E-Mountainbike Reichweite Test: Eine umfassende Analyse

In der Welt der E-Mountainbikes (E-MTBs) ist die Reichweite ein entscheidender Faktor. Dieser Artikel befasst sich mit einem umfassenden E-MTB-Reichweitentest, der verschiedene Motoren und Akkus untersucht, um Einblicke in ihre Effizienz und ihr Fahrverhalten zu geben. Dabei werden sowohl Full-Power- als auch Leichtmotoren berücksichtigt, um ein breites Spektrum an E-MTB-Typen abzudecken.

Das Testfeld: Full-Power vs. Leichtmotoren

Der E-MTB-Reichweitentest umfasste sieben E-Motoren, die in zwei Hauptkategorien unterteilt wurden: Full-Power-Motoren und Leichtmotoren.

  • Full-Power-Motoren: Diese Kategorie umfasst die Aggregate von Bafang, Bosch, Panasonic und Pinion. Sie zeichnen sich durch ein hohes maximales Drehmoment aus, was den Einsatz großer Akkus mit viel Kapazität erforderlich macht, um ihren "Stromhunger" zu stillen.
  • Leichtmotoren: Das Trio der Leichtmotoren besteht aus Fazua Ride 60, Maxon Bikedrive Air und Bosch SX. Sie liefern eine gemäßigte Motorpower, die weniger Strom zieht und somit kompaktere, leichtere Batterien ermöglicht. Diese Leichtmotoren kommen in Light-E-MTBs zum Einsatz.

Die Motoren entsprachen der aktuellsten Version, wobei jedoch zum Testzeitpunkt noch kein Testbike mit Shimanos EP801-Software-Update für den EP8-Motor verfügbar war.

Testablauf und -bedingungen

Um vergleichbare Testergebnisse zu gewährleisten, wurde ein einheitliches Systemgewicht von 110 Kilo verwendet. Dies wurde durch Hanteln, Hantelscheiben und Wasserflaschen im Rucksack erreicht. Die Testfahrer koppelten vor jeder Testrunde die Messpedale, um die Messwerte wie die aktuelle und die Durchschnitts-Wattleistung korrekt zu erfassen und an Garmin-Smartwatch oder Garmin-Radcomputer zu übermitteln.

Die Testrunde

Die anspruchsvolle 27-km-Testrunde beinhaltete steile Anstiege, in denen die Tester ihr Körpergewicht zum effektiveren Klettern Richtung Lenker verlagern mussten, um Steigtendenzen des Vorderrads zu unterbinden. Die Testcrew erfasste auch das Gewicht der sieben Testbikes. Je nach Akku-Ladesituation bedeuten die schwereren Bikes, dass man sie eventuell mit erhöhtem Krafteinsatz zum Nachladen an der Steckdose zunächst einmal die steile Kellertreppe hinunter bugsieren muss.

Motoren im Detail

Jeder Motor wurde hinsichtlich seiner Leistung, seines Verbrauchs und seines Fahrverhaltens bewertet. Hier sind einige hervorstechende Ergebnisse:

  • Fazua Ride 60: Mit bis zu 60 Nm Drehmoment fällt die Motorpower des Fazua-Motors Ride 60 für einen Leichtantrieb beachtlich aus. Er absolvierte die Teststrecke im mittleren River-Modus mit nur 190 Wh, was einer Effizienzleistung von 0,37 Wh/hm entspricht.
  • Maxon Bikedrive Air: Der Schweizer Maxon-Leichtantrieb Bikedrive Air bringt moderate 40 Nm an den Start. In puncto Effizienz verblüfft der Maxon-Antrieb: Mit nur 180 Wh Verbrauch im mittleren und 250 Wh im Top-Modus ist er Verbrauchschampion des Leichtmotoren-Trios.
  • Bosch SX: Der Bosch SX hingegen stellt sich im höchsten Modus Turbo als sehr durstig heraus, beansprucht 350 Wh von verfügbaren 400 Wh.
  • Pinion MGU E1.12: Dank 85-Nm-Drehmoment, gelungener Softwareabstimmung plus prima Motor-/Schaltungssynchronisation generiert er selbst in verwurzelten Singletrail-Rampen Top-Vortrieb. Trotzdem braucht der Pinion-Antrieb mit 360 Wh im stärksten Modus Fly am wenigsten Strom, was einer Effizienz von 13,33 Wh/km und 0,71 Wh/hm entspricht.
  • Panasonic GX Ultimate: Der linear und stark schiebende Panasonic GX Ultimate werkelt im Auto-Modus mit nur 290 Wh Verbrauch.

Giant Trance X Advanced E+ Elite V2: Ein Sonderfall

Das Giant Trance X Advanced E+ Elite V2 kombiniert einen Full-Power-Motor mit einem relativ kleinen 400-Wh-Akku. Dieser Motor wiegt nur 2,6 kg und bietet ein maximales Drehmoment von 85 Nm. Er basiert auf Yamahas PW-XM-Motor, wurde jedoch von Giant mit eigener Sensorik und maßgeschneiderten Bedienelementen ausgestattet. Dank dem kompakten, fest verbauten Akku bleibt das Gewicht des Bikes bei 19,9 Kilo ohne Pedale - ein guter Wert für ein Full-Power-Bike mit 85 Nm Drehmoment.

In der vollen Unterstützungsstufe schafft man gut 1000 Höhenmeter mit diesem Setup. Das ist nicht die Welt. Wer lange Touren in den Alpen plant, stößt hier an ein Limit. Für die schnelle Feierabendrunde zu Hause ist das kein Problem. Auch mit einer geringeren Unterstützungsstufe lässt sich die Reichweite erhöhen.

ADAC E-Mountainbike Test: Ergebnisse und Empfehlungen

Der ADAC hat acht E-Mountainbikes bis 5000 Euro nach verschiedenen Kriterien getestet. Dabei zeigte sich, dass die Reichhöhen zwischen 1371 und 2179 Höhenmetern variieren. Das Cube bietet neben sehr guten Bremsen umfassende Informationen auf dem Display und eine Schiebehilfe mit Rückwärtsblockade. Die Sitzposition erlaubt darüber hinaus eine angenehme Fahrt auf ebener Straße. Entsprechend variieren die Reichhöhen: Die drei Reichweiten-Sieger schaffen mit einer Akkuladung über 2000 Höhenmeter, Gipfelkönig ist das Cube mit 2179 Höhenmetern.

Der ADAC empfiehlt, vor dem Kauf nicht nur eine ausgiebige Probefahrt, sondern auch ein "Bikefitting" beim Fachhändler zu machen: Dort wird die Größe richtig angepasst und die Dämpfung optimal eingestellt.

E-Mountainbike Reichweite im Light E-Bike Bereich

Im Rahmen eines großen Vergleichstests der acht heißesten neuen Light-E-MTBs wurde die Reichweite einem Feldtest unterzogen. Um die Reichweite der Light E-Bikes fair und realistisch miteinander zu vergleichen, wurde ein aufwändiger Feldtest mit Wattmesstechnik von Garmin durchgeführt. Für perfekte Vergleichbarkeit wurden alle Motoren über die U-Stufen und die App-Feineinstellungen auf eine einheitliche Leistung von rund 250 Watt angeglichen.

Die erste Erkenntnis ist wenig überraschend: Je größer der Akku, desto mehr Reichweite liefern die E-Bikes. Deutlich interessanter ist, dass wir zwischen E-MTBs mit vergleichbarer Akku-Größe erstaunliche Reichweitenunterschiede ermittelt haben.

Ergebnisse im Überblick:

Modell Akku Höhenmeter
BH Bikes 2EXMag 540 Wh 1338 + 285 (gedrosselt)
Fazua Ride 60 430 Wh 1423 (Haibike) / 1359 (Focus)
Forestal F60-S1 360 Wh 1007 + 79 (gedrosselt)
Shimano EP8 375 Wh 1285 (Rotwild)
Shimano EP8 504 Wh 1583 (Storck)
Shimano EP8 720 Wh 2096 (Canyon)
TQ HPR 50 360 Wh 893 + 133 (gedrosselt) / 925 + 148 (gedrosselt)

Die Werte, die wir ermittelt haben, zeigen nicht, wie weit Ihr auf Eurer Hausrunde mit Motor X oder Akku Y kommt. Fahrergewicht, Unterstützungsstufe, Streckenprofil, Untergrund, Temperatur und vieles mehr beeinflussen die Reichweite. Das Bike, das in unserem Testprozedere am weitesten kommt, ermöglicht auch Euch die größte Reichweite, längste Tour oder die meisten Trail-Loops.

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