Jahr für Jahr testen wir die spannendsten Trail-Bikes auf dem Markt und es gibt weiterhin wichtige Entwicklungen. Erstmals hat sich das Testfeld in zwei Lager gespalten und gezeigt, wie unterschiedlich Hersteller moderne Trail-Bikes interpretieren. Doch wo liegen die wirklichen Unterschiede?
Die Entwicklung moderner Trail-Bikes
Während in den vergangenen Jahren vereinzelte Ausreißer - wie das Orbea Occam LT oder Specialized Stumpjumper EVO - unsere Trail-Bike-Vergleichstests aufgemischt und mit deutlich höherer Potenz bestochen haben, gibt es in diesem Vergleichstest um das beste Trail-Bike 2025 gleich eine ganze Handvoll solcher Kandidaten. Damit teilt sich das diesjährige Testfeld in zwei Klassen auf und zeigt deutlich, wie sich die Entwicklung von modernen Trail-Bikes unterscheidet und welche Ansätze die Hersteller wählen. Das Spannendste daran: Die Uphill-Performance ist davon nicht beeinflusst! So entpuppen sich viele der Bikes als echte Ballermaschinen, die nur so vor Potenz strotzen und selbst auf roughen Bikepark-Strecken mit einigen aktuellen Enduro-Bikes mithalten können, während andere Trail-Bikes eine gemäßigte - aber auf keinen Fall schlechtere - Gangart an den Tag legen.
Letztere überzeugen hingegen mit einem ausgewogeneren Charakter und motivieren zu langen Touren und verspielten Flowtrail-Abenteuern. Durch ihr flinkes, agiles Handling bestechen sie zudem mit hohem Spaßpotenzial.
Die Qual der Wahl: Welches Trail-Bike passt zu Ihnen?
Heutzutage zählen nicht mehr die Labels der Bikes, sondern die individuellen Bedürfnisse von euch. Wie gut passt ein bestimmtes Bike zu eurem Fahrstil und euren bevorzugten Trails? Welche Ansprüche habt ihr an euer nächstes Bike und auf welche Kriterien legt ihr den größten Wert? Wenn ihr diese Fragen für euch beantworten könnt, werdet ihr ein Trail-Bike finden, was perfekt zu euren Anforderungen passt und euch die beste Zeit beschert.
Aber Vorsicht, auf dem Papier ähneln sich viele Bikes: gleicher Federweg, ähnliche Geometrie, identische Laufradgrößen. Doch auf dem Trail zeigt sich schnell, wie groß die Unterschiede wirklich sind. Mal sorgt ein vermeintlich zahmes Bike für überraschend viel Potenz, während ein anderes mit mehr Federweg unerwartet an seine Grenzen stößt. Und auch im Uphill zeigt sich: Weniger Federweg ist nicht immer besser. Denn ob ein Fahrwerk effizient ist, liegt nicht an der Menge seines Federwegs. Und ob ein Bike spritzig den Trail hoch fliegt, hängt nicht allein von seinem niedrigen Gewicht ab. Auch dieser Vergleichstest hat wieder deutlich gezeigt: Es kommt nicht nur auf die Eckdaten an, sondern darauf, wie das Gesamtpaket auf dem Trail harmoniert.
Testfeld und Preisunterschiede
In unserem Testfeld mischen neben den spannendsten Trail-Bikes auch drei E-Mountainbikes mit modernster Motor- und Akku-Technologie kräftig mit. Welche Bikes und Technologien euch wirklich interessieren und was wirklich spannend ist, wisst ihr am besten selbst. Genau deshalb sind die Informationen , die wir durch unsere jährliche Leserumfrage mit über 16.000 Teilnehmern von euch bekommen, ausschlaggebend für die Entscheidung, welche Bikes wir unseren Testings aufnehmen - so auch in diesem Vergleichstest.
Mehr als 7.000 € Preisunterschied zwischen dem günstigsten und teuersten Bike: Das klingt erst einmal unverhältnismäßig und nach einem unfairen Wettbewerb zwischen den Testkandidaten. Doch wir haben festgestellt: Es gibt kaum Unterschiede bei der Ausstattung und auch auf dem Trail sind die Bikes sich verblüffend ähnlich. Muss es also immer das Teuerste sein? Und rechtfertigt sich so ein Preisunterschied? Auch beim Gewicht gibt es krasse Diskrepanzen: Bis zu 6,2 kg trennen die leichtesten von den schwersten Bikes - vor allem durch die Integration der E-MTBs in unserem Test. Aber auch zwischen den analogen Kontrahenten gibt es eine Gewichtsdifferenz von bis zu 2,7 kg. Die Realität zeigt: Schwerere Bikes sind nicht automatisch langsamer im Uphill oder weniger agil auf engem Gelände.
Aber auch in Sachen Federweg unterscheiden sich die Bikes signifikant und decken eine Spannweite von 120 mm bis 160 mm Federweg am Heck ab. Klingt, als wäre die Sache klar: Mehr Federweg, mehr Downhill-Performance, oder? Doch ganz so einfach ist es auch hier nicht. Denn Geometrie, Kinematik und Gesamtkonzept spielen eine mindestens genauso große Rolle. Also, welches Bike hat im Downhill wohl wirklich am besten abgeschnitten?
Die Testkandidaten im Überblick
Zur besseren Übersicht haben wir euch hier alle 16 Bikes aus dem Vergleichstest um das beste Trail-Bike 2025 aufgelistet und die wichtigsten Daten zusammengefasst.
- Atherton S.150
- Canyon Spectral
- Canyon Spectral:ONfly
- Orbea Rise LT
- MERIDA eONE-SIXTY SL
- IBIS HD6
- Santa Cruz Bronson
- Santa Cruz Hightower
- Norco Optic
- Pivot Switchblade
- RAAW Jibb V2
- Rocky Mountain Instinct
- Specialized Stumpjumper 15
- Transition Sentinel
- Trek Top Fuel
- YT JEFFSY
Ganz oben in der Liste steht das neue Atherton S.150. Die in Wales hergestellten Bikes sind noch echte Raritäten und bestechen durch ihren markanten, schlichten Look mit runden Rohren und Muffen. Mit dem neuen S.150 bringen die Atherton-Entwickler ein Aluminium-Trail-Bike auf den Markt, das - auch dank seines DW-Link-Hinterbaus - der perfekte Allrounder sein soll. Doch wie schlägt es sich auf dem Trail?
Frisch aufgelegt ist auch einer der alten Champions. Bereits 2021 holte sich das Canyon Spectral den Testsieg in unserem Vergleichstest und steht jetzt mit spannenden Updates wieder am Start: Dazu zählen ein verringerter Federweg von 150/140 mm, 29er-Setup und serienmäßiger K.I.S.-Lenkungsstabilisator. Doch reicht das, um die Konkurrenz erneut in den Schatten zu stellen?
Täuschend echt ist auch der elektrifizierte Bruder: Das Canyon Spectral:ONfly hat den 50 Nm starken TQ-HPR50-Motor und den 360-Wh-Akku geschickt in das schlanke Rahmendesign integriert und schmuggelt sich so als E-MTB ins Testfeld. Doch wie behauptet sich das 18,6 kg leichte E-MTB der Koblenzer auf dem Trail und kann es sein analoges Pendant abhängen?
Als zweites E-MTB im Bunde, reiht sich das Orbea Rise LT im Vergleichstest ein. Es konnte in der vergangenen Saison bereits bei unserem Schwestermagazin E-MOUNTAINBIKE einen Vergleichstest für sich entscheiden und ist nicht nur dank des praktischen MyO-Konfigurators ein sehr beliebtes Bike in der ENDURO Redaktion, sondern bringt auch die meiste Motor-Power mit.
Als drittes E-MTB misst sich das MERIDA eONE-SIXTY SL direkt mit den etablierten Größen in unserem Test. Mit 160 mm Federweg vorne und hinten bringt es den meisten Federweg im Testfeld mit. Den Rückenwind liefern ein 55 Nm starker Bosch SX-Motor und ein 400-Wh-Akku.
Nur ein paar Hundert Meter voneinander entfernt liegen die Headquarters der nächsten Teilnehmer. Die kalifornische Brand Ibis ist unter Kennern schon lange als Marke für Bikes bekannt, mit denen man es bergab ordentlich krachen lassen kann. Ihr Enduro-Bolide - das IBIS HD6 - hat erst vor Kurzem unseren großen Vergleichstest um das beste Enduro-Bike gewonnen. Jetzt geht die neueste Version des Ibis Ripmo ins Rennen und präsentiert sich mit klareren Linien und einem noch cleaneren Look.
Direkt um die Ecke befinden sich dann die Hallen von Santa Cruz Bicycles, die sowohl ihr neues Bronson als auch das Hightower ins Rennen schicken - die Geschwister sehen auf dem ersten Blick zum Verwechseln ähnlich aus. Das Santa Cruz Bronson soll die mit 27,5″-Hinterrad ausgestattete Spaßmaschine im Line-up der Kalifornier sein und euch ein dickes Grinsen ins Gesicht zaubern - egal auf welchem Trail ihr unterwegs seid. Auch das Santa Cruz Hightower wurde für die neueste Generation gründlich überarbeitet und bietet - wie das Bronson - jetzt mit 160/150 mm (v/h) mehr Federweg sowie eine abfahrtslastigere Geometrie. Es rollt aber weiterhin auf 29”-Laufrädern an Front und Heck.
Als High-Pivot-Pionier schickt Norco ihr kurzhubiges Trail-Bike Optic in den Test. Doch geht das spannende Konzept um das Norco Optic auf und bietet ein hoher Drehpunkt in einem Bike mit so wenig Federweg tatsächlich Vorteile auf dem Trail?
Das Pivot Switchblade setzt hingegen als vielseitiges Allround-Trail-Bike den klassischen Pivot-Look fort und baut weiterhin auf den bewährten DW-Link-Hinterbau und aufrecht stehendem Dämpfer.
Lokalmatador RAAW hat sich in kurzer Zeit zu einer echten Kultmarke entwickelt. Mit dem Jibb V2 präsentieren sie bereits die - wer hätt’s gedacht - zweite Generation ihres Trail-Bikes. Gleich geblieben ist hingegen die Philosophie, auch die Neuauflage, das RAAW Jibb V2, robust und simpel zu gestalten und den vollen Fokus auf Trail-Performance und lange Haltbarkeit zu legen.
Rocky Mountain, die Traditionsmarke aus Vancouver, hat mit ihren Bikes in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass sie echte Trail-Raketen bauen können. Doch wie schlägt sich die Neuauflage des Rocky Mountain Instinct mit seinem praktischen RIDE-4-System auf dem Trail?
New Year, New Me - das scheint auch das Motto des neuen Specialized Stumpjumper 15 zu sein. Mit seinem cleanen, unscheinbaren Look und ordentlich Abfahrtspotenzial passt das neue Transition Sentinel nicht nur optisch perfekt ins bestehende Portfolio der Firma aus Bellingham, sondern auch als Kandidat in unserem Vergleichstest.
Als Außenseiter startet das Trek Top Fuel in den Vergleichstest, das mit dem geringsten Federweg im Testfeld eher wie ein aufgemotztes XC-Bike als ein waschechtes Trail-Bike wirkt.
Zuletzt darf natürlich der amtierende Champion, das YT JEFFSY, nicht fehlen. Denn es hat im letzten Jahr nicht nur den großen Vergleichstest gewonnen, sondern den begehrten Kauftipp direkt mit abgeräumt, was noch kein Bike vor ihm geschafft hat. Diesen Titel zu verteidigen, steht dem JEFFSY natürlich zu. Ob das gelingt, erfahrt ihr weiter unten in unserem Artikel.
Testkriterien: Was macht ein gutes Trail-Bike aus?
Entscheidend hierfür sind nicht nur die passende Ausstattung, sondern auch der Charakter des Bikes. Um diesen hervorzuheben und euch die bestmögliche Kaufberatung zu bieten, setzen wir nicht auf ein starres Punktebewertungssystem, sondern betrachten das Bike als Ganzes. Bei der Wahl der Komponenten ist nicht das große oder kleine Preisschild relevant, sondern wie sie auf dem Trail performen, ob sie zum Charakter und Einsatzgebiet des Bikes passen und wie sie miteinander harmonieren.
Was macht ein Trail-Bike zum besten Kletterer?
Ohne Anstieg keine Abfahrt! Ein Trail-Bike ist darauf ausgelegt, den Weg nach oben größtenteils mühelos zu erklimmen.
E-Mountainbike Fullys im Test
Vollgefederte E-Mountainbikes, kurz Fullys genannt, spielen dort ihre Vorteile aus, wo andere Räder an ihre Grenzen stoßen. Steile Trails durch Wälder, unwegsame Schotterpisten oder Berghänge, die Bedingungen können für sie nicht rau genug sein.
IMTEST hat fünf aktuelle Modelle von Canyon, Decathlon, Giant, Rose und Stevens sowohl durchs Gelände gejagt als auch im akkreditierten Labor von Qima testen lassen. Dabei konnte besonders das Canyon Neuron:ON CF glänzen und sich den Testsieg holen. Der Preis-Leistungssieg geht hingegen an das Fully von Decathlon, das Rockrider E-Expl 520 S*.
Die Testkandidaten:
- Canyon Neuron:ON CF 7
- Rose Root Miller Plus 3
- Stevens E-Inception ED 8.7.2 GTF
- Giant Stance E+ 1
- Decathlon Rockrider E-Expl 520 S
Testergebnisse im Überblick
Testsieger: Canyon Neuron:ON CF 7
Das Canyon überzeugte die Tester vor allem, weil es sich am meisten nach Mountainbike anfühlt. Dabei hat der kraftvolle Motor der Bosch Performance Line CX mit 85 Newtonmeter das Fully mühelos alle Berge “hochgeschoben”. Später stellte sich genau dieses Fully bei den Testern als unangefochtener “Liebling” heraus. Warum? Weil es sich am meisten nach Mountainbike anfühlte.
Langer Fahrspaß garantiert: Im Labor schaffte das E-Bike eine Reichweite von 94 Kilometern.
Preis-Leistung: Decathlon Rockrider E-Expl 520 S
Auch wenn das E-Mountainbike von Decathlon “nur” den fünften Platz belegt, konnte es durch sein Fahrgefühl die Herzen der Tester gewinnen. Das Decathlon-E-Bike wusste zu überraschen, denn das mit 2.999 Euro deutlich günstigste Fully gab ein durchaus natürliches und kraftvolles Gefühl an Unterstützung. Wer nach ein paar Fahrten dann “mehr” will, kann an der ein oder anderen Stelle mit neuen, hochwertigen Komponenten gegebenenfalls noch das ein oder andere an seinem Bike perfektionieren.
Das Decathlon-Fully eignet sich optimal für E-Mountainbike-Einsteiger.
Weitere empfehlenswerte E-Fullys:
- 2. Platz: Rose Root Miller Plus 3
- 3. Platz: Stevens E-Inception ED 8.7.2 GTF
- 4. Platz: Giant Stance E+ 1
Die Testergebnisse im Detail Ausstattung, Laborwerte und Fahreindruck - alles Testergebnisse sind in dieser Tabelle im Detail zu jedem der fünf Testkandidaten zusammengefasst.
Reichweite und Motorunterstützung
Beim sogenannten R200-Test, bei dem unter allen Testrädern ein vergleichbarer Wert ermittelt wird, konnte das Fully von Canyon besonders überzeugen. Mit 94 Kilometern und einer gemessenen Akkuleistung von 726,9 Wattstunden fährt es hier allen anderen Testkandidaten deutlich davon. Im Mittelfeld lagen die Räder von Rose (78 Kilometer, 586,1 Wattstunden), Stevens (70,5 Kilometer, 580 Wattstunden) und Giant (66,96 Kilometer, 556,6 Wattstunden), während das Decathlon mit 54,8 Kilometer und 443,6 Wattstunden die geringsten Werte lieferte.
Wie kraftvoll der Motor unterstützt, lässt sich bei der Prüfung der Geschwindigkeit bei sechs-prozentiger Steigung sowie für den Unterstützungsfaktor herauslesen. Hier lagen die Räder von Canyon, Stevens, Rose und Giant sehr nah beieinander und brachten es auf 20,1 Stundenkilometer (Stevens) bis 22,1 Stundenkilometer (Rose und Giant). Etwas gering war dabei der Unterstützungsfaktor beim Rad von Stevens mit 3,1, hoch beim Canyon (3,3) und Giant (3,5) sowie sehr hoch beim Rose (3,8). Im Vergleich dazu musste das Rockrider E-EXPL 520 S etwas Federn lassen. Mit 17,2 Stundenkilometern war es bei der „Bergprüfung“ etwas langsam und wurde dabei nur mit einem Faktor von geringen 2,8 unterstützt.
Bremsprüfung
Auch bei der Messung der Bremskraft setzt IMTEST auf das international akkreditierte Prüflabor von Qima. In Anlehnung an die Norm EN 15194 werden sowohl die Vorder- als auch Hinterradbremsen bei nassen und trockenen Bedingungen getestet. Mit einer simulierten Betätigungskraft (Handkraft) von 60 Newton wird dann geprüft, wie hoch die Bremsleistung ist. Hier kann das günstige Decathlon leider nicht mit den anderen E-Mountainbikes mithalten und erhält in diesem Bereich nur eine Teilnote von 3,8.
Die beste Note, mit einer glatten 2,0, konnte das E-Inception ED 8.7.2 GTF von Stevens erzielen, das gerade bei der Bremsprüfung bei trockenen Bedingungen glänzen konnte. Aber auch mit dem Rose (2,2), dem Canyon (2,6) und dem Giant (2,9) kann sich der Fahrer durchaus sicherfühlen, wenn er im Gelände unterwegs ist.
E-Fully Kaufberatung
Was ist ein Fully?
Ein Fully ist ein E-Mountainbike, das sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterachse mit einer Federung ausgestattet ist. Diese Bauweise sorgt für bessere Traktion, höheren Komfort und mehr Kontrolle auf unebenem Gelände.
Für wen eignet sich ein Fully?
Fullys sind ideal für Fahrer, die anspruchsvolle Trails, Wurzelpassagen und technische Abfahrten bewältigen möchten. Sie bieten hohen Fahrkomfort und Stabilität, weshalb sie besonders für sportliche und ambitionierte Mountainbiker geeignet sind.
Welche Vorteile bietet ein Fully gegenüber einem Hardtail?
- Bessere Traktion und Kontrolle auf schwierigen Strecken
- Mehr Komfort auf langen Touren
- Höhere Fahrstabilität bei Abfahrten
- Schonung der Gelenke und weniger Ermüdung
Gibt es Nachteile bei Fullys?
- Höheres Gewicht im Vergleich zu Hardtails
- Höherer Wartungsaufwand aufgrund der komplexeren Federung
- In der Regel teurer als vergleichbare Hardtails
ADAC E-Mountainbike Test
Der ADAC hat acht E-Mountainbikes bis 5000 Euro nach den Kriterien Fahren, Antriebssystem und Motor, Handhabung, Sicherheit und Verarbeitung sowie auf Schadstoffe getestet. Ergebnis: Sechsmal "gut", zweimal "befriedigend". Plus: Tipps für e-MTB-Fahrer.
Testsieger von Cube mit guten Allround-Eigenschaften.
Reichhöhen zwischen 1371 und 2179 Höhenmeter. Trotz einer deutlichen Preissteigerung haben Mountainbikes die Trekkingräder auf der Pedelec-Beliebtheitsskala mittlerweile überholt. Von den im Jahr 2021 ca. zwei Millionen verkauften Pedelecs waren 34 Prozent Mountainbikes, Trekkingräder lagen mit 32 Prozent knapp dahinter. Doch wie gut sind die aktuellen Modelle?
Das Cube bietet neben sehr guten Bremsen umfassende Informationen auf dem Display und eine Schiebehilfe mit Rückwärtsblockade. Die Sitzposition erlaubt darüber hinaus eine angenehme Fahrt auf ebener Straße. Nur der begrenzte Lenkereinschlag und der Ausbau des Akkus bieten noch Raum für Verbesserungen.
Den letzten Platz im Vergleich belegt das "Strike eRIDE 940" von Scott. Bei diesem Fully-Modell zeigten sich im Test sicherheitsrelevante Defizite. Die Hebelmechanik, um die Sattelstütze versenken zu können, ist schwer zu erreichen. Das sorgt besonders beim Bergabfahren für gefährliche Situationen, weil Bikerin oder Biker dazu die sichere Griffposition am Lenker aufgeben müssen. Zudem ist das Bike von Scott in der Preisklasse nur mit einem 500-Wh-Akku ausgestattet. Bei allen anderen E-Mountainbikes im Test sind Akkus mit 750 Wh oder 630/621 Wh verbaut. Entsprechend ist nur eine vergleichsweise geringe Reichweite (70 Kilometer) bzw. Reichhöhe (1371 Meter) möglich.
Reichhöhe: Je nach Akkugröße schaffen die Fullys zwischen 110 Kilometer (Bulls, Cube, KTM) und 80 bzw. 90 Kilometer (Giant, Radon, Canyon) in der Ebene. Entsprechend variieren die Reichhöhen: Die drei Reichweiten-Sieger schaffen mit einer Akkuladung über 2000 Höhenmeter, Gipfelkönig ist das Cube mit 2179 Höhenmetern. Die Ladezeiten der Akkus liegen zwischen 5,5 Stunden und 7 Stunden und sind damit gut bis befriedigend.
Tipps für den Kauf und die Nutzung von E-Mountainbikes
- Das richtige Bike zu finden, bedarf einer klaren Vorstellung darüber, was man damit machen möchte.
- Nur die ideale Größe des Bikes inkl. der optimalen Einstellung der Dämpferelemente bietet ultimativen Fahrspaß. Dies muss beim Fachhändler erfolgen. Oftmals bietet dieser ein "Bikefitting" an, das dann mit dem Kauf verrechnet wird.
- Neben der Größe ist auch das "Lenkerfitting" entscheidend.
- Bremse, Sattelstütze, Schaltung sollten gut vom Griff aus erreichbar sein.
- Beim Bremshebel ist die "Einfingerbremse" eine unverzichtbare Ausstattung für die sichere Downhill-Fahrt.
- Die Bikes lassen sich alle etwas unterschiedlich fahren - so kommt man an einer ausgiebigen Probefahrt nicht vorbei.
- Besonderes Augenmerk sollte dabei auf Ergonomie und Handling gelegt werden, gefolgt von der Handhabung der Bedieneinheit und deren Informationsumfang.
- Neben einem Helm sorgen weitere Sicherheitsausrüstungen wie Knie- und Ellenbogenschützer für guten Unfallschutz auf Trails. Je nach Beschaffenheit des Trails können auch Rumpfprotektoren oder ein Vollvisierhelm sinnvoll sein.
- Zur besseren Erkennung für andere sollte bunte oder auffällige Kleidung gewählt werden und zur akustischen Warnung eine Klingel am Fahrrad angebracht werden. Für eine klare Sicht ist eine Schutzbrille zu empfehlen, um die Augen vor Insekten, Schmutz und Staub zu schützen.
- Nehmen Sie Trainingsprogramme wahr, die dabei helfen, die eigenen und die physikalischen Grenzen zu verstehen und die eigenen Fähigkeiten zu verbessern.
- Touren sollten gut vorbereitet sein. Zur Grundausstattung gehört ein kleines Erste-Hilfe-Set, ein Flickzeug sowie ein Ersatzschlauch inklusive Montagematerial, um für eine Panne gerüstet zu sein. Für Notfälle sollte ein vollgeladenes Handy oder eine Powerbank mitgeführt werden.
Ein E-Mountainbike ist ein Sportgerät, das der Übung bedarf. Der ADAC empfiehlt, vor dem Kauf nicht nur eine ausgiebige Probefahrt, sondern auch ein "Bikefitting" beim Fachhändler zu machen: Dort wird die Größe richtig angepasst und die Dämpfung optimal eingestellt.
Da die Fullys relativ teuer und die Preise seit Testbeginn sogar um rund zehn Prozent gestiegen sind, noch zwei Spartipps: Eventuell auf einen Carbon-Rahmen beim Bike verzichten, denn der ist teuer, bringt aber nur wenig Gewichtsvorteil. Und in der Gangschaltung sind Stahlritzel günstiger als Aluritzel - und dazu noch verschleißärmer.
ADAC Empfehlungen an die Hersteller
- Die Bedienung der Bremsen sollte möglichst mit der "Einfingertechnik" möglich sein.
- Die absenkbare Sattelstütze muss auch in schwierigen Situationen mit dem Daumen von der Lenkergriffposition unkompliziert und sicher erfolgen können.
- Zum Kauf sollte ein z.B. kostenvergünstigtes Techniktraining selbstverpflichtend durch den Hersteller mit angeboten werden.
- Die Schalthebel sollten, um Schäden der Antriebsübertragung (Kette, Ritzel) zu vermeiden, möglichst in der "Eingangrastung" erfolgen, d.h. beim Drücken des Schalthebels wird nur ein Gang geschaltet.
- Eindeutige Hinweise zum zulässigen Gesamtgewicht bzw. Systemgewicht müssen am e-MTB gut sichtbar sein.
Fazit
Die Wahl des richtigen Mountainbike Fullys hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und dem bevorzugten Einsatzgebiet ab. Ob Trail-Bike oder E-MTB, die vorgestellten Tests und Empfehlungen bieten eine gute Grundlage für die Kaufentscheidung.
Verwandte Beiträge:
- Gepäckträger für Fully Mountainbikes: Modelle, Test & Kaufberatung
- Bestes Mountainbike unter 1000€: Test & Vergleich der Top-Modelle
- Naturnser Alm Mountainbike Tour: Streckenbeschreibung & Tipps
- Mountainbike Sattelfederung: Komfort & Performance im Vergleich
- Continental Fahrradreifen: Unverzichtbare Tipps zur richtigen Laufrichtung für maximale Sicherheit!
- POC Fahrradhelm MIPS Test – Maximale Sicherheit & Sichtbarkeit für Radfahrer!
Kommentar schreiben