr auch die Zulassungsbescheinigung Teil II (früher Fahrzeugbrief).
Hier nochmal die Übersicht:
- PFLICHT: Zulassungsbescheinigung Teil I
- Letzter HU-Untersuchungsbericht (beim Wechsel der Prüfstelle)
- Zulassungsbescheinigung Teil II (nur falls Fahrzeug aktuell abgemeldet)
- Allgemeine Betriebserlaubnis (bei technischen Änderungen am Fahrzeug)
Checkliste zur Vorbereitung
Hierauf schauen Prüforganisation wie TÜV und GTÜ nach eigenen Angaben bei Motorrädern:
Neben verschleißbedingten Mängeln achten die Prüfer neben verschleißbedingten Mängeln auf solche, die durch Unwissenheit bei der Wartung und bei Umbauten entstanden sind. Am häufigsten treten Mängel an der Beleuchtung, am Fahrgestell und Rahmen oder an Achsen, Rädern und Reifen auf.
Auch darüber hinaus kann es für Motorradfahrende vor dem HU-Termin sinnvoll sein, genau hinzuschauen. Manche Mängel sind mit bloßem Auge erkennbar und lassen sich in einer Fachwerkstatt einfach beheben.
Funktionierende Bremsen sind für die Sicherheit unerlässlich. Natürlich checken GTÜ, DEKA, GTÜ und KÜS hier besonders genau. Damit es keine bösen Überraschungen gibt und das Fahrzeug wegen defekter Bremsen erneut vorstellig werden muss, sollten im Vorfeld die Beläge und Scheiben durch eine einfache Sichtprüfung gecheckt werden. Eine Demontage der Reifen ist dafür nicht nötig. Mit einer Taschenlampe lässt sich überprüfen, ob die Beläge noch dick genug sind. Die Scheiben sollten unbeschädigt sein und keine tiefen Riefen aufweisen. Andernfalls Werkstatt aufsuchen und Rat einer Fachperson einholen.
Auch auf abgefahrene Reifen reagieren Prüfende allergisch. Eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm ist in Deutschland für Sommerreifen erlaubt. Im besten Fall sollte der Reifen deutlich mehr Profil aufweisen. Der goldene Rand einer 1-Euro-Münze ist drei Millimeter dick und damit ideal für das Messen der Profiltiefe geeignet. Verschwindet der Goldkranz im Reifenprofil, liegt hier kein Mangel vor.
- Haben Sie Ihre Zulassungsbescheinigung Teil I/Ihren Fahrzeugschein und ggf. weitere Unterlagen griffbereit (z.B.
Ablauf der HU
Unsere erfahrenen Motorrad-Sachverständigen führen nach einer Probefahrt eine sogenannte zerlegungs- und zerstörungsfreie Untersuchung an Ihrem Fahrzeug durch, bei der das Motorrad nicht auseinandergebaut wird. Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Sie von uns die Plakette und einen detaillierten Bericht.
HU bei Abmeldung oder Stilllegung
Falls die HU vor oder während einer Abmeldung beziehungsweise Stilllegung fällig war, muss diese bei Wiederinbetriebnahme nachgeholt werden. War Ihr Bike für längere Zeit stillgelegt, reicht der Fahrzeugbrief, die Zulassungsbescheinigung Teil I oder ein anderes Fahrzeugdokument zur gültigen HU (§ 29 StVZO) aus.
Tipps zum Sparen bei den HU-Kosten
Auch wenn die Kosten für die HU sich je nach Standort nicht sehr stark unterscheiden, gibt es ein paar Tricks, wie man zumindest vermeiden kann, dass die HU unnötig teuer wird:
- Mängelcheck durchführen: Um unnötige Kosten durch eine HU-Nachprüfung bei TÜV, Dekra, GTÜ und KÜS anlässlich der Hauptuntersuchung zu vermeiden, ist ein kurzer Fahrzeug-Check vor der Prüfung unbedingt zu empfehlen.
- Überziehungskosten vermeiden: Wer mehr als zwei Monate "drüber" ist, muss bei Polizeikontrollen nicht nur mit Ordnungs- oder Bußgeldern rechnen, sondern bekommt bei der HU auch einen Aufschlag berechnet, da die Prüfer:innen genauer hinsehen müssen.
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