E-Mountainbike mit Schutzblech Test: Von sportlich bis alltagstauglich

E-Mountainbikes erfreuen sich wachsender Beliebtheit, wie die Verkaufszahlen aus dem Jahr 2024 des Zweirad-Industrie-Verbandes belegen. Mit einem Verkaufsanteil von über 40 Prozent sind sie die gefragteste E-Bike-Kategorie. Diese robusten Räder vereinen sportliche Geländetauglichkeit mit kraftvoller Motorunterstützung und bieten Fahrspaß auf jedem Untergrund.

Moderne E-MTBs sind vielseitige Allrounder, die sowohl auf anspruchsvollen Trails als auch im urbanen Alltag eine gute Figur machen.

Mondraker Chaser X: Mountainbike-DNA für den Asphalt

Mondraker, bekannt für Performance-Mountainbikes, erweitert sein Sortiment um das Chaser X im SUV E-Bike-Segment. Dieses Modell kombiniert sportliches Design mit Alltagstauglichkeit. Basis ist das E-Enduro Chaser, dem Mondraker ein alltagstaugliches Kleid übergestreift und dabei den Federweg leicht reduziert hat.

Statt 160 mm und 150 mm wie beim Enduro-Zwilling gibt’s beim Mondraker Chaser X 150 mm Federweg vorn und 140 mm am Heck. Damit ist es immer noch äußerst potent - im Testfeld wird es in dieser Federwegsdisziplin nur knapp vom Moustache Clutch 150.7 EQ übertroffen.

Das Mondraker Chaser X ist das günstigste SUV E-Bike im Testfeld - mit 600 € Abstand zum CENTURION Lhasa R2000 für 5.599 €.

Optisch geht das Mondraker Chaser X seinen eigenen Weg: Die Formensprache bleibt sportlich und minimalistisch. Dabei ist der Bosch Performance Line CX Gen5 Smart System-Motor schön ins Bike integriert.

Mondraker kombiniert den aktuellen Antrieb mit einem älteren 625-Wh-Akku, der sich dank Smart-System weiterhin nutzen lässt - und für eine schlanke Optik sorgt. Positiv hervorzuheben ist das klare, aufgeräumte Cockpit.

Details, die auffallen

Weniger modern fällt hingegen das mittig auf dem Vorbau platzierte Intuvia 100-Display aus, das im Vergleich zum Rest des Textfeldes eher altbacken wirkt. Es zeigt die nötigsten Informationen wie Akkustand, Restreichweite oder Lichtstatus an - in Nintendo 64 Auflösung, nur ohne Farbe.

Der Akku wird per Schlüssel entriegelt und lässt sich nach oben aus dem Unterrohr entnehmen. Die Umsetzung ist allerdings mehr als fummelig: Wer den finalen Klickverschluss lösen will, der den Akku freigibt, muss mit dem Finger zwischen Rahmen und Abdeckung greifen.

Die Abdeckung ist allerdings Teil des Akkus, und der Spalt zum Clip-Lösen so klein, dass man selbst mit einem Multitool Schwierigkeiten bekommt. Da das Akkucover fest mit dem Akku verbunden ist, fehlen auf dem Unterrohr zudem Befestigungsmöglichkeiten für einen Flaschenhalter.

Ebenfalls wenig glücklich gelöst ist die Position des Ladeports: Er sitzt nah am Tretlager auf der Unterseite des Unterrohrs und bekommt wie ein Kotflügel den ganzen Kot, äh Dreck, ab. Die Gummikappe hält auch nur bedingt und ist uns beim zweiten Ladevorgang direkt entgegengekommen - hier sollte Mondraker dringend nachbessern.

Schutzbleche, Licht und Seitenständer - viel mehr braucht es nicht, um ein sportliches E-MTB in ein stadtfeines SUV-Bike zu verwandeln. Die Schutzblech-Integration beim Mondraker Chaser X ist filigran, aber sauber gelöst. Der vordere Fender ist lang genug, um Nässe von Hose und Schuhen fernzuhalten, während die Rückleuchte ins hintere Schutzblech integriert wurde - allerdings sitzt sie dort etwas tief und kann im dichten Stadtverkehr leicht übersehen werden.

Der Gepäckträger wirkt unscheinbar, ist MIK-kompatibel und für bis zu 25 kg Zuladung ausgelegt. Damit landet er - hinter dem massiven Träger des Riese & Müller Delite5 GT pinion - zusammen mit dem Kalkhoff Entice 7+ Excite ABS Wave und dem Hercules NOS FS SUV 4.2 auf Platz zwei im Testfeld, was die Traglast betrifft. Für den Alltag völlig ausreichend.

Fahreigenschaften und Komfort

Hat man die starre Sattelstütze per Schnellspanner einmal auf die passende Höhe eingestellt, nimmt man auf dem Mondraker Chaser X in einer sportlich gestreckten Position Platz - deutlich sportlicher als etwa auf dem Specialized Turbo Tero X 6.0 oder dem Haibike ADVENTR 11 ABS. Dafür punktet das Cockpit mit hoher Kontrolle und direktem Handling: Lenkimpulse setzt das Bike präzise um, es fährt sich souverän und sicher.

Im Alltag überrascht das Chaser X mit einem souveränen Fahrverhalten auf Asphalt und Schotter. Die MAXXIS IKON-Reifen - mit 2,6″ die breitesten im Testfeld - rollen mit ihrem Profil leicht und schnell, egal auf welchem Untergrund. So lässt sich auf befestigten Wegen ordentlich Tempo aufbauen, während der Bosch Performance Line CX-Motor für konstanten Schub sorgt. Hügel verschwinden so quasi unter den leicht profilierten Reifen.

Wird aus Asphalt plötzlich Trail, zeigt das Chaser X sein zweites Gesicht. Leichte Steinfelder und Wurzelpassagen steckt das RockShox-Fahrwerk mit 150 mm Federweg vorn und 140 mm hinten locker weg. Das Chaser X fährt sich hier wie ein echtes E-MTB - laufruhig, stabil und berechenbar.

Was sowohl auf dem Trail als auch an der Ampel überzeugt: die SRAM DB8-Bremse mit guter Verzögerung und angenehmer Hebel-Ergonomie. Prima dagegen das hauseigene Lichtsystem von Mondraker, das bei der nächtlichen Rückfahrt vom Büro zuverlässig den Weg ausleuchtet. Der Gepäckträger wirkt funktional und stabil - als wäre er fester Bestandteil des Rahmens.

Das Intuvia 100-Display liefert die wichtigsten Infos auch bei Dunkelheit gut ablesbar, muss aber per Tastendruck über die Mini Remote aufgeweckt werden.

Das Mondraker Chaser X ist ein Bike für alle, die sportlich unterwegs sein wollen - egal ob auf Asphalt oder im Gelände. Pendeln, Einkäufe und gelegentliche Trail-Ausflüge meistert es ebenso.

Weitere empfehlenswerte E-Mountainbikes im Test

Neben dem Mondraker Chaser X gibt es weitere interessante E-Mountainbikes, die im Test überzeugen konnten:

  • Canyon Grand Canyon:ON 8: Testsieger mit kraftvollem Motor und angenehmem Fahrgefühl auf allen Untergründen.
  • Decathlon Rockrider Hardtail 29 Zoll E-Expl 700: Preis-Leistungs-Sieger mit hohem Fahrkomfort und guter Laufruhe.
  • Stevens E-Juke (2. Generation): Mit Vollausstattung als Alltags-, Pendel- und Reiserad geeignet.
  • Hepha Mountain 7 Ultra: Sehr hohe Laufruhe und höchste Reichweite im Test.
  • HoheAcht SentoMonto: Leichtestes E-Bike im Test mit sportlichem Antritt in allen Unterstützungsstufen.

Testergebnisse im Detail

IMTEST hat verschiedene Aspekte der E-Bikes getestet, darunter Ausstattung, Reichweite, Motorunterstützung, Fahrgefühl und Bremsen. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Reichweite & Motorunterstützung: Das Mountain 7 Ultra von Hepha lieferte mit 111,5 km die höchste Reichweite und mit 3,8 den höchsten Unterstützungsfaktor.
  • Bremsen: Das E-Bike von Canyon konnte mit einem guten Ergebnis überzeugen, während das Hepha nur eine ausreichende Note erhielt.

Ratgeber: Was zeichnet ein E-MTB aus?

Bei den fünf E-Mountainbikes hier im Test handelt es sich um sogenannte „Hardtails“, die im Gegensatz zu einem „Fully“ nur mit einer Federung in der Gabel ausgestattet sind.

Außer das E-Juke von Stevens kommen alle E-Bikes mit 29-Zoll Laufrädern, die für eine hohe Laufruhe und Stabilität sorgen. Profilige, 60-Millimeter-dicke-Reifen sowie ein kraftvoller Motor vervollständigen die Ausstattung.

Einzig das E-Juke kommt StVO-konform mit Lichtanlage, 28-Zoll-Pneus, Klingel und Reflektoren. Auch ein Gepäckträger und Schutzbleche hat das Stevens-Rad schon dabei.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu E-Mountainbikes

Welche Elektro-Mountainbikes kommen neu auf den Markt?

Die aktuelle Auswahl an E-MTB-Neuheiten zeigt interessante Modelle für 2025. Mit vielen Infos, Fotos und Preisen.

Alltag und Offroad: Alleskönner MTB

Im Trend: Light-E-Mountainbikes

Leichtere, stärkere Motoren im Modelljahr 2025

Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) sind in Deutschland besonders E-Mountainbikes sehr beliebt. Bei den insgesamt verkauften E-Bikes im Jahr 2024 lagen E-MTBs wie auch im Vorjahr auf Platz eins, so eine Erhebung der Marktdaten des ZIV (pdf).

Der Preis hat es allerdings in sich. So startet das Amflow PL Carbon bei rund 6500 Euro. Basis für das 19 Kilogramm leichte E-Mountainbike ist ein Carbon-Rahmen. Das Fox-Fahrwerk bietet vorn 16 und hinten 15 Zentimeter Federweg. Zur Ausstattung gehören Magura MT5 Bremsen, eine 1x12-Kettenschaltung von Sram und ein Farbdisplay.

Preiswerte E-Mountainbikes im Test: Eleglide M2 und Telefunken Aufsteiger M925

Auch im unteren Preissegment gibt es interessante E-Mountainbikes. Hier zwei Beispiele:

  • Eleglide M2: Bietet ungewöhnliche Features wie hydraulische Scheibenbremsen, einen starken Motor und einen großzügigen Akku zu einem günstigen Preis.
  • Telefunken Aufsteiger M925: Solide Ausstattung und gute Verarbeitung mit Mittelmotor, hydraulischen Scheibenbremsen und hochwertigen Schwalbe-Reifen.

Vergleichstabelle: Ausstattungsmerkmale der getesteten E-Mountainbikes

Modell Preis Gewicht Schaltung Gabel/Dämpfer
BULLS 4.799 € 25,0 kg SHIMANO Deore RD-M5120 shadow+ BULLS Lytro 34 Air LOR, 1.8 Steerer, Boost
Shimano Deore M6100, 12-speed 4.899 € 26,0 kg Shimano Deore M6100, 12-speed RockShox Yari RC, 150mm, 15x110mm Boost, 42mm offset
SHIMANO "XT" Mix 4.799 € 25,0 kg SHIMANO "XT" Mix ROCKSHOX Federgabel "Lyrik Select", 29", 170 mm Federweg, tapered, Post Mount, Boost, Maxle Ultimate Steckachse, 42 mm Offset, schwarz
Shimao Cues 4.699 € 26,0 kg Shimao Cues Rock Shox Psylo Silver RC, 160 mm
Sram SX Eagle, 12-Gang 4.999 € Sram SX Eagle, 12-Gang RockShox 35 Gold RL, Luft, Federweg: 160mm, Aluschaft 1 1/8 - 1 1/2'' tapered, 15 x 110mm Steckachse Boost
Shimano, CUES 4.599 € Shimano, CUES RockShox, PSYLO Silver R, Solo Air Spring mit externe Zugstufendämpfung, 150 mm Federweg, 15 x 110 mm, Boost, 44 mm Offset, mini-Schutzblech kompatibel
Shimano Deore 4.299 € Shimano Deore RockShox Psylo Silver RC, air, 130 mm, tapered
SRAM NX Eagle 4.999 € SRAM NX Eagle RockShox Domain Air, 15x110mm QR axle / 1.8" Tapered Steerer, Reb. Adj. / 2 Modes / Lockout / 160mm travel / E-Bike

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