Um im Motorsport aktiv zu werden und an Rennen teilzunehmen, ist eine Rennlizenz erforderlich. Während für Trackdays und Touristenfahrten oft ein normaler Führerschein ausreicht, ist für anspruchsvollere Veranstaltungen wie Automobil-Slalom und Gleichmäßigkeitsprüfungen eine Lizenz des Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) notwendig. Je nach Veranstaltungstyp wird eine nationale oder internationale Rennlizenz benötigt.
Der Einstieg in den Motorsport erfordert nicht nur Talent und Leidenschaft, sondern auch eine Rennlizenz, die als Grundvoraussetzung für die Teilnahme an offiziellen Wettbewerben gilt. Damit du überhaupt im Motorsport aktiv werden und an den verschiedenen Rennen teilnehmen kannst, musst du zunächst eine Rennlizenz beantragen.
Welche Rennlizenzen gibt es?
Es gibt viele verschiedene Rennfahrerlizenzen, die sich in Hinblick auf die Lizenzstufen, Voraussetzungen und Kosten unterscheiden. Anfangen bei der Race Card, die nur für ein einzelnes Event in Deutschland gilt, bis zur internationalen A-Lizenz, mit der du (fast) jedes Autorennen fahren darfst.
Was ist eine Rennlizenz überhaupt?
Eine Rennlizenz vom DMSB ist zwingend notwendig, wenn du im Motorsport aktiv sein möchtest. Es handelt sich sozusagen um den "Führerschein für Rennfahrer". Zum einen ist die Lizenz ein Nachweis über deine Erfolge und das notwendige Wissen als Fahrer, zum anderen dient das Dokument als Bescheinigung für die Erfüllung der körperlichen Voraussetzungen. Weiterhin wird mit der Rennfahrerlizenz eine automatische Grund-Unfallversicherung abgeschlossen, sodass du bei einem Unfall mit dem Rennwagen abgesichert bist.
Voraussetzungen und Fragen zur Rennlizenz
Auf den ersten Blick scheint das System der Motorsport-Lizenzen sehr unübersichtlich. Es gibt nationale und internationale Lizenzen in verschiedenen Stufen, wobei du nicht zwingend jede DMSB-Lizenz beantragen musst. Einige Stufen lassen sich auch überspringen. Dazu kommen verschiedene Voraussetzungen, die du erfüllen musst, um die jeweilige DMSB-Lizenz beantragen zu können. Manchmal reicht die Teilnahme an einem E-Learning, während du bei anderen Lizenzstufen einen Lehrgang absolvieren oder sogar Rennerfolge nachweisen musst.
Die Tauglichkeit zur Teilnahme an Automobil- und Motorradsport-Wettbewerben ist durch eine medizinische Eignungsbestätigung auf dem DMSB-Fahrer-/Beifahrerlizenzantrag nachzuweisen. Die Untersuchung muss von einem approbierten und in Deutschland niedergelassenen Arzt durchgeführt werden. Die Bestätigung erfolgt durch Unterschrift und Arztstempel auf dem Lizenzantrag.
Ist eine medizinische Untersuchung notwendig?
Je nachdem, welche Motorsport-Lizenz du beantragen möchtest, musst du eine ärztliche Untersuchung nachweisen. Bis zur nationalen B Lizenz ist der Medizincheck nicht notwendig.
Was wird bei der ärztlichen Untersuchung geprüft?
Keine Sorge, der medizinische Eignungstest ist nicht schwer und kann von jedem Allgemeinmediziner durchgeführt werden. Was dein Hausarzt prüfen muss, ist im Lizenzantrag beschrieben. Damit wird sichergestellt, dass du physisch und mental in der Lage bist, einen Rennwagen zu fahren. Außerdem bescheinigt der Mediziner, dass du keine Erkrankungen, wie Diabetes, Epilepsie oder ähnliches, hast. Zudem musst du einen Sehtest vorweisen, den du ebenfalls beim Hausarzt oder kostenlos bei einem Optiker in deiner Nähe machen kannst. Übrigens: Auch, wenn du bestimmte Einschränkungen mitbringst, wird dir die Tür in den Rennsport nicht direkt zugesperrt. Mit einem ärztlichen Attest und einer Sondergenehmigung durch den zuständigen DMSB-Arzt ist fast alles möglich.
Der Einstieg mit einer nationalen C Lizenz
Für die ersten Schritte im Rennsport reicht meist die nationale C Lizenz, mit der du zum Beispiel am Automobil-Slalom, an Gleichmäßigkeitsprüfungen sowie an verschiedenen Autorennen in Deutschland teilnehmen kannst. Die Nationale Lizenz Stufe C ist eine Einsteigerlizenz, die zur Teilnahme an nationalen Wettbewerben oder Clubsport-Wettbewerben gemäß unseren Lizenzbestimmungen berechtigt. Für die Beantragung sind keine Voraussetzungen notwendig, auch keine medizinische Untersuchung. Ihre Nationale Lizenz Stufe C können Sie im DMSBnet beantragen.
Der nächste Schritt: die nationale B Lizenz
Wer mit seiner Fahrerlizenz der C-Klasse in den letzten 24 Monaten an mindestens drei Veranstaltungen teilgenommen hat, kann sich die nationale Lizenz der Stufe B erwerben. Damit darfst du auch bei NEAPF-Veranstaltungen, also Veranstaltungen mit ausländischer Beteiligung, mitfahren. Der Mehrwert dieser Lizenz ist jedoch gering und die Kosten betragen mehr als 100 Euro, sodass viele Rennfahrer diese Lizenzstufe auslassen.
Die Motorsport-ID
Zur Saison 2025 hat der Deutsche Motor Sport Bund e.V. (kurz DMSB), der für die Erteilung der Rennlizenzen in Deutschland zuständig ist, einige Neuerungen eingeführt, das Lizenzsystem für Fahrer:innen und Bewerber komplett digitalisiert und den Lizenzierungsprozess somit modernisiert.
Die Motorsport-ID wird nach der erstmaligen Beantragung und Ausstellung einer Jahreslizenz ab Januar 2025 durch den DMSB automatisch per Post an den Lizenznehmer versendet. Ab der Saison 2025 werden alle DMSB-Lizenzen ausschließlich digital ausgestellt. Jeder Lizenznehmer erhält künftig einmalig die neue Motorsport-ID, die als persönliches Ausweisdokument im Motorsport dient und unbegrenzt gültig ist. Über den QR-Code auf der Motorsport-ID können Lizenznehmer und Veranstalter alle digitalen Lizenzen jederzeit und tagesaktuell abrufen. Alternativ stehen die Lizenzen auch nach dem Login im DMSBnet zur Verfügung.
Lizenznehmer können bei der Lizenzbeantragung zwischen vier Farben für ihre Motorsport-ID individuell wählen. Die Farben haben aber keine Bedeutung hinsichtlich der digitalen Lizenzen oder Lizenzstufen.
Die Motorsport-ID ist zunächst unbegrenzt gültig, da diese über den QR-Code nur auf die gültigen und ungültigen Lizenzen des Lizenznehmers verweist.
Lizenznehmer können einfach den QR-Code auf der Motorsport-ID mit ihrem Smartphone scannen und bekommen alle Lizenzen angezeigt.
Wie teuer ist eine Rennlizenz?
Nun stellst du dir zurecht die Frage: Was kostet eine Rennlizenz? Die Kosten sind von der Lizenzstufe abhängig und schwanken zwischen wenigen Euro für die Race Card und mehrere hundert Euro für eine internationale Lizenz. Wenn du ein Rennen auf der Nordschleife fahren möchtest, benötigst du eine spezielle Lizenz, für die du zusätzlich noch einmal knapp 100 Euro bezahlen musst. Seit 2021 gibt es das Dokument auch in digitaler Form, sodass du im Vergleich zu klassischen Lizenzkarte etwas Geld sparen kannst. Tipp: Als Mitglied in einem Automobilclub gibt es lohnende Rabatte. Es ist sogar möglich, die Rennen nicht unter deinem echten Namen, sondern mit einem Pseudonym zu bestreiten. Dafür verlangt der DMSB jedoch mehr als 500 Euro pro Jahr.
Woher bekommt man die Lizenz?
Wie schon erwähnt, ist in Deutschland der Deutsche Motorsport Bund, kurz DMSB, für die Erteilung der Rennlizenzen verantwortlich. Du kannst deine DMSB Lizenz über das eigene Lizenznehmer-Portal, bei dem du dich zuvor mit Namen und Anschrift anmelden musst, beantragen. Den ausgefüllten Antrag musst du gemeinsam mit den notwendigen Voraussetzungen, beispielsweise dem Sehtest oder einen Nachweis der absolvierten Rennen, per Post schicken. Die Lizenzen sind immer ein Jahr gültig und müssen dann neu beantragt werden.
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