Ein Helm gehört zum Motorradfahren wie Sonne und griffige Reifen. Doch mit der Vielzahl an Fachbegriffen kann nicht jeder etwas anfangen. Deshalb wirst du in diesem Artikel erfahren, wie du für dich entscheiden kannst, welchen Helmverschluss du wählen solltest.
In Deutschland dürfen nur geprüfte und zugelassene Systeme in den Verkehr gebracht werden. Es gibt drei Normen:
- Die ECE-Prüfnorm - Diese ist keine Vorschrift mehr.
- Die DOT-Prüfnorm
- Die SNELL-Prüfnorm
Gängige Helmverschlüsse im Überblick
Hier ein Überblick über die gängigsten Helmverschlüsse:
1. Walzenverschluss
Muss zum Schliessen eingefädelt werden und stellt sich als etwas unpraktisch dar.
Zwei Finger ziehen an der Walze, dadurch entspannt sich der Riemen und kann daraufhin ausgefädelt werden.
2. Doppel-D-Verschluss
Gilt als der sicherste Helmverschluss, ist aber recht schwierig zu schliessen.
Mit Handschuhen zu schliessen ist nahezu unmöglich, also nichts für faule Leute. Der Riemen muss hier durch die beiden D-Ösen geführt werden.
Durch Ziehen an dem roten Strippchen wird der Riemen entspannt und kann durch die Ösen gefädelt werden.
Leute, die viel auf der Rennstrecke unterwegs sind, bevorzugen die Doppel-D-Variante, allerdings hauptsächlich, weil dieser Verschluss von führenden Rennsporthelm Herstellern verwendet wird.
3. Drucktaster
Wie bei den anderen auch hier ist es Geschmacksache, ob du den Drucktaster wählst, da es immer eine kleine Fummelei ist bis du ihn geschlossen hast.
Varianten:
- Variante A: Auf den roten Knopf drücken, die Metallzunge kommt frei (sollte es haken, einfach die Zunge dabei etwas reindrücken).
- Variante B: Du drückst auf den Knopf und schiebst dabei einen Finger zwischen Hals und Schloss, dann kommt die Zunge frei.
- Variante C: Bei dieser Variante kommt der Druckknopf beim Öffnen mit raus. Ansonsten gibt es kein Unterschied zu den anderen Drucktastern.
4. Zahnriemen
Einfach zu schliessen durch ineinander schieben. *Ratsch* zu.
Auch mit Handschuhen sehr einfach zu öffnen und zu schliessen. Hier musst Du das Hebelchen bis zum Anschlag umklappen, dann kannst du den Zahnriemen herausziehen.
5. Schieber
Einfach durch ineinander schieben zu schliessen. *Klick* zu.
Der Schieber ist allgemein einfach zu schliessen, aber mit Handschuhen schwer bis gar nicht zu öffnen.
Varianten:
- Variante A: Um die Metallzunge frei zu bekommen, schiebst du den Knopf in seine Pfeilrichtung. Weitverbreitete Ausführung.
- Variante B: Um den Kinnriemen zu öffnen schiebst du Knopf in Richtung Zunge. Die gezeigte Ausführung kommt selten vor.
Den Knopf in seine Pfeilrichtung schieben, die Metallzunge kommt frei. Weitverbreitete Ausführung.
6. Seitentaste
Durch ineinander schieben sehr einfach zu schliessen. *Klick* zu.
Um zu öffnen einfach die Knöpfe mit zwei Fingern zusammendrücken. Lässt sich somit leicht öffnen und schliessen und das geht leicht und völlig ohne Druck auf den Kehlkopf.
Je nach Variante sogar mit Handschuhen einfach zu bedienen.
Jeder Helmverschluss hat seine Vor- und Nachteile.
Am Ende wirst du dich für DEINE beste Variante entscheiden müssen.
Es gibt den Mythen, dass dir bei einem komplizierten Verschluss im Falle eines Unfalls niemand den Helm abnehmen kann. Dieser Mythos ist genau das, ein Mythos, denn… sollten die Sanis zu lange brauchen, weil dein Helmverschluss schwierig zu öffnen ist, schneiden sie einfach den Riemen durch.
Weitere Aspekte beim Helmkauf
Neben dem Verschluss gibt es noch weitere wichtige Aspekte beim Kauf eines Motorradhelms:
- Passform: Ein Helm darf nicht zu eng sein, aber auch nicht zu groß.
- Material: Moderne Motorradhelme werden aus Thermoplasten oder Duroplasten hergestellt. Duroplaste weisen eine enorme Stabilität auf und entsprechen so den höchsten Sicherheitsstandards.
- Visier: Motorradhelm-Visiere bestehen aus dem Kunststoff Polycarbonat, welches äußerst schlagfest und wasserabweisend ist.
- Ausstattung: Ausstattungsdetails spielen in die Kaufentscheidung mit hinein.
Helmtypen
Die Auswahl verschiedener Helmarten am Markt ist groß. Hier eine Übersicht:
- Integralhelm: Mit ihrer festen Kinnpartie und verschließbarem Visier bieten sie aufgrund ihrer Bauart den bestmöglichen Schutz für Motorradfahrer.
- Klapphelm: Bei ihnen lässt sich die Kinnpartie hochklappen. Universell einsetzbar und besonders passend für Brillenträger.
- Jethelm: Jethelme sind offene Helme ohne Kinnteil. Beliebt bei Besitzern von City-Rollern und im Sommer.
- Crosshelme und Endurohelme: Mit ihrer leichten Bauweise und dem fehlenden Visier zur besseren Belüftung sind sie wie gemacht für den sportlichen Einsatz abseits der Straße.
- Multihelme: Sie verfügen über verschiedene Umbaumöglichkeiten, wodurch sie auch als Integralhelme oder Jethelme verwendet werden können.
Die einzelnen Helmtypen haben ihre individuellen Vor- und Nachteile sowie ihre ganz besonderen Charakteristika, welche jeder Fahrer entsprechend seinen Fahrgewohnheiten in die Kaufentscheidung miteinbeziehen sollte.
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