Marc Marquez wird ab der MotoGP-Saison 2025 für das Ducati-Werksteam antreten. Spätestens seit der überraschenden Meldung von Jorge Martins Wechsel zu Aprilia am Abend des Mugello-Tests war klar, dass Marquez der Favorit auf den Platz bei Ducati ist. Heute folgte die Bestätigung des italienischen Motorradherstellers.
Aktuell bestreitet Marquez seine erste Ducati-Saison, im Kundenteam Gresini auf einer Vorjahresmaschine. In den kommenden zwei Jahren wird er im Werksteam der Teamkollege des aktuellen MotoGP-Weltmeisters Francesco "Pecco" Bagnaia sein. Bagnaia wird der neue Teamkollege von Francesco Bagnaia. Der Vertrag von Bagnaia wurde bereits bis Ende 2026 verlängert.
Marc Marquez bedankt sich bei Ducati für das große Vertrauen: "Ich bin sehr glücklich, dass ich in der nächsten Saison die roten Farben des Ducati-Werksteams in der MotoGP tragen darf", kommentiert Marquez. "Vom ersten Kontakt mit der Desmosedici GP an habe ich es genossen, sie zu fahren und mich sofort gut eingelebt."
Der Weg zum Ducati-Werksteam
Im vergangenen Jahr einigte sich Marquez mit Honda auf die vorzeitige Beendigung seines MotoGP-Vertrags. Der Spanier wollte herausfinden, ob er nach vier Operationen am Oberarm noch das Zeug hat, um in der MotoGP an der Spitze mitzukämpfen. Dafür verzichtete Marquez auf mehrere Millionen Euro, die er bei HRC erhalten hätte.
Der Wechsel zu Ducati bot dem mittlerweile 31-Jährigen die Chance, seine Form besser beurteilen zu können. Bereits beim ersten Test mit der Ducati Desmosedici im November 2023 wirkte Marquez erleichtert und zufrieden.
Wie hat Marquez erfahren, dass er und nicht Jorge Martin derjenige ist, der zum neuen Teamkollegen von Francesco Bagnaia ernannt wird? "Ich habe auf der Strecke einfach meine 100 Prozent gegeben. Am Sonntagabend nach dem Rennen in Mugello wurde ich darüber informiert, dass sie sich für mich als ihren Fahrer entschieden haben. Den Vertrag haben wir dann in zwei Tagen abgeschlossen und an dem Mittwoch haben wir es verkündet.
Als Marquez am Rennwochenende in Le Mans - drei Wochen vor Mugello - zu seiner Zukunft befragt wurde, da sagte er, dass er für 2025 "einen Plan im Kopf" habe, das Ducati-Werksteam aber nicht seine einzige Option sei.
"Ich hatte ganz deutlich und ganz ehrlich gesagt, was ich haben will", erinnert er. "Ich wollte die aktuelle Spezifikation des Motorrads, entweder im Gresini-Team oder im Werksteam.
Marc Marquez' Zukunft ab 2025 liegt also im Ducati-Werksteam. Darauf freut er sich schon jetzt diebisch: "Das Ziel eines jeden Fahrers ist es, für ein Werksteam anzutreten. Dass ich im nächsten Jahr den roten Overall tragen darf, das ist eine große Freude.
Entscheidungsfindung bei Ducati
Ducati-Corse-Chef Luigi Dall'Igna blickt auf herausfordernde Wochen zurück. "Die Entscheidung über Bagnaias neuen Teamkollegen im Ducati-Werksteam war nicht einfach, denn wir hatten eine Liste mit sehr starken Fahrern zur Auswahl", bemerkt Dall'Igna. "Am Ende fiel unsere Wahl auf Marc Marquez, ein unbestrittenes Talent."
"In nur wenigen Rennen ist es ihm gelungen, sich perfekt an unsere Desmosedici GP anzupassen, und sein angeborener Ehrgeiz treibt ihn an, sich ständig zu steigern", begründet Dall'Igna die Wahl."In der Box werden wir zwei Fahrer haben, die zusammen elf Weltmeister-Titel gesammet haben. Auf ihre Erfahrung und Reife zählen zu können, wird auch für unser Wachstum von unschätzbarem Wert sein", ist der Ducati-Rennleiter überzeugt.
Dass man sich im Ducati-Werksteam für Marquez und gegen Martin entschieden hat, das ist für Stefan Bradl nachvollziehbar. Er kennt Marquez bestens, waren der Spanier (als Stammfahrer) und der Deutsche (als Testfahrer) doch jahrelang zeitgleich bei Honda angestellt. Als Marquez nach seinem schweren Jerez-Sturz 2020 so lange verletzt war, da war Bradl derjenige, der ihn bei den Rennen vertrat. In seiner Rolle als TV-Experte für ServusTV sagt Bradl über die Zukunftsentscheidung im Ducati-Werksteam: "Marc ist das MotoGP-Zugpferd schlechthin und aus Marketingsicht ein ganz anderes Kaliber als Martin. Für Ducati könne die Konstellation Bagnaia/Marquez "nur Vorteile bringen und für den Sport ist es ein Bonus. Selbst wenn es scheppert, erzeugt man Aufmerksamkeit.
Das Gresini-Team als Sprungbrett
In eben diesem Ducati-Kundenteam, das einst von Fausto Gresini gegründet und geleitet wurde und das seit dessen Tod von Nadia Padovani, Gresinis Witwe, geleitet wird, da hat Marquez eigener Aussage zufolge zwei Dinge sofort verstanden: "Im Gresini-Team wurde mir sofort klar, dass dieses Motorrad dasjenige ist, mit dem ich mein Selbstvertrauen wiederfinden kann.
"Von diesem Punkt an", erinnert Marquez an seine ersten Einsätze als Ducati-Fahrer im Gresini-Team, "habe ich versucht, mein Bestes zu geben und so kam es, dass ich einer der Kandidaten für das Motorrad im Ducati-Werksteam wurde.
"Ich möchte der gesamten Gresini-Racing-Familie dafür danken, dass sie mir in einer heiklen Phase meiner Karriere die Tür zu ihrem Team geöffnet haben", so Marquez. "Jetzt werden wir weiterhin Spaß haben und in der verbleibenden Saison alles geben, was für mich im Moment Priorität hat."
Bisher konnte Marquez noch kein Rennen mit Ducati gewinnen. Bei den zurückliegenden Grand-Prix-Wochenenden zeigte der achtmalige Weltmeister starke Leistungen und fuhr auf Augenhöhe zu seinen Markenkollegen mit 2024er-Material. Bei den Rennen in Austin und Jerez hatte Marquez Chancen auf Rennsiege.
Erste Eindrücke im Ducati-Werksteam
Marc Marquez hat seinen ersten Einsatztag als Ducati-Werkspilot mit einem guten Gefühl abgeschlossen. Marquez hatte bei seinem Einstand im Ducati-Werksteam sowohl das Weltmeister-Motorrad aus der abgelaufenen Saison 2024, nämlich die Ducati GP24, zur Verfügung, als auch die GP25 in ihrem aktuellen Entwicklungsstadium. Der Spanier lässt wissen, dass er "für 90 Prozent der Testzeit mit dem 2025er-Motorrad unterwegs war". Und er verrät: "Ich habe das Paket für 2025 als Ganzes getestet, also Rahmen, Motor und ein paar andere Dinge." Nach insgesamt 49 Runden wurde Marquez in der Zeitenliste auf der vierten Position geführt. Wie ist sein erster Eindruck von der GP25? "Das Bike verfügt über ein paar positive Aspekte, die es ein bisschen besser machen", sagt der Neuzugang im Ducati-Werksteam.
Mit seiner Einschätzung "ein bisschen besser" vergleicht Marquez den aktuellen Entwicklungsstand der GP25 aber nicht mit dem aktuellen Weltmeister-Motorrad GP24. Vielmehr bezieht er sich bei seinem Vergleich auf die GP23, die er selber in der abgelaufenen Saison im Ducati-Kundenteam Gresini pilotierte."Der Motor ist auf den Geraden ein bisschen kräftiger"Nachgefragt, was sich beim Fahren der GP25 konkret besser anfühlt als auf der GP23, antwortet Marquez: "Der Motor ist auf den Geraden ein bisschen kräftiger. Und am Kurveneingang hat das Motorrad einen etwas anderen Charakter.
Die GP24 habe ich für zwei Runs ausprobiert. Dabei ging es einfach um die erneute Bestätigung von ein paar Dingen. Meistens war ich mit der GP25 unterwegs. Die GP23 habe ich heute gar nicht gefahren", berichtet Marquez.
Für Marc Marquez war der Barcelona-Test zwar der erste Tag im Ducati-Werksteam, nicht aber der erste Tag als Ducati-Fahrer. Wie beim italienischen Hersteller gearbeitet wird, das weiß der sechsmalige MotoGP-Weltmeister seit mittlerweile einem Jahr. Denn bei den technischen Nachbesprechungen sind die Kundenteams ebenso involviert wie das Werksteam.
Personelle Veränderungen
Ein Detail, das rund um Marc Marquez derzeit noch offen ist, betrifft die Zusammensetzung der Crew. Wird der sechsmalige MotoGP-Weltmeister seinen aktuellen Crewchief im Gresini-Team - Francesco "Frankie" Carchedi - ins Werksteam mitnehmen? "Das ist etwas, was ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht weiß", sagt Marquez. "Das wird die Entscheidung von Ducati. Warum? Weil ich in das beste Team mit dem besten Motorrad komme. Das hat man ja in den vergangenen zwei Jahren gesehen, als sie mit 'Pecco' [zwei WM-Titel] gewonnen haben.
Eine Personalie wird Marquez auf jeden Fall aus dem Gresini-Team ins Werksteam folgen. Es handelt sich um seinen Reifeningenieur Javi Ortiz, der ihm schon von Honda ins Gresini-Team gefolgt ist. "Der einzige, um den ich gebeten habe, das ist Javi. Er ist derjenige, zu dem ich das größte Vertrauen habe.
Nachdem sich Marc Marquez vor einem Jahr, bei seinem Wechsel aus dem Honda-Werksteam ins Ducati-Kundenteam Gresini, erstmals in seiner MotoGP-Karriere an einen anderen Crewchief als Santi Hernandez gewöhnen musste, muss er sich jetzt, zwölf Monate später, direkt wieder neu anpassen.
Denn "Frankie" Carchedi ist im Gresini-Team geblieben und dort ab sofort für MotoGP-Rookie Fermin Aldeguer zuständig. Der Crewchief für Marc Marquez im Ducati-Werksteam ist Marco Rigamonti, der bis zum vergangenen Sonntag für Enea Bastianini tätig war."Auf Marco Rigamonti muss ich mich Schritt für Schritt einstellen und muss ihn Schritt für Schritt kennenlernen. Er scheint ein sehr gut organisierter Mensch zu sein. Er kennt das Werk und er hat das Vertrauen der Ingenieure", so Marquez, der sich entlocken lässt: "Ich habe mich gleich wohlgefühlt.""Natürlich ist es nicht ideal, jedes Jahr den Crewchief zu wechseln, aber wenn es gute Leute sind, dann geht die Anpassung schnell. Das war voriges Jahr mit Frankie Carchedi auch so", sagt er und fügt hinzu: "Für mich geht es jetzt vor allem darum, mich auf die Arbeitsweise im Ducati-Werksteam einzustellen."
Reaktionen von Francesco Bagnaia
"Ich war in die Entscheidung nicht involviert. Darum hatte ich gebeten, denn ich wollte mich voll auf das Fahren konzentrieren. Für mich macht es keinen großen Unterschied. Jorge und Marc sind beide extrem schnell. Klar, zum aktuellen Zeitpunkt hat Jorge mehr Erfahrung mit diesem Motorrad und ist daher der Schnellere.
"Für mich", so Bagnaia weiter, "wird das einfach eine neue Herausforderung, nämlich einen neuen Teamkollegen zu schlagen. Das wird Spaß machen. "Es wird ein neues Abenteuer. Marc und ich, wir kennen uns nicht so gut wie Jorge und ich uns kennen", vergleicht Bagnaia. Er und der angesprochene Jorge Martin waren einst Moto3-Teamkollegen bei Mahindra. Ob Bagnaia in Zukunft auch zu Marc Marquez eine engere persönliche Verbindung als momentan wird aufbauen können?
Zusammenarbeit mit Insta360
Neben dem sportlichen Wechsel setzt Márquez auch auf einen neuen persönlichen Sponsor: Insta360.Durch den Einsatz der Action-Kameras von Insta360 erhalten Zuschauer eine neue Perspektive auf Márquez’ Fahrstil. Die kompakten Kameras sollen einzigartige Aufnahmen ermöglichen, die herkömmliche Kamerateams nicht einfangen können. Marc betont, dass dies eine vollkommen neue Sichtweise auf die MotoGP bieten wird.
Comeback nach Verletzung
2020 erlitt Márquez beim Saisonauftakt einen schweren Sturz und brach sich den rechten Arm. Die Verletzung erforderte vier Operationen, wodurch er fast drei Saisons teilweise oder vollständig verpasste. Trotz dieser Rückschläge entschied er sich gegen einen Rücktritt und für einen Neuanfang. In der neuen Saison will er mit Ducati um den Titel fahren.
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