Mountainbike Zeitschrift: Tests und Vergleiche

Jahr für Jahr testen wir die spannendsten Trail-Bikes auf dem Markt, und es gibt weiterhin wichtige Entwicklungen. Erstmals hat sich das Testfeld in zwei Lager gespalten und gezeigt, wie unterschiedlich Hersteller moderne Trail-Bikes interpretieren.

Gelegentliche Bikepark-Besuche oder Rides in anspruchsvollen Gebieten verleiten viele dazu, auf überdimensionierte Bikes zu setzen. Und das, obwohl der Großteil der Runde eigentlich auch mit weniger potenten Bikes kein Problem ist, sogar mehr Spaß macht und den Uphill erleichtert.

Denn die modernen Geometrien, ausgefeilten Fahrwerke und robusten Komponenten von aktuellen Trail-Bikes bieten Reserven, die für die meisten von uns völlig ausreichend sind. Dank der technologischen Fortschritte sind Trail-Bikes für wilde Trails, größere Sprünge und hohe Geschwindigkeiten bestens gerüstet - ohne dabei an Stabilität und Sicherheit einzubüßen.

Und selbst unter hoher Belastung zeigen sich Rahmen und Komponenten zuverlässig und robust. Und das Beste: Trotz der verbesserten Abfahrts-Performance sind die Räder weiterhin super effizient im Uphill.

Während in den vergangenen Jahren vereinzelte Ausreißer - wie das Orbea Occam LT oder Specialized Stumpjumper EVO - unsere Trail-Bike-Vergleichstests aufgemischt und mit deutlich höherer Potenz bestochen haben, gibt es in diesem Vergleichstest um das beste Trail-Bike 2025 gleich eine ganze Handvoll solcher Kandidaten.

Damit teilt sich das diesjährige Testfeld in zwei Klassen auf und zeigt deutlich, wie sich die Entwicklung von modernen Trail-Bikes unterscheidet und welche Ansätze die Hersteller wählen. Das Spannendste daran: Die Uphill-Performance ist davon nicht beeinflusst!

So entpuppen sich viele der Bikes als echte Ballermaschinen, die nur so vor Potenz strotzen und selbst auf roughen Bikepark-Strecken mit einigen aktuellen Enduro-Bikes mithalten können, während andere Trail-Bikes eine gemäßigte - aber auf keinen Fall schlechtere - Gangart an den Tag legen.

Letztere überzeugen hingegen mit einem ausgewogeneren Charakter und motivieren zu langen Touren und verspielten Flowtrail-Abenteuern. Durch ihr flinkes, agiles Handling bestechen sie zudem mit hohem Spaßpotenzial.

Aber Vorsicht, auf dem Papier ähneln sich viele Bikes: gleicher Federweg, ähnliche Geometrie, identische Laufradgrößen. Doch auf dem Trail zeigt sich schnell, wie groß die Unterschiede wirklich sind.

Mal sorgt ein vermeintlich zahmes Bike für überraschend viel Potenz, während ein anderes mit mehr Federweg unerwartet an seine Grenzen stößt. Und auch im Uphill zeigt sich: Weniger Federweg ist nicht immer besser.

Denn ob ein Fahrwerk effizient ist, liegt nicht an der Menge seines Federwegs. Und ob ein Bike spritzig den Trail hoch fliegt, hängt nicht allein von seinem niedrigen Gewicht ab. Auch dieser Vergleichstest hat wieder deutlich gezeigt: Es kommt nicht nur auf die Eckdaten an, sondern darauf, wie das Gesamtpaket auf dem Trail harmoniert.

In unserem Testfeld mischen neben den spannendsten Trail-Bikes auch drei E-Mountainbikes mit modernster Motor- und Akku-Technologie kräftig mit. Welche Bikes und Technologien euch wirklich interessieren und was wirklich spannend ist, wisst ihr am besten selbst.

Genau deshalb sind die Informationen , die wir durch unsere jährliche Leserumfrage mit über 16.000 Teilnehmern von euch bekommen, ausschlaggebend für die Entscheidung, welche Bikes wir unseren Testings aufnehmen - so auch in diesem Vergleichstest.

Mehr als 7.000 € Preisunterschied zwischen dem günstigsten und teuersten Bike: Das klingt erst einmal unverhältnismäßig und nach einem unfairen Wettbewerb zwischen den Testkandidaten. Doch wir haben festgestellt: Es gibt kaum Unterschiede bei der Ausstattung und auch auf dem Trail sind die Bikes sich verblüffend ähnlich.

Auch beim Gewicht gibt es krasse Diskrepanzen: Bis zu 6,2 kg trennen die leichtesten von den schwersten Bikes - vor allem durch die Integration der E-MTBs in unserem Test. Aber auch zwischen den analogen Kontrahenten gibt es eine Gewichtsdifferenz von bis zu 2,7 kg.

Die Realität zeigt: Schwerere Bikes sind nicht automatisch langsamer im Uphill oder weniger agil auf engem Gelände. Aber auch in Sachen Federweg unterscheiden sich die Bikes signifikant und decken eine Spannweite von 120 mm bis 160 mm Federweg am Heck ab.

Klingt, als wäre die Sache klar: Mehr Federweg, mehr Downhill-Performance, oder? Doch ganz so einfach ist es auch hier nicht. Denn Geometrie, Kinematik und Gesamtkonzept spielen eine mindestens genauso große Rolle. Also, welches Bike hat im Downhill wohl wirklich am besten abgeschnitten?

Zur besseren Übersicht haben wir euch hier alle 16 Bikes aus dem Vergleichstest um das beste Trail-Bike 2025 aufgelistet und die wichtigsten Daten zusammengefasst. Ganz oben in der Liste steht das neue Atherton S.150.

Mit dem neuen S.150 bringen die Atherton-Entwickler ein Aluminium-Trail-Bike auf den Markt, das - auch dank seines DW-Link-Hinterbaus - der perfekte Allrounder sein soll. Bereits 2021 holte sich das Canyon Spectral den Testsieg in unserem Vergleichstest und steht jetzt mit spannenden Updates wieder am Start: Dazu zählen ein verringerter Federweg von 150/140 mm, 29er-Setup und serienmäßiger K.I.S.-Lenkungsstabilisator.

Täuschend echt ist auch der elektrifizierte Bruder: Das Canyon Spectral:ONfly hat den 50 Nm starken TQ-HPR50-Motor und den 360-Wh-Akku geschickt in das schlanke Rahmendesign integriert und schmuggelt sich so als E-MTB ins Testfeld.

Als zweites E-MTB im Bunde, reiht sich das Orbea Rise LT im Vergleichstest ein. Es konnte in der vergangenen Saison bereits bei unserem Schwestermagazin E-MOUNTAINBIKE einen Vergleichstest für sich entscheiden und ist nicht nur dank des praktischen MyO-Konfigurators ein sehr beliebtes Bike in der ENDURO Redaktion, sondern bringt auch die meiste Motor-Power mit.

Als drittes E-MTB misst sich das MERIDA eONE-SIXTY SL direkt mit den etablierten Größen in unserem Test. Mit 160 mm Federweg vorne und hinten bringt es den meisten Federweg im Testfeld mit. Den Rückenwind liefern ein 55 Nm starker Bosch SX-Motor und ein 400-Wh-Akku.

Die kalifornische Brand Ibis ist unter Kennern schon lange als Marke für Bikes bekannt, mit denen man es bergab ordentlich krachen lassen kann. Jetzt geht die neueste Version des Ibis Ripmo ins Rennen und präsentiert sich mit klareren Linien und einem noch cleaneren Look.

Direkt um die Ecke befinden sich dann die Hallen von Santa Cruz Bicycles, die sowohl ihr neues Bronson als auch das Hightower ins Rennen schicken - die Geschwister sehen auf dem ersten Blick zum Verwechseln ähnlich aus.

Das Santa Cruz Bronson soll die mit 27,5″-Hinterrad ausgestattete Spaßmaschine im Line-up der Kalifornier sein und euch ein dickes Grinsen ins Gesicht zaubern - egal auf welchem Trail ihr unterwegs seid. Auch das Santa Cruz Hightower wurde für die neueste Generation gründlich überarbeitet und bietet - wie das Bronson - jetzt mit 160/150 mm (v/h) mehr Federweg sowie eine abfahrtslastigere Geometrie.

Als High-Pivot-Pionier schickt Norco ihr kurzhubiges Trail-Bike Optic in den Test. Das Pivot Switchblade setzt hingegen als vielseitiges Allround-Trail-Bike den klassischen Pivot-Look fort und baut weiterhin auf den bewährten DW-Link-Hinterbau und aufrecht stehendem Dämpfer.

Lokalmatador RAAW hat sich in kurzer Zeit zu einer echten Kultmarke entwickelt. Mit dem Jibb V2 präsentieren sie bereits die - wer hätt’s gedacht - zweite Generation ihres Trail-Bikes. Gleich geblieben ist hingegen die Philosophie, auch die Neuauflage, das RAAW Jibb V2, robust und simpel zu gestalten und den vollen Fokus auf Trail-Performance und lange Haltbarkeit zu legen.

Rocky Mountain, die Traditionsmarke aus Vancouver, hat mit ihren Bikes in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass sie echte Trail-Raketen bauen können. Doch wie schlägt sich die Neuauflage des Rocky Mountain Instinct mit seinem praktischen RIDE-4-System auf dem Trail?

Mit seinem cleanen, unscheinbaren Look und ordentlich Abfahrtspotenzial passt das neue Transition Sentinel nicht nur optisch perfekt ins bestehende Portfolio der Firma aus Bellingham, sondern auch als Kandidat in unserem Vergleichstest. Als Außenseiter startet das Trek Top Fuel in den Vergleichstest, das mit dem geringsten Federweg im Testfeld eher wie ein aufgemotztes XC-Bike als ein waschechtes Trail-Bike wirkt.

Zuletzt darf natürlich der amtierende Champion, das YT JEFFSY, nicht fehlen. Denn es hat im letzten Jahr nicht nur den großen Vergleichstest gewonnen, sondern den begehrten Kauftipp direkt mit abgeräumt, was noch kein Bike vor ihm geschafft hat. Diesen Titel zu verteidigen, steht dem JEFFSY natürlich zu. Ob das gelingt, erfahrt ihr weiter unten in unserem Artikel.

Viele Bikes wie das Orbea Occam, das Trek Fuel EX oder das YETI SB140 haben seit unserem letzten Vergleichstest kein Update bekommen und konnten sich bereits damals nicht gegen den Gewinner durchsetzen. Deshalb sind sie dieses Jahr nicht erneut angetreten und dennoch lassen sich mit genauem Lesen und Abgleich der Tests der jeweiligen Bikes aus dem vergangenen Jahr spannende Rückschlüsse ziehen.

Andere Bikes, wie das Forbidden Druid, COMMENCAL TEMPO oder Pivot Trailcat LT hätten wir gerne im Vergleichstest gehabt. Allerdings konnten die Hersteller entweder nicht rechtzeitig ein Bike liefern oder sie hatten aus Angst vor schlechtem Feedback keinen Vertreter ins Rennen geschickt.

Was macht ein richtig gutes Trail-Bike aus? Die Antwort ist so vielseitig wie der perfekte Trail selbst! Ein gutes Trail-Bike muss heute weit mehr können als nur irgendwo zwischen Cross-Country und Enduro zu liegen. Bergauf sollte es leichtfüßig klettern, ohne dass jeder Höhenmeter zur Qual wird.

Hohe Antriebsneutralität und effiziente Kraftübertragung sind hier der Schlüssel - schließlich will niemand unnötige Energie verpuffen lassen. Zudem sollte ein gelungenes Trail-Bike sowohl im Climb als auch auf der Ebene eine komfortable Sitzposition bieten, um auch auf langen Touren ein guter Begleiter zu sein.

Die wahre Magie zeigt sich dann aber bergab: Moderne Trail-Bikes haben so viel Laufruhe und Reserven, dass sie mittlerweile als kleine Enduros durchgehen und ihnen dicht an deren Fersen kleben. Kombiniert wird das Ganze mit einer verspielten Geometrie, die für maximale Trail-Action sorgt.

Ein gutes Trail-Bike geht also keinen Kompromiss ein, sondern kombiniert scheinbare Gegensätze miteinander. Durchgeführt haben wir unseren Vergleichstest um das beste Trail-Bike 2025 bereits im letzten Oktober.

Der Bikepark Innsbruck kann nicht nur mit perfekten Trail-Bedingungen aufwarten, sondern auch mit durchgehenden Öffnungszeiten Ende Oktober und hat so die perfekte Test-Location für uns abgeliefert. Zudem lassen sich durch den Aufbau des Parks unzählige Trails miteinander kombinieren, denn sie kommen immer wieder an gemeinsamen Stellen zusammen. Perfekt, um mehrfach pro Runde den Trail zu wechseln.

Entscheidend hierfür sind nicht nur die passende Ausstattung, sondern auch der Charakter des Bikes. Um diesen hervorzuheben und euch die bestmögliche Kaufberatung zu bieten, setzen wir nicht auf ein starres Punktebewertungssystem, sondern betrachten das Bike als Ganzes. Bei der Wahl der Komponenten ist nicht das große oder kleine Preisschild relevant, sondern wie sie auf dem Trail performen, ob sie zum Charakter und Einsatzgebiet des Bikes passen und wie sie miteinander harmonieren.

VPace C4M wiegt knapp unter 8,2 Kilo und kostet 3199 Euro. Mit leichten Laufrädern räumt das C4M Hardtail im Bike-Labor Bestwerte ab. Durch sanftes Gelände lässt sich das VPace bewegen wie der geölte Blitz, und macht klar, warum leichte Bikes einfach geil sind. Auf Wurzel-Trails geht der sportliche Charakter und der Minimal-Komfort bald an die Substanz. Trotzdem ist das pfeilschnelle VPace C4M für uns eines der Hardtail-Highlights 2024.

Gerade für Einsteiger machen Hardtails viel Sinn: Der Anschaffungspreis bleibt in den meisten Fällen überschaubar und auf den unkomplizierten Bikes lernen Novizen Fahrtechniken oft schneller. Unter sieben günstigen Modellen mit Alu-Rahmen ging das Canyon Grand Canyon 8 als Testsieger hervor hervor.

Das gute Preis-Leistungsverhältnis und der breite Einsatzbereich des Bikes mit 120-Millimeter-Gabel konnten uns voll überzeugen. Für 1440 Euro bekommt man bei Canyon dank Direktversender-Konzept neben der Fox-Federgabel einen funktionalen Antriebs-Mix aus Shimano SLX und XT Komponenten.

Auch für Kinder stellen Hardtails eine besonders gut passende Bike-Gattung dar. Auf ihr geringes Körpergewicht lassen sich die Federelemente vieler Fullys gar nicht erst einstellen. Marin präsentierte Anfang des Jahres eine ganze Palette neuer Kinder-Hardtails. Kürzlich dann auch das bunte Alcatraz 24. Kostenpunkt für den kleinen Sprungteufel: 999 Euro.

Dass E-Bikes nicht zwingend schwer sein müssen, zeigt Rose mit dem 16,86 Kilo leichten Bonero Plus. Dank Hardtail-Rahmen aus Carbon und kompaktem TQ-Motor mit maximal 50 Newtonmeter Drehmoment bleibt das Gewicht schön niedrig. Das Modell Bonero Plus 2 mit Shimano-XT-Antrieb kostet 4999 Euro .

Im Rahmen unseres Vergleichstests aktueller High-End-Hardtails konnten wir vier Supersportler gegeneinander ausfahren. Der Sieger nach Punkten: Das 8,3 Kilo leichte Bike Ahead The Frame. Der Testsieg sichert sich das Edel-Hardtail nicht nur aufgrund des geringen Gewichts, sondern auch wegen seiner spaßigen Fahreigenschaften.

Allen voran die Hardtails der Reaction-Serie. Das neue Cube Reaction C:62 2025 buhlt mit einem leichten Carbon-Rahmen inklusive integrierter Sattelklemme und mit fairen Preisen um die Hardtail-Kundschaft. In der Pro-Ausführung mit Shimano-XT-Antrieb werden lediglich 1999 Euro für das 10,6 Kilo leichte Racebike fällig . Im BIKE-Test punktete der Tausendsassa mit Wendigkeit und Funktion.

Beim Trek Procaliber Gen 3 sind die Bedenken überflüssig. Reserven bietet nicht nur die Federgabel mit 120 Millimetern Hub, sondern auch das in den Rahmen integrierte IsoBow-Hinterbau-Konzept. Eine flexende Konstruktion am Übergang vom Oberrohr zu den Sitzstreben soll Ermüdung beim Fahrer reduzieren und gleichzeitig rund 200 Gramm Gewicht im Vergleich zum Vorgänger einsparen. Preise starten ab 1999 Euro, Gewichte ab 10,58 Kilo.

Ganz neu ist das Kona Unit nicht, denn sein vielseitiger Hardtail-Rahmen aus stahl ist absolut zeitlos. Zahlreiche Verschraubungspunkte für Trinkflaschen und Gepäck machen es zu einem idealen Bikepacking-Packesel. Ganz leicht ist das Unit X mit 14,21 Kilo nicht, dafür hat das 1699 Euro günstige Mountainbike mit Starrgabel ganz andere Qualitäten.

Mit dem neuen Ghost Lector HT schießen die Bayern aber den Vogel ab. Der Reach ist derart üppig, dass er selbst die Werte von Enduro-Bikes übertrifft. Gleichzeitig bleiben die Kettenstreben zugunsten der Wendigkeit kompakt und das Gewicht in Größe XL mit 10,24 Kilo gering. Preise für das potente Carbon-Hardtail starten bereits ab 2299 Euro.

Dieses E-Bike-Hardtail speziell für Frauen mit 130-Millimeter-Federgabel sowie gutmütiger Geometrie bietet eine ganze Vielzahl von Anwendungsgebieten. Preislich startet das E-MTB bei 3499 Euro. Auch Ausstattungsvarianten mit Schutzblechen und Gepäckträgern führt Liv im Programm.

All Mountain Bikes im Test

All Mountains gelten als die Alleskönner der Bike-Welt. Mit 140 bis 150 Millimetern Federweg und einer modernen lang-flachen Geometrie meistert man jeden Trail. Feierabendrunde, Trail-Transalp, Bikepark-Abstecher oder Wochenend-Tour? In der Theorie ist ein All Mountain immer der richtige Begleiter und kein Spezialist für nur eine bestimmte Nische.

All Mountains für 3000 bis 3300 Euro waren noch nie so schwer. Im Schnitt bringen unsere Test-Bikes 15,81 Kilo inklusive Pedale auf die Waage. Im Vergleichstest von 2017 waren bis auf YT auch die Vorgänger aller aktuellen Kandidaten vertreten. Damals lag das Durchschnittsgewicht bei 14,33 Kilo, und alle Bikes kosteten unter 3000 Euro.

Investiert werden die zusätzlichen 1,5 Kilo nämlich in breitbandigere Kassetten, stabilere Reifen, steifere Federgabeln sowie teils größere Laufräder und bessere Rahmen. Die Geometrien der aktuellen All-Mountain-Generation lassen bergab mehr Geschwindigkeit und Fahrspaß zu. Eine Lanze müssen wir für die Hersteller jedoch brechen: Das gesamte Testfeld fährt sich nämlich deutlich besser als noch vor sechs Jahren. Tatsächlich liefern alle Bikes eine gute Vorstellung ab.

Mit Canyon, Focus und YT durchbricht die Hälfte der Test-Bikes dieses Limit und schmerzt an steilen Rampen ganz besonders. Je flacher das Gelände, desto wichtiger ist eine gute Beschleunigung. Schwere Brummer wirken hier schnell träge. Auch kleine Fahrerinnen und Fahrer sollten die Bikes ins Verhältnis zu ihrem Körpergewicht setzen.

Teleskopsattelstützen, grip-starke Reifen und passende Cockpits finden sich auch an günstigen Bikes. Die Rahmen von Focus, Giant, Specialized und YT haben einen Flipchip an Bord, mit dem sich die Geometrie feintunen lässt. In Sachen Ausstattung bieten die Versender Canyon, Rose und YT gewohnt viel fürs Geld. An ihren Bikes finden sich kräftige Vierkolben-Bremsen und potente Gabeln.

Über die gesamte Branche hinweg betrachtet ist ein Preisanstieg seit Beginn der Corona-Krise Fakt. Seit der Vorstellung der aktuellen Ausbaustufe hat Focus zwar den Preis für das getestete Modell um 100 Euro angehoben, Specialized um 150 Euro und Canyon sogar um 200 Euro, bei Giant und YT sind die Preise jedoch stabil geblieben. Rose hat das Preisschild des Root Miller 2 im Zuge der neuerdings herrschenden Kaufzurückhaltung sogar um 200 Euro nach unten korrigiert.

In unserer Punktetabelle liegen die Testkandidaten extrem nah beieinander. Trotzdem fahren sie sich teilweise sehr unterschiedlich. Am besten passt die Kombination aus Sitzposition und Antriebsneutralität bei Specialized und Giant. Bergab muss das Giant die deutlich besser bestückte Konkurrenz jedoch wieder ziehen lassen und verschenkt so jede Chance auf den Testsieg.

Canyon stellt einen Experten für steile, technische Trails. Mit einem extrem flachen Lenkwinkel und massig Federweg an der Front kann das Spectral bergab selbst so manchem Enduro das Wasser reichen.

Gerade in den niedrigen Preisklassen haben die Hersteller ihre All Mountains immer weiter Richtung Abfahrt spezialisiert. Das Ergebnis sind Bikes, die Touren zwar im Griff haben, bergab aber Meister der Trails sind.

Testtabelle: All Mountains im Vergleich

Bike Gewicht (mit Pedalen) Federweg Preis
Canyon Spectral 16,2 kg 150/140 mm 2499 Euro
Focus 16,5 kg 150/150 mm 3300 Euro
Giant Trance X 15,5 kg 140/135 mm 3200 Euro
Rose Root Miller 15,0 kg 150/150 mm 3100 Euro
Specialized Stumpjumper 15,3 kg 140/140 mm 3900 Euro
YT Jeffsy 16,0 kg 150/150 mm 3300 Euro

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