Eigenes Motorrad in der Fahrschule erlaubt?

Die Frage, ob man sein eigenes Motorrad in der Fahrschule nutzen darf, ist ein Thema, das viele Fahrschüler beschäftigt. Grundsätzlich ist es erlaubt, das eigene Motorrad für die Ausbildung zu verwenden, aber es gibt einige wichtige Punkte zu beachten.

Rechtliche Aspekte

Zuerst einmal muss das Motorrad für die Prüfungsfahrt zugelassen sein. Zum Beispiel darf das Leistungsgewicht nicht mehr als 0,16 kW/kg Leermasse betragen (alte Regel Übergangsfrist bis 2017), neue Regel 0,20 kW. Frag dazu deinen Fahrlehrer.

Es ist wichtig, dass du dich bei der Versicherung erkundigst, ob die Nutzung als Fahrschulfahrzeug abgedeckt ist.

Die Maschine muss mindestens teilkaskoversichert sein, sodass bei einem Unfall mit "unbeteiligten" diese durch die Versicherung finanziell abgesichert sind. Sie muss natürlich zugelassen/haftpflichtversichert sein.

Versicherungsfragen

Um das Motorrad zuzulassen, benötigst du eine Deckungskarte (oder eVB, wie das jetzt heisst). Wenn du dich um eine solche bemühst, musst du dem Versicherer sagen, dass du das Motorrad bereits fahren wirst, ohne eine gültige Fahrerlaubnis zu haben, aber eben nur in Gegenwart des Fahrlehrers. Das ist reine Formasache bei der Versicherung. Diese bestätigt dir, dass die Maschine während der Fahrschulzeit versichert ist und nur in Gegenwart eines Fahrlehrers bewegt werden darf. Das ist aber keine "Ausnahmebescheinigung", sondern eine reine Formsache.

Es ist Fakt, dass Fahrschulautos/-kräder weniger Unfälle haben. Ob dein Versicherer bereit ist, dieses Risiko zu tragen, kann man dir nur dort direkt sagen. Wenn überhaupt, dann sicher für ein Heidengeld.

Du brauchst von der Versicherung eine schriftliche Bestätigung, dass du das Motorrad auch in der Fahrschule nutzen darfst (Formsache).

Vergleiche ein paar Versicherungen miteinander, die Preise schwanken erheblich bei Motorrädern.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Du lernst das Fahren auf deiner eigenen Maschine.
  • Evtl. gibt es einen Rabatt bei den Fahrstunden.
  • Vom Fahrsicherheitsaspekt her fände ich es besser: Du lernst Dein eigenes Motorrad unter Anleitung kennen und hast vor allem erst mal keine Umgewöhnung, z. B. in Sachen Bremsverhalten.
  • Zum anderen wirst deinen Hobel schon gut kennen, oder? Brauchst Dich also nicht umgewöhnen und bleibt im gewohnten Terrain, großer Vorteil.

Nachteile

  • Die Gefahr, dass die Maschine Bodenkontakt haben wird, ist relativ hoch. Auch ein einfaches Umkippen passiert am Anfang recht schnell. Schäden an der Maschine musst du selbst zahlen. Versicherungsschäden zumindest anteilig über die Selbstbeteiligung auch.
  • Zudem nimmst du dir die zusätzliche Erfahrung mit einem anderen Motorrad. Es ist nicht schlecht, möglichst viele verschiedene Motorräder zu fahren.
  • Zum Schluss ist auch der Verschleiß in der Fahrschule erhöht. Gerade am Anfang legt man das Bike gern auf die Seite (mir selbst auch passiert) und strapaziert die Kupplung.
  • Solltest du das Motorrad kaputt machen, ersetzt es dir niemand.
  • Erstmal eine Fahrschule finden die sich drauf einlässt.

Erfahrungen anderer Fahrschüler

Einige Fahrschüler haben positive Erfahrungen mit dem eigenen Motorrad gemacht, während andere eher davon abraten. Hier einige Meinungen:

  • "Ich kann dir nur empfehlen die Farschule auf der eigenen Maschine zu machen... die Vorteile überwiegen eindeutig die zu erwartenden Nachteile.... geh einfach "ruhig" an die Sache ran und übertreib es nicht."
  • "Ich würde vielleicht vorschlagen, doch auf dem Fahrschulmoped zu lernen. Wenn Sie den FS dann haben, können Sie ja mit dem fahrlehrer nochmal 2 oder 3 Stunden mit IHREM Motorrad fahren, damit Sie sich da reinfinden."
  • "Ohne Sorgen mit der Fahrschulmaschine zu lernen hat viele Vorteile. Wenn du danach auf deine eigene Maschine steigst wirst du feststellen, dass diese sich wahrscheinlich deutlich anders fährt."

Zulassung des Motorrads

Damit du dein eigenes Töf benutzen kannst solltest du erst einmal prüfen ob es für die Prüfungsfahrt zugelassen ist .

Zum Beispiel darf das Leistungsgewicht nicht mehr als 0,16kw/kg Leermasse betragen (alte Regel Übergangsfrist bis 2017 ) neue Regel 0,20 kw .

Frag dazu deinen Fahrlehrer .

Empfehlungen

Es ist ratsam, sich vorab gründlich zu informieren und die Vor- und Nachteile abzuwägen. Sprich mit deinem Fahrlehrer und deiner Versicherung, um alle notwendigen Informationen zu erhalten.

Motorradführerscheinklassen in Deutschland

In Deutschland gibt es vier Klassen für den Motorradführerschein: AM, A1, A2 und A. Pro Führerscheinklasse ist definiert, welche Maschine man ab welchem Alter fahren darf.

Klasse Mindestalter Merkmale
AM 15 Jahre Kleinkrafträder mit maximal 50 ccm, beziehungsweise 45 km/h
A1 16 Jahre Leichtkrafträder mit maximal 125 ccm Hubraum, beziehungsweise 11kW bei Elektro-Bikes und Motorrädern
A2 18 Jahre Motorrads mit maximal 35 kW, beziehungsweise einem Verhältnis von Leistung und Leergewicht bis 0,2 kW/kg
A 24 Jahre (Direkteinstieg) Keine Beschränkung für Hubraum oder Kilowatt des Motorrads mehr

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