E-Bike Motoren im Vergleich: Bosch vs. Shimano – Welcher Antrieb ist der Beste?

Wo es Gewinner gibt, sind auch Verlierer! Für 2025 gibt es einen klaren Testsieger unseres gleichsam renommierten wie riesigen Motoren-Vergleichstests. Und einen Kauftipp! Lest unbedingt weiter, um mehr zu erfahren. Aber bitte vergesst nicht: Jeder Motor ist nur so gut wie das Bike, in dem er steckt.

Wir haben die 15 relevantesten und neuesten E-Bike Motoren getestet und liefern euch die wichtigsten Erkenntnisse und Trends. Und die sind gravierend: Neue Player und neue Modelle verändern den Markt. Nach 7 Jahren küren wir erstmals wieder einen Motoren-Testsieger -aus gutem Grund!

Unser riesiger Motoren-Vergleichstest mit allen relevanten Systemen am Markt wird kontinuierlich um die neuesten Motorensysteme ergänzt. Ziel dieses E-Bike-Motoren-Vergleichs ist es, euch den ultimativen Marktüberblick zu geben und die Eigenschaften, den Umfang sowie Stärken und Schwächen der einzelnen Motorsysteme zu vermitteln, um euch beim Kauf eures (nächsten) E-MTBs bestens zu unterstützen.

Zu den bisher getesteten Systemen von Bosch, Brose, FAZUA, GIANT, Panasonic, Pinion, Shimano, Specialized, TQ und Yamaha gesellen sich nun der spannende DJI Avinox und der brandneue Bosch Performance Line CX Gen5-Motor hinzu.

Die neue Generation an E-Bike-Motoren

Von wegen Gegensätze ziehen sich an - Gegensätze lassen sich vereinen! Die ersten Vertreter einer neuen Generation an E-Bike-Motoren schaffen es, all die obigen Eigenschaften miteinander zu vereinen. Wobei es auch noch offene Fragen und Fragezeichen gibt, die nur die Saison 2025 beantworten kann.

Doch wo es Gewinner gibt, da gibt es auch Verlierer: Die Daseinsberechtigung der Light-Support-E-MTBs schrumpft durch diese Entwicklung deutlich. Unser Light-E-MTB-Vergleichstest 2024 mit 9 spannenden Bikes hat gezeigt, dass das Ende der Light-Support-Motoren-Ära bereits eingeleitet ist und die Entscheidung - ob Light-Support oder Full-Power - bereits heute in Teilen hinfällig ist.

Die gute Nachricht: 2025 wird ein grandioses Jahr für E-Mountainbiker und es lohnt sich, allein aus technologischer Sicht, ein E-MTB der neuesten Generation zu kaufen!

Die Top 7 Eigenschaften eines guten Motorsystems

  1. Leistungsdaten: Ansprechverhalten, Dosierbarkeit und Leistungsentfaltung sind mindestens genauso wichtig wie die Motorleistung oder das Drehmoment.
  2. Motorengeräusche: Die Lautstärke unter Last ist ein wichtiger Faktor.
  3. Akkus: Eine sinnvolle Auswahl an Akku-Optionen mit hoher Energiedichte und gut in den Rahmen integrierbaren Akku-Formen ist fundamental.
  4. Motor-„Ökosystem“: Intuitive Remotes in Kombination mit einem informativen, übersichtlichen und gut ablesbaren Display.
  5. Integration von Bike-Komponenten: Einige Hersteller integrieren weitere Bike-Komponenten wie etwa Schaltungen oder Bremssysteme.
  6. Technischer Aufbau und Redundanz: After-Sales-Support und die Wartungsfreundlichkeit spielen eine entscheidende Rolle.
  7. Individuelles Motorsystem: Letztendlich ergibt sich aus all diesen Aspekten für jeden Fahrer das passende Motorsystem.

Bosch vs. Shimano: Die Motoren im Detail

Der Markt an E-Bike-Mittelmotoren ist in den letzten Jahren recht unübersichtlich geworden. Neben den beiden großen Playern Bosch und Shimano buhlen auch andere Marken um die Gunst der Käuferschaft - was die Anzahl der reinen Motorenhersteller ganz locker hoch zweistellig werden lässt.

Bosch Motoren

Direkt mit der ersten Bosch "Drive Unit" 2011 wurden die Schwaben zu einem der beiden Marktführer im E-Bike-Sektor. Mittlerweile hat Bosch für jeden Einsatzzweck ein geeignetes Aggregat, eine Fülle an großen wie kleinen Akkus und sinnvolle Peripherie in petto.

Bosch Active Line

Der Active-Line-Motor versteht sich als Einstieg in das Bosch-Universum und findet vorrangig in Trekking- und City-Rädern Verwendung. Mit 40 (Standard-Modell) respektive 50 Nm (Plus-Modell) Drehmoment ist der Einsteigs-Bosch bereits schön kräftig, wird aber klar von der potenteren "Performance Line" in den Schatten gestellt - selbst wenn die maximale Leistungsausbeute von bis zu 600 Watt beim Active Line Plus identisch ausfällt.

  • Vorteile: Starker Motor mit zeitgemäßer Konnektivität, große Auswahl an sinnvoller Peripherie, riesengroßes Händlernetz.
  • Nachteile: Nicht mit Fremdhersteller Akkus kompatibel, Motor besonders in unterstützungsstarken Modi deutlich hörbar.

Bosch Cargo Line

Der Cargo-Line-Motor wird überall dort verbaut, wo Lasten- oder Personen befördert werden sollen. Entsprechend bestehen die Motor-Innereien aus dem großen Performance-Line-Motor, nur eben mit spezieller Software und Thermo-Management-Anpassungen, um den erhöhten Leistungsanforderungen gerecht zu werden. Entsprechend deftig fällt die Leistungsabgabe aus: 100 Nm Drehmoment schieben auch schwere Ladungen richtig gut vorwärts, maximal 750 Watt leistet der Motor kurzzeitig.

  • Vorteile: Bärenstarker Motor mit gutem Thermo-Management, große Auswahl an sinnvoller Peripherie, perfekte Konnektivität.
  • Nachteile: Nicht mit Fremdhersteller Akkus kompatibel, Motor kein Leisetreter (bis 2025).

Bosch Performance Line

Die Performance-Line-Motoren sind die Top-Produkte von Bosch - und finden sich entsprechend in sehr vielen E-MTBs, sportiven Trekking-Rädern und neuerdings auch "leichten" E-Bikes wieder. Mit dem Performance Line SX flankiert ein sogenannter "Light"-Motor und treibt Bikes in der Gewichtsklasse unterhalb der 20-Kilo-Marke an - mit auf 60 Nm reduziertem Drehmoment und rund einem Kilo weniger Gewicht. Darüber residieren weiterhin die großen Motoren mit dem Beinamen CX: Bei ihnen liegen nun bis zu 100 Nm Drehmoment an, in der limitierten "Race"-Ausführung steigt die Unterstützung auf bis zu 400 %, sonst sind meist 340 %.

Shimano Motoren

Zunächst 2010 mit einem Front-Motor fulminant gescheitert, geben die Japaner seit 2014 mit ihrem Steps-System auf dem Markt neben Bosch den Ton an. Kein Wunder: Auch Shimano setzt auf Mittelmotoren - und stimmt diese wie Bosch auf den jeweiligen Einsatzzweck ab. Bei der Leistungsausbeute liegt Shimano auf Augenhöhe mit Bosch.

Wo die Japaner aber die Nase vorn haben, ist bei der Akku-Auswahl - Shimano erlaubt hier nämlich Fremdhersteller-Designs. Das verhilft beispielsweise Canyons E-MTBs mit Shimano EP8 zu sagenhaften 900 Wh! Ein kleiner Nachteil für Touren-Freunde: Shimano ist besonders im Infotainment-Bereich merklich konservativer unterwegs, große Farbdisplays mit Navi-Funktion sucht man hier derzeit vergebens.

Shimano E6100 und E5000

Shimanos sanfter Einsteiger-Antrieb E5000 eignet sich ideal für den Einsatz im Stadtgebiet, zum Pendeln oder für Kurzstrecken. Dies schließt aber eine Verwendung für eine entspannte Radtour auf keinen Fall aus. Mit sanften 40 Nm maximalem Drehmoment unterstützt der "kleinste" aus der Shimano-Familie mit einer Spitzenleistung von max. 420 W.

Als sanften Tourenantrieb darf man den E6100 durchaus bezeichnen. Mit etwas mehr Wumms als der kleine E5000 geht der Nachfolger des E6000 an den Start. Je nach voreingestellter Fahrcharakteristik liefert der 6100er im sportiven Modus bis zu 60 Nm und im comfort Modus bis zu 50 Nm ab. Mit einer maximalen Leistung von 500 W liegt er über dem E5000, bietet seinem Pedaleur dabei maximal 200 % zusätzliche Unterstützung zur eigenen Tretleistung.

  • Vorteile: komfortabler, sanfter und effizienter Antrieb für genüßliche Touren, Kombatibilität mit allen Bremssystemen und vielen Schaltsystemen, Fahrcharakteristik mit E-Tube Projekt individualisierbar.
  • Nachteile: für Bergtouren weniger geeignet, Display mit puristischem Informationsgehalt.

Shimano EP8(01) Cargo, EP600 Cargo und E6100 Cargo

Mit den Modellen EP801 CRG, EP600 CRG und E6100 CRG hat Shimano drei verschiedene Transportantriebe im Programm. Während alle drei Varianten max. 500 Watt Leistung bei 250 W Nenndauerleistung zur Verfügung stellen, liefern die beiden EP8 und EP6 Cargo jeweils maximal 85 Nm Spitzendrehmoment, der City-Transporteur E6100 CRG dagegen max. 60 Nm.

  • Vorteile: Leistungskurve speziell für den Einsatz für Cargobikes abgestimmt, drei Varianten für unterschiedliche E-Bike-Anwendungen und -Preispunkte.

Shimano EP8(01), EP600 und E7000

Dank maximal 85 Nm Drehmoment und bis zu satten 400 % Unterstützung katapultieren dich die Motoren der EP8- und EP6-Generation nach vorn. Einzig der etwas in die Jahre gekommene E7000 ist mit 60 Nm etwas schwächer motorisiert. Aber das macht nichts: Alle Antriebe fahren sich flott und treten sich sehr natürlich, haben auch in technischen Uphill-Passagen eine prima Leistungsabgabe. Wie schon Boschs Performance Line stehen auch Shimanos EP-Motoren vorrangig für E-MTBs und kräftige Tourer bereit.

  • Vorteile: sehr kräftiger Motor, Offenheit bei der Akku-Wahl seitens Hersteller, riesengroßes Händlernetz.
  • Nachteile: Display-Peripherie eher dezent bis altbacken, bei hohen Drehzahlen keine Leisetreter.

Full-Power Motoren im Vergleich

Full-Power Motoren stehen für genau das, was sich hier bereits im Namen versteckt: volle Power und eine Extraportion an Leistung. Ein Full-Power Motor schiebt dich besonders kraftvoll an, kann schneller beschleunigen und das Tempo halten, weshalb du damit selbst steilste Anstiege meisterst.

Um im Rahmen des Full-Power Motorenvergleichs auch eine Vergleichbarkeit zu schaffen, hat sich Leon auf einige Hauptaspekte konzentriert: das Gewicht und die Erscheinung der Motoren, die dargebotene Leistung mitsamt der Geräuschentwicklung sowie das Fahrgefühl und Drehmoment.

In Sachen Gewicht ist der EP801 Motor von Shimano mit knappen 2,7 Kilogramm der leichteste Motor unseres Full-Power Motorenvergleichs. Der EP801 hat zusätzlich Kühlrippen und kommt im Gesamten auch optisch fortschrittlich modern daher. Dicht darauf folgen die beiden anderen Motoren, der Bosch Performance Line CX und der Brose Drive S Mag mit nur knappen 200 Gramm mehr und damit etwa 2,9 Kilogramm.

Während der Bosch und Shimano Motor beim Arbeiten eine hörbare Geräuschkulisse erzeugen, ist der Brose Drive S Mag aufgrund des Riemens deutlich leiser.

Der Bosch Performance Line CX sowie der Shimano EP801 Motor kommen beide mit einem Drehmoment von 85 Nm. Lediglich der Brose Drive S Mag fällt hier nach oben aus der Reihe und liefert satte 90 Nm Unterstützung, die dennoch beeindrucken präzise kontrolliert werden können.

Der Bosch-Motor punktet vor allem mit einer energiegeladenen Beschleunigung und einer stabilen Performance in unterschiedlichen Geländearten. Der Shimano Motor sichert eine ausgeglichene Leistung und trägt zu einem geschmeidigen Fahrerlebnis bei.

Motor Gewicht Drehmoment
Bosch Performance Line CX ca. 2,9 kg 85 Nm
Brose Drive S Mag ca. 2,9 kg 90 Nm
Shimano EP801 ca. 2,7 kg 85 Nm

Bosch Performance Line CX Gen 5 gegen Shimano EP801

Es ist DAS Duell der E-Bike-Giganten: Der deutsche Traditionshersteller Bosch tritt in diesem Vergleich gegen den japanischen Traditionshersteller Shimano an. In der linken Ecke steht also der Kraftmeier CX Performance Line in seiner brandneuen fünften Generation, in der rechten der auf dem Papier ähnlich starke EP801.

Wer beim Fahrradhändler nach einem "Bosch-Fahrrad" fragt, will sehr wahrscheinlich ihn hier haben: Bosch Performance Line CX in seiner erst kürzlich vorgestellten fünften Generation. Zunächst mit 85 Newtonmetern Drehmoment und 600 Watt in der Spitze, bekommt er im Sommer 2025 nun endlich per Firmware-Update mehr Saft. Bis zu 100 Nm und 750 Watt in der Spitze soll er dann können, die Unterstützung steigt dann auf bis zu 400 %.

Gleiches gilt auch für Shimanos EP-Antriebe, wobei der EP801 hier derzeit die Speerspitze darstellt:

  • bis zu 400 % Unterstützung, unterstützt bis 25 km/h
  • 85 Nm Drehmoment, 600 Watt in der Spitze
  • Akkus von 504 Wh bis 630 Wh, offen für Fremdhersteller
  • wenige Displays, gute Bedienteile
  • gute App

Vorteile im Vergleich

  • Bosch bietet eine hervorragende App, Shimano ist hier klar schwächer
  • Shimano hat ein freies Akku-System - und je nach Hersteller bis zu 900-Wh-Akkus
  • CX und EP8 kooperieren mit Schaltungen, was automatisierte Schaltvorgänge ermöglichen
  • Bosch ist in Betrieb mittlerweile sehr leise - das gilt ab Generation 5
  • beide Hersteller haben ein gigantisches Händlernetz und sind extrem haltbar
  • beide Motoren bieten ein sehr vergleichbares Leistungsspektrum (gilt bis CX5 ohne Update)
  • freigegebene Bosch-E-Bikes können per Firmware-Update auf 100 Nm / 750 Watt / 400 % zurückgreifen

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