Immer mehr Menschen steigen auf E-Bikes um. Steigende Spritpreise, Parkplatzmangel und der Klimagedanke sind nur einige der Gründe für diesen Boom. Doch E-Bikes unterscheiden sich von herkömmlichen Fahrrädern und erfordern besondere Aufmerksamkeit, um sicher und komfortabel unterwegs zu sein.
Grundausstattung und Sicherheitsvorkehrungen
Um wirklich sicher und komfortabel ans Ziel zu kommen, ist die richtige Zusatzausrüstung enorm wichtig.
Helm - "Niemals ohne!"
Safety first - Extrem wichtig und absolut unabdingbar ist der Kauf eines passenden Helmes. Gerade durch die erhöhte Geschwindigkeit beim E-Bike kann es zu schweren Stürzen und Unfällen kommen. Wichtige Kriterien, die beim Kauf eines Fahrradhelmes beachtet werden sollten, sind neben der Belüftung und dem Komfort vor allem die richtige Passform. Beispielsweise überzeugt der Hersteller Uvex mit leichten und individuell anpassbaren Fahrradhelmen, die Sicherheit gepaart mit Komfort bieten. Der UVEX i-vo cc MIPS ist dabei die Allround-Lösung unter den Radhelmen. Er besticht durch erstklassige Belüftung und schützt bei einem Unfall durch das MIPS-System zusätzlich vor Rotationskräften.
Brille - Schutz für die Augen
Zusätzlich zum Helm sollte jeder E-Biker auch eine passende Brille besitzen, um seine Augen vor Wind, Staub und Insekten zu schützen. Durch das hohe Tempo und den starken Fahrtwind können schon sehr kleine Sandkörnchen ausreichen, um das Auge langfristig zu beschädigen. Eine Fahrradbrille schützt die Augen aber auch vorm Austrocknen und vor Ermüdungen, sodass du länger konzentriert am Verkehr teilnehmen können. Beim Kauf einer Fahrradbrille sollte man neben der Passform und dem geringen Gewicht, vor allem darauf achten, dass die Brille aus bruchsicheren Kunststoffen besteht, um Verletzungen durch Glassplitter beim Sturz vorzubeugen. Empfehlenswert ist ein Allround-Modell, wie beispielsweise die Twist Five HR V Sportbrille von Alpina. Neben den individuell anpassbaren Bügel überzeugt diese Brille auch durch Scheiben, die sich optimal auf die Lichtverhältnisse anpassen.
Bekleidung - Komfort und Funktionalität
Zur Grundausstattung eines jeden E-Bikers gehört auf jeden Fall eine Radhose mit Sitzpolstern, wobei mittlerweile auch viele E-Mountainbiker auf eine Kombination aus gepolsterter Radunterhose und einer weiten Überhose mit Taschen zurückgreifen. Dazu kommt ein atmungsaktives Radtrikot aus schnell trocknendem Material, um den Schweißtransport nach außen zu garantieren und der Körper nicht überhitzt. Für längere Fahrten empfiehlt sich zusätzlich auch das Tragen von gut gepolsterten Fahrrad-Handschuhen. Als E-Bike-Einsteiger wird man bei der Wahl des Schuhwerks noch weniger auf Schuhe mit Klicker-Funktion setzen. Daher empfiehlt sich für den Anfang ein leichter Halbschuh mit fester Sohle. Bei jeder Radtour sollte sicherheitshalber immer eine Regenjacke im Rucksack dabei sein, da sich das Wetter auf längeren Ausfahrten schnell ändern kann. Regenjacken fürs Radfahren zeichnen sich dadurch aus, dass sie hinten am Rücken etwas länger sind und meist sehr leicht und atmungsaktiv sind.
Fahrrad-Schloss - Schutz vor Diebstahl
Ein weiteres Sicherheits-Tool, das bei keiner E-Bike-Tour fehlen sollte, ist ein Fahrrad-Schloss. Da E-Bikes in der Regel sehr kostspielig sind, sollte auch bei der Diebstahl-Sicherung nicht gespart werden und ein schweres sowie qualitativ hochwertiges Schloss angeschafft werden. Gute Fahrradschlösser bekommen Sie ab rund 50 Euro und es geht hinauf bis 200 Euro für App-gesteuerte Alarmschlösser. Grundsätzlich kann bei Fahrradschlössern zwischen drei Arten unterschieden werden, die alle ihre Vor- und Nachteile besitzen. Als die stabilsten und sichersten gelten Bügelschlösser, die sich aber auch als schwer und sperrig erweisen. Ähnlich schwer sind Kettenschlösser, was sich neben dem Transport auch bei der Handhabung zeigt. Allerdings sind sie flexibler einsetzbar als Bügelschlösser, vor allem wenn man das E-Bike auch an eine Halterung anketten möchte. Faltschlösser sind nicht unbedingt leichter, besitzen aber ein kleineres Packmaß, wodurch sie auch am Fahrrad selbst befestigt werden können. Unsere Empfehlung im Segment der Bügelschlösser ist das Modell GRANIT XPlus 540 der Marke ABUS. Es lässt sich sehr gut bedienen, ist für seine üppige Größe nicht zu schwer und bietet maximalen Diebstahlschutz.
Rucksack - Stauraum für unterwegs
Ein passender Fahrradrucksack ist die einfachste Lösung, um das nötige Zubehör sicher zu verstauen. Neben Wechselkleidung und Verpflegung packen auch immer mehr E-Biker gerade für längere Touren einen Ersatzakku oder das Ladegerät ein. Damit die harten Gegenstände bei Stürzen nicht zu schlimmeren Verletzungen am Rücken führen bieten sich Rucksäcke mit integriertem Protektor an. Da die Protektoren mittlerweile sehr leicht und flexibel sind, bieten diese Protektor-Rucksäcke maximalen Schutz und gleichzeitig einen optimalen Tragekomfort. Deshalb sind Rucksäcke mit Protektor auf jeden Fall empfehlenswert, aber da sie auch deutlich teurer sind als normale Bike-Rücksäcke für Einsteiger nur optional.
Fahrrad-Lampen - Sehen und gesehen werden
Durch die Motorunterstützung werden die E-Bike-Touren meist deutlich länger als wir es noch mit dem normalen Fahrrad gewohnt waren. Deshalb steigt die Gefahr von der Dunkelheit überrascht zu werden. Aber auch schon bei einsetzender Dämmerung kann es zu Beeinträchtigung der Sicht kommen. Eine richtig innovative Art der Beleuchtung am Fahrrad wird durch das Monkey-Link-System möglich. Die Lampen können sehr einfach am E-Bike montierten an den bereits vorhandenen E-Bike-Akku angeschlossen werden. Die Money-Link-Lampen können so auch über das E-Bike-Display ein- und ausgeschaltet werden und funktionieren auch noch, wenn der Akku schon zu schwach für die Motorunterstützung ist.
Erste Hilfe-Pack - Für den Notfall
Ein absolutes Muss auf jeder E-Bike-Tour ist ein Erste-Hilfe-Pack mit der nötigen Grundausstattung, um Verletzungen gleich an Ort und Stelle zu versorgen. Genau auf die Bedürfnisse von Radfahrern zugeschnitten ist das First Aid Kit Bike von Ortlieb. Neben der umfangreichen Erste-Hilfe-Grundausstattung in wasserdichter Hülle besticht dieses Set vor allem durch die speziellen Erweiterungen für den Fahrradsport.
Luftpumpe und Reparaturset - Hilfe bei Pannen
Platte Reifen sind ein großes Ärgernis für jeden Radfahrer. Eine spezielle Fahrrad-Luftpumpe ist als E-Bike Zubehör deshalb ein absolutes Muss. Richtig ärgerlich wird es auf E-Bike-Touren, wenn es zu Schäden am Fahrrad kommt. Die häufigste Panne ist immer noch ein platter Reifen, aber auch die Kette ist besonders bei E-Bikes starken Kräften ausgesetzt und kann reißen. In deinem Notfall-Reparaturset sollte auf jeden Fall ein Ersatz-Schlauch und zusätzliche Reifenflicken vorhanden sein, damit ein "Platten" schnell behoben werden kann. Sehr sinnvoll ist auch ein Multitool auf deine Tour mitzunehmen. Je nach Ausstattung beinhalten diese fast alle nötigen Werkzeuge, die du für die Reparatur unterwegs brauchst. Einige Multitools beinhalten sogar bereits ein Kettenschloss und einen Kettennietstift. Falls das bei deinem Multitool nicht der Fall ist, solltest du diese auch zusätzlich in dein Reparaturset packen, um einen Kettenriss beheben zu können.
Routen-App - Planung ist alles
Bevor du mit deiner ersten E-Bike-Fahrt beginnen kannst, solltest du dir auf jeden Fall Gedanken über die Wahl deiner Route machen. Wie viele Kilometer will ich fahren? Wie viele Höhenmeter enthält meine Route? Und wie ist der Untergrund auf meinem Weg beschaffen? Die meisten Anbieter wie Komoot bieten bereits in der kostenlosen Version viele nützliche Features an. Wobei sich die kostenpflichtigen Premiumversionen mit weltweiten Offline-Karten für aktive Radfahrer auf jeden Fall lohnen. So kannst du deine Tour bequem von Zuhause aus planen, speichern und in der Natur auch ohne Internetverbindung nutzen.
Fahrtechnik und Sicherheitstipps
Auch wenn viele E-Bikes sich optisch nicht mehr wesentlich von klassischen Fahrrädern unterscheiden, gibt es doch Besonderheiten, die Du berücksichtigen solltest, um Dein persönliches Unfallrisiko beim E-Bike-Fahren zu minimieren. So sind Pedelecs nicht nur schneller, sondern auch schwerer als Fahrräder ohne Motor.
- Helm tragen! Leider für viele immer noch keine Selbstverständlichkeit, aber in unseren Augen das wichtigste Accessoire beim Fahrradfahren.
- Auffallen: Auch die richtige Kleidung trägt zu mehr Sicherheit beim E-Bike-Fahren bei. Sie sollte Dir ausreichend Bewegungsfreiheit lassen und auffällig genug sein, damit Du im Straßenverkehr nicht so schnell übersehen wirst.
- Beraten lassen: Wie schwer darf mein E-Bike sein? Welche Größe passt zu meiner Statur? Diamant-, Trapez- oder Tiefeinsteiger-Rahmen? Und vielleicht sogar ein ABS-System? Eine gute Beratung beim Fahrradfachhändler vor Ort hilft Dir, ein E-Bike zu finden, mit dem Du sicher unterwegs bist.
- Ausprobieren: Teste bei einer Probefahrt, wie es ist, auf einem E-Bike zu fahren und ein Gefühl für Beschleunigungs-, Brems- und Kurvenverhalten zu bekommen und lass Dir von Deinem Bike-Händler die Besonderheiten im Umgang mit Pedelecs erklären.
- Trainieren: Bevor Du Dich mit Deinem neuen E-Bike zur allmorgendlichen Rushhour ins Getümmel des Großstadtverkehrs wirfst, solltest Du eine gewisse Routine beim Fahren entwickeln, um auch in schwierigen Situationen sicher reagieren zu können. Unter anderem der ADFC bietet dafür in einigen Städten auch Sicherheitstrainings speziell für E-Bike-Fahrer an.
- Umsichtig fahren: Gefährliche Ausweichmanöver und Vollbremsungen kannst Du vermeiden, indem Du vorausschauend fährst und auch die anderen Verkehrsteilnehmer im Blick behältst.
Wartung und Pflege des E-Bikes
Neben der richtigen Ausrüstung und Fahrtechnik ist auch die regelmäßige Wartung und Pflege des E-Bikes entscheidend für eine lange Lebensdauer.
- Regelmäßiges Reinigen und Schmieren der Kette: Eigentlich eine Selbstverständlichkeit und natürlich nicht nur auf E-Bikes beschränkt. Das beinhaltet alle Teile der Kette, inklusive Ritzel und Kettenblätter. Wer hier schlampt, tut seinem E-Bike keinen Gefallen.
- Schaltvorgänge unter Volllast: Eine echte Sünde, die leider viele Fahrradfahrer - mit elektrischer Unterstützung oder ohne - begehen. Schaltvorgänge unter Volllast können die Lebensdauer der Antriebskomponenten beeinträchtigen.
- Richtige Unterstützungsstufe: Muss es immer die volle Power des Motors sein? Vor allem beim Anfahren kann es gerne auch die niedrigere Motorunterstützung sein. Das schont nicht nur Technik wie Zahnkränze oder Hinterreifen, sondern auch den Akku - und führt im Umkehrschluss zu höheren Reichweiten.
Tipps für eine höhere Reichweite
Wer mit seinem E-Bike möglichst weit kommen möchte, kann folgende Tipps beachten:
- Je mehr Energie im Akku gespeichert werden kann, umso weiter kommt man theoretisch mit dem E-Bike. Wer ein E-Bike mit möglichst großem Energiespeicher erwerben möchte, dem bieten die Wattstunden (Wh) des Akkus einen realistischen Anhaltspunkt und ein gutes Vergleichsmaß für die Reichweite.
- Während Autos mit niedriger Drehzahl am sparsamsten laufen, kommt man auf dem Pedelec mit hohen Drehzahlen am weitesten, genauer einer Trittfrequenz von 60 bis 70 Kurbelumdrehungen pro Minute. In schweren Gängen bei langsamer Trittfrequenz muss der Motor mehr arbeiten als der Mensch - das kostet Strom.
- Moderne Pedelecs haben verschiedene Unterstützungsstufen zur Auswahl. E-Bike-Neulinge sind natürlich gewillt, sich permanent von der höchsten Unterstützungsstufe helfen zu lassen.
- Ständiges Verzögern und Beschleunigen kostet ebenfalls Energie. Effizienter ist man bei relativ gleichbleibender Geschwindigkeit unterwegs.
- Da man mit dem E-Bike höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten fährt, kann durchaus auch die längere, aber mit weniger Ampeln gespickte Route die schnellere und Akku-schonendere sein.
- Wo Reibung entsteht, geht Energie verloren - so will es die Physik. Dem Gesetz zufolge kann man mit einem leicht laufenden E-Bike auch mehr Kilometer erzielen. „Im Konkreten heißt das: regelmäßig Kette ölen und Luft aufpumpen.
Unfallstatistik und Prävention
Die Kehrseite dieser positiven Entwicklung: Auch die Zahl der Unfälle, an denen E-Bikes beteiligt sind, steigt. Das mag unter anderem daran liegen, dass es mehr E-Biker gibt, die verunfallen können. Doch auch die Verkehrsplanung spielt eine Rolle: Einige Akteure kritisieren fehlende und zu schmale Radwege, die zum Beispiel Überholmanöver gefährlich machen, sowie die insgesamt nicht auf die schnell wachsende Zahl an Pedelecs eingerichtete Infrastruktur.
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen der Gesamtunfallstatistik für die Stadt und Städteregion Aachen für das Jahr 2020 zeigt eine grundsätzlich positive Entwicklung bei Verkehrsunfällen im Straßenverkehr. Auffällig ist jedoch, dass entgegen dieses Trends gerade im Bereich von E-Bikes und/oder Pedelecs ein merklich zunehmendes Unfallpotential festgestellt werden kann. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Zahlen hier leider verdoppelt. Das durch Hilfsmotoren unterstützte Zweirad erfreut sich zwar zunehmender Beliebtheit in der Bevölkerung, birgt aber besonders für ungeübte Radfahrer enorme Gefahren.
Weitere Tipps zur Unfallprävention:
- Nicht auf den Kopf gefallen - Helm tragen
- Übung macht den Meister: Gerade ältere Fahrradfahrer sollten sich nach längeren Unterbrechungen erst einmal wieder ans Fahren und an ihr Rad gewöhnen.
- Wie war das nochmal? Auch geistig sollten Sie sich stets fit und sicher fühlen - verinnerlichen Sie Verkehrsregeln und Verkehrszeichen, damit das unbeschwerte Fortbewegen im Straßenverkehr nicht zur Belastung wird.
- Hell und grell: Machen Sie auf sich aufmerksam! Vor allem auch im Dunkeln - tragen Sie auffällige, helle und / oder reflektierende Kleidung. Stellen Sie sicher, dass vorgeschriebene Beleuchtungseinrichtungen am Rad vorhanden und auch in Takt sind.
- Hier geht’s lang: Machen Sie ihre Fahrabsichten rechtzeitig und deutlich für alle anderen Verkehrsteilnehmer erkennbar - geben Sie Anderen die Möglichkeit, sich einzustellen und sich ihrer Fahrweise anzupassen.
- Schnell fahren, aber sicher: Mit dem Pedelec oder E-Bike sind Sie deutlich schneller unterwegs als andere Radfahrer oder Fußgänger. Beachten Sie, dass sich Fahrverhalten, Bremsweg und Reaktionszeit entsprechend verändern und für alle schwieriger einzuschätzen sind! Passen Sie Ihre Fahrweise vor allem immer ihren eigenen Fähigkeiten an und überschätzen Sie sich nicht.
E-Bike Beliebtheit
Seit einigen Jahren steigt die Anzahl der E-Bikes in privaten Haushalten kontinuierlich an: von 2,1 Millionen 2014 auf über 15 Millionen im Jahr 2024. Die Vorteile des E-Bikes machen es für viele Nutzer deutlich attraktiver, auch etwas längere Strecken auf dem Fahrrad statt mit dem Auto zurückzulegen. Diese Entwicklung sehen wir als wichtigen Teil der Verkehrswende. Insbesondere, wenn für regelmäßige Fahrten wie dem Arbeitsweg Pedelecs statt PKW genutzt werden, hilft das, die Verkehrssituation zu entspannen und die Umwelt zu entlasten.
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