Die DT Swiss 350 Nabe ist seit Jahren als verlässlicher Dauerläufer beliebt und hat nun ein Upgrade erhalten. ROADBIKE hat Infos und Preise.
Die DT Swiss 350 im Detail
Die DT Swiss 350 ist nicht nur bei Fans klassisch eingespeichter Laufräder oft die erste Wahl, vor allem, wenn es um Preis-Leistung geht. Auch in zahlreichen Systemlaufrädern dreht sich die 350er-Technologie. Das Erfolgsrezept der Schweizer ist dabei ebenso bestechend wie naheliegend: einfache Wartung, höchste Zuverlässigkeit, enorme Langlebigkeit und ein attraktiver Preis.
Nun spendiert DT Swiss seinem Dauerläufer 350 ein Upgrade: Der Zahnscheibenfreilauf wächst serienmäßig von 18 auf 36 Zähne, was die Kraftübertragung optimiert dank des gleichzeitigen Ineinandergreifens vieler Kontaktpunkte. Die neue 350 bietet damit die technische Lösung der "alten" 240er-Nabe vor deren Upgrade auf den neuen Ratchet EXP-Standard.
Dank eines neuen Nabengehäuses und Achsbereichs soll das Gewicht der 350 zudem geringfügig reduziert worden sein - 5 % weniger bei der Version mit klassischer Einspeichung, 10 % bei den Straight-pull-Ausführungen. In Zahlen ausgedrückt: Die klassische 350er Version wiegt laut DT Swiss ab 139 g (Vorderrad) bzw. ab 244 g (Hinterrad), die Straight-pull-Ausführung ab 106 g (VR) bzw. 219 g (HR). Auch die Endkappen wurden überarbeitet, das Abziehen soll etwas einfacher geworden sein.
Die Neuerungen im Überblick
- Neue Nabenkörper
- Neues Endkappendesign
- 36 statt 18 ineinandergreifende Zähne beim Zahnscheibenfreilauf
Gleich geblieben ist die kinderleichte, werkzeugfreie Wartung: Endkappen und Freilauf lassen sich einfach abziehen, Lager und/oder Zahnscheiben sind dadurch sofort zugänglich und können wahlweise gereinigt, gefettet oder auf einen anderen Standard umgerüstet werden. Neben den werkseitig verbauten Zahnscheiben mit 36 Zähnen lassen sich als Tuning- oder Verschleißartikel auch Scheiben mit 18, 24 oder 54 Zähnen einsetzen.
Beim Zahnscheibenfreilauf greifen die Zähne zweier aufeinanderliegenden Scheiben ineinander. Die große Kontaktfläche optimiert die Kraftübertragung und vermeidet die stärkeren punktuelle Belastungen, wie sie etwa bei Systemen mit Drei-Klinkenträgern auftreten.
Unterschiede zur DT Swiss 240-Nabe
Wie bisher ist diese etwas leichter als die 350 und verfügt über die neue Ratchet EXP-Technologie, bei der eine Zahnscheibe fest im Hinterradnabenkörper montiert ist. Die DT Swiss 180 kommt gar mit Keramiklagern für noch leichteren Lauf. Kehrseite der Medaille ist nachvollziehbarerweise ein höherer Preis.
Preis und Verfügbarkeit
Apropos Preis: Die neue DT Swiss 350-Nabe kostet sowohl als Straight-Pull-, als auch als Classic-Ausführung ab 84,90 Euro (VR) bzw. ab 214,90 Euro (HR). Ausführungen gibt's sowohl für Felgenbremsen als auch für Disc mit Centerlock-Bremsscheibenaufnahme. Darüber hinaus sind verschiedene Achsstandards und Lochzahlen sowie Freiläufe für Shimano, Sram oder Campagnolo erhältlich.
Straightpull-Ausführungen der 350 gibt's ab 84,90 Euro (VR) bzw. 214,90 Euro (HR).
Classic-Ausführungen der 350 gibt's ab 84,90 Euro (VR) bzw.
DT Swiss EX 1700 SPLINE im Test
Vor allem Enduro-Racer entscheiden sich beim Laufradsatz bewusst für Aluminium-Felgen, denn Komfort und Zuverlässigkeit haben oberste Priorität. Der DT Swiss EX 1700 SPLINE-Systemlaufradsatz ist das Aluminium-Flaggschiff der Schweizer Felgen-, Speichen- und Naben-Spezialisten.
Technisch setzt der Laufradsatz auf die aktuellen DT 350-Naben mit Ratchet-Zahnscheibenfreilauf. Der Wechsel des Freilaufkörpers (XD, Micro Spline, Shimano ASL) gelingt dadurch werkzeugfrei und mit wenigen Handgriffen. Auch bei der Bremsscheibenaufnahme bietet DT Swiss die Wahl zwischen CENTER LOCK und 6-Bolt.
Wie der Beiname SPLINE schon andeutet, kommen Straightpull Competition-Speichen zum Einsatz, die ohne den klassischen J-Bend am Speichenkopf robuster sein sollen. Das Highlight des Systemlaufrads ist die verbaute EX 511-Felge aus Aluminium mit 30 mm Innenweite.
In den ersten Wochen auf dem Trail zeigten sich die hohe Verarbeitungsqualität und die Kompetenz, die DT Swiss in den Laufradbau steckt. Dabei trifft der Laufradsatz genau den Sweet Spot an Compliance, sodass er wenig Vibrationen an die Hände durchreicht und auch bei seitlichen Schlägen nicht verspringt. Dennoch liefert er bei Highspeed ausreichend Präzision, um der angepeilten Linie zu folgen.
Nach 18 Monaten sind vor allem das Vorderrad und die Naben noch top in Schuss. Am Heck ist es allerdings Zeit für eine neue EX 511-Felge: Die alte hat ihren Ruhestand redlich verdient.
Die Qualität des EX 1700 SPLINE ist nicht nur in punkto Komponenten enorm hoch, sondern vor allem auch im Laufradbau selbst und rechtfertigt so das Preisschild von 750 €.
Carbon-Laufräder im Test: Unter 1500 Gramm und 1500 Euro
Der Vergleich zeigt: Die Unterschiede sind größer als erwartet. Und: Junge Laufradmarken setzen die etablierten unter Druck - nicht nur in Sachen Preis/Leistung.
Mit Aerycs, Leeze, Newmen und Winspace unterbieten gleich vier junge Anbieter im Test die 1500-Gramm-Grenze deutlich - zu attraktiven Konditionen. Fulcrum, Mavic und Shimano halten mit Prestige, verzweigtem Händlernetz und - teilweise - nachhaltiger Produktion in Europa dagegen. Dass die Modelle der großen Anbieter im Handel oft günstiger zu haben sind, als es die unverbindliche Preisempfehlung vermuten lässt, relativiert den Preisvorteil der Herausforderer.
Große Unterschiede gibt’s dagegen bei den Punkten Garantie, Crash Replacement und Lieferumfang. Klar ist: Wettbewerb belebt das Geschäft - gut für potenzielle Kunden. Der ROADBIKE-Test hilft bei der Entscheidung.
Aerycs Aero WT 30
Im Vergleich zum letzten Jahr, als Aerycs mit den etwas höheren Aero WT 40 einen Preis-Leistungs-Tipp abräumte, wurde die Carbon-Felge überarbeitet: Satte 23 Millimeter Maulweite bietet die nun in allen der fünf erhältlichen Felgenhöhen - entsprechend breit bauen die Reifen, die mindestens 28, höchstens 65 Millimeter messen dürfen.
Trotz ihrer Breite wiegt die Hakenfelge nur 345 Gramm - der Laufradsatz aus Vorder- und Hinterrad bringt es so auf gerade mal 1321 Gramm. Das spürt man bei jedem Antritt: Wieselflink geht’s hier nach vorn, die Fahrdynamik begeistert.
Fulcrum Wind 42
Positiv: Bei Testende waren weder technischer Verschleiß noch nennenswerte optische Beeinträchtigungen feststellbar. Die Lager laufen leicht, die Räder rund. Damit empfehlen sich die Wind 42 auch als günstigere Alternative zu Fulcrums Wettkampflaufrädern Speed 42: Die Carbon-Hakenfelge kommt mit exakt den gleichen Dimensionen, verwendet aber etwas einfachere Naben, Lager und Speichen.
Die höchste Felge in diesem Vergleich schneidet zudem pfeilschnell durch die Luft und zeigt sich selbst bei böigem Wind und hohem Tempo absolut fahrstabil. Ebenfalls positiv: Die Laufräder fahren sich recht komfortabel, was durch breit bauende Reifen dank 23er-Maulweite verstärkt wird.
Leeze CC 38 Basic R
Gerade erst hat Leeze die dritte Generation seiner beliebten Laufradlinie Basic vorgestellt, schon erscheint das CC 38 im ROADBIKE-Test - und überzeugt auf Anhieb: Dank des geringen Gewichts gehen die hervorragend aufgebauten Laufräder gut nach vorn, halten dank der aerodynamischen 38-Millimeter-Hakenfelge sehr gut hohes Tempo und bleiben dabei jederzeit fahrstabil.
Viel Bewährtes findet sich aber auch in den Neuen wieder, etwa die Maulweite von 21 Millimeter, die einfache Wartung des hell surrenden Freilaufs oder das optionale, aufpreispflichtige Upgrade der Naben auf Keramiklager von Croder oder Ceramicspeed. Das lebenslange Crash Replacement ist attraktiv, mehr als die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren gibt’s jedoch nicht.
Mavic Cosmic SL 32
In der Fahrpraxis gefällt vor allem der hohe Dämpfungskomfort. Dieser wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass die Maulweite gegenüber früheren Ausführungen der Laufräder auf nun 21 Millimeter angewachsen ist und Reifen entsprechend breiter bauen und noch besser dämpfen können.
Einmal auf Touren gebracht, rollen die Laufräder mit tief röhrendem Freilauf und lassen sich von böigem Seitenwind nicht aus der Ruhe bringen. Keine Blöße gibt sich Mavic in puncto Service: Der Lieferumfang ist gut, bei Registrierung seiner Laufräder gilt eine lebenslange Garantie, und auch Crash Replacement wird angeboten.
Newmen Streem Climbing
Richtig gelesen: Die neuen Streem Climbing-Laufräder von Newmen wiegen als Set unter 1200 Gramm! Und das, obwohl die Felgen 35 bzw. 38 Millimeter hoch und innen immerhin 22 Millimeter weit sind. So ein Leichtgewicht zaubert auch sofort ein breites Grinsen ins Gesicht: Leicht wie eine Feder katapultiert man sich im Wiegetritt nach vorn, bergauf scheint man zu fliegen.
Zweiter großer Pluspunkt: Nach über 3500 Testkilometern geben die Laufräder in puncto Verschleiß keinen Anlass zur Klage: Die Lager laufen extrem leichtgängig, Höhen- und Seitenschläge sind keine zu verzeichnen, optisch wirken Felgen und Naben wie neu.
Shimano Ultegra WH-RS8170 C36
Dem Redakteur gefiel der Laufradsatz als ausgewogen, laufruhig und grundsolide, "wer anders draufblickt, empfindet ihn aber vielleicht als charakterschwach und eher langweilig". Denn der WH-RS8170 C36 überzeugt in der Praxis mit guter Kraftübertragung, stoischer Ruhe bei Seitenwind und angenehmem Dämpfungskomfort.
Im Labor punktet er mit soliden Messwerten, im Dauertest mit Verlässlichkeit und Haltbarkeit: Nach gut 1500 Testkilometern steht der Laufradsatz wie eine Eins ohne Seiten- und Höhenschläge, die Konuskugellager mit Schleifdichtung laufen wie am ersten Tag und lassen sich mit dem richtigen Werkzeug leicht selbst warten.
Winspace Lún Grapid
Streng genommen handelt es sich dabei um einen Gravel-Laufradsatz mit 25er-Maulweite, der aber mit Reifen ab 30 Millimetern bestückt auch an Performance- und Endurance-Rennrädern eine gute Figur abgibt. Denn mit 1355 Gramm Set-Gewicht spielt er ganz vorne mit und gefällt mit sportlich-agilem Handling.
Die knapp 1000 Testkilometer hinterließen keine nennenswerten Spuren: Die Naben mit überdimensionierten Edelstahllagern laufen leicht, die Räder drehen sich mittig und ohne Höhen- oder Seitenschlag. Der Freilauf surrt auffällig hell, der Lieferumfang umfasst eine Lenkertasche.
DT Swiss 350 MTB Nabe (2022)
2022 hat DT Swiss die 350er MTB Nabe nach 15 Jahren in einer überarbeiteten Version herausgebracht. Genau wie ihr Vorgänger besteht die 350 MTB Nabe von DT Swiss weiterhin aus Aluminium. Sie ist jedoch in einem matten schwarz eloxiert, nicht mehr glänzend lackiert, wodurch die Farbe nun haltbarer ist und Abplatzungen verhindert werden.
Das Nabengehäuse der DT Swiss 350 verfügt jetzt über kleine Fenster, welche Gewicht einsparen. Der Durchmesser der Achsen und der Endkappen ist unverändert geblieben. Statt einem konstanten Durchmesser verfügen die Endkappen jetzt über kleine Kerben, wodurch es leichter wird, sie mit der Hand oder einem Werkzeug von der Nabe zu lösen.
Die Lagergrößen der DT Swiss 350 MTB Hinterradnabe ist identisch zu der Lagergröße der bisherigen Version. Alle vier Lagerschalen bestehen aus hochwertigem Stahl, haben einen inneren Durchmesser von 28 mm und einen äußeren Durchmesser von 28 mm.
Das Freilaufsystem der DT Swiss 350 MTB Hinterradnabe verfügt über die patentierte Ratchet Technologie. In der vorherigen Version der MTB Nabe verfügten die Ratchet Ringe über 18 Zähne. In der neuen Version sind die Ratchet Ringe mit 36 Zähnen ausgestattet, wodurch sie deutlich feiner abgestuft sind.
Die DT Swiss MTB Nabe ist in vielen Varianten mit verschiedenen Freilaufkörpern verfügbar. Es ist für jedes Laufrad ein passendes Modell vorhanden. Sie ist mit 142 mm, 148 mm Boost und 157 mm Super Boost Einbaubreite verfügbar, kann in der 142 mm Version aber mit entsprechenden Adaptern auf die 135 mm Schnellspannervariante umgebaut werden.
Insgesamt bringt die neue Version der DT Swiss 350 MTB Nabe mit geringerem Gewicht, einem ansprechenderen Aussehen und vielen Weiterentwicklungen viele Vorteile mit sich!
| Version | Vorderrad (VR) | Hinterrad (HR) |
|---|---|---|
| Klassische Version | ab 139 g | ab 244 g |
| Straight-pull Version | ab 106 g | ab 219 g |
Verwandte Beiträge:
- DT Swiss Laufrad 26 Zoll MTB: Test, Kaufberatung & Modelle
- DT Swiss 535 Laufrad: Testbericht, Eigenschaften & Kaufempfehlung
- DT Swiss FR 1500 26 Zoll Laufradsatz im Test – Ultimative Performance für Gravity-Fans!
- DT Swiss 545D Laufrad im Test: Ultimative Analyse & Expertenbewertung
- Fahrradhelm-Tests enthüllen: So findest du den sichersten, komfortabelsten und sichtbarsten Helm!
- Die richtige Brille zum Radfahren: Schutz & Komfort
Kommentar schreiben