Die Vielfalt auf dem E-Bike-Markt ist riesig. Fast jeder Fahrradtyp - vom klassischen Tiefeinsteiger bis hin zum Lastenrad - wird mittlerweile auch mit Elektromotor angeboten. Wer ein Elektrofahrrad kaufen möchte, muss oft viel Geld in die Hand nehmen. Deshalb ist es gut, vorher die eigenen Bedürfnisse zu kennen, um das beste E-Bike für sich zu finden.
Die Stiftung Warentest hat 2024 elf Trekking-E-Bikes getestet, darunter Modelle von Cube, Kalkhoff und KTM. Im E-Bike-Test 2024 wurden elf solcher Trekking-Räder mit integrierten Akkus geprüft. Die Räder kosten zwischen 1.100 und 4.500 Euro. Gute kosten ab rund 3.200 Euro.
Auch die Empfehlenswerten unter ihnen haben individuelle Stärken und Schwächen. Unsere Testergebnisse und Einzelbeschreibungen zu allen Rädern helfen Ihnen, das richtige E-Bike zu finden. Wir geben Tipps, wie Sie ein zuverlässiges gebrauchtes E-Bike finden.
E-Bike-Typen und Rahmenformen
Wir stellen verschiedene E-Bike-Typen vor, nennen Vorteile und Nachteile unterschiedlicher Rahmenformen, Antriebsarten und Motoren. City-E-Bikes mit tiefem Einstieg eignen sich für Arbeitsweg, Einkäufe und gelegentliche Ausflüge. Für den Alltag reichen die vergleichsweise günstigen Stadtflitzer mit moderaten Antrieben und Akkus oft völlig aus. Zu den besten City-E-Bikes gehört eines der günstigsten Modelle.
Asphalt oder Offroad? Tiefeinsteiger oder Diamant-Rahmen? Elf Trekking-Pedelecs mit Diamantrahmen und hydraulischen Scheibenbremsen. Davon haben acht Räder einen Mittelmotor und drei exemplarisch ausgewählte einen Hinterradantrieb.
Testkriterien der Stiftung Warentest
Wie viel Geld muss man für gute E-Bikes ausgeben? Welcher Motor ist der beste? Welche Pedelecs lassen sich stabil und sicher fahren? Im Prüflabor testeten wir etwa, ob die E-Bikes alle Sicherheitsanforderungen einhalten und wie gut Akku, Motor und Display spritzwassergeschützt sind.
Im Prüflabor messen wir die Bremskraft der E-Bikes - die Modelle mit Scheibenbremsen meistern die Prüfung ohne Probleme. Wir prüften, ob die Bremsen in Anlehnung an Din EN 15194:2018-11 ein Gesamtgewicht von 150 Kilogramm schnell genug abbremsen.
Mit Akkus und Ladegeräten führten wir in Anlehnung an die Din EN 60335-1:2020 sowie 62133-2:2017 etwa Glühdraht- und Kurzschluss- sowie Strahlwasserprüfungen in Anlehnung an die Din EN 60529:2014 Schutzart IPX5 durch. Im Prüfpunkt weitere Sicherheitsaspekte bewerteten wir etwa, ob die Pedal-Bodenfreiheit groß genug und die CE-Erklärung korrekt ist.
Griffe und Sättel untersuchten wir auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und auf Phthalat-Weichmacher. PAK extrahierten wir mit Toluol und analysierten mit Gas-Chromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung (GC-MS) gemäß der Spezifikation für das Zeichen „Geprüfte Sicherheit“ AfPS GS 2019:01 PAK.
Lauteten die Noten für das Bremsen Mangelhaft, konnte das Urteil Sicherheit und Haltbarkeit nicht besser als Mangelhaft sein. Abwertungen bewirken, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitätsurteil auswirken.
ADAC E-Bike Test: Günstige Tiefeinsteiger im Fokus
Getestet hat der ADAC zehn preiswerte E-Bikes mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 km/h. Überprüft wurden Tiefeinsteiger-Pedelecs unter 2000 Euro auf Fahreigenschaften, Antrieb, Handhabung, Sicherheit sowie Schadstoffe.
Besonders im Alltag und für kurze Strecken sind Pedelecs und E-Bikes mit tiefem Einstieg sehr bequem. Die aufrechte Sitzposition bei einem so genannten Tiefeinsteiger-Pedelec ist vergleichbar mit der bei einem Hollandrad und ermöglicht ein komfortables Fahrgefühl. Auch das Auf- und Absteigen wird durch den tiefen Einstieg erleichtert. Und es gibt auch günstige Modelle für unter 2000 Euro.
Generell ist bei günstigen Pedelecs keine Spitzentechnologie zu erwarten, aber Antriebs-, Brems- und Akkuleistung sollten vernünftige Werte aufweisen. Bei den meisten der getesteten Tiefeinsteiger-Pedelecs fielen dabei die geringe Reichweite des Akkus und die lange Ladedauer auf sowie Defizite beim Antrieb.
Im Test wurden bei den Messungen auf dem Prüfstand besonders die Bremsen, die Belastbarkeit des Rahmens sowie der Motor und der Akku überprüft. Im Gesamtergebnis des Tests sind nur zwei von zehn Pedelecs gut, fünf befriedigend, eines ist ausreichend. Aber es gibt auch zwei mangelhafte Modelle.
Beispiele aus dem ADAC Test
Mit einer Akku-Reichweite von 73 Kilometern im Test ist mit dem Deruiz auch ein entspannter Tagesausflug möglich. Die angenehme Ergonomie, ein stabiles und laufruhiges Fahrverhalten sowie die guten Bremsen überzeugten auch beim Praxistest. Positiv fiel ebenso die direkte Schaltung auf, die gut mit dem Antrieb harmoniert. Preislich liegt das E-Bike der Marke Deruiz mit rund 1400 Euro im unteren Drittel der Testkandidaten - damit ist es günstig und trotzdem zu empfehlen.
Das Fischer E-Bike Cita 2.2i überzeugt vor allem durch sein gutes Antriebssystem. Es ist zwar ein schweres (28,8 kg Leergewicht), aber solides Pedelec. Als einziges Pedelec mit Mittelmotor im Test bietet es eine angenehm aufrechte Sitzposition und Komfort dank gefederter Sattelstütze und guter Vordergabel. Der solide Rahmen zeigt sich bei den Fahrversuchen stabil.
Defizite und Mängel im ADAC Test
Neben den allgemein eher geringen Reichweiten fiel auch die enorm lange Ladezeit besonders beim Modell von Grundig auf. Das mit 509 Wattstunden ausgestattete Pedelec braucht weit über neun Stunden (580 Minuten), um den leeren Akku komplett wieder voll zu laden. Eine ähnlich lange Ladezeit hat im Test noch der Akku des E-Bikes Z502 von Zündapp.
Acht Pedelecs im Test haben einen drehfrequenzgesteuerten Antrieb, bei dem nicht registriert wird, wie viel Kraft beim Treten auf die Pedale wirkt. Gefährlich ist es, wenn der Nachlauf des Antriebes sehr lange anhält und nicht durch eine Betätigung der Bremsen unterbrochen wird. Bei den Modellen von Heybike und Mokwheel war das der Fall.
Bei zwei Pedelecs - von Fischer und Lidl/Crivit - wurde ein Drehmomentsensor verbaut. Das E-Bike Cita 2.2i von Fischer, das als einziges mit einem Mittelmotor ausgestattet ist, steuert das Ansprech- und Abregelverhalten des Motors mit dem Tritt in die Pedale. Das Pedelec von Lidl/Crivit ist als Singlespeed mit nur einem Gang ausgestattet. Hier leistet der Antrieb beim Losfahren ein starkes Moment, so dass Radfahrende durch die Beschleunigung schnell eine gute Fahrgeschwindigkeit erreichen.
Die Felgenbremsen bei den Modellen von F.IIi Schiano, Zündapp, Fischer und Prophete zeigen eher durchschnittliche Leistungen. Diese Bremstechnik ist aber mittlerweile eher veraltet. Die mechanischen Bremsscheiben bei den Pedelecs von Mokwheel, Grundig, Decathlon und Deruiz demonstrieren, dass damit vernünftige Bremsleistungen eingeleitet werden können.
Schadstoffbelastung
Bei allen anderen Pedelecs wurde der Schadstoff Naphthalin in den Griffen und im Sattel gefunden. Zudem wurde der Weichmacher DEHP in den Griffen bei dem Pedelec von Mokwheel und im Sattel beim Pedelec von Grundig gefunden. Der Schadstoff gilt als fortpflanzungsgefährdend. Der Weichmacher DEHP ist nach REACH-Verordnung (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien) nicht verkehrsfähig. Daraufhin konnten beide Modelle nur noch mit dem ADAC Urteil "mangelhaft" bewertet werden.
Zuladung und Gesamtgewicht
Die Modelle im Test der Marken Zündapp und F.lli Schiano bieten mit rund 96 Kilogramm die geringste Zuladung. Das Heybike hat mit insgesamt 150 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht am meisten Spielraum für die Zuladung. Zudem ist das Pedelec mit 20,8 Kilogramm Eigengewicht das Leichteste im Test, damit kann der Rahmen mit rund 129 Kilogramm Zuladung belastet werden.
Empfehlungen und Tipps
- Die Akku-Reichweite sollte bei wenigstens 50 Kilometern liegen. Das Laden des Akkus sollte nicht länger als etwa dreieinhalb Stunden dauern.
- Zulässiges Gesamtgewicht immer prüfen. Denn wer Gepäck oder auch Kinder mitnehmen möchte - egal ob im Fahrradanhänger oder Fahrradkindersitz - hat das Gesamtgewicht schnell überschritten.
- Die Beleuchtung muss der StVZO entsprechen und darf nicht blenden. Auch Reflektoren müssen am Elektrorad vorhanden sein.
- Die erste Probefahrt stets ohne elektrische Unterstützung durchführen. Denn der Antrieb begeistert meistens sehr, so dass der kritische Blick aufs Fahrrad dann nicht mehr stattfindet.
- Beim Radfahren Helm tragen, auch wenn dazu bei E-Bikes keine Pflicht besteht.
E-Bike-Vergleich: Die wichtigsten Fakten im Überblick
Hier ist eine Tabelle mit einigen der im Artikel erwähnten E-Bikes und ihren wichtigsten Eigenschaften:
| Hersteller/Modell | Preis in Euro | ADAC Urteil | Akku-Kapazität | Reichweite (ADAC) |
|---|---|---|---|---|
| Deruiz E-Bike Quartz | 1399 | 2,5 | 644 Wh | 73 km |
| Fischer E-Bike Cita 2.2i | 1949 | 2,5 | 417,6 Wh | k.A. |
| Decathlon Elops 900E | 1299 | 3,0 | 417 Wh | k.A. |
Testmethoden von ADAC und Stiftung Warentest
Die Testkriterien werden weitgehend an folgende DIN angelehnt, aber wo notwendig und sinnvoll nach Stand der Technik erweitert:
- DIN EN ISO 4210-2:2023-05 (Sicherheitstechnische Anforderungen an Fahrräder)
- DIN EN 15194:2024 (Elektrisch unterstützte Räder EPAC-Fahrräder)
- GS-Spezifikationen AfPS GS 2019:01 (Grenzwerte bei Schadstoffuntersuchungen)
Die Untersuchungen in den Kategorien Handhabung, Fahren und Reichweite werden durch erfahrene ADAC Testingenieure sowie durch die Testpartner durchgeführt. Anhand festgelegter Testkriterien erfolgt die Bewertung im Vier-Augen-Prinzip.
Testkriterien im Einzelnen:
Handhabung/Fahren
Das Testkriterium Handhabung/Fahren beginnt mit der Bewertung der Gebrauchsanleitung sowie der möglichen Montage. Nach der Montage und Einstellung werden die Pedelecs auf einem Rundkurs von rund zehn Kilometern ausgedehnten Fahrversuchen unterzogen.
In der Bewertung der Praxisfahrten wird besonderes Augenmerk auf Folgendes gelegt:
- Fahreigenschaften ohne Motorunterstützung
- Fahreigenschaften mit Motorunterstützung
- Fahrkomfort/Handhabung
- Handhabung Antrieb
- Nacht- und Regenfahrt
- Reparaturen, Reinigung und Wartung
Antriebssystem und Motor
Die drei unterschiedlichen Antriebssysteme werden bei verschiedenen Fahrbahneigenschaften erprobt. Zudem finden Reichweitenmessungen auf dem Prüfstand nach R200 statt. Im Praxis-Test werden zusätzlich folgende Eigenschaften überprüft und miteinander verglichen:
- Bedienung (Bedienelement zur Steuerung des Antriebs)
- Handhabung (Akku, Ladegerät)
- Anfahrverhalten
- Unterstützung (Effektivität, Abschaltung bei 25 km/h)
- Reichweite (Prüfstand sowie ADAC Reichweitenmessung)
Sicherheit und Haltbarkeit
Das Produktsicherheitsgesetz zwingt jeden Hersteller unabhängig von jeglicher Norm dafür zu sorgen, dass die Sicherheit beim Gebrauch des Bikes gewährleistet ist.
In Anlehnung der Anforderungen der DIN 15194:2024 werden Haltbarkeitstest am Rahmen (Wiegetrittprüfung und horizontale Kräfte) unter Berücksichtigung des vom Hersteller angegebenen zulässigen Gesamtgewichts durchgeführt.
Die Leistung und das Ansprechverhalten der Bremsen auf dem Prüfstand in Anlehnung der Mindestbremswirkung nach DIN EN 15194:2024 -03; Abschnitt 4.3.5.9 sowie den Auffälligkeiten bei den Probandentests werden protokolliert und bewertet.
Schadstoff- und Umweltaspekte
Im Vordergrund der Schadstoffuntersuchung stehen berührbare Bauteile und Bezugsstoffe, z.B. Dabei beziehen sich die Untersuchungen weitgehend auf PAKs (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) und Weichmacher (Phthalate), aber auch auf andere Schadstoffe in Anlehnung an die GS-Spezifikation AfPS GS 2019:01 PAK.
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