E-Bike Nachrüstsatz Mountainbike 29 Zoll Test: So rüsten Sie Ihr Fahrrad auf

Keine Lust mehr auf strampeln? Wer schon ein gutes Fahrrad hat, kann mit einem E-Bike-Nachrüstsatz für wenige hundert Euro ein in die Jahre gekommenes Fahrrad mit Motor, Akku und Display upgraden. Die einfache Montage ist selbst von Laien zu stemmen, erfordert aber Zeit. Dafür spart man sich eine ganze Menge Geld - und letztlich wäre es auch schade, ein ansonsten gutes Fahrrad im Keller verstauben zu lassen. Wir haben verschiedene Nachrüstsätze ausprobiert und zeigen, wie gut sie sich in der Praxis schlagen. In unserer Top 5: Die besten Motoren & Akkus zum Nachrüsten zeigen wir unsere Favoriten.

Rechtliche Aspekte beim Umbau zum E-Bike

Grundsätzlich darf man sein eigenes Fahrrad umrüsten, das ergab zuletzt auch ein gemeinsames Interview 2021 mit Deutschlandfunk, ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub e. V.) und TechStage (ab Minute 20). Das bestätigt etwa Dr. Arun Kapoor, Rechtsanwalt für Produkthaftung und Produktsicherheitsrecht bei der Kanzlei Noerr LLP, im Interview mit Emobiljournal. Viele Nachrüst-Kits bieten zudem einen Gashebel. Den sollte man nicht anbringen, da solch ein Hebel im öffentlichen Verkehr auf deutschen Straßen nicht erlaubt ist. Der Motor darf ohne Trittunterstützung maximal auf 6 km/h beschleunigen; das gilt in Deutschland als Schiebehilfe. Generell darf ein Pedelec, also ein E-Bike ohne Versicherungskennzeichen, nicht mehr als 25 km/h mit Motorunterstützung fahren. Die Nennleistung des Motors darf 250 Watt nicht übersteigen.

Die Nachrüstsatz muss laut Thomas Geisler vom Pressedienst-Fahrrad nicht einmal eine CE-Kennzeichnung aufweisen. Im Zweifel haftet hier dann der Inverkehrbringer, also etwa Onlineshops wie Amazon.

Der ADFC und das Institut für Fahrradtechnik und -sicherheit raten allerdings von einem Umbau ab (Stellungnahme des ADFC), da die Bauteile herkömmlicher Räder nicht auf zusätzliche Belastungen ausgelegt wären. Laut Dr. Kapoor wären hingegen keine Unfälle auf technisches Versagen von umgerüsteten Fahrrädern zurückzuführen. Entsprechend kann man nur festhalten: Das nachzurüstende Fahrrad sollte in einem einwandfreien Zustand sein. Das Material sollte keine Ermüdungserscheinungen aufweisen. Idealerweise rüstet man am besten ein neues oder junges Fahrrad auf. Wer sich unsicher ist, sollte zu einem Fachhändler gehen.

Die verschiedenen Antriebsarten

Käufer können sich bei Nachrüst-Kits grundsätzlich zwischen drei Varianten entscheiden: Mittelmotor, Vorderrad- oder Hinterradmotor. Den meisten Montageaufwand hat man beim Mittel- oder Hinterradantrieb, bei Frontantrieb muss man im Idealfall nur eine Schraube lösen. Passende Räder mit integriertem Antrieb und teilweise sogar integriertem Akku gibt es für gängige Reifengrößen in 26 und 28 Zoll.

Frontmotor

Der Frontmotor ist der günstigste Einstieg bei den Nachrüst-Sets; ab 300 Euro geht es inklusive Akku los. Man kann ihn mit allen Schaltungen nutzen (Ketten- und Nabensysteme) und binnen weniger Minuten über den Schnellspanner an der Gabel austauschen. Auch Fahrräder mit Rücktrittbremse sind mit dieser Variante kompatibel. Mit der Motorbremse kann man bei einigen Modellen sogar Energie zurückgewinnen. Fahrdynamisch ist der Frontantrieb allerdings nicht die beste Wahl. Die Lenkung ist schwieriger, sandiger Grund oder feiner Schotter liefern wenig Grip. Einfach dran: Ein Frontantrieb ist auch für ungeübte Bastler kein Thema.

Mittelmotor

Ein Mittelmotor ist in den meisten Fällen leistungsstärker als ein Motor im Vorder- oder Hinterrad. Hier sitzt der Antrieb direkt am Tretlager. Zudem bietet diese Variante einen komfortablen Schwerpunkt, der sich positiv auf das Fahrverhalten auswirkt. Noch dazu läuft der Antrieb über die Schaltung des Fahrrads. Das erhöht zwar den Verschleiß, ermöglicht aber auch das Fahren steiler Anstiege in den Bergen mit adäquater Unterstützung. Auch die Rutschgefahr ist deutlich geringer als mit einem Vorderradantrieb. Dafür ist der Einbau anspruchsvoll: Der Nutzer muss das komplette Tretlager austauschen, bei einigen Modellen sogar schweißen. Kostenseitig liegt diese Variante ab 400 Euro.

Heckmotor

Bei einem Heckmotor kann man wie bei Frontmotoren die Motorbremse nutzen und so Energie zurückgewinnen. Er unterstützt beim Anfahren schneller als ein Frontmotor, hat aber einen schlechteren Schwerpunkt (Hinterrad) und ist beim Einbau komplizierter als etwa ein Vorderradmotor. Einen Heckantrieb gibt es ebenfalls ab 400 Euro.

Wer sich eine der drei Varianten als Nachrüstsatz holt, wird sich wahrscheinlich für den Front- oder Mittelmotor entscheiden. Der Frontmotor ist sehr günstig, der Mittelmotor leistungsstark und komfortabel. Mehr zu Antrieb, Akku, Schaltung & Co. klären wir an anderer Stelle.

Praxistest: Frontmotor am Vorderrad (iMortor)

Für unseren Praxistest haben wir uns mit dem Kit iMortor für die einfachste Nachrüstlösung entschieden, das man ab 320 Euro bekommt. Im Lieferumfang sind Vorderrad mit integriertem Nabenmotor (240 Watt), Controller, Smartphone-Halterung, Akku (130 Wattstunden), Netzteil (Achtung: Chinesischer Stecker) sowie Werkzeug und Schrauben enthalten. Unser Testgerät ist für Fahrräder mit Scheibenbremsen ausgelegt - entsprechend liegt eine Bremsscheibe bei. Für Felgenbremsen gibt es keine Version derzeit.

Der Austausch gelingt ungeübten Bastlern in 30 Minuten, geübten in gut 15 Minuten. Zuerst kommt das alte Vorderrad vom Fahrrad ab. Danach schraubt man die mitgelieferte Bremsscheibe ans neue Rad und setzt es in der Fahrradgabel ein. Bei uns waren nicht alle Löcher für die Befestigung der Bremsscheibe sauber gefräst. Das Resultat: Nur fünf von sechs Schrauben haben gepasst. Das hält ausreichend, deutet aber auf minderwertige Verarbeitung hin. Mit Beilagscheiben und Muttern befestigen wir das neue Rad in der Gabel. Es sitzt fest und macht einen sicheren Eindruck. Der Akku sitzt direkt an der Motoreinheit im Rad. Im Anschluss ziehen wir die Kabel vom Rad zur Lenkstange und befestigen sie mit zwei mitgelieferten Kabelbindern. Die Motoreinheit in der Mitte des Reifens dreht sich übrigens nicht mit - so bleibt das Kabel sauber an einer Stelle.

Als Nächstes kommen Controller und Smartphone-Halterung an die Reihe. Beide kann man an der Lenkstange befestigen. Wer hier keinen Platz mehr hat, findet in der Verpackung von iMortor eine zusätzliche Schelle und Aluminiumstange, um die Komponenten anzubringen. Dann verbindet man die Kabel von Controller und Smartphone-Halterung mit dem Motor - eine farbliche Kennzeichnung macht die Arbeit einfach. Zwei Anschlüsse bleiben frei. Hier können Nutzer noch andere Sensoren oder etwa ein Display für die Geschwindigkeitsanzeige nachrüsten.

Nun kommt der spannende Teil, die Inbetriebnahme. Denn wo die Montage einfach ist, gestaltet sich die Aktivierung unseres neuen Pedelecs als Stresstest. Das Set funktioniert nämlich nur mit aktiver App. Deshalb gibt es auch die Smartphone-Halterung, die speist immerhin das Smartphone mit Strom, damit das nicht bei der Nutzung leer läuft. Der Strom kommt direkt aus dem iMortor-Akku, das Ladekabel muss man selbst mitbringen. Zum Vergleich: Das deutlich teurere Pendix-Kit (Testbericht) für gut 1200 Euro kommt ohne App-Zwang aus. Bei der App hat sich der Anbieter von iMortor wenig Gedanken gemacht. Das angegebene Passwort stimmt nicht, die Verbindung klappt nur mit einem Trick und die Menüs sind lieblos gestaltet. Laut Anleitung sollen Nutzer sich die App iMortor herunterladen. Die funktioniert aber nicht mehr. Stattdessen gibt es die App iMortor 2 für Android und iOS; über die Suchmaske der App-Stores findet man sie leicht. Um Fahrrad und App zu koppeln, schaltet man zuerst den Controller ein und startet dann die App. Diese erkennt das Fahrrad sofort und will ein Passwort wissen. Die Anleitung sagt „0000“, das ist falsch. Über Reddit haben wir das alternative Passwort „6666“ gefunden. Das funktioniert.

Danach folgt die nächste Hürde. Die App meldet „Controller failure“ - es passiert gar nichts. Um den Fehler zu beheben, halten wir den On-/Off-Button am Controller für gut zehn Sekunden gedrückt. Dann verschwindet die Fehlermeldung. Das Fahrrad ist nun einsatzbereit.

Das iMortor unterstützt nicht automatisch beim ersten Tritt in die Pedale. Wer dieses Verhalten von teuren E-Bikes kennt: Verantwortlich dafür zeigt sich ein Drehmomentsensor in der Nabe der Kurbel. Den gibt es bei dieser Variante nicht; wir mussten nur das Vorderrad austauschen. Je nach Motor erkennt eine Elektronik im Antrieb ab einer bestimmten Drehung des Vorderreifens den Wunsch, zu beschleunigen, und unterstützt - und die Unterstützung läuft auch noch ein wenig weiter, wenn man nicht mehr tritt. Das hilft wunderbar im Alltag, ist aber ein anderes Verhalten, als man es von erheblich teureren modernen E-Bikes mit Mittelmotor-Antrieb von Bosch, Yamaha oder Panasonic kennt. Der iMortor löst es noch einfacher. Eine automatische Erkennung des Vortriebswuschnes gibt es hier nicht. Der Fahrradfahrer drückt den Gashebel - je nach gewünschter Unterstützung stark oder weniger stark. Das sorgt bei längeren Touren für Krämpfe im Finger. Aber wirklich lange dauert eine Fahrt mit Motorunterstützung auch nicht. Bei voller Kraft und ohne eigenes Treten reicht der Akku für knapp 10 Kilometer. Wer zusätzlich in die Pedale tritt und nur zur Hälfte den Motor unterstützen lässt, kommt auf rund 15 Kilometer. Wem das zu wenig ist, der kann sich einen Ersatzakku besorgen; mit gut 100 Euro ist der verhältnismäßig günstig.

Die Fahrt mit dem iMortor macht trotz fehlender Tretunterstützung Freude. Der Motor ist kaum bis gar nicht hörbar. Wer schon mal mit einem Pedelec gefahren ist, kennt das leise vernehmbare „frrrrr“ während der Fahrt. Mit 240 Watt Motorenleistung kommen gut statuierte Männer auf rund 20 km/h ohne zusätzliches Treten auf ebenen Strecken. Das ist zwar toll, aber hierzulande leider illegal.

Bergauf muss man in die Pedale treten, dafür ist der Motor zu schwach. Wer aber sein altes Mountainbike mit iMortor aufrüstet, wird mit Gangschaltung und Motorunterstützung eine angenehme Bergfahrt machen, selbst in hohen Gängen. Alles in allem macht iMortor richtig Spaß. Wer gerne kurze Touren fährt, bekommt hier eine nette Unterstützung. Für längere Touren benötigt man zwei bis drei zusätzliche Akkus. iMortor kostet in der Grundausstattung ab 320 Euro. Durch den notwendigen Gashebel ist das Set für die Fahrt auf deutschen Straßen aber verboten.

Alternativ entscheidet man sich für ein anderes Nachrüst-Kit. Viele günstige Sets stammen aus China. Hier ist ein Gashebel erlaubt. Entsprechend findet er sich in den meisten Kits. Die Anbringung ist, bis auf iMortor, aber in den meisten Fällen optional. Ein vergleichbares Set gibt es etwa bei Amazon für rund 500 Euro inklusive Akku oder bei Banggood für rund 265 Euro ohne Akku.

Praxistest: Mittelmotor am Tretlager (Bafang MM G340)

Für unseren Praxistest mit Mittelmotor haben wir uns für das Nachrüst-Kit Bafang MM G340 mit dem Akku Haniwinner H193 im Gesamtwert von rund 750 Euro entschieden. Mit dem Bafang-Set erhält man 750-Watt-Motor, Farb-Display, Steuereinheit, Sensor, Pedale, Kabel und Zubehör. Sogar ein Gashebel ist mit dabei, aber erfreulicherweise optional. Damit unser Bike legal auf Straßen fahren darf, lassen wir den weg. Der E-Antrieb von Bafang erkennt das Treten in die Pedale und unterstützt automatisch. Das Set kommt gut verpackt an und ermöglicht per Videoanleitung eine leicht verständliche Montage. Im Grunde ist im Set alles enthalten, was man benötigt. Nur ein Innenlagerentferner für das Tretlager liegt nicht bei. Den muss man sich separat besorgen. Wir haben uns für eine Variante von Amazon für 12 Euro entschieden.

Als Akku kommt ein Haniwinner HA193 mit 624 Wattstunden zum Einsatz. Er kostet rund 200 Euro. Alternativ kann man auch zu einem HA194 mit 561 Wattstunden oder HA074-04 greifen - hier variiert Formfaktor und Akkuleistung. Auch Amazon bietet vergleichbare Akkus. Hier geht es ebenfalls ab etwa 150 Euro los.

Die gesamte Montage des Nachrüstsatzes kostet uns Laien sechs volle Stunden. Geübte Fahrradbastler werden wohl schneller sein. Trotzdem gibt es viel zu tun. Das Tretlager muss ausgetauscht werden, hier kommt der Motor rein. Der Akku findet im Rahmen Platz, die Bremshebel werden ausgetauscht, die Steuereinheit und das Display kommen an den Lenker, das Frontlicht an die Gabel und der Geschwindigkeitssensor ans Hinterrad. Zudem muss man noch die Kabel entlang des Rahmens befestigen.

Alles in allem gelingt das selbst blutigen Anfängern. Schweißen am Rahmen oder Löten an der Elektronik war nicht notwendig. Das Set ist gut verarbeitet und alle Komponenten lassen sich einfach miteinander verbinden. Der Lohn kommt postwendend nach der Arbeit: Das neu umgerüstete E-Bike ist sofort einsatzbereit.

Der Bafang Mittelmotor reagiert fast unmittelbar auf Tritte in die Pedale. Fast, weil Bafang in unserem Modell keinen Drehmomentsensor eingebaut hat. Entsprechend reagiert der Motor erst ab der ersten Umdrehung der Pedale. Das ist dennoch deutlich direkter als bei vergleichbaren Front- oder Heckantrieben. Danach läuft die Unterstützung mit voller Leistung; hier macht sich der 750-Watt-Motor bemerkbar.

Weitere Hersteller von Nachrüstsätzen

Am Markt findet man mittlerweile zahlreiche Umbausätze / Nachrüstsätze, um sein Rad zum E-Bike beziehungsweise zum Pedelec nachzurüsten. Das reicht von Hinterrad- über Vorderrad-Motoren bis hin zu waschechten Mittelmotoren, die am Tretlager angebracht werden. Damit du die Übersicht nicht verlierst, stellen wir dir hier die gängigsten Hersteller mit Umbausätzen / Nachrüstsätzen vor.

  • Pendix: Mittelmotor mit speziellem Tretlager und Drehmomentabstützung.
  • Senglar: Nabenmotoren, fertig eingespeicht mit Akku und Montagezubehör.
  • Go Swiss: Heckmotoren mit bis zu 500 Watt Unterstützung.
  • Bafang: Heck- und Frontmotoren, Displays, Sensoren und Akkus.
  • Ansmann: Heck- und Frontmotoren mit Flaschen- oder Gepäckträgerakku.
  • Vivax: Leichter E-Antrieb, der im Sattelrohr verschwindet.
  • Binova: Synchronmaschine mit 250 Watt und Unterrohr- oder Gepäckträgerakku.
  • Add-e: Motor zur Montage an der Gepäckträgeraufnahme oder am Tretlager.
  • Electron Wheel: Vormontiertes Vorderrad, das einfach eingehängt wird.

Bei der Vielzahl der auf dem Markt befindlichen Pedelec Umbausätze / Nachrüstsätze haben wir uns auf die aus unserer Sicht wichtigsten beschränkt.

Worauf Sie bei der Umrüstung achten sollten

Prinzipiell eignet sich jeder Fahrradtyp zur Umrüstung zum E-Bike. Mountainbike, Citybike, Tourenrad, sogar für Klappräder gibt es Nachrüstsätze. Sinnvoll ist der Umbau aber leider nicht immer.

Eignung des Fahrrads

Damit du nicht einen teuren Umrüstsatz kaufen gehst, nur um dann hinterher festzustellen, dass dein Fahrrad nicht zum E-Bike taugt, solltest du zunächst folgende Bereiche deines Bikes checken:

  • Stabilität: Das Fahrrad muss stabil genug sein, um das zusätzliche Gewicht von Motor, Akku und Kabeln zu tragen.
  • Kompatibilität: Rahmenform und -material müssen sich zum Umbau eignen, und nicht jede Schaltung verträgt sich mit einem Motor.
  • Bremsen: Das größere Gewicht und die erhöhte Geschwindigkeit erfordern zudem absolut verlässliche Bremsen.

Experten raten dazu, ein Fahrrad von weniger als 400 Euro Zeitwert nicht umzurüsten. Dein Bike sollte nicht älter sein als 4 bis 5 Jahre, Aluräder dürfen nicht mehr als 10.000 km Fahrleistung erbracht haben.

Die Motorenfrage

Es gibt drei Arten von Motoren, nämlich Front-, Mittel-, und Heckmotoren. Je nach Position greifen sie an einer anderen Stelle in den Antrieb deines Fahrrads ein. Dort sorgen sie dann für erhöhten Verschleiß. Bei ihren E-Bikes achten die Hersteller darauf, dass diese Komponenten besonders viel vertragen, bei deinem Fahrrad kann es trotz hochwertigster Verarbeitung passieren, dass die Teile der dauerhaften Mehrbelastung nicht gewachsen sind.

Wenn du nicht sicher bist, ob dein Fahrrad, die Bremsen oder der Antrieb sich für einen Umbau zum E-Bike eignen, kannst du einen unserer Profis - du findest sie unter Finde einen Fahrradladen - um Rat fragen.

Welcher Motor ist der richtige?

  • Heckmotoren: Funktionieren nur mit Kettenschaltung und nicht mit einer Rücktrittbremse.
  • Mittelmotoren: Funktionieren mit Naben- oder Kettenschaltungen, es gibt sie auch in Kombination mit Rücktrittbremsen.
  • Frontmotoren: Funktionieren wahlweise mit Ketten-, und Nabenschaltung, auch Rücktrittbremsen sind kein Problem.

Was musst du ausgeben?

Die günstigsten Nachrüstsätze bekommst du ab ungefähr 250 Euro. Du kannst aber je nach Hersteller und Spezifikationen bis zu 2000 Euro hinblättern. Die meisten Nachrüstsätze werden mit sämtlichem Zubehör geliefert, Du musst dich also nicht darum kümmern, Kabel oder einzelne Schräubchen zu besorgen. Eventuell brauchst du noch geeignetes Werkzeug, schon kann es losgehen.

Lohnt es sich, dein Fahrrad umzurüsten?

Nicht ganz einfach zu beantworten. Ein Fahrrad, das sich für die Umrüstung eignet wird eher auch kein ganz billiges Bike sein. Die Rechnung „billiges Fahrrad plus billiger Nachrüstsatz = günstiges E-Bike“ wird daher leider eher nicht aufgehen. Diese Kombi wird in den seltensten Fällen ein harmonisches Gespann. Das billige Fahrrad ist der Mehrbeanspruchung nicht gewachsen, es wird schlimmstenfalls vorzeitig den Dienst quittieren. Wenn du preisgünstig an ein E-Bike kommen willst, das dir gute Dienste leistet, ist ein komplettes E-Bike der unteren Preisklasse mit Sicherheit die bessere Wahl. Die Hersteller sorgen dafür, dass du auch für relativ wenig Geld ein zuverlässiges Bike bekommst. Gespart wird an der Reichweite des Akkus oder an der Power des Motors, vielleicht kann der Bordcomputer nur die absoluten Basics anzeigen, aber alles passt zusammen.

Wenn du ein richtig gutes Fahrrad besitzt, aber auf den Komfort eines Antriebsassistenten nicht länger verzichten willst, sieht die Sache schon anders aus. In Kombination mit einem hochwertigen Motor kann daraus durchaus ein E-Bike werden, das Spaß macht. Wenn dein Bike also ungefähr 1000 Euro oder mehr wert ist und nicht schon deiner Oma gehört hat, ist der Nachrüstsatz durchaus eine Option. Allerdings kommt dazu noch die Kosten der Umrüstung.

Kannst du dein Bike selbst umrüsten?

Fahrradmechaniker raten dringend davon ab. Es braucht schon einiges an Know-How um aus einem Fahrrad ein verkehrssicheres E-Bike zu machen. Firmen die sich auf das Nachrüsten von Antriebsassistenten spezialisiert haben oder Fahrradfachhändler bieten dir einen Rundum-Service, sie beurteilen dein Fahrrad, wissen, ob ein Front-, Mittel-, oder Heckmotor passt, bauen alle Komponenten ein und geben dann möglicherweise sogar Garantie auf Motor, Akku und Bedienelement. Sie können dich auch beraten wenn es darum geht, das passende Umbaukit für deine Zwecke auszuwählen, denn für mehrtägige Touren durch die Alpen brauchst du andere Hardware als um täglich 15 Minuten durch die Stadt zum Büro zu fahren.

Allerdings können mit Material und Einbau bis zu 1000 Euro zusammenkommen, für ein bisschen mehr bekommst du dann schon ein ordentliches E-Bike, an dem nicht herumgeschraubt wurde.

Falls du dich dann doch selber an die Schraubenschlüssel wagen möchtest, liegen den Umrüstsätzen detaillierte Einbauanleitungen bei. Manche Hersteller versorgen dich auch mit einschlägigen YouTube-Tutorials. Wenn du technisch nicht völlig unbegabt bist und schon einmal die Laufräder an einem Fahrrad gewechselt hast, ist es durchaus möglich den Einbau selbst erfolgreich zu meistern.

Allerdings musst du beachten, dass in diesem Fall sämtliche Gewährleistung seitens der Hersteller verfällt.

E-Bike-Nachrüstsatz Vergleich 2025

Hier ist eine Übersicht einiger E-Bike-Nachrüstsätze, basierend auf einem Vergleich von 2025:

Modell Antriebstyp Reifengröße (Zoll) Leistung (Watt) Bremstyp Maximalgeschwindigkeit (km/h) Montage Akku inklusive
Yose Power E-Bike-Nachrüstsatz Conversion Kit Hinterradantrieb 28" 350 Scheibenbremse 30 Einfach Ja
Season Nachrüstsatz Hinterradantrieb 28" 350 Hydraulikbremse 32 Besonders einfach Ja
Yose Power Hub Motor Vorderantrieb 28" 250 Scheibenbremse 25 Einfach Nein
Shimost 28 Zoll 700C E-Bike Umbausatz Vorderantrieb 28" 250 Scheibenbremse 25 Einfach Ja
Season 36250-QZ-28 Vorderantrieb 28" 250 Keine Herstellerangabe 25 Einfach Ja
Season E-Bike Conversion Kit Hinterradantrieb 26" 350 Hydraulikbremse 32 Besonders einfach Ja
L-faster YK-B-214 Mittelmotor Für alle Größen geeignet 250 Für Mittelmotor nicht relevant 25 Herausfordernd Nein
Yose Power Umrüstsatz Hinterradantrieb 28" 350 Scheibenbremse 32 Besonders einfach Nein

Diese Tabelle bietet einen schnellen Überblick über verschiedene Optionen, um Ihr Mountainbike 29 Zoll in ein E-Bike zu verwandeln.

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