Es ist schon irgendwie erstaunlich: wir haben endlich gelernt, aufrecht zu gehen, unsere Hände zu benutzen, Werkzeuge zu fertigen, haben die Welt erobert und dann das: keine sieben Millionen Jahre später knien wir wieder am Boden und versuchen, eine Fahrradschaltung rasselfrei einzustellen. Mit der einen Hand den Hinterreifen hochhaltend, mit der anderen die Kurbel drehend, verzweifeln wir daran, das nervige Tackatackatacka der Kette in ein sanftes Schnurren zu verwandeln.
Dabei haben wir doch längst die Lösung erfunden: Einen dritten Arm, der uns helfend zur Hand geht. Eingespannt im Montageständer hängt das Bike nämlich direkt vor unserer Nase. In rückenschonender Haltung haben wir die Stellschräubchen und Umlenkröllchen perfekt im Blick und können uns auf das Wesentliche konzentrieren - den millimetergenauen Abstand der Kettenaußenlaschen zum nächsten Ritzel.
Warum ein Montageständer für E-Mountainbikes wichtig ist
Ob Schaltung einstellen, Züge und Leitungen verlegen oder die Bremsbeläge austauschen, Montageständer erleichtern das Arbeiten am Bike extrem. Die Arbeit an einem Montageständer ist rückenschonend, das Fahrrad kann individuell in der Höhe eingestellt werden, sodass man bequem an alles herankommt. Dabei hat man beide Hände frei zum Schrauben, der Montageständer hält das Fahrrad in Position.
Reparaturen und Putzen gehen deutlich komfortabler von der Hand, wenn man einen stabilen Montageständer zur Hand hat. Am Fahrrad gibt es immer wieder etwas zu tun. Und bevor Fahrradfrühling und -sommer wieder mit Ausflügen locken, ist es ratsam, das Fahrrad fit zu machen und durchzuchecken.
Ein Problem aber bleibt: Das Rad muss meist einhändig in den Ständer gehoben werden, da die zweite Hand die Halteklemme bedient. Ein weiterer wichtiger Faktor bei E-Mountainbikes ist die intuitive und schnelle Nutzbarkeit der Kopfklemmung. Schließlich ist nicht jeder ein Bodybuilder, der die 23,5 kg übertrieben gesagt mal eben 5 Minuten mit einem Arm halten kann bis die Klemmung dann endlich greift. Das Bike sollte also so schnell wie möglich vom Ständer festgehalten werden können.
Worauf man beim Kauf eines Montageständers achten sollte
Wer selbst am Bike schraubt, braucht einen guten Montageständer. Die Modellvielfalt ist dabei ebenso groß wie die Preisspanne der am Markt verfügbaren Montageständer, sodass die Kaufentscheidung nicht wirklich leichtfällt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Montageständern bestehen vor allem in der Art und Weise der Nutzung, zuverlässig funktionieren tun alle Modelle, welche wir getestet haben.
Endlich rückenschonend am eigenen Mountainbike, E-Bike oder Rennrad arbeiten - mit dem richtigen Montageständer kein Problem! MOUNTAINBIKE hat die besten aktuellen Montageständer getestet. Aber nicht jeder ist stabil genug für ein schwergewichtiges E-Mountainbike.
Zunächst einmal sollte man das eigene Fahrrad auf die Waage bringen und sich fragen: Wie schwer ist das Rad, das der Montageständer tragen soll? Schwere E-Bikes mit über 20 bis 25 Kilo Gewicht stellen höhere Anforderungen an einen Montageständer als leichte Rennräder oder Mountainbikes.
Wichtig ist, dass die Sattelstütze gut eingespannt werden kann - eine feine Dosierung ist hier vorteilhaft. Außerdem sollte die Klemmklaue, die die Sattelstütze greift, passen. Achten Sie daher auf die Maße für die Klaue hinsichtlich Länge, Breite und Griffweite. Vor allem Carbonrohre sind meistens breiter und passen nicht in jede Klaue.
Damit Sie sich bei der Reparatur nicht verbiegen müssen, sollte der Ständer flexibel sein und das Fahrrad in jeder beliebigen Position halten können. Schnellspanner und die Drehbarkeit des Greifarms um 360 Grad sollten daher gegeben sein.
Wesentich bei der Auswahl eines Montageständers fürs Fahrrad ist natürlich auch die Standfestigkeit. Darüber hinaus sollte der Montageständer selbst gut verarbeitet sein: Verbindungsstücke aus Metall sind langlebiger als aus Kunststoff.
Praktisch ist auch eine Ablage für das Werkzeug, worauf das benötigte Werkzeug griffbereit abgelegt werden kann.
Dreibein vs. Zweibein
Pauschal gibt es hier keinen eindeutigen Vorteil für ein bestimmtes System denn beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Ständer mit 2 Beinen sind im Vergleich unter Last etwas stabiler, bieten mehr Pedalfreiheit und benötigen weniger Stellfläche. Dafür stehen sie unbelastet etwas weniger stabil und können nicht ohne weiteres auf unebenen bzw. abfallenden Böden platziert werden - im Gegensatz zur dreibeinigen Konkurrenz.
Dank senkrechter Mittelsäule können deren Beine passend zum Untergrund/Gefälle positioniert werden bzw. das Rad 360° um den Ständer geschwenkt werden. Dafür ist das Verbindungsstück zwischen Beinen und Mittelstange im Vergleich weniger stabil und der Ständer neigt dazu, sich an dieser Stelle unter Last zu verbiegen. Das verringert oft zusätzlich den Platz den die Pedale zur Mittelsäule zur Verfügung haben.
Generell empfehlen wir bei hauptsächlichem Heimgebrauch einen Zweibeiner, bei überwiegender Nutzung unterwegs mit unklarer Bodenbeschaffenheit bzw. inkl.
Empfehlenswerte Montageständer Modelle
CONTEC Rock Steady
Diesen Montageständer gibt es nahezu baugleich auch von Marken wie BBB und Procraft. Das größte Manko dieser Modelle ist der wenig torsionssteife Ausleger und die wackelige, zu schmal öffnende Klemme. Auch die Standsicherheit ist nicht optimal. Werkzeugablage und Transporttasche gibt es bei Contec als Zubehör zu kaufen. Für Gelegenheitsschrauber ist dieser Montageständer allemal eine Empfehlung, besonders, wenn man die stark variierenden Preise im Netz vor dem Kauf miteinander vergleicht.
BIKE-Urteil: GUT
Schnell und kompakt zu falten. Eine Tasche gibt es als Zubehör.
FEEDBACK SPORTS Pro Elite
Nach Meinung unserer Mechaniker ist der Pro Elite Workstand der beste am Markt. Die robuste Klemme ermöglicht es, ihn blitzschnell an unterschiedliche Rohrdurchmesser anzupassen und per Knopfdruck wieder zu öffnen. Große Drehrädchen und leichtgängige Schnellspanner machen das Handling zum Genuss. Dank des Dreibein-Designs steht der Pro Elite auch im Gelände sicher. Mit wenigen Handgriffen lässt er sich sehr kompakt zusammenfalten. Hochwertige Materialien garantieren eine lange Lebensdauer.
BIKE-Urteil: SUPER
Dank hochwertiger Materialien im Handumdrehen kompakt gefaltet.
PARK TOOL PRS-25
Dank Sechskant-Rohrprofil und weit ausladender Standfüße steht der PRS-25 wie ein Fels in der Brandung. Arbeitshöhe und Klemmweite sind großzügig anpassbar. Der Kipphebel öffnet die Klemmbacken weit, ist aber etwas klein und schwergängig geraten. Zum Transport muss der Klemmkopf abgeschraubt werden, auch dann ist das Staumaß noch recht üppig. Für den aufgerufenen Preis hätten wir etwas weniger Kunststoff erwartet. Werkzeugablage, Papiertuchhalter und Transporttasche gibt es optional.
BIKE-Urteil: SEHR GUT
Umständlicher Abbau. Integrierte Aufnahme für den demontierten Klemmkopf.
PEDRO’S Folding Repair Stand
Der massive Pedro’s wirkt wie für die Ewigkeit gemacht. Die Materialien sind durchweg sehr hochwertig und robust, der Stand aufgrund weit ausladender Füße recht sicher. Einzigartig: Über einen komfortablen Pistolengriff wird das Bike Stück für Stück geklemmt. Diese Art ist jedoch etwas langsamer und weniger präzise als klassische Klemmen. Der Ausleger steht nicht ganz waagrecht, so hängt das Bike schief im Ständer. Der schwere Pedro’s lässt sich gut falten und verschwindet dann in einer robusten Transporttasche.
BIKE-Urteil: SEHR GUT
Etwas sperrig durch den massiven Klemmkopf. Transporttasche inklusive.
SUPER B Top Assist Montageständer
Der Super B glänzt mit einem soliden Klemmkopf aus Metall. Der öffnet weit und lässt sich dank großem Hebel sicher schließen und über eine Rändelschraube fein verstellen. Weniger schön sind der Ausleger aus Kunststoff und die grobe Winkelverstellung. Auch die Arbeitshöhe lässt sich nur über einen kleinen Bereich verstellen. Aufgrund des nahezu senkrechten Standrohrs und der schmalen, kurzen Füße steht der Super B recht wackelig da. Die Werkzeugablage sitzt für große Schrauber sehr weit unten.
BIKE-Urteil: GUT
Der Ausleger lässt sich im abgeklappten Zustand nicht fixieren.
TOPEAK Prepstand Elite / Pro
Der Topeak-Klassiker ist dank großer, stabiler Schnellspanner und hochwertiger Materialien schnell aufgebaut und steht dann mit weit ausladendem Dreibein mit solider Gummierung sehr sicher. Der Ausleger lässt sich leicht abklappen, unter Last verzieht er sich aber deutlich. Die etwas kantige Klemme schließt sehr langsam und oft etwas hakelig. Die Pro-Version kommt mit integrierter, exakter Waage. Wer 60 Euro sparen möchte, nimmt die Elite-Version mit Kleinteilefach. Im Set ist eine Transporttasche dabei.
BIKE-Urteil: SEHR GUT
Sehr einfach zusammenfaltbar, jedoch etwas langes Staumaß.
UNIOR BikeGator+
Beim Material lässt Unior nichts anbrennen, Kunststoff findet sich nur am großen, gut bedienbaren Kipphebel. Schnellspanner, Rohre, Ausleger und Verbindungsstücke - hier steht Langlebigkeit im Fokus. Die solide Klemme passt sich über eine Feder an den Rohrdurchmesser an. Leider ist ihre Spannkraft etwas gering, unter Last drückt es die Klemmbacken leicht auseinander. Die Klemmweite ist sehr begrenzt. Durch die kurzen Füße steht der Unior etwas wackelig, der Ausleger lässt sich nicht abklappen.
BIKE-Urteil: SEHR GUT
Der Klemmkopf lässt sich nicht abklappen. Daher etwas sperrig im Packmaß.
XTREME S 1300 (Rose Bikes)
Eigentlich macht der S 1300 genau das, was er soll: das Bike in Arbeitshöhe fixieren. Doch schon der Aufbau in Ikea-Manier macht wenig Spaß. Die Alu-Guss- und Kunststoffteile wirken wenig wertig. Zwei Fußstopfen reißen schon beim Aufbau ein. Die kantigen Schnellspanner haben Mühe, die Rohre sicher zu klemmen. Der Kunststoffkipphebel drückt in die Handflächen. Auf ebenen Flächen steht der S 1300 sicher, im Gelände eher wackelig.
Weitere Montageständer Modelle im Überblick
Im Folgenden finden Sie eine Tabelle mit einigen der getesteten Montageständer, ihren wichtigsten Eigenschaften und den jeweiligen Testurteilen:
| Montageständer | Preis (ca.) | Gewicht | Maximale Traglast | Arbeitshöhe | BIKE-Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| CONTEC Rock Steady | 130 € | 4,55 kg | 30 kg | 97-150 cm | GUT |
| FEEDBACK SPORTS Pro Elite | 319 € | 5,4 kg | 38,6 kg | 109-180 cm | SUPER |
| PARK TOOL PRS-25 | 440 € | 5,9 kg | 45 kg | 85-180 cm | SEHR GUT |
| PEDRO’S Folding Repair Stand | 300 € | 8,8 kg | 40 kg | 106-187 cm | SEHR GUT |
| SUPER B Top Assist Montageständer | 199 € | 5,1 kg | 40 kg | 107-146 cm | GUT |
| TOPEAK Prepstand Elite | 280 € | 5,7 kg | 25 kg | 122-183 cm | SEHR GUT |
| UNIOR BikeGator+ | 313 € | 5,65 kg | 30 kg | 99-150 cm | SEHR GUT |
Weitere Tipps zur Nutzung von Montageständern
Beim Klemmen von Teleskopstützen sind in unserem Labor bisher noch keine Probleme aufgetreten - weder am dünnen noch am dicken Rohr. Achten Sie aber immer auf eine absolut saubere Gleitfläche am Standrohr sowie auf saubere Klemmbacken am Montageständer, um Kratzer zu vermeiden. Am besten spannen Sie Ihr Bike am Tauchrohr der Stütze in den Montageständer.
Wer die Klemmbacken zu fest anzieht, riskiert Beschädigungen am Bike. Klemmbacken, die mit einer Schraube angezogen werden, lassen sich in der Regel gefühlvoller bedienen. Exzenterhebel spannt man schnell zu fest um Stütze oder Rahmenrohre.
Eine helle Matte oder ein niederfloriger Teppich unter dem Montageständer erleichtert das Auffinden von heruntergefallenen Kleinteilen und das Arbeiten im Knien. Zudem springen die Teile nicht so weit weg, der Boden bleibt sauber und Werkzeug schlägt nicht so hart auf dem Untergrund auf.
Carbon-Rahmen sollten auf keinen Fall im Montageständer geklemmt werden, weil die Fasern empfindlich auf Druck reagieren. Auch bei Carbon-Sattelstützen sollten Sie Vorsicht walten lassen. Besser: Ersetzen Sie die Carbon-Stütze für die Wartung durch eine alte Alu-Stütze. Diese kann dann problemlos eingespannt werden.
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