Dieser Artikel befasst sich mit dem Einbau und den Erfahrungen mit der Ducati Performance Anti Hopping Kupplung (AHK). Es werden auch Tipps zur Fehlersuche und Wartung gegeben.
Was ist eine Anti-Hopping-Kupplung?
Beim starken Anbremsen vor einer Kurve und gleichzeitigem schnellen Herunterschalten bringt die Motorbremse große Kräfte auf das Hinterrad. Dieses kann schon ausreichen, um das Hinterrad zum Blockieren zu bringen. Dabei kommt es immer wieder zum gefährlichen Springen und Stempeln des Hinterrades, dass wiederum kann den vollständigen Verlust der Haftung bzw. der Traktion mit sich bringen. Der Verlust der Haftung des Hinterrades, besonders in Schräglage bei der Kurvenfahrt, macht das Motorrad instabil bis hin zur Unkontrollierbarkeit.
Die TSS Antihoppingkupplung reduziert das Stempeln des Hinterrades beim Runterschalten, was zu einer besseren Stabilität des Motorrades beim Bremsen und in der Kurvenlage führt.
Einbau der Anti-Hopping-Kupplung
Bei einer Trockenkupplung gestaltet sich der Ein- und Ausbau einer Kupplung ziemlich unspektakulär. So sieht die normale Kupplung aus, wenn die Druckplatte demontiert ist und ein paar Beläge entfernt sind.
Für den Umbau benötigt man ein Haltewerkzeug, das die Kupplungsnabe fixiert um die Mutter zu lösen u. festzuziehen. Das original Werkzeug von Ducati kostet über 500,- EUR!!! deswegen bleiben wir bei einem vergleichbaren Werkzeug und kaufen das in eBay für 53,- EUR Wet Clutch Tool (ähnlich 887132651).
Der Einbau gestaltet sich relativ einfach, wenn man die Duc auf den Seitenständer stellt kommt nach dem Abziehen des Kupplungsdeckels unten kein (nur ein paar Tropfen) Öl raus. Also alle Schrauben lösen und wenn es geht sich die Position der Schrauben merken. Nach dem Abziehen des Deckels kann man schon die Federn lösen und die Druckplatte abnehmen. Jetzt setzt man entweder das Haltewerkzeug an und löste die Zentralmutter mit einer Ratsche (30er Nuß) oder ohne Haltewerkzeug mit dem Schlagschrauber.
Jetzt kann man die komplette Nabe mit den Kupplungsbelägen abnehmen und die Nabe von der Performance Kupplung aufstecken. Dabei die Scheibe dahinter nicht vergessen…. Die Zentralmutter wird mit 120Nm festgezogen. In der alten Druckplatte steckt noch der Haltebolzen der natürlich in die neue Druckplatte eingesetzt werden muss. Am besten man nimmt das komplette Paket mit den Kupplungsbelägen von der Nabe, denn genauso gehören wie auch wieder in die Anti Hopping Kupplung… exakt die gleiche Reihenfolge.
Hinter den Kupplungsbelägen sitzen noch eine große Scheibe und eine große Tellerfeder, die auch wieder in die neue Kupplung so einsetzen wie bei der alten. Jetzt noch die Beläge in der gleichen Reihenfolge wie ausgebaut einsetzen. Bei den 5 Federn der Druckplatte sind jeweils 2 Scheiben dabei, mit denen kann man den Anpressdruck der Druckplatte und damit die Funktion der Slipper Clutch einstellen. Wir starten mal mit allen 2 Scheiben pro Feder und schauen wie sich die Kupplung verhält.
Jetzt noch vom den Kupplungsdeckel und der Motorseite die alte Dichtung entfernen und alles schön fettfrei machen. Wir verwenden die Silikon Dichtung von Ducati „Threebond TB 1215“. Deckel wieder drauf und fertisch, auf zur ersten Probefahrt.
Wichtige Hinweise beim Einbau:
- Achtung: Bei einer Antihopping Kupplung immer mit einer Reibscheibe anfangen!
- eine Reibscheibe, Stahlscheibe usw... Am Ende bleiben immer eine oder zwei Stahlscheiben, nie eine Reibscheibe!
- Am wichtigsten ist das Ausdistanzieren! Wie das funktioniert steht in der Einbauanleitung.
- jegliche Teile von Fachpersonal angebaut werden sollten. Bei nicht fachgerechtem Einbau ist die Funktion des Teils nicht gewährleistet.
Erfahrungen mit der Anti-Hopping-Kupplung
Das Knacken im Kupplungshebel sowie bei schnellem Runterschalten in der Kupplung ist normal.
Nach dem Einbau einer neuen Kupplung können verschiedene Fehler auftreten. Hier sind einige davon:
- Nicht richtiges Ausdistanzieren: Wie das funktioniert steht in der Einbauanleitung.
- Kupplung trennt nicht: Wenn die Kupplung nicht trennt, liegt das nicht an der neuen Antihopping Kupplung (egal von welchem Hersteller).
Fehlersuche kann einem oftmals viel Zeit rauben und man verflucht sicherlich auch die neue Kupplung. Oftmals hat alles noch funktioniert und dann beim Austausch mit einem Neuteil funktioniert nichts mehr.
Ein alter Kupplungsdruckzylinder hat sich an die alte Kupplung gewöhnt und natürlich auch funktioniert. Bei einer neuen Kupplung kann es vorkommen, dass auf Grund der „Gewöhnung“ des Druckzylinders nun der Fehler auftritt, der sich anfühlt als wäre die Kupplungsstange zu kurz.
Es reicht oftmals eine Revision des Kupplungsdruckzylinders, damit die Kupplung wieder läuft und richtig trennt. Auch eine defekte Kupplungspumpe kann der Grund sein.
Weitere mögliche Probleme und Lösungen:
- Hebel wird schwerer zu ziehen: Ein alter Kupplungsdruckzylinder kann dazu führen, dass sich der Hebel nach einer kurzen Fahrt immer schwerer ziehen lässt.
- Kupplung rutscht durch: Da rutscht die Kupplung durch. Das ergibt das kreischende Geräusch. Paketstärke und Zusammensetzung prüfen.
Empfehlungen für Anti-Hopping-Kupplungen
Es gibt verschiedene Hersteller von Anti-Hopping-Kupplungen. Einige beliebte Optionen sind:
- Kbike
- TSS
- STM
- Ducati Performance (DP)
- MPL
Die Kbike Antihopping Kupplung wird immer zusammen gebaut geliefert. Die Kugeln sind schon mit Fett vormontiert.
Wartung der Kupplung
Es ist wichtig, die Kupplung regelmäßig zu warten, um eine optimale Leistung und Lebensdauer zu gewährleisten.
Ein alter Kupplungsdruckzylinder hat sich an die alte Kupplung gewöhnt und natürlich auch funktioniert. Bei einer neuen Kupplung kann es vorkommen, dass auf Grund der „Gewöhnung“ des Druckzylinders nun der Fehler auftritt, der sich anfühlt als wäre die Kupplungsstange zu kurz. Dafür verwendet man die Kupplungsdruckstange und drückt den Kolben im Zylinder mehrfach.
Auch der Weg des Kolbens sollte immer gleich sein.
Zusammenfassung
Der Einbau einer Anti-Hopping-Kupplung kann die Fahrstabilität und Sicherheit verbessern. Es ist jedoch wichtig, den Einbau sorgfältig durchzuführen und die Kupplung regelmäßig zu warten. Bei Problemen sollte man die Fehlersuche systematisch angehen und gegebenenfalls einen Fachmann hinzuziehen.
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