Die Ducati Scrambler 1100 hat sich als eine feste Größe im Segment der Retro-Bikes etabliert. Mit verschiedenen Modellen, von der Basisversion bis zur sportlichen Pro-Variante, bietet sie für jeden Geschmack das passende Motorrad. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Ducati Scrambler 1100, von Fahrberichten über Gepäcksysteme bis hin zu speziellem Zubehör.
Die neue Scrambler Ducati 1100: Just PROs
Ducati stellt die neue Ducati Scrambler 1100-Reihe vor, bestehend aus den beiden neuen Modellen Scrambler 1100 PRO und Scrambler 1100 Sport PRO. Überarbeiteter Look, neuer Auspuff und neue Sitzverkleidung, kürzerer Kotflügel hinten sowie niedrige Kennzeichenhalter kennzeichnen die beiden neuen Versionen der Ducati Scrambler 1100 PRO. Die Ducati Scrambler 1100 Sport PRO ist dank des neuen, kürzeren und tieferen Lenkers mit Spiegeln im Café Racer-Stil und des Öhlins-Fahrwerks um ein noch sportlicheres Erbe reicher.
Mit noch mehr Spaß und hoher Leistung ist die neue Ducati Scrambler 1100 PRO und die Ducati Scrambler 1100 Sport PRO die ideale Wahl für all diejenigen, die ein Motorrad mit einem 1079 cm³-Motor mit großzügigem Drehmoment ab dem unteren Drehzahlbereich fahren wollen. Die neuen Scrambler-Modelle sind ausgestattet mit einem 15-Liter-Stahltank und einem komfortablen Sitz mit einer neuen Oberfläche, die auch die längsten Fahrten komfortabel macht. Dank ihres kultigen Stils und Freiheitsgefühls, kombiniert mit Agilität und Sicherheit, ist der Spaß auf der neuen Ducati Scrambler 1100 PRO und Sport PRO garantiert. Die neuen Modelle aus dem „Land of Joy“ ermöglichen auch längere Fahrten außerhalb der Stadt, ohne oder auch mal mit Beifahrer.
Das neue zweifarbige "Ocean Drive"-Farbdesign der Ducati Scrambler 1100 PRO mit einem schwarzen Stahlgitterrahmen und Aluminium-Heckrahmen sowie die ebenfalls schwarzen Aluminiumabdeckungen verleihen dem Motorrad einen neuen kompakten Look. Ein neues Doppelendrohr auf der rechten Seite und ein tiefer Kennzeichenhalter sorgen dabei für ein unverwechselbares Heck-Styling. Ein weiteres Markenzeichen ist der umrahmte Scheinwerfer; inspiriert von dem in den 70er Jahren verwendeten Schutzklebeband wurde ein schwarzes "X" aus Metall in den Scheinwerfer eingearbeitet: Ein Detail, welches das Motorrad auch bei ausgeschaltetem Licht unverwechselbar macht.
Die Ducati Scrambler 1100 Sport PRO ist das stärkste Modell der Scrambler-Familie. Sie verfügt über alle Styling-Details der PRO aber darüber hinaus noch über eine einzigartige Ausstattung mit Öhlins-Fahrwerk, tiefem Lenker und Café Racer-Rückspiegeln. Die 1100 Sport PRO ist in mattschwarz gehalten, ergänzt durch Seitenverkleidungen mit einem lackierten 1100-Logo.
Mit der speziell für diese Modelle geregelten Ducati Traktionskontrolle (DTC) und dem serienmäßigen Kurven-ABS steht die Sicherheit in jeder Kurve an höchster Stelle. Die drei Fahrmodi (Active, Journey und City) helfen auch weniger erfahrenen Fahrern, die richtige Balance beim Einsatz der elektronischen Komponenten zu finden.
Fahrbericht: Ducati Scrambler 1100 Pro/Sport Pro
Mit ein paar Änderungen verpasst Ducati der 1100er Scrambler in den Versionen "Pro" und "Sport Pro" mehr Charakter. Wirklich viel geändert hat sich im Vergleich zu früher eigentlich gar nicht, und doch wirkt die Neue schon optisch ganz anders: frech, verwegen und sexy, ganz wie es sich für eine echte Scrambler gehört.
Augenfälligste Änderung sind die beiden kurzen, prallen Auspufftöpfe auf der rechten Seite - die alte Version trug sie links und rechts der Sitzbank, für Scrambler ein echter Stilbruch. Dazu gesellt sich bei der Variante "Sport" ein sehr breiter und niedriger Lenker mit Barend-Spiegeln, wie ihn üblicherweise Café Racer tragen - begehen die Italiener da etwa doch wieder einen Stilbruch? Kann schon sein, aber im Verein mit der mattschwarzen Lackierung sieht die Front nun rattenscharf und angriffslustig aus.
Im Sattel braucht es allerdings eine gewisse Eingewöhnungszeit, denn wer einen gemütlichen Sitzplatz erwartet, wird enttäuscht: Der Oberkörper ist nach vorn geneigt, die Ellenbogen ragen nach oben. Auf Schnellstraßen und erst recht auf Autobahnen fühlen sich Fahrerin oder Fahrer danach schnell als gebeutelter Windfang und zweifeln am Sinn dieser Segelstange.
Auch die Testerin haderte zunächst mit der Sitzposition, ließ sich in den toskanischen Hügeln rund um Arezzo aber bald eines Besseren belehren: Folgen Kurven und Kehren einander im Sekundentakt, sorgt der tiefe, nur leicht nach hinten gekrümmte Lenker für hervorragende Kontrolle und jede Menge beruhigende Rückmeldung vom Vorderrad. Die sportlich nach vorn geneigte Haltung schreit förmlich nach Attacke, die Scrambler Sport Pro entpuppt sich als Kurvenräuberin erster Güte. Agil und geschmeidig schlängelt sie sich über die schmalen Pässe und durch die dichten Wälder im Gebirgstal Casentino, Radien jeder Größe gehen ihr federleicht von den Rädern.
Unterstützung kommt dabei vom Öhlins-Fahrwerk, das Ducati bei der Neuen gefälliger abgestimmt hat: Die voll einstellbare Gabel stuckert nicht mehr, ihr Ansprechverhalten geht voll in Ordnung. Das direkt angelenkte Federbein, bei dem sich Federbasis und Zugstufe einstellen lassen, wirkt allerdings immer noch arg straff und reagiert auf Holperstrecken eher unwillig: Unebenheiten im Asphalt reicht es bisweilen ungefiltert an die Wirbelsäule weiter.
Motor nach Euro 5 homologiert
Größtes Pfund der 1100er-Scrambler bleibt auch im neuen Gewand ihr faszinierender Motor. Ducati hat den luftgekühlten V2 für die neuen Pro-Modelle bereits nach Euro 5 homologiert, leiert ihm aber trotzdem knapp 85 PS Leistung und gut 90 Nm Drehmoment aus den Kühlrippen. Und ganz ehrlich: Mehr Power braucht bei einem Motorrad ohne Verkleidung kein Mensch, denn spätestens ab 150 km/h wird der Gegenwind unangenehm anstrengend. Und bis dahin - wenn es sein muss, aber auch darüber hinaus - sorgt dieser Luftkühler für satten Fahrspaß und eine hinreißende Soundkulisse. Nicht etwa nervend laut, sondern mit sonorem Blubbern und kernigem Bass. Das ständige Auspuffpatschen, das das Vorgängermodell kennzeichnete, hat Ducati ihm allerdings abgewöhnt. Fast schade, irgendwie vermisst man es.
Unter 2.000/min mag der V2 nicht so gern ans Gas - das dürfte der Euro 5-Homologation geschuldet sein -, doch dann marschiert er mit starkem Antritt voran und hält bis etwa 7.000/min viel Druck bereit. Besser als bislang funktioniert der Durchzug: Selbst aus 50 km/h im sechsten Gang zieht die Scrambler jetzt immerhin halbwegs willig voran.
Nebenbei leistete Ducati Feinarbeit an der neuen Scrambler Pro. So wird der Bremsschlauch, der bei der alten Version über den Instrumenten aufragte wie ein wild gewordenes Lasso, jetzt seitlich geführt und liegt nicht mehr im Blickfeld. Auch deshalb wirkt die Front deutlich gefälliger.
Gepäcktransport
Weitere Verbesserung, über die sich vor allem Reiselustige freuen werden: Ließ sich auf der ersten 1100er-Scrambler mangels Befestigungsmöglichkeiten maximal eine Kreditkarte verstauen, so findet nun auf der Beifahrersitzbank immerhin eine Tasche Platz, weil Ducati unter dem neuen, ultrakurzen Schutzblech Gepäckhaken spendierte. Für den ausgedehnten Trip zum Nordkap reicht die Kapazität zwar nicht, denn die seitlichen Endtöpfe schränken die Göße des Gepäckstücks ein, doch ein Wochenendausflug ist nun allemal drin. Dass für einen Beifahrer dann kein Platz bleibt, muss kein Schaden sein. Er oder sie würden es auf der kurzen, schmalen Sitzbank sowieso nur bei besonders inniger Liebe und erhöhter Leidensfähigkeit aushalten.
Zur Ausstattung gehören Kurven-ABS und drei Fahrmodi, nämlich Active, Journey und Urban, die sich vor allem durch das Ansprechverhalten und das frühere oder spätere Eingreifen der Traktionskontrolle unterscheiden. Im Stadtmodus wird zudem die Leistung leicht gekappt. Die gut ablesbaren Instrumente liefern alle nötigen Informationen, auffällig gab sich im Test nur die Reichweitenanzeige, die mehrmals sprunghaft abstürzte und schließlich nur noch besorgniserregende 34 km anzeigte - obwohl im Tank noch gut drei Liter Sprit schwappten.
Touratech Discovery2 Gepäcksystem: Eine Alternative zu Alukoffern
Wem Alukoffer zu sperrig und zu schwer sind, der hat mit dem Discovery2 von Touratech nun eine vielseitige und leichte Alternative für Reiseenduros aller Art. Das Heck des Motorrads ist mit Aluminium vollverkleidet und über allem thront das Topcase. Sehr praktisch, wenn man für den Urlaub viel Gepäck unterzubringen hat. Wer allerdings nicht nur auf den Straßen, unterwegs ist, wird sich auch um Gewicht und Schwerpunkt Gedanken machen und recht schnell vor der Frage stehen, ob es da nicht auch weniger schwere Lösungen gibt. Touratech beantwortet diese Frage nun erneut, mit dem Discovery2-Gepäcksystem.
Anbringung und Stauraum
Die Satteltasche ist so gestaltet, dass sie auf den Soziussitz gelegt und mit Gurten an den Soziusfußrasten und dem Heck befestigt werden kann. Das gelingt mühelos und passt bei den meisten Reiseenduros und Tourern ohne Probleme. Die mitgelieferten Gurte sind dabei lang genug und können sicher und fest verzurrt werden.
Auch die Öffnungen für die entnehmbaren und wasserdichten Packsäcke können mittels Riemen und Zurrgurten geweitet oder verengt werden, sodass das mitgeführte Gepäck jederzeit eng und fest in der Satteltasche untergebracht ist. Die Packsäcke haben je 25 Liter Stauraum und können per Rollverschluss wasserdicht verschlossen werden. Praktisch ist das neue Luftventil, mittels dessen, beim Packen Luft aus dem Sack gedrückt und das Packvolumen verringert werden kann.
Zusätzlich befinden sich an beiden Seiten der Discovery2-Satteltasche Außentaschen, ebenfalls mit Rollverschluss, in denen sich weitere Gegenstände wie Trinkflasche, Regenkombi oder flache Schuhe verstauen lassen. Die Oberseite der Satteltasche kann zusätzlich aufgeklappt werden und verfügt über zwei Innentaschen mit Reißverschluss, in denen Karten, Dokumente oder Papiere Platz finden. Neu sind die auf der Außenseite aufgeschweißten Mollepatches, an denen man weiteres Gepäck, etwa Gepäckrollen mit Schlafsack und Isomatte, per Spannriemen befestigen kann. Zusätzlich stehen dafür außerdem drei Gurtbandreihen zur Verfügung.
Discovery2 im Praxistest
Im Praxistest präsentiert sich das Softgepäck ähnlich praktisch wie von Touratech versprochen. Die Packsäcke machen einen hochwertigen Eindruck und bleiben auch bei starker, dauerhafter Beregnung nach vielen Stunden Fahrt dicht. Auch die Befestigung durch Riemen und Schnellverschlüsse gibt nicht nach und hat sich auch bei der Fahrt über unbefestigtes Gelände nicht gelöst.
Dadurch, dass die Taschen, in denen die Packsäcke lagern, unten teilweise geöffnet sind, kann Regen- und Spritzwasser größtenteils abfließen und sammelt sich nicht. Sehr praktisch: Nach der Fahrt können die Verschlüsse der Taschen per Klickraster geöffnet und die Packsäcke einfach herausgezogen werden. Bei starker Verschmutzung ist das Gepäcksystem mit wenigen Handgriffen komplett vom Bike entfernt und kann, ebenso wie die Packsäcke, in der heimischen Dusche oder auf dem Campingplatz mit kaltem Wasser gereinigt werden.
Dadurch, dass die Tasche eng am Bike sitzt und das Gewicht verhältnismäßig weit unten angebracht ist, wird das Bike auch bei voller Beladung der Satteltasche nicht kopflastiger. Die schmale Form, die breiteste Stelle des Bikes bleibt der Lenker, begünstigt außerdem die Durchfahrt enger Stellen, was gerade auf Enduro-Wanderstrecken wie dem TET oder einem ACT sehr hilfreich sein kann. Auch die vielseitigen Möglichkeiten, zusätzliches Gepäck oder das Gepäck zügig an unterschiedlichen Bikes anbringen zu können, dürfte vielen Enduristen zusagen. Mit 429,90 Euro ist das System zudem deutlich günstiger als ein Kofferset samt Halterung.
Ausstattung - Touratech Softgepäcksystem Discovery2
- NEU: Zusätzliche Molle-Patches
- NEU: überarbeitete Schnallen
- NEU: Ventile zum Herauspressen der Luft
- universell passend
- einfache Befestigung ohne Träger
- cirka 50 Liter wasserdichtes Gepäckvolumen
- zusätzlich cirka 15 Liter staubdichtes Gepäckvolumen
- integrierte Verzurrmöglichkeiten für optionales Rack Pack, Zelt, etc.
- zwei große Netztaschen auf der Innenseite des Deckels, jeweils mit Reißverschluss
Das Gepäcksystem ist in Schwarz und Gelb erhältlich. Beide Varianten kosten im Touretech Webshop 429,90 Euro.
Ducati Scrambler 1100 Dark Pro im Test
"Dark" heißen bei Ducati traditionell die Einsteigermodelle einer Reihe, und sie zeichnen sich durch einen etwas günstigeren Preis und eine schwarze Lackierung aus, wobei der Scrambler 1100 Dark mit seinen hellen Tankwangen aus eloxiertem Aluminium gar nicht so dunkel daherkommt. Optisch ist das Motorrad nun unbestreitbar eine Augenweide. Hochwertige Materialien wie der Metalltank und der weitgehende Verzicht auf Plastik veredeln es zusätzlich.
Prächtiger luftgekühlter V2-Motor
Doch im Sattel zählen andere Werte, und da brilliert allen voran der prächtige luftgekühlte V2-Motor. Er stammt ursprünglich von der allerersten Multistrada und der Monster Evo, und er ist und bleibt ein Charmebolzen, ein Herzensbrecher, ein echter Verführer - zumindest für puristisch angehauchte V2-Fans, die sich an ihm weder sattsehen noch satthören und schon gar nicht sattfahren können.
Die Euro-5-Norm raubt dem Motor 1 PS Leistung, doch es bleiben immer noch knapp 85 übrig, was zum Vorwärtsdrang eines unverkleideten Motorrads bestens passt. Beim maximalen Drehmoment sorgt die neue Norm sogar für 2 Nm mehr. Gut 90 Nm kann der Motor jetzt vorweisen, und die kommen schon bei knapp 5.000/min voll zum Tragen. So muss das sein, Gas auf und los!
Das prickelnde Temperament des 1100ers entfaltet sich direkt aus dem Drehzahlkeller, er reagiert prompt auf jeden Gasbefehl, untermalt von einer hinreißend bassigen, aber nie zu lauten Soundkulisse. Zusammen mit der voll einstellbaren Gabel und dem in Zugstufe und Federvorspannung justierbaren Federbein ergibt das eine Art Rundum-sorglos-Paket auf zwei Rädern. Leichtfüßig und schwungvoll sticht die Ducati Scrambler 1100 Dark Pro in die Kurven, und von denen hat das Testrevier im Apennin ein unerschöpfliches Reservoir zu bieten - eng oder weit, schnell oder langsam, und das in tausend Variationen. Die Ducati Scrambler 1100 Dark Pro ist hier voll in ihrem Element, wieselt eifrig über die Bergrücken, gibt viel Rückmeldung und lässt sich perfekt kontrollieren, was auch an den MT-60-RS-Gummis von Pirelli liegt.
Übertreiben sollte man es mit der Geschwindigkeit allerdings nicht, denn wer versucht, den Motor voll auszuquetschen, stößt an dessen Grenzen: Jenseits der 6.500/min wird es zäh, selbst der Sound verliert an Kraft, und das straff abgestimmte Fahrwerk ist bei hohem Tempo nicht allen Buckeln und Löchern im Asphalt gewachsen. Doch wildes Hochdrehen widerspricht ohnehin dem Charakter eines Scramblers. Also lieber im niedrigen und mittleren Drehzahlbereich zügig durch die Kurven gleiten. Dazu passt auch die entspannte Sitzposition viel besser.
Dank Haken unter der Sitzbank lässt sich, anders als bei der ersten Ducati Scrambler 1100, jetzt auch Gepäck unterbringen. Ducati bietet zudem einen passenden Tankrucksack an.
Ausstattung und Preis
Zur Ausstattung der Ducati Scrambler 1100 Dark Pro gehören Kurven-ABS und drei Fahrmodi, die sich vor allem durch das Ansprechverhalten des Motors und das frühere oder spätere Eingreifen der Traktionskontrolle unterscheiden. Im Stadtmodus wird zudem die Leistung leicht gekappt.
Die getestete Scrambler 1100 Dark Pro kommt auf 13.590 Euro, das Modell Scrambler 1100 Pro in Hellgrau/Gelb und mit eckigen statt runden Spiegeln kostet 1.000 Euro mehr. Billig ist das für ein Naked Bike nicht gerade.
Zubehör von Hepco & Becker für die Ducati Scrambler 1100
Die Ducati Scrambler 1100 Pro/Dark Pro/Sport Pro gehört zu den neuesten Additionen im diesjährigen Segment des italienischen Herstellers. Das Naked Bike wurde nun von Hepco & Becker mit allerlei Zubehör ausgestattet, das die Maschine sicherer machen und mehr Stauraum bieten soll - insgesamt soll die Scrambler 1100 also reisetauglicher gestaltet werden.
Ebenfalls praktisch soll die Rohrgepäckbrücke, die mehr Platz für Hecktaschen bietet, sein. Aber auch ein Hepco & Becker Topcase soll fix auf dem Alu- oder Easyrack montiert werden können. Für zusätzliches Gepäck, das aufgeladen werden muss, eignet sich hingegen eine Gepäckbrückenverbreiterung. Für den Schutz bei ungewolltem Bodenkontakt solle man sich laut Hersteller den Motorschutzbügel genauer ansehen. Will man hingegen einem Umfallen auf unbefestigtem Boden entgegenwirken, macht die Seitenständerplatte einen guten Job.
Ducati Scrambler 1100 Tribute PRO
Ducati Scrambler 1100 Tribute PRO - schon der Name sagt, dass man etwas in Ehren halten will. Genau gesagt die 750 GT, die 1971 als erstes Ducati Motorrad einen Zweizylinder erhielt. Hier hören die aber die Erinnerungen an die Vergangenheiten aber nicht auf! Die wunderschöne Lackierung Giallo Ocra wurde beispielsweise auf Modellen in den 1970er Jahren verwendet und auch das ikonische Ducati Logo stammt aus derselben Zeit Periode. Passend dazu montiert Ducati einen braunen Sattel und die Speichenräder werden in schwarz lackiert. Der Weg zum Bike erfreut also jedes Mal aufs Neue.
Einmal am bequemen 810 mm hohen Sattel Platz genommen, greift man den breiten Lenker, der über die Ducati-typischen und leicht bedienbaren Schaltern und Knöpfen verfügt. Enttäuschung tritt erst beim Blick auf das LC-Display ein. Doch vielleicht kann es als Meckern auf hohem Niveau bezeichnet werden, denn grundsätzlich bietet es alles, was man braucht: Ganganzeige, Restreichweite und Tankfüllstand, Auswahl der Fahrmodi, Uhrzeit, Geschwindigkeit, Drehzahl und vieles mehr. Die Darstellung passt aber leider nicht ganz zum restlichen Paket, das sich als absolut sexy präsentiert. Tatsächlich ist es dieselbe Einheit, die Ducati bei der Einführung der 1100er Scrambler im Jahr 2017 verwendete. Oldschool geht es auch beim Aggregat weiter - doch hier sind wir froh darüber! Ducati verbaut weiterhin den 1079 ccm großen L90-Zweizylinder mit Öl-Luftkühlung. Ein charismatischer Motor der mit Sound und adäquatem Vortrieb überzeugt. 85 PS bei 7.250 Umdrehungen und 90,5 Nm Drehmoment bei 4,750 Umdrehungen transportiert er via eines 6-Gang Getriebes an den Asphalt und belohnt im Schubbetrieb hin und wieder mit einem kurzen Sprotzeln aus dem hochgelegten Auspuff. Dank seines breiten Drehzahlbands und der transparenten Gasannahme lässt sich der Ducati Zweizylinder bequem im Alltag bewegen - erst im Stop-and-Go Verkehr in der Stadt spürt man die Abgaswärme aufgrund des rechts verlaufenden Krümmers deutlich.
Nach dem Besuch in der Stadt und dem Besuch bei der Eisdiele heißt es aber raus auf die Landstraße, denn die Scrambler 1100 Tribute PRO kann mehr, als nur gut aussehen. Die 45 mm Marzocchi Gabel lässt sich nämlich vollständig einstellen, während sich das Kayaba Mono-Federbein in Zugstufe und Vorspannung adjustieren lässt. Doch selbst im Grundsetting präsentiert sich die Ducati Scrambler durchaus sportlich abgestimmt, was dazu einlädt, im Winkelwerk Gas zu geben. Und tatsächlich: Trotz 18 Zoll Vorderrad und dem Pirelli MT60 RS Reifen mit groben Profil bietet die Scrambler viel Feedback und lässt sich sportiv durch den Radius dirigieren. Dabei freut man sich auch über die neutrale Sitzposition und den gut gepolsterten Satter, die die Spritztour ohne viel Anstrengung ermöglichen. Einen festen Knieschluss darf man sich am schmal geformten 15 Liter Teardrop-Tank nicht erwarten, die gesamte Kontrolle liegt auf diesem Bike im breiten Lenker.
Glücklicherweise wurde aber nicht nur auf Seiten des Fahrwerks sinnvoll investiert, auch die Bremsanlage lässt sich sehen. In der Front ankern zwei schwimmend gelagerte 320 mm Bremsscheiben mit radial verschraubten 4-Kolben-Brembo-Bremszangen M4.32, während eine schwimmend gelagerte 245 mm Bremsscheibe und eine 2-Kolben-Brembo-Bremszange das Heck verzögert. Die Komponenten bringen die Scrambler zügig zum Stillstand, sind aber angenehm zu dosieren und nicht übermäßig giftig abgestimmt.
Für solch einen klassischen Scrambler hat Ducati bereits seit Anfang viel Elektronik reingepackt - aber das kennen wir ja bereits vom Hersteller aus Bologna. Im Fall der Scrambler 1100 Tribute PRO verbaut man 3 Riding Modes, die auch die Regelung der Traktionskontrolle steuern. Außerdem ist ein BOSCH Kurven ABS serienmäßig an Bord und unter der Sitzbank versteckt sich ein USB-Anschluss zum Laden vom Smartphone. Genau genügend Elektronik um modern zu sein, ohne den Retro Gedanken zu übertrumpfen.
Wie in der gesamten Ducati Scrambler Palette bieten die Italiener auch mit der neuen Tribute PRO ein absolutes Lifestyle Objekt an, das mit seiner absolut edlen Optik aber nicht nur zum Posen gut ist! Hochwertige Komponenten, ein charaktervoller Motor und eine neutrale Sitzposition bedeuten, dass man auf diesen Naked in jeder Lebenssituation gut gewappnet ist. Denn obwohl sie keinerlei Windschutz bietet, überrascht die 1100er Scrambler mit scheinbar unerschütterlicher Spurtreue auf der Autobahn. Charakterstark, schön anzusehen und mit toller Performance. Die neue Scrambler 1100 Tribute PRO trägt die Fackel der Ducati Retro Bikes stolz weiter - schließlich steckt ja auch die bekannte Scrambler 1100 PRO unter dem hübschen Heritage-Kleid. Man erhält also ein leicht zu fahrendes Naked Bike, mit dem man auch den ein oder anderen Schotterweg entspannt absolvieren kann und das alles während man verdammt gut aussieht.
Konzept-Bikes auf der Bike Shed MotoShow 2024
Ducati präsentiert auf der Bike Shed MotoShow 2024, die zurzeit in London stattfindet, zwei bemerkenswerte Konzept-Bikes, die das Centro Stile Ducati auf der technischen Basis der Scrambler der zweiten Generation gestaltet hat.
Das erste Konzept namens CR24I ist ein Motorrad im Café Racer-Stil als Weiterentwicklung der gleichnamigen Scrambler von 2017. Das Projekt betont die Vielseitigkeit der technischen Basis der Ducati Scrambler, die in dieser Interpretation durch eine 17-Zoll-Vorderradfelge mit Straßenreifen und dem sportlichen Lenkerstummel mit Spiegeln gekennzeichnet ist. Die schmale am Tank befestigte Verkleidung erinnert an Ikonen der Ducati-Geschichte, wie die Pantah oder die 750 SS. Die Sitzbank verwandelt sich dank der abnehmbaren Soziussitz-Abdeckung, die an die klassischen „Panettone“-Sättel der Sportmotorräder der 1970er-Jahre erinnert, in einen Einzelsitz.
Die RR24I wiederum bezieht ihre Inspiration aus den postapokalyptischen Kino-Sagas a la „Max Mad“ & Co. Minimalistisch und funktional bis ins kleinste Detail, im starken Kontrast zu den harmonischen Linien des CR24I-Konzepts, ist diese Ducati Scrambler eine Rückkehr zu den Ursprüngen des Motorradbaus. Sie besteht aus zwei Rädern, einem Tank, einem Motor und einem Lenker, und keine überflüssigen Bauteile. Dabei werden die Aluminiumteile besonders betont. Beim Tank werden die Abdeckungen durch einen Rahmen ersetzt, an dem ein Tankrucksack für das Nötigste befestigt werden kann, sei es für Kleidung oder für Werkzeug. Der für den Sozius reservierte Teil der Sitzbank ist abnehmbar, um Platz für einen Gepäckträger zu schaffen. Am Heck erinnert der Koffer auf der linken Seite an das Upcycling eines leeren Kanisters. Der hochgezogene Termignoni-Auspuff unterstreicht den Tracker-Look, der durch die Pirelli Scorpion Rally-Reifen auf der 18 Zoll großen Felge vorn und der 17 Zoll großen Felge hinten vervollständigt wird.
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