Ducati Streetfighter V4 Beschleunigungstest: Das stärkste Naked Bike im Detail

Die Ducati Streetfighter V4 ist technisch gesehen eine Panigale V4 mit breitem Lenker und weniger Verkleidung. Seit Ende November 2024 präsentiert Ducati die neuen Streetfighter V4 und V4 S für 2025.

Auffällige Änderungen und neue Hardware-Details

Auffälligste Änderung ist die neue, zweiarmige Hinterradschwinge. Doch das aktuell stärkste Naked Bike mit dem extremen Leistung-Gewicht-Verhältnis (1,13 PS pro kg) übernimmt noch mehr neue Hardware-Details und Elektronik-Funktionen von der ebenfalls für 2025 erneuerten Ducati Panigale V4.

Ducati Hollow Symmetrical Swingarm - die neue Zweiarmschwinge

Nach Werksangaben verbessert die neue, zweiarmige Hinterradschwinge namens Ducati Hollow Symmetrical Swingarm die Traktion am Kurvenausgang und somit die Beschleunigung. Die ebenfalls aus Aluminium gefertigte Zweiarmschwinge sei mitsamt Umlenkung 2,9 Kilogramm leichter als die bisherige Einarmschwinge. Zudem sei die seitliche Steifigkeit gezielt um 43 Prozent reduziert.

Leichteres Aluminium-Chassis und Doppeldecker-Winglets

Insgesamt ist das Aluminium-Chassis der neuen Ducati Streetfighter V4 mit dem um rund ein Kilo leichteren Frontrahmen nahezu identisch mit dem der neuen Ducati Panigale V4. Lediglich der Lenkkopfwinkel ist hier um 0,5 Grad weniger steil (65,5 Grad) sowie der Nachlauf 1 mm länger. Zudem erzeugen die neuen Doppeldecker-Winglets angeblich noch mehr Anpressdruck (Downforce) als bisher an der Front.

V4-Motor Desmosedici Stradale mit 214 PS

Von bisher 208 PS steigt die Nennleistung der Ducati Streetfighter V4 auf 214 PS (157,5 kW) bei 13.500/min. Das maximale Drehmoment geht geringfügig zurück, von bisher 123 Nm bei 9.500/min auf 120 Nm bei 11.250/min - das lässt eine noch spitzere Leistungsentfaltung erwarten. Dabei hat der Desmosedici Stradale genannte Motor nach wie vor 1.103 Kubik und 16 desmodromisch gesteuerte Ventile. Lediglich 2 PS beträgt der kleine Respektabstand zur neuen Ducati Panigale V4 (216 PS). Nebenbei erwähnt Ducati ein "gedämpfteres Auspuffgeräusch", somit dürfte die neue Streetfighter V4 etwas weniger lautstark auftreten.

Stärker als die BMW M 1000 R

Mit der neuen Streetfighter V4 und dem Top-Modell V4 S entreißt Ducati der BMW M 1000 R (210 PS) die Krone als stärkstes Naked Bike mit Straßenzulassung. Bisher thronte die M-BMW 2 PS über der Streetfighter V4 mit zuletzt 208 PS. Mit dem Update auf 214 PS setzt Ducati ein neues Ausrufezeichen. Interessant: BMW könnte hier nachziehen, denn deren Reihenvierzylinder leistet in der M 1000 RR, dem Superbike und WSBK-Basis für die Saison 2025 sogar 218 PS. Sprich: Hier ist noch etwas Luft für die M 1000 R.

Updates und Upgrades für Bremsen und Elektronik

Weitere Updates und Upgrades für die neue Ducati Streetfighter V4 sind die neuen Hypure-Bremszangen von Brembo sowie das neue, in Zusammenarbeit mit Bosch entwickelte Race eCBS. Überwacht vom Ducati Vehicle Observer (DVO) sind die elektronischen Assistenzsysteme umfassend auf dem neuesten Stand der Technik. Lediglich Radar und Abstandstempomat fehlen noch, würden zu einem Streetfighter aber nicht so recht passen.

Fahrwerk von Öhlins oder von Showa und Sachs

Obendrein bekommt die neue Ducati Streetfighter V4 S die neueste Version der elektronisch geregelten Fahrwerkskomponenten von Öhlins (Gabel-Typ NIX 30, Federbein-Typ TTX 36 und Lenkungsdämpfer mit Öhlins Smart EC 3.0). Bei der Streetfighter V4 ohne S kommen eine Big-Piston-Upside-down-Gabel von Showa sowie Federbein und Lenkungsdämpfer von Sachs zum Einsatz.

Gewicht und Display

Mit geschmiedeten Aluminium-Rädern und Lithium-Ionen-Batterie ist die neue Ducati Streetfighter V4 S nach Werksangaben 2 Kilogramm leichter als die Streetfighter V4 ohne S: 189 zu 191 Kilogramm, jeweils ohne Sprit im 16-Liter-Alu-Tank. Beide bekommen das neue TFT-Display mit 6,9 Zoll Diagonale und Seitenverhältnis 8:3.

Preise und Verfügbarkeit

Die neuen Ducati Streetfighter V4 und Streetfighter V4 S sollen ab März 2025 im Handel verfügbar sein. Preise nennt Ducati bereits: ab 24.990 Euro, V4 S ab 27.990 Euro.

Ducati Diavel V4 vs. Ducati Streetfighter V4 S - Der ultimative Vergleich

Die Welt der Motorräder ist aufregend und vielfältig, und wenn es um Ducati geht, wird es besonders spannend. In diesem Vergleich treten die Ducati Diavel V4 und die Ducati Streetfighter V4 S gegeneinander an. Beide Modelle repräsentieren das Beste, was Ducati zu bieten hat, sprechen aber unterschiedliche Fahrertypen und Einsatzgebiete an. Hier werfen wir einen Blick auf die Stärken und Schwächen beider Motorräder, um herauszufinden, welches Motorrad besser zu den individuellen Bedürfnissen passt.

Design und Ergonomie

Das Design ist oft das erste, was ins Auge fällt, und hier haben beide Motorräder ihren eigenen Charakter. Die Ducati Diavel V4 strahlt mit ihrer muskulösen und kraftvollen Erscheinung eine gewisse Präsenz aus. Sie verbindet die Linienführung eines Cruisers mit sportlichen Elementen und ist damit ein echter Hingucker. Die Sitzposition ist entspannt und bequem, ideal für längere Touren. Im Gegensatz dazu präsentiert sich die Ducati Streetfighter V4 S aggressiver und sportlicher. Mit ihrem schnittigen Design und der aufrechten Sitzposition ist sie für den sportlichen Fahrer konzipiert, der die Straße erobern will. Die Ergonomie ist auf maximale Kontrolle und Fahrdynamik ausgelegt, was sie zu einer hervorragenden Wahl für Kurvenliebhaber macht.

Leistung und Motor

Beide Motorräder sind mit dem beeindruckenden V4-Motor ausgestattet, der für seine Leistung und seinen Sound bekannt ist. Die Ducati Diavel V4 bietet eine kraftvolle Beschleunigung und ein hohes Drehmoment, was sie ideal für entspannte Fahrten, aber auch für sportliche Ausflüge macht. Die Leistung ist beeindruckend und die Diavel fühlt sich sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn wohl. Die Streetfighter V4 S hingegen ist auf maximale Leistung und Agilität ausgelegt. Sie bietet eine noch sportlichere Abstimmung und eine direktere Rückmeldung vom Fahrwerk. Die Beschleunigung ist atemberaubend und der Streetfighter zeigt sich vor allem in den Kurven von seiner besten Seite. Hier wird das Potenzial des V4-Motors voll ausgeschöpft, was sie zu einem echten Sportbike macht.

Fahrverhalten und Handling

Das Fahrverhalten ist ein entscheidender Faktor, der die Entscheidung zwischen den beiden Motorrädern beeinflussen kann. Die Ducati Diavel V4 bietet ein ausgewogenes Fahrverhalten, das sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Fahrer geeignet ist. Sie ist stabil und gutmütig, was sie zu einem angenehmen Begleiter auf langen Touren macht. Die Streetfighter V4 S hingegen ist ein echtes Sportgerät. Ihr Handling ist präzise und direkt, was sie besonders für sportliches Fahren und den Einsatz auf der Rennstrecke prädestiniert. Die Agilität und Wendigkeit des Streetfighters sind beeindruckend, erfordern aber auch ein gewisses fahrerisches Können, um das volle Potenzial auszuschöpfen.

Ausstattung und Technik

Bei der Ausstattung bieten beide Motorräder eine Fülle moderner Technologien. Die Ducati Diavel V4 verfügt über eine Vielzahl von Fahrmodi, die es dem Fahrer ermöglichen, das Fahrverhalten den jeweiligen Bedingungen anzupassen. Zudem sind Assistenzsysteme wie ABS und Traktionskontrolle serienmäßig an Bord, was die Sicherheit erhöht. Die Streetfighter V4 S bietet ebenfalls eine beeindruckende technische Ausstattung, die auf sportliches Fahren ausgelegt ist. Hier sind die Fahrmodi noch ausgefeilter und die Elektronik auf maximale Leistung optimiert. Die Kombination aus Fahrwerk und Elektronik sorgt vor allem auf der Rennstrecke für ein unvergleichliches Fahrerlebnis.

Die neue Ducati Streetfighter V4 im Detail

Mit der neuen Streetfighter V4 präsentiert Ducati ein Naked Bike, das in puncto Leistung, Technologie und Design neue Maßstäbe setzt. Durch mehr Leistung, weniger Gewicht und modernste Elektronik erreicht sie ein beeindruckendes Leistungsgewicht von 1,13 PS/kg, das in ihrer Klasse unübertroffen ist.

Motor und Leistung

Der Motor der neuen Ducati Streetfighter V4 ist der bekannte Desmosedici Stradale V4 mit einem Hubraum von 1.103 cm³, der nun 214 PS bei 13.500 U/min und ein maximales Drehmoment von 120 Nm bei 11.250 U/min leistet. Ducati hat den Motor für das 2025er-Modell weiter verfeinert und ihm neue Nockenwellen spendiert, um die Leistungsausbeute zu optimieren. Trotz der Euro5+-Norm konnte Ducati den kraftvollen und charakteristischen Sound des V4-Motors bewahren.

Chassis und Fahrwerk

Die Ducati Streetfighter V4 profitiert von einem überarbeiteten Chassis, das direkt von der Panigale V4 übernommen wurde. Der neue Front Frame aus Aluminium wurde nicht nur um 950 Gramm leichter, sondern weist auch eine um 39 Prozent reduzierte laterale Steifigkeit auf, was das Handling in Kurven verbessern soll. Die brandneue hohlgebohrte symmetrische Zweiarmschwinge ist ebenfalls eine technische Meisterleistung. Sie ist nicht nur 3,27 Kilogramm leichter als die vorherige Einarmschwinge inkl. Zusätzlich wurden kleine, aber entscheidende Änderungen an der Geometrie vorgenommen.

Ducati hat das Fahrwerk der Streetfighter V4 noch weiter verfeinert und setzt je nach Modell auf unterschiedliche Lösungen. Die S-Version verfügt über eine elektronisch gesteuerte NIX 25/30 (SV) S-EC 3.0-Gabel sowie ein TTX36 (SV) S-EC 3.0-Federbein. Diese Federung nutzt das Öhlins Smart EC 3.0-System, das sich automatisch an Fahrstil und Streckenbedingungen anpasst.

Bremsen

Das Bremssystem der Ducati Streetfighter V4 2025 wurde weiterentwickelt, um sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke maximale Kontrolle zu bieten. Vorne kommen zwei 330-mm-Scheiben mit den neuesten Brembo Hypure®-Monoblock-Bremssätteln zum Einsatz, die im Vergleich zum Vorgängermodell nicht nur leichter sind, sondern auch die beim Bremsen entstehende Wärme effektiver ableiten.

Elektronik

Die neue Ducati Streetfighter V4 ist mit modernster Elektronik ausgestattet, die aus der MotoGP abgeleitet wurde. Der neue Ducati Vehicle Observer (DVO) simuliert über 70 Sensoren, um alle elektronischen Systeme noch präziser zu steuern. Im Race-Modus entfaltet das Motorrad seine maximale Performance für die Rennstrecke. Der Sport-Modus bietet eine dynamische Abstimmung für kurvige Landstraßen, während der Road-Modus das Motorrad für den Alltagseinsatz optimiert. Der neue Wet-Modus verbessert die Sicherheit auf nasser Fahrbahn und reduziert das Drehmoment für eine sanftere Leistungsentfaltung.

Ergonomie und Design

Ducati hat auch die Ergonomie weiter verbessert. Der Lenker wurde um 10 mm näher an den Fahrer herangerückt, was die Kontrolle in Kurven erleichtern soll. Gleichzeitig wurden die Fußrasten um 10 mm weiter innen positioniert, sowie niedriger und weiter vorne angebracht um eine höhere Schräglagenfreiheit zu ermöglichen. Das neue 6,9-Zoll-TFT-Display mit einem 8:3-Seitenverhältnis sorgt für eine verbesserte Lesbarkeit und bietet verschiedene Ansichten für Straße und Rennstrecke.

Die neue Ducati Streetfighter V4 bleibt der aggressiven Ducati-DNA treu, präsentiert sich aber noch moderner. Der neue LED-Scheinwerfer verstärkt den markanten Look, während das Heck mit seinem "Doppel-C"-LED-Rücklicht ein weiteres optisches Highlight setzt. Neben dem bereits erwähnten Fahrwerksunterschied bietet die V4 S geschmiedete Aluminiumfelgen statt Gussfelgen sowie eine leichtere Lithium-Ionen-Batterie, wodurch insgesamt 2 kg Gewichtsersparnis generiert wurde.

Fahrverhalten und Stabilität

Auch wenn man bei dem neuen V4 Streetfighter stark auf die Panigale aufgebaut hat, ist es nicht so einfach, die Fahreigenschaften des Superbikes übernehmen zu können. Die anderen Bedingungen wie breiter Lenker, aufrechte Sitzposition und kein Windschutz erzeugen fahrdynamisch ganz andere Fahrzustände im Vergleich zum Supersportbereich. Die Anpassungen, die man hier zur Panigale aber gemacht hat, treffen gut ins Schwarze. Am meisten beeindruckt dabei das extrem stabile Fahrverhalten selbst bei sehr hohen Geschwindigkeiten. Es gibt nicht viele Naked Bikes, die jenseits der 250km/h beruhigt geradeaus laufen. Auch die neue Rahmenkonstruktion und neue Schwinge mit deutlich mehr Flex trägt hier massiv zur Beruhigung des Bikes um die Hochachse bei. Durch den etwas flacheren Lenkkopfwinkel und dem längeren Radstand entsteht selbst auf der unverkleideten ein gewisses Supersportfeeling. Lediglich der Winddruck bei Topspeed erinnert an die fehlende Verkleidung. Dabei ist aber auffällig, dass sich keinerlei Verwirbelungen am Helm oder Oberkörper bemerkbar machen und somit immer eine unverzerrte visuelle Wahrnehmung ermöglicht. Nur die etwas strapazierten Halsmuskeln erinnern an die flotte Gangart und an den dabei auftretenden entgegengerichteten Orkan.

Das neue elektronische Öhlinsfahrwerk 3.0 mit neuen Ventilen und Software trägt ebenfalls zur Stabilität bei. Trotz der 214 PS kann auch in Schräglage am Kurvenausgang voll eingeschenkt werden ohne viel Bewegung hervorzurufen. Dadurch können trotz massiver Beschleunigung sehr enge Radien am Kurvenausgang gehalten werden. Auch der Grip ist außergewöhnlich hoch und liegt ebenfalls nahe Superbikeniveau. Weiters zeigt das Fahrwerk einen großen Einstellbereich, der neben dem gelegentlichen Rennstreckeneinsatz auch viel Fahrkomfort auf der Landstraße ermöglicht. Im Automatik Modus wird die Bummelfahrt auf gerader Strecke selbständig erkannt und öffnet somit die Dämpfungseinsteller autonom.

Motorcharakteristik und Beschleunigung

Die nun kürzere Übersetzung hilft gerade auf der Landstraße den Motor in ansprechenden Drehzahlbereichen zu halten. Denn trotz der hohen Leistung benötigt das Triebwerk zumindest 5.000 Umdrehungen um ordentlich zu Werke zu gehen. Möchte man so richtig Vortrieb haben, müssen dann schon 9.000 umin anliegen. Dann aber schiebt der V4 so druckvoll, dass in den ersten 2 Gängen die volle Leistung kaum umsetzbar ist. Dank der ab 12.000 Umdrehungen umschaltbaren Ansaugtrichtern legt der Schub dann bis zum Begrenzer noch weiter zu. Die 2 PS, die dabei auf die Panigale aufgrund andere Ansaugverhältnisse fehlen, fallen da nicht ins Gewicht. Auf jeden Fall helfen bei diesen Beschleunigungen auch die neuen und stärker wirkenden Winglets das Vorderrad auf den Boden zu halten. Bis zu 45kg Abtrieb werden dabei bei hohen Geschwindigkeiten realisiert. Der rückwärts drehende V4 hilft dabei zusätzlich, nachdem sich hier das Abstützdrehmoment durch den Drehzahlanstieg ebenfalls gegen das aufsteigende Vorderrad stemmt. Alles, was dann trotzdem noch zu viel ist, wird von der Elektronik eingefangen.

Elektronik und Fahrassistenzsysteme

Auch hier bedient sich Ducati vom reichhaltigen Tisch der neuen Panigale und implementiert das komplette System inkl. 6,9 Dashboard. Durch die größere Breite können nun die interessanten Daten deutlich besser dargestellt werden. Je nach Wunsch können hier im rechten Rand entweder die Einstellungen der Fahrhilfen inklusive deren Eingreifen angezeigt, oder Informationen wie Schräglage usw. wiedergegeben werden. Auch die Bedienung der Schalter kann selbst mit dickeren Handschuhen gut durchgeführt werden.

Nach vielen Jahren der Entwicklung greifen die Fahrhilfen heute ausgewogen ein und nehmen dabei die Leistung in den notwendigen Bereichen so gekonnt weg, ohne dass der Fahrer viel davon spürt. Trotzdem lässt das System bei kleiner Regeleinstellung viel Schlupf zu und ermöglicht dem versierten Fahrer viel Vortrieb auch mit nachlassenden Reifen.

Das neue kombinierte Bremssystem, das bei Betätigung der Vorderbremse auch die hintere mit ansteuert, hilft bei starken Verzögerungen, dass Bike stabil zu halten. Der große Vorteil liegt dabei aber beim tiefen Hineinbremsen in die Kurve, wo durch die zusätzliche Bremskraft am Hinterrad, das Motorrad auf engere Radien gezogen wird. Ebenfalls ein System, das aus der Panigale übernommen wurde. Dort geht man dann nochmals einen Schritt weiter und lässt die Hinterbremse bei hoher Schräglage auch nach dem Loslassen des Bremshebels aktiv, um noch engere Radien ermöglichen zu können. Ein Verhalten, das man sich aus der MotoGP abgeschaut hat, wo die Fahrer manuell die hintere Bremse (meist Daumenbremse) dazu nutzen um das Bike am Scheitelpunkt besser hingedreht zu bekommen. Wenn man die zusätzlichen Bremseingriffe nicht möchte, dann kann das einfach über die ABS Einstellungen deaktiviert werden. Deshalb hat man hier mittlerweile 5 verschiedene ABS Modi, wobei einer davon sogar eine komplette Deaktivierung der hinteren ABS Reglung ermöglicht und das Fahrzeug somit auch komplett quer angestellt werden kann.

Fahrbarkeit und Fazit

Auch wenn man hier eine 214PS Rakete unterm Hintern hat, lässt sich die neue V4 Streetfighter auch von Ungeübten dank ihrer angenehmen Leistungsentfaltung, des sehr stabilen Fahrverhaltens und der angenehmen Ergonomie sehr einfach fahren. Gerade die enorme Stabilität beeindruckt dabei am meisten für ein unverkleidetes Bike und hebt damit die neue Ducati deutlich über die Konkurrenz.

Beschleunigungswerte im Überblick

Unsere Testgeräte werden voll ausgereizt. Wir sammeln in kürzester Zeit möglichst viele Daten. Und die wichtigsten wollen wir euch nicht vorenthalten. Ihr wolltet schon immer wissen wie sich euer zukünftiges Motorrad auf der Straße verhält? In dieser Top-Liste veranschaulichen wir die Beschleunigung von 50km/h auf 120 km/h der verschiedensten Motorräder.

Hier eine Auswahl der gemessenen Beschleunigungswerte von 50 km/h auf 120 km/h:

PlatzMotorradZeit [s]
5Kawasaki (Sporttourer)2,599
6Suzuki2,601
7Aprilia Tuono Factory2,707
8Ducati (Zweizylinder)2,762
11Ducati Panigale V4 (Naked)2,809
12Harley Davidson Sportster S2,816
17Adventure Bike2,994
18Ducati Supersport 9503,035
25Suzuki GSX-S9503,302

Die Top-Motorräder in Sachen Durchzug

Mal schnell überholen ist für die Top 10 in der Disziplin "Durchzug" ein Klacks. Spoiler: Das "langsamste" Motorrad benötigt 3,3 Sekunden von 100 auf 140 km/h.

Vertraute Situation: Landstraße mit 100 km/h locker befahren und das Überholen eines anderen, langsameren Verkehrsteilnehmers steht an. Gut, wenn wir dabei auf einem der Top-Durchzieher sitzen, die MOTORRAD im Jahr 2022 testete. Einige Euro-4-Modelle aus 2020 sind schneller und vielleicht wurde 2022 das ein oder andere schnellere Modelle gar nicht getestet.

Die aktuellen Modelle mit den kürzesten Zeiten von 100 auf 140 km/h sind:

  • Platz 10: Multistrada, GS und Street Triple (3,3 Sekunden)
  • Platz 7: Tuono V4, MT-10 SP und Speed Triple 1200 RS (3,2 Sekunden)
  • Platz 4: BMW R 1250 RS, S 1000 R und die R 1250 R (3,1 Sekunden)
  • Platz 1: Streetfighter und Gentlemen Racer (2,9 Sekunden)

Die Ducati Streetfighter V4 S und die Triumph Speed Triple RR teilen sich den ersten Platz mit einer Beschleunigungszeit von 2,9 Sekunden von 100 auf 140 km/h im höchsten Gang.

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