Die gesundheitlichen Vorteile des E-Bike-Fahrens

Radfahren ist gesund. Soweit bekannt. Mit einem E-Bike (bzw. Pedelec) gewinnen aber auch diejenigen wieder Freude an diesem Sport, die das Radfahren wegen schwerer Krankheiten schon aufgegeben hatten. Viele Menschen verzichten auf Sport, weil sie nach einem langen Arbeitstag erschöpft sind und keine Lust mehr haben, ins Fitnessstudio zu gehen.

Wer kann mit dem E-Bike etwas für die Gesundheit tun?

Vor allem Menschen, die gesundheitlich oder körperlich eingeschränkt sind - zum Beispiel, weil sie Übergewicht oder Gelenkbeschwerden haben -, motiviert das Radeln mit elektrischer Unterstützung, sich überhaupt (wieder) zu bewegen. Fahrräder mit Elektromotor ermöglichen nämlich auch Menschen mit wenig Kondition, sportlich unterwegs zu sein. Steigungen und längere Strecken lassen sich mit einem E-Bike leichter zurücklegen. Anstatt mit einem Auto zur Arbeit zu fahren, können Pendler beispielsweise das E-Bike nehmen. So sparen sie sich den Weg ins Fitnessstudio.

E-Bike fahren bringt mehrfachen Nutzen für die Gesundheit

Wer mit dem E-Bike fährt, erzielt gleich mehrfachen Nutzen für seine Gesundheit. Sportmediziner Prof. Uwe Tegtbur von der Medizinischen Hochschule Hannover sagt: „Sie tun etwas, was sie vorher nicht gemacht haben, und das ist ein glasklarer Gesundheitsgewinn.“ Mit seinem Team untersuchte er die Effekte des Pedelec-Fahrens in einer Studie mit mehr als 1900 Teilnehmerinnen und Teilnehmern - und kam dabei zu überraschenden Ergebnissen. „Meine eigenen Vorurteile wurden dadurch widerlegt“, so Tegtbur.

Der Energieverbrauch beim E-Bike-Fahren

Der Puls steigt beim Pedelec-Fahren ähnlich an wie beim normalen Radeln, der Unterschied ist gering. Radfahrer und Radfahrerinnen ohne Elektro-Unterstützung hatten nur einen um acht Schläge höheren Puls als die Pedelec-Nutzerinnen und -Nutzer. In Zahlen: 119 zu 111. Die Belastung für das Herz-Kreislauf-System war in beiden Gruppen also fast identisch. Ähnliche Belastung heißt ähnlicher Stoffwechsel und damit ähnlicher Energieverbrauch. Das bedeutet unter anderem auch, dass das E-Bike ein ideales Trainingsgerät ist, um den Blutzucker zu senken. Wichtig für Menschen mit Typ-2-Diabetes.

Wie stark unterstützt das E-Bike beim Treten?

Das Pedelec bietet eine Tretunterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h und gilt rechtlich als Fahrrad. Gegenwind, weite Strecken und hügelige Touren sind dank der eingebauten Energie-Reserve kein Problem. Die 150 Minuten moderates Ausdauertraining pro Woche, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, rücken so auch für Untrainierte in greifbare Nähe. Zum Beispiel, um täglich in die Arbeit zu pendeln.

Sportliche Bewegung, wie Radfahren trägt dazu bei, fit zu bleiben und beugt gleichzeitig Herz- und Gefäßerkrankungen vor. Außerdem schont Radfahren oder eben das Fahren mit einem E-Bike die Gelenke. Der Lungenfacharzt Dr. Günther Reichle betont sogar, dass Radfahren durchaus positive Auswirkungen haben könne bei einer chronischen Erkrankung. Die Bewegung könne helfen und gleichzeitig die ärztliche Behandlung unterstützen. All das müsse selbstverständlich immer in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. E-Bike Fahren hält das Herz-Kreislauf-System in Schwung und verbessert das Wohlbefinden.

Dieses gelingt mit einem Pedelec in idealer Weise, besser noch als mit einem normalen Fahrrad. Und je feiner man die persönliche Belastung dosieren kann, desto sicherer fühlt man sich auch mit gesundheitlichen Einschränkungen und Erkrankungen beim Sport. Radfahren bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung. Für Untrainierte, die sanft wieder in den Sport einsteigen möchten, ist das Pedelec ideal. Sobald die persönliche Belastungsgrenze überschritten wird, lässt man sich vom Motor unterstützen.

Der Blutdruck steigt zwar während des Radfahrens an, langfristig sinkt er aber auf ein niedrigeres Niveau als bei unsportlicher Lebensführung. Das schont das Herz, weil es gegen weniger Widerstand anpumpen muss. Durch das Training wird der Herzmuskel trainiert und besser durchblutet. Die Steigerung der Leistungsfähigkeit beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Sport in geeigneter Form verbessert allgemein das persönliche Befinden und wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus.

Abnehmen mit dem E-Bike

Regelmäßiges Radfahren lässt die Pfunde schmelzen. Schon mit einer halben Stunde ruhigen Radfahrens täglich werden Muskeln aufgebaut und gleichzeitig das Gewicht langsam reduziert. Dauerhaft. Ohne die Ernährungsgewohnheiten zu ändern.

E-Bike fahren und Asthma

Richtig betrieben, kann Sport Asthma-Beschwerden sogar verringern. Früher wurde Asthma-Patienten geraten, keinen Sport zu treiben. Sportliche Betätigung trainiert nicht nur die Muskeln, sondern auch die Lungenfunktion. Selbst für völlig unsportliche Asthma-Patienten ist es mit einem Pedelec möglich, langsam und angstfrei wieder eine sportliche Betätigung aufzunehmen. Und damit die Lungen zu stärken und langfristig das Asthma in Schach zu halten.

Mit einem Pedelec kann der Fahrer sofort die Belastung seiner Lungen und seines Kreislaufs reduzieren, wenn er die verdächtigen Pfeifgeräusche bemerkt oder eine Steigung kommt. Und trotzdem kann er mit elektronischer Unterstützung weiterfahren. Damit kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Die Deutsche Atemwegsliga empfiehlt ausdrücklich Sportarten, die intervallmäßig angelegt sind, also alle Sportarten, die keine stete Dauerbelastung bedeuten. Einfacher als mit einem individuell zuschaltbaren Rückenwind kann man die sportliche Belastung kaum dosieren. Und bei einer Radtour in einer Gruppe, müssen die anderen nicht warten und zwangspausieren.

Chronische Gelenkentzündungen mit Bewegung in Schach halten

Physiotherapie und gelenkschonender Sport wie zum Beispiel Radfahren werden bei Polyarthritis empfohlen. Ursachen für kaputte Kniegelenke gibt es viele: Bewegungsmangel, Übergewicht, aber auch Sportverletzungen sowie falsche Belastung beim Sport. Zu den knieschonensten Ausdauersportarten gehört Radfahren. Durch das Treten in einer festen Bahn kann das Knie nicht verdreht werden. Daher ist Radfahren sogar nach Knie-Operationen gesünder und schmerzfreier als einfaches Gehen.

In vielen Sportarten sind schnelle Stopps und häufige Verdrehungen eine große Gefahr für das Kniegelenk. Auch das harmlos wirkende Joggen verursacht viele Knieprobleme. Anders beim Radfahren, dort bewegt sich das Knie in einer festen gleichmäßigen Bahn, die Verdrehungen unmöglich macht. Diese Bewegung ist sogar sehr gesund für die Versorgung des Gelenks mit Mineralien. Das Knie wird nicht bloß geschont, sondern tatsächlich auch mit neuen Nährstoffen versorgt und kann sich so regenerieren. Mit einem Pedelec bzw. E-Bike haben Wiedereinsteiger ihre körperliche Belastung immer unter Kontrolle.

Den Rücken stärken mit dem E-Bike

Viele Radsportler klagen über Rückenbeschwerden. Das heißt aber nicht, dass Radfahren grundsätzlich schädlich wäre für den Rücken. Das Gegenteil ist der Fall: Richtiges Radfahren kann Rückenschmerzen vorbeugen. Radfahren sorgt aus drei Gründen dafür, dass Rückenprobleme verschwinden können. Beim Radfahren wird durch die körperliche Bewegung die Bandscheibe besser versorgt, und das, ohne gestaucht zu werden und ohne das gesamte Körpergewicht tragen zu müssen. Die großen Muskelpartien des Rücken werden durch Radfahren trainiert. Und zum dritten werden die einzelnen Wirbelkörper untereinander erheblich stabilisiert. Hierfür sind die kleinen Muskeln zwischen den Wirbeln zuständig.

Wie fährt man möglichst sicher mit dem E-Bike?

Mit der Zahl der Pedelecs steigt die Zahl der Unfälle und Verletzungen. Laut Unfallforschung der Versicherer (UDV) sind vor allem jüngere Menschen zwischen 18 und 34 Jahren sowie ältere Menschen über 75 gefährdet. Achim Schmidt von der Sporthochschule Köln erklärt, dass im Alter die Koordinationsfähigkeit abnimmt, die Wirbelsäule weniger flexibel ist und die Menschen schlechter sehen und hören. Er rät Seniorinnen und Senioren deshalb, beim Kauf eines E-Bikes auf Ausstattungsmerkmale zu achten, die maximale Sicherheit ermöglichen. Dazu gehört ein Rückspiegel, mit dem man überholende Fahrzeuge auch dann im Blick hat, wenn die Halswirbelsäule den Schulterblick nicht mehr ohne Weiteres ermöglicht. Weiter: eine versenkbare Sattelstütze, um die Sitzhöhe zu verstellen. Das sorgt für mehr Standsicherheit beim Abstoppen, weil die Füße besseren Bodenkontakt haben, wenn der Sattel etwas niedriger eingestellt ist.

Auch die sichere Bedienung eines E-Bikes sollte man üben, etwa bei Fahrsicherheitstrainings, wie sie der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) in vielen Städten anbietet. Außerdem nicht vergessen: helle Schutzkleidung und einen Helm tragen.

Weitere Vorteile des E-Bike-Fahrens

  • Motivation: Das E-Bike motiviert, sich häufiger aufs Rad zu schwingen.
  • Umwelt: Auch die Umwelt und das Klima profitieren, weil immer mehr Menschen ein Pedelec nutzen, statt mit dem Auto zu fahren.

E-Bike Studien

In einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) waren Fitness und Gesundheit wichtige Gründe, sich ein Fahrrad mit Tretunterstützung anzuschaffen. Für ihre Forschungsarbeit hatten die Sportwissenschaftlerinnen Hedwig Boeck und Johanna Boyen gemeinsam mit ihrem Team die Daten von 1.250 E-Bikerinnen und E-Bikern und noch mal halb so vielen Menschen, die ein Fahrrad ohne Motor nutzen, gesammelt. Eine Smartwatch maß die Herzfrequenz am Handgelenk und erfasste Zeiten und Strecken. Die Auswertung überraschte selbst die Forscherinnen: „Bei der Herzfrequenz unterschieden sich die beiden Gruppen mit und ohne Antrieb nur geringfügig“, erzählt Boeck. „Der Herzschlag lag jeweils in einem Bereich, der gute Trainingseffekte hat.“

E-Bike-Fahrer waren 135 Minuten pro Woche auf ihren motorisierten Bikes unterwegs. Allein dadurch konnten sie zwei Drittel des WHO-Bewegungsziels von 150 Minuten moderater Aktivität pro Woche erreichen und damit ihrer Gesundheit Gutes tun. Weiterhin zeigte die Analyse der Fahrten: Das Herz-Kreislauf-System wurde nahezu genauso intensiv gefordert wie beim herkömmlichen Radfahren. Diese sportliche Betätigung wiederum hilft, das Herzinfarkt-, Krebs- und Diabetes-Risiko zu senken.

Eine weitere Studie zeigte, dass E-Bike-Fahren wichtige Gehirnfunktionen verbessern kann. Teilnehmende, die dreimal pro Woche 30 Minuten Fahrrad fuhren, schnitten bereits nach acht Wochen bei kognitiven Tests besser ab als Kontrollpersonen, die nicht Rad fuhren. Egal, ob die Radler ein herkömmliches Fahrrad oder ein E-Bike nutzten: Sie waren schneller und genauer bei Wahrnehmungs- und Denkaufgaben. Auch das Wohlbefinden und der psychische Zustand besserten sich.

Tipps für sicheres E-Bike-Fahren

  • Vor dem Kauf eines E-Bikes ein Fahrtraining machen, um den sicheren Umgang zu lernen.
  • E-Bikes sind meist um einiges schwerer als ein normales Fahrrad.
  • Zwingend notwendig ist in jedem Fall ein Helm.

Mythen über das E-Bike fahren

  • E-Bike fahren ist nur etwas für alte Menschen?
  • E-Bike fahren ist unsportlich?
  • Beim E-Bike fahren hat man keinen Trainingseffekt?
  • E-Bike fahren vor allem Frauen?

E-Bike Typen

  • Pedelec: Pedelecs sind Fahrräder mit elektrischer Unterstützung, bei denen der Motor nur dann aktiv ist, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Die Motorunterstützung erfolgt bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Sobald der Fahrer aufhört, zu treten oder schneller als 25 km/h fährt, schaltet sich der Motor ab. Pedelecs sind rechtlich dem Fahrrad gleichgestellt.
  • S-Pedelec: Die schnellen Pedelecs funktionieren ähnlich wie die normalen Pedelecs. Ihre Motorunterstützung schaltet sich aber erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h ab. Sie gehören rechtlich zu den Kleinkrafträdern.
  • E-Bike ohne Strampeln: Wer vorwärtskommen, sich dabei aber nicht anstrengen möchte, der kann auf ein E-Bike umsteigen. E-Bikes haben einen Elektroantrieb, der durch einen Drehgriff oder einen Schaltknopf angeschaltet wird. Der Fahrer muss dabei nicht selbst in die Pedale treten.

Gesundheitliche Vorteile des Radfahrens (auch mit E-Bike)

  • Regelmäßiges Radfahren senkt das Risiko, vorzeitig zu versterben im Mittel um 10 Prozent.
  • Radfahren nützt Menschen mit Diabetes: Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass schon eine Stunde Fahrradfahren pro Wochen über fünf Jahre ausreicht, um das Sterblichkeitsrisiko bei Diabetes zu senken.
  • Radfahren kann einen positiven Effekt auf die Psyche haben: Studien legen zudem nahe, dass Radfahren mit weniger Stress, einer besseren Stimmung und einer höheren Lebenszufriedenheit verbunden sein kann.
  • Radfahren stärkt den sozialen Zusammenhalt: Eine Studie der Fernuni Hagen zeigt: Radfahren scheint mit einem guten Miteinander in der Stadt einherzugehen.

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