Die MotoGP hat im Laufe der Jahre viele talentierte Fahrer gesehen, sowohl aus Deutschland als auch aus der ganzen Welt. Einige von ihnen sind zu Legenden geworden, während andere trotz ihres Talents nie den großen Durchbruch schafften. Hier ist ein Überblick über einige dieser Fahrer.
Deutsche Fahrer in der MotoGP
Welcher deutsche Motorrad-Fahrer wirft den größten Schatten? Die meisten Fans würden wahrscheinlich antworten: Toni Mang (Jahrgang 1949). Der Mann aus Inning wurde fünfmal Weltmeister, dabei dreimal in der 250-ccm-Klasse (1980, 1981 und 1987) sowie zweimal in der 350-ccm-Klasse (1981 und 1982). Mang nahm an 142 Großen Preisen teil und feierte 42 Siege - eine Marke, an die kein anderer deutscher Straßenfahrer heranreicht. 1983 wechselte Mang in die Königsklasse 500 ccm. Jedoch erlitt er vor Saisonbeginn eine schwere Verletzung bei einem Skiunfall und konnte erst im August fahren; mehr als ein zehnter Platz sprang nicht heraus. 1984 kehrte Mang in die Viertelliter-Klasse zurück.
Ralf Waldmann brachte es in der WM zwischen 1986 und 2009 auf 169 Einsätze, dabei feierte der 1966 geborene Westfale 20 Siege. Ein WM-Titel glückte ihm nie, aber Waldmann wurde zweimal Vizeweltmeister (1996 und 1997 in der 250-ccm-Klasse), zudem war er dreimal WM-Dritter. Der Mann aus Ennepetal ist damit der erfolgreichste Motorrad-Pilot, der nie Weltmeister wurde. Waldmanns Auftritt in der Saison 1998 in der 500-ccm-Eliteliga verlief enttäuschend, er beendete es auf Platz 13. Danach kehrte er in die Viertelliter-Klasse zurück. Am 10. März 2018 starb Ralf Waldmann mit 51 Jahren an einem Herzinfarkt.
Dirk Raudies war ein Rennfloh - er brachte es auf nur 1,62 Meter und wog zu seiner aktiven Zeit zwischen 48 und 53 Kilogramm. 1994 gelang es Raudies trotz dreier Siege nicht, seinen Titel zu verteidigen. Von 2004 bis 2008 sowie 2015 kommentierte Raudies bei Eurosport die Rennen der Motorrad-WM.
Nach Raudies kam auch ein anderer (Italo-)Schwabe auf den WM-Thron. In 220 Großen Preisen gelangen Cortese (Jahrgang 1990) sieben Siege - darunter der Triumph am 8. Juli 2012 auf dem Sachsenring, mit dem er der erste Deutsche seit 41 Jahren wurde, der ein Rennen auf dieser Strecke gewonnen hatte. Ab 2013 fuhr Cortese im neu gegründeten Team Intact GP in der Moto2 - es verlief enttäuschend, Cortese konnte nie mehr an seine erfolgreiche Zeit anknüpfen. 2018 wechselte er in die Supersport-WM und konnte auf einer Yamaha auf Anhieb den WM-Titel gewinnen.
Das erfolgreichste Jahr von Steve Jenkner war 2003 - in dieser Saison holte der Sachse (Jahrgang 1976) auf seiner 125-ccm-Aprilia einen Grand-Prix-Sieg in Assen sowie fünf weitere Podiumsplatzierungen. Am Ende wurde Jenkner WM-Sechster. 2005 versuchte sich Jenkner in der 250-ccm-Liga, am Ende landete er auf einem ernüchternden 23. Platz im Klassement. Da er 2006 kein konkurrenzfähiges Material für die WM erhielt, zog er sich vom Rennsport zurück und erhielt einen Vertrag als Testfahrer für die italienische Traditionsmarke Fantic. Dabei ging Jenkner bei einigen Rennen zur EM an den Start.
Stefan Bradl war 2011 Champion der Moto-2-Klasse und besiegte dabei den aktuellen Superstar Marc Marquez, der allerdings aufgrund einer Verletzung einige Rennen verpasst hatte. Danach stieg der siebenmalige Grand-Prix-Sieger aus Zahling in die Moto-GP auf, feierte auf einer Honda eines Privatteams zwei Podiumsplätze sowie einige Achtungserfolge. Doch der Durchbruch blieb dem Bayern (Jahrgang 1989) verwehrt. Nach seinem Aus beim LCR-Team Ende 2014 fuhr Bradl nur noch hinterher und stieg 2016 auf dem Grand-Prix-Zirkus aus. Im Jahr 2017 startete Bradl in der Superbike-WM auf einer Honda CBR 1000 SP, danach arbeitete er als Test- und Ersatzfahrer für verschiedene Teams.
Marcel Schrötter (Jahrgang 1993) startet in der Moto-2-Klasse beim deutschen Grand Prix 2019. Der Mann aus Pflugdorf ist seit 2009 WM-Starter und saß bereits bei 164 Rennen im sattel von verschiednen Zweirädern. Beim Großen Preis von San Marino fuhr Schrötter als Dritter zum ersten Mal in der Moto-2-Klasse auf das Podest, es folgte ein zweiter Platz im April in Austin. Aktuell ist er mit 81 Punkten Siebter der WM-Wertung.
Jonas Folger war eine große Karriere prognostiziert worden, doch dem Mann aus Mühldorf am Inn gelang nie der große Durchbruch - mal gab es technische Probleme, mal organisatorische Verwicklungen und manchmal stand sich der Bursche (Jahrgang 1993) selbst im Weg. Im September 2017 erlitt Jonas Folger ein Burnout-Syndrom und zog sich vorerst aus der Szene zurück. So kommt er bei 151 Grand-Prix-Starts immerhin auf fünf Siege. 2019 kehrte der Bayer zurück. Auf dem Sachsenring startet Folger in der Moto-2 als Ersatzmann für den verletzten Malaysier Khairul Idham Rawi, für den er bereist zwei Saisonrennen bestritten hat. Folger wohnt in Spanien in einer Wohngemeinschaft mit dem Rennkollegen Marcel Schrötter.
Lukas Tulovic aus Eberbach bei Heidelberg greift auf dem Sachsenring ebenfalls in der Moto-2 an. Seit 2018 fährt der junge Mann (Jahrgang 2000) eine Aprilia des deutschen Kiefer-Racing-Teams, seine beste Platzierung ist Rang 13 beim Großen Preis der Niederlande in Assen vor zwei Wochen.
Philipp Öttl gehört seit 2012 zum Inventar der Motorrad-WM (ein Sieg in der Moto-3-Klasse), allerdings fehlt er auf dem Sachsenring. Der 1996 in Bad Reichenhall geborene Rennfahrer erholt sich von einer Gehirnerschütterung, die er sich vor drei Wochen im Training zugezogen hat.
MotoGP Legenden
Die Größten ihrer Zunft sind nach ihrem Karriereende oder tragischen Tod zur MotoGP-Legende ernannt worden - Von Agostini bis Uncini. Hier ist eine Liste einiger dieser Legenden:
- Giacomo Agostini (Italien): Der Rekordweltmeister war von 1964 bis 1977 im Rennsport aktiv und gewann insgesamt 15 WM-Titel (acht in der 500er-Klasse, sieben in der 350er-Klasse) und 122 Rennen.
- Hugh Anderson (Neuseeland): In den 1960ern gelang es Anderson, in nur sechs Jahren beeindruckende 25 Grand-Prix-Siege und vier Titel einzufahren. Er verhalf Suzukis noch jungem GP-Projekt zu ersten großen Erfolgen.
- Hans-Georg Anscheidt (Deutschland): Von 1962 bis 1968 zählte er zu den besten Fahrern in der damals neuen Klasse bis 50 Kubikzentimeter Hubraum. 1966, 1967 und 1986 wird Anscheidt mit Suzuki Weltmeister. Als amtierender Champion tritt er nach 14 Grand-Prix-Siegen zurück.
- Kork Ballington (Südafrika): Von 1976 bis 1982 war der Südafrikaner in den Klassen 250er, 350er und 500er unterwegs. Insgesamt schaffte er vier WM-Titel (zwei in der 350er und zwei in der 250er) und 31 Siege.
- Max Biaggi (Italien): Nach vier aufeinanderfolgenden WM-Siegen in der 250er-Klasse ging Biaggi nach seinem Aufstieg vor allem als Herausforderer von Valentino Rossi in die Geschichte ein. Ein Titel in der Königsklasse war ihm nicht vergönnt, er wurde dreimal Zweiter.
- Alex Criville (Spanien): Der 500er-Weltmeister des Jahres 1999 war von 1987 bis 2001 aktiv. Er brachte es auf insgesamt zwei Weltmeistertitel (1989 in der 125er-Klasse) und 20 Siege.
- Stefan Dörflinger (Schweiz): Der in Deutschland geborene Schweizer dominierte Mitte der 1980er-Jahre die kleinen Motorrad-Klassen. Von 1982 bis 1985 gewann er je zwei Titel in der 50er- und der 80er-Klasse. Insgesamt triumphierte er in 18 Grands Prix.
- Mick Doohan (Australien): Mit fünf WM-Erfolgen in Serie (von 1994 bis 1998) überstrahlte der Honda-Fahrer die 1990er-Jahre. Er fuhr insgesamt 54 Grand-Prix-Erfolge ein.
- Andrea Dovizioso (Italien): "Dovi" war Weltmeister der 125er-Klasse, bei den 250ern zweimal Vizeweltmeister und in der Königsklasse MotoGP mit Ducati sogar dreimal Vizeweltmeister. Nach einer Karriere, die allein in der Königsklasse 250 Grands Prix umfasste (nur Valentino Rossi hat mehr) trat Dovizioso im September 2022 zurück.
- Geoff Duke (Großbritannien): Der Brite war von 1950 bis 1959 aktiv und prägte als "The Duke" die Anfangsjahre mit insgesamt sechs WM-Titeln (vier in der 500er- und zwei in der 350er-Klasse) und 33 Siegen.
- Wayne Gardner (Australien): 1987 entschied der Honda-Pilot die 500er-Krone erstmals für einen Australier. Er war von 1983 bis 1992 am Start und holte insgesamt 18 Rennsiege.
- Mike Hailwood (Großbritannien): Von 1958 bis 1967 war der Brite in der Motorrad-WM aktiv. Er konnte insgesamt neun WM-Titel (vier in der 500er-, zwei in der 350er- und drei in der 250er-Klasse) und 76 Siege einfahren. Außerdem trat er auch in der Formel 1 an und fuhr auf vier Rädern zwei Podestplätze ein.
- Nicky Hayden (USA): "Kentucky Kid" kam aus der AMA Superbike 2003 direkt in die MotoGP und absolvierte insgesamt 13 Saisons. Das Highlight gelang ihm 2006, der WM-Titel gegen Valentino Rossi. Er verstarb 2017 an den Folgen eines schweren Radunfalls.
- Daijiro Kato (Japan): 1996 stieg der Japaner in die 250er-Klasse ein und stieg nach 17 Siegen und dem WM-Titel (2001) 2002 in die MotoGP auf. Nur ein Jahr später folgte die Tragödie: Kato verlor bei einem Unfall in Suzuka sein Leben.
- Eddie Lawson (USA): Von 1983 bis 1992 war der US-Amerikaner an der Spitze der 500er-Klasse zu finden. Er schaffte es als erster Fahrer, mit zwei Herstellern den WM-Titel zu gewinnen: 1984, 1986 und 1988 auf Yamaha, 1989 auf Honda. Insgesamt gewann er 31 Rennen.
- Jorge Lorenzo (Spanien): Zweimal 250er-Weltmeister (2006, 2007) und dreimal MotoGP-Weltmeister (2010, 2012, 2015). Mit 68 Grand-Prix-Siegen ist Lorenzo einer der erfolgreichsten Fahrer der Geschichte. Er schaffte sechs Siege und war von 1975 bis 1986 aktiv.
- Randy Mamola (USA): Zwischen 1979 und 1992 war er in der 250er- und 500er-Klasse aktiv. Er konnte insgesamt 13 Rennsiege einfahren, ein Weltmeistertitel blieb ihm jedoch verwehrt. Viermal wurde er Vize-Weltmeister.
- Anton Mang (Deutschland): Der Deutsche absolvierte von 1975 bis 1988 Rennen in allen Weltmeisterschaftskategorien. Er triumphierte insgesamt 42 Mal und sicherte sich zweimal die 350er- und dreimal die 250er-Krone. Er ist der bis heute erfolgreichste deutsche Motorradpilot.
- Jorge Martinez (Spanien): "Aspar" war der dominierende Pilot Ende der 1980er-Jahre in der 80er-Klasse. Von 1986 bis 1988 holte er dreimal den Titel, im letzten Jahr außerdem auch in der 125er-Klasse. Er war bis 1997 aktiv und gründete danach seinen eigenen Rennstall.
- Angel Nieto (Spanien): Der 12+1 Weltmeister ist nach Agostini der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten. Er war von 1964 bis 1986 im Rennsport aktiv und gewann 90 Rennen. Sieben seiner Titel sicherte er sich in der 125er-Klasse, sechs davon in der 50er-Klasse. 2017 verunglückte er tödlich auf einem Quad.
- Dani Pedrosa (Spanien): Er ist der erfolgreichste Fahrer ohne MotoGP-Titel und beendete 2018 seine Karriere. Der "kleine Samurai" war ab 2001 mit dabei. Drei WM-Titel (zwei in der 250er- und einer in der 125er-Klasse) und 54 Siege gehen auf sein Konto.
- Wayne Rainey (USA): Er war einer der Topstars in den 90er-Jahren. Von 1988 bis 1993 war er in der Königsklasse aktiv und holte mit Yamaha drei WM-Titel in Folge (1990-1992). Seit einem tragischen Unfall in Misano 1993 ist er querschnittsgelähmt.
- Phil Read (Großbritannien): Seit 1961 mischte der Brite den Motorrad-Rennsport auf. Er war auch unter dem Nicknamen "The Prince of Speed" bekannt und schaffte es als erster Pilot WM-Titel in der 125er-, der 250er- und der 500er-Klasse zu erreichen. Insgesamt sieben Mal triumphierte er, 52 Siege gehen auf sein Konto.
- Jim Redman (Großbritannien): Der Brite war von 1959 bis 1966 in der Weltmeisterschaft unterwegs, nachdem er die Liebe zum Rennsport in Südafrika entdeckte. Er gewann 45 Rennen und sechs Weltmeisterschaften (vier in der 350er-, zwei in der 250er-Klasse).
- Kenny Roberts (USA): Von 1974 bis 1983 dauerte die Karriere des US-Amerikaners, der die 500er-Klasse Ende der 1970er-Jahre dominierte. Er holte drei WM-Titel in Serie (1978-1980) und gewann insgesamt 24 Rennen.
- Kenny Roberts jun. (USA): Wie der Vater, so wurde auch der Sohn Rennfahrer - und Weltmeister. 2000 entschied er die 500er-Klasse auf der Suzuki für sich. Damit schrieb er Geschichte, noch keinem anderen Weltmeistersohn ist dieses Kunststück gelungen. Insgesamt gewann er acht Rennen.
- Valentino Rossi (Italien): Von 1996 bis 2021 prägte Rossi die Motorrad-WM wie kein anderer Fahrer und holte klassenübergreifend neun Titel, gewann 115 Rennen und stand 235 Mal auf dem Podium. Im Alter von 42 trat Rossi ab und fuhr beim Abschied noch einmal in die Top 10.
- Jarno Saarinen (Finnland): Von 1970 bis 1973 war die skandinavische Hoffnung aktiv. Er krönte sich 1972 zum 250er-Weltmeister, woraufhin der Aufstieg in die 500er-Klasse folgte. Allerdings wurde er nur wenig später am "schwarzen Wochenende von Monza" aus dem Leben gerissen. Insgesamt gewann er 15 Rennen.
- Kevin Schwantz (USA): Von 1986 bis 1995 prägte er die 500er-Klasse durch seine Rivalität mit Wayne Rainey. Nach dessen schweren Unfall in Misano holte Schwantz den Titel 1993. Insgesamt holte er 25 Grand-Prix-Siege.
- Barry Sheene (Großbritannien): Der Brite gilt als eine der Kultfiguren der 70er-Jahre. Er sicherte sich zwei WM-Titel in der 500er-Klasse auf Suzuki (1976 und 1977). Außerdem gewann er 23 Rennen und ist bis heute der letzte britische Motorrad-Weltmeister in der Königsklasse.
- Marco Simoncelli (Italien): Er wurde als möglicher Nachfolger von Valentino Rossi gesehen und startete ab 2002 in der WM. Nach seinem 250er-Titel 2008 wollte er es ab 2010 in der MotoGP wissen. Am 23. Oktober 2011 verlor der Italiener im Alter von 24 Jahren sein Leben im Malaysia-Grand-Prix.
- Freddie Spencer (USA): Der MotoGP-Kommissar beeindruckte in den 1980er-Jahren mit seinen Fahrkünsten. Von 1980 bis 1993 war er aktiv, er sicherte sich im Jahr 1985 sowohl den Titel in der mittleren wie auch in der 500er-Klasse. Seine Bilanz: Drei WM-Titel (zwei in der 500er, einer in der 250er) und 27 Siege.
- Casey Stoner (Australien): Von 2001 bis 2012 versetzte der Pilot aus Down Under die MotoGP in Staunen. Sowohl auf Ducati wie auch auf Honda triumphierte Stoner in der Königsklasse. Insgesamt holte er zwei WM-Titel (2007 und 2011) und 45 Siege.
- John Surtees (Großbritannien): In den 1950er-Jahren war der Brite das Maß aller Dinge. Er fuhr auf MV Agusta zu sieben WM-Titeln (vier in der 500er, drei in der 350er) und feierte 38 Siege. Außerdem ist er bis heute der einzige Fahrer, der auch eine Formel-1-Weltmeisterschaft (1964) gewinnen konnte.
- Luigi Taveri (Schweiz): Der Eidgenosse wurde in den 60ern dreimal 125er-Weltmeister. Seine größte Errungenschaft aber: Er ist der einzige Fahrer in der Geschichte der Motorrad-WM, der es in sechs Klassen zu WM-Punkten gebracht hat (50er, 125er, 250er, 350er, 500er und Seitenwagen). Taveri starb 2018 im Alter von 88 Jahren.
- Mike Trimby (Großbritannien): Der im September 2023 verstorbene Gründer der Teamvereinigung IRTA wurde am Silverstone-Wochenende 2024 posthum zur MotoGP-Legende ernannt. Trimby ist der erste Nicht-Fahrer, dem diese Ehre zuteil wird. Die Medaille wurde von seiner Witwe Irene in Empfang genommen.
- Carlo Ubbiali (Italien): Der Italiener war von Anfang an mit dabei, er startete 1949 und fuhr bis 1960 in den kleineren Klassen. Mit insgesamt neun WM-Titeln (drei in der 250er-, sechs in der 125er-Klasse) steht er auf einer Stufe mit Hailwood und Rossi.
- Franco Uncini (Italien): Der 500er-Weltmeister von 1982 stieg 1976 in die WM ein. Er war bis 1985 aktiv und gewann insgesamt sieben Rennen. Er ist aktuell als Sicherheitsbeauftragter der IRTA an jedem Rennwochenende im Einsatz.
Die Top 10 Fahrer mit den meisten Rennsiegen in der Königsklasse
Diese zehn Fahrer haben in der Geschichte der Motorrad-WM seit 1949 die meisten Rennsiege in der Königsklasse gefeiert:
- Valentino Rossi (Italien): 13 Siege in der 500er- und 76 in der MotoGP-Klasse machen den "Doctor" zum erfolgreichsten Fahrer der Königsklasse. Zudem gewinnt er 2001 den letzten 500er-Titel und wird anschließend noch sechsmal in der MotoGP-Ära Weltmeister.
- Giacomo Agostini (Italien): Mit klassenübergreifend 122 Siegen und 15 WM-Titeln ist der Italiener der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten. Bei der Anzahl der Rennsiege belegt Agostini "nur" den zweiten Platz.
- Marc Marquez (Spanien): Sechs WM-Titel in nur sieben Jahren. Der Spanier hat sich im Rekordtempo seinen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. Er wird bereits in seiner ersten MotoGP-Saison 2013 Weltmeister und ist auch der jüngste Weltmeister aller Zeiten.
- Mick Doohan (Australien): Zwischen 1994 und 1998 gewinnt der Australier fünfmal hintereinander die 500er-Klasse. Doohan zählt zu den besten Rennfahrern aller Zeiten. Er bestreitet zwischen 1989 und 1999 alle Rennen für Honda.
- Jorge Lorenzo (Spanien): Dreimal wird der Spanier MotoGP-Weltmeister. Diese Erfolge feiert er mit Yamaha. Eine Saison bei Honda wird zur Enttäuschung. Zwischen 2008 und 2019 bestreitet Lorenzo 203 Rennen in der Königsklasse.
- Casey Stoner (Australien): Der einzige Ducati-Weltmeister der MotoGP-Geschichte schafft es auf Rang sechs der erfolgreichsten Fahrer. Zwischen 2007 und 2012 holt er für die Italiener und Honda insgesamt 38 Siege und jeweils einen WM-Titel (2007 und 2011). Ende 2012 zieht sich der Australier aus der MotoGP zurück.
- Mike Hailwood (Großbritannien): "Mike The Bike" zählt zu den besten Rennfahrern aller Zeiten. Zwischen 1962 und 1965 wird der Brite mit MV Agusta viermal Weltmeister der 500er-Klasse. Er holt auch 14 TT-Siege. Nach seiner Motorrad-Karriere ist Hailwood auch in der Formel 1 unterwegs.
- Eddie Lawson (USA): Der US-Amerikaner zählt zu den bestimmenden Fahrern der 1980er-Jahre. Dreimal wird Lawson mit Yamaha Weltmeister, bevor er für 1989 völlig überraschend zu Honda geht. Der Wechsel zahlt sich aus, weil er gleich seinen vierten WM-Titel gewinnt.
- Dani Pedrosa (Spanien): Der Spanier ist der einzige Fahrer in den Top 10, der nicht Weltmeister der Königsklasse wird. Er fährt zwischen 2006 und 2018 in der MotoGP. Dreimal ist Pedrosa Vizeweltmeister, dreimal wird es WM-Rang drei.
- Francesco Bagnaia (Italien): Zweimal wird der Italiener mit Ducati Weltmeister und ist damit erfolgreicher als Casey Stoner und damit der beste Ducati-Fahrer in der MotoGP-Geschichte.
Die Motorrad-WM feiert Jubiläum
Die Motorrad-Weltmeisterschaft feiert am Wochenende ihr erstes Tausender-Jubiläum. Der Grand Prix von Frankreich auf dem Bugatti Circuit in Le Mans ist der 1000. Grand Prix seitdem am 17. Seit der Premiere hat es zwar in der Königsklasse noch keine 999 Rennen gegeben, sondern "nur" 951. Die Motorrad-WM als Ganzes feiert trotzdem an diesem Wochenende ihr Tausender-Jubiläum. Zuletzt gab es diesen Fall am 8. März 2020. Damals brach die Coronavirus-Pandemie aus. Der Grand Prix von Katar in Losail beinhaltete an jenem Tag zwar die Rennen der Moto3- und der Moto2-Klasse.
Einige interessante Fakten zur Motorrad-WM:
- 817 - Die Anzahl der Grand-Prix-Siege von Honda. Mit aktuell 817 Siegen über alle Klassen hinweg ist Honda der erfolgreichste Hersteller.
- 432 - Die Anzahl der Grand-Prix-Starts von Valentino Rossi.
- 393 - Die Anzahl der unterschiedlichen Rennsieger.
- 235 - Die Anzahl der Podestplätze, die Valentino Rossi erzielt hat.
- 122 - Die Anzahl der Grand-Prix-Siege von Giacomo Agostini.
- 73 - Die Anzahl der unterschiedlichen Rennstrecken, die bisher mindestens einen Grand Prix ausgerichtet haben.
- 73 - Die Anzahl der Grands Prix, die bislang in Assen stattgefunden haben.
- 72 - Die Anzahl der WM-Titel von Honda.
- 15 - Die Anzahl der WM-Titel von Giacomo Agostini.
Deutsche Piloten in der MotoGP: Eine Geschichtsstunde
Die Ära von Stefan Bradl in der MotoGP neigt sich dem Ende zu, Siege und Titel blieben ihm versagt. Für Highlights war er jedoch gut - wie viele andere Deutsche, die sich in der Königsklasse versucht haben. Eine kleine Geschichtsstunde in Sachen Rennsport.
Das tollste Wochenende in der MotoGP-Karriere von Stefan Bradl war zweifellos Laguna Seca 2013. Der Bayer glühte mit seiner LCR-Honda auf die Pole Position, führte das Rennen 19 Runden lang an und feierte am Ende seinen ersten Podestplatz in der Königsklasse. Nur Marc Márquez war noch schneller.
Nie einen Weltmeister, aber trotzdem jede Menge Helden. Damit reiht sich Bradl ein in eine bunte, verrückte Geschichte der Deutschen in der Königsklasse, in der es nie einen Weltmeister, aber trotzdem jede Menge Helden gab. Sie beginnt irgendwie mit Schorsch Meier, der mit seiner Kompressor-BMW 1939 als erster Nicht-Brite die Senior-TT auf der Isle of Man gewann. Die Straßen-WM gab es damals noch nicht.
Der bisher einzige deutsche Sieg in der Königsklasse. Beim deutschen Grand Prix auf dem Nürburgring war es zuvor bereits zu einem denkwürdigen deutschen Dreifach-sieg gekommen. Der Bayer Edmund Czihak gewann dort vor Helmut Kassner und Walter Kaletsch, weil die Werksfahrer Read, Agostini und Bonera wegen Sicherheitsmängeln entlang der Nordschleife in den Streik getreten waren. Czihaks Erfolg blieb der bisher einzige deutsche Sieg in der Königsklasse.
Alex Hofmann konnte als deutscher GP-Pilot sowohl die 500er-Zweitakter als auch die Umstellung auf die Viertakter miterleben.
Neun deutsche 500er-Piloten standen 1984 auf den Startplätzen. Mangs Halbliter-Abenteuer 1983 allerdings ein sportliches Fiasko. In dem Jahr wurde Freddie Spencer auf der Dreizylinder-Honda NS 500 Weltmeister. Insgesamt neun deutsche 500er-Piloten standen 1984 auf den Startplätzen.
Dass Leuthe solche Risiken auf sich nahm, hatte mit dem Ende der Blütezeit in der Königsklasse zu tun. Die Square Four-Suzuki war von einer modernen V4-Maschine abgelöst worden, neue Production Racer von Suzuki gab es nicht mehr. Die Königsklasse erlitt einen heftigen Teilnehmerschwund. Deutsche Höhepunkte blieben selten.
Auf Initiative von Kenny Roberts ließ sich Yamaha dann erweichen, eine käufliche Variante des YZR 500-Werksmotors aufzulegen und europäischen Chassis-Herstellern zur Verfügung zu stellen. Für die Saison 1992 wurden sechs britische Harris-Yamaha und acht französische ROC-Yamaha gebaut, mit denen Privatfahrer wieder im Feld mitschwimmen konnten. Gegenüber den mit Millionenaufwand entwickelten Werksmaschinen waren die um bis zu 30 km/h langsameren Production Racer zwar technisch im Hintertreffen.
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