Spätestens seit dem Aufkommen des DJI Avinox liegt ein besonderer Fokus auf den Leistungskennziffern von E-Bikes. Was Kennziffern wie Watt und Newtonmeter bedeuten und wie aktuelle E-Bike Motoren abschneiden, zeigen wir dir in einem Vergleich.
Was bedeuten Watt und Newtonmeter?
- Watt: Watt beziffert die Kraft oder Arbeit des Motors und drückt aus, wie Leistung in Geschwindigkeit übertragen wird. Ein E-Bike mit einer hohen Wattzahl wird auf Dauer eine höhere Geschwindigkeit auf die Strecke bringen. Die Maximalleistung des Motors darf darüber liegen, wenn in Summe die 250 Watt nicht überschritten werden.
- Newtonmeter (Nm): Newtonmeter ist die Rotationskraft und lässt sich auch bei der Angabe von Drehmomentschlüsseln finden. Das Anzugsmoment, oder Torque eines Motors benennt die Kraft, die er in der Umdrehung aufbringen kann. Auf einem E-Bike mit hohem Torque kannst du stärker anfahren und mehr Kraft beim Klettern aufbringen.
Die Bedeutung des Drehmoments
Auf einem E-Bike mit hohem Torque kannst du stärker anfahren und mehr Kraft beim Klettern aufbringen. E-MTB für technische Kletterpartien und extreme Geländefahrten werden mit den stärksten Motoren ausgerüstet. E-Bikes mit 90 bis 100 Nm Drehmoment sind auf dem Markt als starke Boliden beliebt.
Starke E-Bikes passen zu dir, wenn du beim technischen Klettern und an steilen Anstiegen im Gelände maximale Unterstützung schätzt oder große Lasten transportierst. Mit der neuen Hausmarke von 120 Nm sind extreme E-Bikes ausgerüstet. Die Grenze ist, wie natürlich das Fahrgefühl unterstützt wird und wie sich die Pedale am Fuß und der Reifen im Gelände anfühlt.
Aktuelle E-Bike Motoren im Vergleich
Es gibt viele Motoren, die sich in internationalen Wettkämpfen und in Tests beweisen konnten. Grundsätzlich finden wir, dass alle aktuellen E-Drives für die meisten Verbraucher von Amateur bis Profi ausgezeichnet einsatzfähig sind. Die folgenden Beschreibungen stammen aus verschiedenen Tests in Fachmagazinen. Es handelt sich nur um eine kleine Auswahl.
Bosch Performance Line CX Gen 5
Der eMTB-Modus bietet 140 % bis 340 % Unterstützung und erleichtert mit Extended Boost das Überwinden von Hindernissen durch feinfühlige Reaktion auf den Pedaldruck. Mit dem Update im Juli 2025 steigt die maximale Unterstützung auf 400 %. Über die eBike Flow-App des Bosch Smart Systems lassen sich alle Unterstützungsmodi (Maximalmoment, Dynamik etc.) individuell einstellen.
Durch Überarbeitung des Antriebsstrangs läuft der Performance CX Gen5 jetzt deutlich leiser - selbst auf ruppigen Abfahrten bleibt der Motor dezent im Hintergrund und in niedrigen Modi nahezu unhörbar. Ein neuer eMTB+ Modus versteht sich als Unterstützung für maximale Ansprüche bei Kletterpartien.
Shimano EP801
Die Shimano E-TUBE PROJECT App erlaubt es, zwei Profile anzulegen und Parameter für Eco, Trail und Boost nach persönlichen Vorlieben zu konfigurieren. Mit etwa 2,7 kg gehört der EP801 zu den leichteren Full-Power-Antrieben. Zudem wurde der interne mechanische Widerstand deutlich verringert - oberhalb von 25 km/h ist praktisch kein Tretwiderstand mehr spürbar.
Der EP801 liefert 85 Nm Drehmoment und 600 W Peak-Leistung und behält damit die gleichen Spitzenwerte wie sein Vorgänger, steigert aber die Dauerleistung und arbeitet effizienter über einen größeren Kadenzbereich.
Eagle Powertrain System (Brose)
Das Eagle Powertrain System integriert den Brose-Mittelmotor, den 720-Wh-Akku und die drahtlose Eagle-Transmission zu einem ganzheitlichen Antriebspaket. Als Highlight verfügt Eagle Powertrain über Auto-Shift (vollautomatisches Schalten) und Coast-Shift (Schalten im Rollen ohne Pedaltritt).
Die Auto-Shift-Funktion agiert wie ein „sechster Sinn“ und entscheidet selbständig, wann geschaltet werden muss, damit der Fahrer den Fokus auf dem Trail behalten kann. Der 90 Nm starke Brose-Motor im Eagle Powertrain ist für bestmögliches Thermomanagement ausgelegt. Laut Hersteller werden hitzebeständige Materialien verwendet, die Leistungsverlust bei Dauerlast minimieren sollen.
Specialized 2.2 Motor (Brose Drive S Mag Basis)
Specialized entwickelt seinen 2.2-Motor in Eigenregie (Basis Brose Drive S Mag) exklusiv für die eigenen E-MTBs. Das im Oberrohr integrierte MasterMind-TCU fungiert als „Gehirn“ des Systems. Das kompakte Farbdisplay zeigt alle wichtigen Daten wie Geschwindigkeit, Unterstützungsmodus und Akkustand in 1%-Schritten an.
Die Specialized-App (Nachfolger der Mission Control) bietet umfangreiche Tuning-Optionen. So kann man z.B. mit der MicroTune-Funktion die Unterstützungsleistung während der Fahrt in 10%-Schritten feinjustieren. Dieses Feature lässt sich bequem per Klick an der Remote aktivieren, um das Anstrengungslevel genau auf dem gewünschten Niveau zu halten. Über die App stehen zudem vordefinierte Profile.
DJI Avinox M1
Der Drohnenhersteller DJI bringt umfassendes Know-how aus der Entwicklung kleiner, leistungsstarker Elektromotoren und Sensoren mit. Der Auto-Mode des DJI Avinox reagiert vollautomatisch auf Gelände und Pedaleinsatz. Er passt das Unterstützungsniveau in Echtzeit an den Widerstand an und liefert so stets „so viel Hilfe wie nötig, so wenig wie möglich“.
Der DJI Avinox M1 wiegt laut Hersteller nur ca. 2,52 kg und ist damit mehrere hundert Gramm leichter als vergleichbare E-MTB-Motoren (ein Bosch CX Gen4 wiegt z.B. ~2,9 kg). Trotz des minimalen Gewichts bietet das System bis zu 120 Nm Drehmoment und 1000 W Peak-Leistung im Boost-Modus - Werte, die herkömmliche Antriebe deutlich übertreffen.
Brose Drive³ Peak
Mit dem Drive³ Peak stellt Brose auf ein 48V-System um und läutet eine neue Motorengeneration ein. Brose-Motoren sind bekannt für ihren leisen, vibrationsarmen Lauf dank internem Riemenantrieb („belt-geared operation“). Beim Drive³ Peak hat Brose das Konzept weiterentwickelt (Magnesiumgehäuse, optimiertes Getriebe) und verspricht eine noch geschmeidigere Leistungsabgabe sowie geringere Geräuschentwicklung.
Brose richtet das Drive³-System stark auf Fahrradhersteller aus. So wird der Drive³ Peak von Anfang an mit integrierten Brose-Akkus (468 Wh und 814 Wh) angeboten, kann aber auch mit Drittanbieter-Batterien kombiniert werden. Zudem bietet Brose eigene Displays/Remotes und ermöglicht Partnern die Nutzung des Systems mit ihren Komponenten.
Fazua Ride 60
Der Fazua Ride 60 zählt zu den Light-Assist-Systemen und wiegt nur rund 1,96 kg (Motor). Damit ist er sogar etwas leichter als Boschs leichter SX-Motor (ca. 2,0 kg) und ermöglicht extrem schlanke E-Bike-Konzepte. Per Boost-Modus kann der Fazua Ride 60 kurzzeitig zusätzliche Leistung bereitstellen.
Wird der Boost aktiviert, steigert der Motor für ~12 Sekunden die Unterstützung um ca. 100 W auf bis zu 450 W Peak. Diese Extra-Power hilft beispielsweise, einen steilen Anstieg oder eine technische Passage mit einem kraftvollen Schub zu meistern. Alle Unterstützungsstufen des Ride 60 vermitteln ein sehr natürliches Fahrgefühl. Die Kraftentfaltung erfolgt harmonisch und intuitiv, sodass man - abgesehen von der verstärkten Tretkraft - kaum merkt, von einem Motor unterstützt zu werden.
TQ HPR 50
Im TQ HPR 50 kommt ein patentiertes Harmonic-Pin-Ring-Getriebe zum Einsatz, das dem Motor seinen Namen gibt und die besondere, kompakte Bauform ermöglicht. Der TQ HPR 50 bietet die mit Abstand unauffälligste Integration eines Mittelmotor-Systems auf dem Markt. In Bikes wie dem Trek Fuel EXe ist der Motor nahezu unsichtbar verbaut.
Trotz dieser Minimal-Assist-Bauweise liefert er bis zu 50 Nm und 300 W - genug für ein sehr natürliches MTB-Fahrgefühl mit dezentem „Uphill-Flow“. Der HPR 50 zählt zu den leisesten E-Bike-Motoren überhaupt. Im Testfeld von E-MOUNTAINBIKE war er einer der Motoren mit der geringsten Geräuschkulisse.
Bafang M510
Der Bafang M510 ist der Nachfolger des M500 und für den anspruchsvollen E-MTB-Einsatz ausgelegt. Er liefert weiterhin bis zu 95 Nm Drehmoment, doch wurde die Gesamtperformance deutlich gesteigert: Die Maximalleistung liegt ca. 20 % höher als beim Vorgänger und die Kadenzunterstützung wurde auf 120 RPM ausgedehnt.
Optimierte Software sorgt für ein sanfteres Ansprechverhalten aus dem Stand und kontrollierbare Leistungsabgabe. Der M510 beschleunigt kraftvoll, reagiert aber dank empfindlichem Drehmomentsensor sehr feinfühlig auf den Pedaldruck des Fahrers. Der M510 ist mit der neuen Bafang Smartphone-App steuer- und konfigurierbar. Diese (in Kürze erscheinende) App erlaubt es, die Unterstützungsstufen anzupassen, Firmware-Updates aufzuspielen und das System zu diagnostizieren.
Testberichte und Beispiele von E-Bikes mit 100 Nm Drehmoment
Hepha Mountain 7
Die aufstrebende Marke Hepha will mit starken Motoren und fairen Preisen den E-MTB-Markt aufmischen - ihr Mountain 7 setzt auf einen eigenen, leichten Antrieb mit satten 100 Nm Drehmoment. Der Firmenname bezieht sich auf Hephaistos, den griechischen Gott des Feuers und der Schmiedekunst. Seit 2021 ist die Marke des chinesischen Radherstellers Gobao in Deutschland aktiv.
Das Mountain 7 startet als Alu-Hardtail ab 2599 Euro mit 80-Nm-Motor. Als Carbon-Fully mit 150 mm Federweg ist es ab 4299 Euro zu haben. Das Topmodell Ultra (im Test) kostet 5499 Euro. Nur zwei Größen stehen zur Auswahl, für Personen von 1,65 bis 1,80 m (medium) und von 1,75 bis 1,90 m (large). Der eigene Motor wiegt leichte 2,8 kg, bietet stolze 100 Nm Drehmoment und wird von einem 804-Wh-Akku versorgt.
Auf dem Trail begeistert der kräftige Motor mit Drehfreude und ordentlich Schub. In steileren Passagen wird das hochfrequente Surren bei hoher Leistungsabgabe aber recht laut. Trotz der nicht ganz idealen Trittposition (weit hinten) kommt das leichte, stark motorisierte Hepha gut bergauf.
Vorteile laut Testern: Starker Motor, großer Akku, solide Peripherie, sehr gute Reichweite, gute Touren-Eigenschaften, fairer Preis, leicht, hohes max. zulässiges Gesamtgewicht.
Nachteile laut Testern: Schmaler Lenker, wenig Hub der Vario-Stütze, nur zwei Rahmengrößen, wenig souveränes Handling.
Bosch Performance Line CX Gen 5 mit Power-Update
Bosch zieht nach: Per kostenlosem Software-Update gibt es ab Juli mehr Power für freigegebene Performance-Line-CX-Motoren der fünften Generation, einen neuen CX-Race-Motor und aufgefrischte Peripherie. Ab Juli 2025 ist es so weit, dann kannst du nach einem Software-Update deines CX Gen 5 (Modellcode BDU384Y) das Leistungsplus von immerhin 15 Nm und 150 Watt abrufen bzw. einstellen.
Ebenfalls aufgefrischt wird der Bosch-eigene Race-Motor, welcher zukünftig einfach nur noch CX-R heißen wird. Er soll über identische Leistungsdaten ab Werk wie der CX5 nach dem Update verfügen, also 100 Nm bei 750 Watt und bis zu 400 % Unterstützung. Dank pulverbeschichtetem Magnesiumgehäuse, Titan-Kurbelwelle und "hochwertigen Keramik-Kugellager" fällt das Gewicht mit 2,7 Kilo rund 100 Gramm geringer aus, als der "normale" CX5.
Crivit Peak 709
Lidl hat mit dem Crivit Peak 709 aktuell ein neues, waschechtes E-Mountainbike für nur 1.799 Euro in seinem Webshop aufgenommen. Als Antrieb hält der Mittelmotor Mivice X700 mit einem maximalen Drehmoment von 100 Newtonmetern her. Der Akku liefert mit 709 Wattstunden eine ziemlich hohe Kapazität, die ebenfalls in diesem Preissegment nicht selbstverständlich ist. Insgesamt wiegt das E-Bike zirka 26 kg.
Das System wird, wie für einen Mittelmotor üblich, per Drehmomentsensor gesteuert und bietet drei Unterstützungsstufen (Eco, Tour, Race) - je nachdem, ob man gemütlich und sparsam oder mit voller Power unterwegs sein möchte. Das Crivit Peak 709 wurde mit 10 Gängen ausgestattet, die über eine Schaltung der Shimano Cues-Serie gewechselt werden.
Technische Spezifikationen des Crivit Peak 709| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| Preis | 1599 Euro |
| Rahmentyp | Hardtail |
| Material | Aluminium |
| Motor | Mivice X700 Mittelmotor |
| Leistung | 250 Watt |
| Drehmoment | 100 Nm |
| Akku | 709 Wh, 36 V |
| Unterstützungsstufen | ECO, TOUR, RACE |
Engwe L20 3.0 Pro
Das klappbare E-Bike Engwe L20 3.0 Pro bietet eine Voll-Federung, einen 100 Nm starken Mittelmotor mit Drehmomentsensor und einen 720-Wh-Akku mit Schnellladetechnik zum moderaten Preis. Das L20 3.0 Pro kommt wesentlich kantiger daher und die Batterie ist nun im Rahmen integriert und somit kaum sichtbar. Dank der stabilen Bauform erlaubt das knapp 33 kg schwere L20 3.0 Pro eine Zuladung von maximal 150 kg.
Das Laden des herausnehmbaren Akkus mit 720 Wh (48 Volt, 15 Ah) dauert beim L20 3.0 Pro dank Schnellladetechnik nicht mehr wie beim L20 fünf bis sechs Stunden, sondern ist nach etwa zwei Stunden erledigt. Neu sind auch der Klappmechanismus, die dünnere Bereifung mit Straßenprofil, der 250-Watt-Mittelmotor mit Drehmomentsensor, hydraulische Bremsen sowie GPS-Tracker und Bewegungssensor.
Hepha Trekking 7
Hepha macht mit dem Trekking 7 Ultra eine ordentliche Kampfansage an die E-Bike-Konkurrenz. Ab einem Preis von 2.499 € gibt es das Rad in drei Ausführungen und verschiedenen Motorstärken von 80 bis 100 Nm Drehmoment. Für 2023 herausgekommen ist ein E-Bike, dessen Rahmen eine High-Tech-Fertigung mit intelligenten Automatisierungsprozessen durchlaufen hat. Das bullige Unterrohr beherbergt die reichweitenstarke 708-Wh-Batterie, die Ladebuchse ist parallel zum Steuerrohr in angenehmer Höhe.
In unserer Testversion mit 100 Nm Drehmoment kostet das Bike 2.999 €. Die Trekking 7-Serie ist das bislang einzige Angebot von Hepha auf der unternehmenseigenen Webseite. Dafür besteht beim Kauf die Möglichkeit, aus drei Motorvarianten mit 80, 90 oder 100 Nm Drehmoment sowie zwei unterschiedlichen Rahmenformen zu wählen.
Direkt auf den ersten Metern fällt auf: Der DU-P100 hat ordentlich Power! Die 100 Nm schieben kraftvoll an, vom Anfahren bis etwas über 25 km/h unterstützt der Motor konstant, auch bei niedriger Trittfrequenz. Im Turbo-Modus gewinnt man den Ampelstart an der Kreuzung definitiv und muss sich dazu keine Sorgen um hupende Autos machen. Auch steile Anstiege sind kein Problem - zum einen trägt der Motor den Fahrer inklusive Bike mühelos den Berg hinauf, zum anderen hilft die große Gangbreite dabei, steile Hänge ohne große Anstrengung und, falls gewollt, auch mit über 20 km/h locker zu erklimmen.
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