E-Bike mit zwei Akkus: Erfahrungen, Systeme und Reichweiten

Die Frage nach der unbegrenzten Reichweite bei E-Bikes beschäftigt sowohl potenzielle Käufer als auch Besitzer seit Jahren. Duale Akku-Systeme scheinen hier eine pfiffige Lösung zu bieten, die auf den ersten Blick nur Vorteile hat.

Vorteile von Dual-Akku-Systemen

  • Kein unnötiges Gewicht: Der Fahrer entscheidet, ob der Zweit-Akku benötigt wird oder zu Hause bleiben kann.
  • Flexibilität: Man kann sich zunächst mit dem E-Bike vertraut machen und später entscheiden, ob man die Akku-Kapazität erweitern möchte.
  • Längere Lebensdauer: Wenn einer der Akkus im Laufe der Jahre nachlässt, bleibt immer noch genügend Kapazität vorhanden.

Bekannte Dual-Akku-Systeme auf dem Markt

Focus T.E.C. - Tailored Energy Concept

Focus E-Bikes bieten mit dem Tailored Energy Concept einen Zweitakku, der in einem speziellen Koffer sicher verstaut werden kann. Der Koffer enthält neben dem Akku alle nötigen Befestigungsteile, das Verbindungskabel sowie ein sogenanntes „Smart Rack“ um statt dem Zweit-Akku eine Trinkflasche auf der Dockingschiene befestigen zu können. Der Zweitakku wird mit dem Verbindungskabel oben am Rahmen angeschlossen, wobei der Zusatzakku immer Vorrang vor dem internen Akku hat.

Haibike Modular Rail System

Das Modular Rail System (M.R.S.) von Haibike kommt bei den Hardtails der Sduro und Xduro Varianten ab 2018 zum Einsatz. Mit Hilfe des Systems können ausgewählte Zubehörteile montiert werden, darunter auch ein zweiter Bosch Powerpack identischer Kapazität. Der entsprechende Akku Adapter für das M.R.S. enthält natürlich auch das erforderliche Verbindungskabel.

Riese & Müller DualBattery Technologie

Riese & Müller setzt seit der Saison 2017/2018 die Bosch DualBattery Technologie ein und stattet seitdem viele Baureihen damit aus. Im Gegensatz zu anderen Systemen erfolgt die Verwendung der Akkus während der Fahrt abwechselnd. Dabei registriert das System automatisch den Ladestand und schaltet selbstständig zwischen den Akkus um, wenn eine Ladedifferenz von fünf Prozent besteht.

Weitere Hersteller mit Dual-Akku-Lösungen

Auch bei anderen Herstellern sind immer häufiger Dual Akku Lösungen zu finden, wenn auch in kleinerem Rahmen. So zum Beispiel in Form des Kreidler Vitality Eco 8 EXT oder bei der E-Bike Manufaktur die Modelle 13ZEHN EXT, 17ZEHN EXT und 19ZEHN EXT.

Akkus mit hoher Kapazität

Seit Jahren verrichten im Innern eines E-Bike Akkus zylindrische Zellen des Typs „18650“ zuverlässig ihren Dienst. Die neue Generation des Typs „21700“ mit höherer Energiedichte kommt mittlerweile auch in Serie zum Einsatz.

Fafrees FF20 Polar: Ein E-Faltrad mit zwei Akkus

Das Fafrees FF20 Polar ist ein E-Faltrad, das mit zwei Akkus geliefert wird, was für eine hohe Reichweite sorgt. Beide Akkus sind entnehmbar und haben eine Kapazität von je knapp 500 Wh, was insgesamt fast 1.000 Wh ergibt. Der Getriebenabenantrieb im Hinterrad entwickelt ein maximales Drehmoment von 65 Nm. Diese Kombination soll laut dem Hersteller für eine Reichweite zwischen 140 - 160 km im unterstützten Modus sorgen. Das Fafrees FF20 Polar ist mit 4″ breiten Reifen ausgestattet. Zusammen mit der Federgabel sorgt das für viel Komfort im Stadtverkehr.

Das Fafrees FF20 Polar ist ein günstiges und kompaktes E-Bike, was für wenig Geld ziemlich viel Ausstattung bietet. Mit den zwei herausnehmbaren Akkus erhält man ein E-Bike, welches mit viel Antriebspower weite Strecken überbrücken kann.

PVY Z20 Max: Ein weiteres E-Faltrad mit zwei Akkus

Das PVY Z20 Max hat zwei Akkus, einen Drehmomentsensor und kostet unglaublich günstige 1.099 Euro (UVP) - hat aber einen Haken. PVY spendiert dem schicken E-Faltrad hydraulische Scheibenbremsen, einen Heckantrieb mit 80 Nm und einen Drehmomentsensor. Insgesamt sind außerdem 920 Wh Akkukapazität verbaut.

Das PVY Z20 Max hat drei Unterstützungsstufen und ist durch den Drehmomentsensor ziemlich gut angesteuert. Die drei Stufen unterscheiden sich in der Unterstützungsintensität deutlich und je nach Stufe entsteht ein durchaus natürliches Fahrrad-Fahrgefühl.

Parallelschaltung eines zweiten Akkus: Bedenken und Alternativen

Die Parallelschaltung eines zweiten Akkus wird kritisch gesehen, da selbst baugleiche Akkus niemals völlig identisch sind. Wenn man nun unterstellt, dass ein Akku eine Leerlaufspannung von 36,0 Volt hat und ein zweiter Akku 36,2 Volt, so fließt selbst im ausgeschalteten Zustand ein Ausgleichsstrom von 1 Ampere. Deswegen kommt nur eine Umschaltlösung in Frage, mit der wahlweise der eine oder der andere Akkupack aktiviert wird.

Eine Alternative zur Parallelschaltung ist die automatische Umschaltung der Akkus. Bei Bosch gibt es diese Möglichkeit bereits.

Es gibt mittlerweile Anbieter, die die einzelnen Akkuzellen gegen frische austauschen und dabei die Kapazität des Akku insgesamt erhöhen.

Tabelle: Vergleich von E-Bikes mit Dual-Akku-Systemen

Modell Akkukapazität Besonderheiten
Focus T.E.C. 2 x 378 Wh = 756 Wh Zweitakku im Koffer, Vorrang des Zusatzakkus
Haibike M.R.S. Bis zu 1.000 Wh Modular Rail System, Integration von Bosch Powerpack
Riese & Müller Variabel Bosch DualBattery Technologie, abwechselnde Nutzung der Akkus
Fafrees FF20 Polar 2 x 500 Wh = 1.000 Wh E-Faltrad mit zwei entnehmbaren Akkus
PVY Z20 Max 920 Wh E-Faltrad mit zwei Akkus, Drehmomentsensor

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