E-Bike Versicherung: Was Stiftung Warentest empfiehlt

Wer ein teures E-Bike besitzt, sollte nicht am falschen Ende sparen. Eine passende Fahrradversicherung kann vor den finanziellen Folgen eines Diebstahls schützen. Fahrraddiebstähle sind in Deutschland leider keine Seltenheit. Allein im Jahr 2024 wurden über 245.000 gestohlene Fahrräder gemeldet. Eine passende Versicherung kann helfen, den finanziellen Verlust zu minimieren.

Laut Stiftung Warentest gibt es bereits ab 50 Euro pro Jahr hervorragende E-Bike-Versicherungen. Die Stiftung Warentest bietet mit ihrem Vergleich eine gute Orientierungshilfe, um den für die eigenen Bedürfnisse passenden Tarif zu finden. Die Stiftung Warentest hat in ihrer Ausgabe (06/2025) daher 119 Tarife von 45 Anbietern untersucht und gibt Empfehlungen für verschiedene Bedürfnisse. Den gesamten Testbericht können Sie kostenpflichtig bei Stiftung Warentest lesen.

Umfassender Schutz für Ihr E-Bike

Für ein preisintensives E-Bike gibt es in manchen Regionen Deutschlands mit geringem Diebstahlrisiko bereits für wenige Euro im Jahr umfangreichen Schutz. Die Stiftung Warentest hat im neuen Heft 119 Fahrradversicherungen genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Ganze 36 Tarife schnitten mit der Note „sehr gut” ab.

Ob eine Hausratversicherung ausreicht oder eine spezielle Fahrradversicherung sinnvoll ist, hängt vom Wert des Fahrrads und der Nutzungshäufigkeit ab. Für hochwertige Fahrräder oder E-Bikes kann eine spezielle Versicherung sinnvoller sein.

  • Hausratversicherung: Deckt Fahrraddiebstahl nur ab, wenn das Rad in verschlossenen Räumen gestohlen wird. Ein zusätzlicher Schutz für Diebstahl außerhalb kann hinzugebucht werden.
  • Spezielle Fahrradversicherung: Bietet umfassenden Schutz, einschließlich Diebstahl, Vandalismus und Unfällen. Einige Tarife verzichten auf komplizierte Sicherheitsauflagen.
  • Kaskoversicherung: Ideal für hochwertige Räder ab 3.000 Euro oder bei intensiver Nutzung.

Wer ein hochwertiges E-Bike besitzt, sollte sich nicht auf die Hausratversicherung verlassen. Diese ersetzt den Schaden oft nur unzureichend und kann nach einem Diebstahl sogar komplett gekündigt werden.

Laut Stiftung Warentest ist dabei vor allem die unbegrenzte Neuwertentschädigung wichtig. Nur dann wird im Schadensfall der volle Kaufpreis ersetzt, unabhängig vom Alter des Rades.

Allein im Jahr 2024 wurden über 245.000 Fahrraddiebstähle gemeldet. Eine passende Versicherung kann vor den finanziellen Folgen schützen.

Empfehlungen von Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat verschiedene Tarife getestet und empfiehlt unter anderem die folgenden Tarife:

  • Signal Iduna - Fahrrad-Diebstahl (Paket S): Bietet in Städten mit hohem Risiko wie Berlin und Göttingen einen günstigen Schutz. Für ein 1.500 Euro teures Trekkingrad kostet die Police jährlich etwa 32 Euro.
  • Huk24 - Diebstahl-Schutz: In Remscheid kostet der Tarif für das gleiche Modell 25 Euro jährlich. In Städten mit höherer Diebstahlrate wie Berlin steigt der Preis jedoch auf 101 Euro.
  • Barmenia - Diebstahl-Schutz+Kasko-Schutz: Bietet umfassenden Schutz, einschließlich Akkuschutz und Schutzbriefleistungen.

Unter den getesteten Tarifen überzeugten unter anderem Signal Iduna, HUK24 und die VRK.

  • Signal Iduna bietet mit dem Tarif „Fahrrad-Diebstahl (Paket S)” einen echten Vorteil: Der Preis bleibt bundesweit gleich, unabhängig davon, ob das E-Bike in einer Diebstahl-Hochburg wie Berlin oder in einer ländlichen Region gefahren wird. Für rund 50 Euro pro Jahr ist beispielsweise ein 6.000 Euro teures E-Lastenrad abgesichert.
  • In Regionen mit niedriger Diebstahlrate bietet HUK24 besonders günstige Beiträge an. Hier ist ein E-Bike-Schutz schon ab etwa 57 Euro pro Jahr zu bekommen. Selbst in Großstädten bleibt der Preis oft deutlich unter 400 Euro.
  • Die VRK bietet einen ähnlich starken Tarif, allerdings mit leichten Vorteilen beim Leistungsumfang. Ab knapp 64 Euro pro Jahr können sich hochwertige E-Bikes gegen Diebstahl absichern lassen. Laut der Stiftung Warentest legt die VRK dabei viel Wert auf eine einfache Schadensabwicklung.

S-Pedelec: Besonderheiten bei der Versicherung

Rund 10 000 S-Pedelecs werden jedes Jahr verkauft. Damit bleiben die Verkaufs­zahlen seit 2022 stabil. Im Vergleich zu normalen E-Bikes - 2024 wurden rund 2,1 Millionen E-Bikes verkauft - ist das S-Pedelec ein Nischen­produkt. Ein S-Pedelec ist ein Elektrofahr­rad mit deutlich stärkerer Motor­unterstüt­zung als bei normalen Rädern aus unserem E-Bike-Test. Sie unterstützen Radelnde bis zu einer Geschwindig­keit von 45 Kilo­metern pro Stunde mit maximal 400 Prozent Tret­kraft­verstärkung.

Recht­lich gelten S-Pedelecs deshalb als Klein­kraft­räder. S-Pedelecs kosten oft mehrere Tausend Euro. Normale Pedelecs haben eine Leistung von maximal 250 Watt und unterstützen die Tretbewegung nur bis 25 Kilo­metern pro Stunde. Die Nenn­dauer­leistung bezeichnet die Leistung, die der Motor kontinuierlich über einen längeren Zeitraum abgeben kann, ohne Schaden zu nehmen oder über­hitzt zu werden.

Versicherungsoptionen für S-Pedelecs

  • Kfz-Haft­pflicht: Für Ihr S-Pedelec müssen Sie eine Kfz-Haft­pflichtver­sicherung abschließen.
  • Teilkasko: Oft ist es sinn­voll, das S-Pedelec zusätzlich gegen Diebstahl zu versichern, indem Sie Teilkasko-Schutz dazu­wählen.

Während die Kfz-Haft­pflicht­versicherung nur Schäden deckt, die anderen zugefügt werden, über­nimmt die Teilkasko Kosten für das eigene Rad. Sie springt zum Beispiel ein, wenn es gestohlen wird.

Kostenbeispiele für S-Pedelec Versicherungen

Das Versicherungs­jahr beginnt am 1. März und endet am 29. Februar des Folge­jahres.

  • So kostet der Schutz für ein S-Pedelec bei der Huk-Coburg rund 30 Euro für die reine Kfz-Haft­pflicht und rund 70 Euro mit Teilkasko für ein Jahr. Das Kenn­zeichen ist im Preis enthalten.
  • Bei der Allianz gibt es Haft­pflicht-Schutz ab 59 Euro für ein Jahr, mit Teilkasko sind es rund 100 Euro. Viele Anbieter nehmen etwas mehr, wenn der Fahrer oder die Fahrerin unter 23, unter 26 oder unter 27 Jahre alt ist.

Weitere Hinweise für S-Pedelec-Fahrer

  • Schutz: Setzen Sie einen Helm auf, er ist nach Straßenverkehrs­ordnung (Paragraf 21a Absatz 2 StVO) vorgeschrieben.
  • Fahrweg: Fahren Sie auf der Straße, Radwege sind meist tabu.
  • Suche: Bei der Suche nach einer passenden Versicherung im Internet kann es hilf­reich sein, mit „Klein­kraft­rad“ zu suchen. Die meisten großen Versicherungs­gesell­schaften bieten passende Tarife an, etwa ­Allianz, Huk-Coburg und Huk24, R+V und WGV.

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