Wo bei gewöhnlichen Motorrädern der Hauptständer seinen angestammten Platz hat, klafft bei vielen Sport-Bikes eine Lücke. Spätestens beim ersten Reifenwechsel müssen dann Montageständer die tragende Rolle übernehmen. Dieser Artikel befasst sich mit verschiedenen Montageständern, insbesondere im Hinblick auf ihre Eignung für Ducati-Modelle mit Einarmschwinge.
Allgemeine Kriterien für Montageständer
Zum raschen und sicheren Aufbocken des Motorrads empfehlen sich klassische Montageheber (bzw. Montageständer) für vorne und hinten. Relativ günstig in der Anschaffung und einfach in der Handhabung, lassen sich damit Reifenwärmer anlegen, die Felgen reinigen, die Kette schmieren, Räder ausbauen oder Reparaturen an der Maschine vornehmen.
Allerdings ist vor dem Kauf die Kompatibilität zu prüfen, da nicht jeder Montageständer zu jedem Bike passt.
- Hinten: Einarm- oder Zweiarmschwinge, mit Prismabuchsen (V-Aufnahme) oder eben ohne diesen Racing Bobbins (L-Aufnahme).
- Vorne: mit Rollen-, Radial- (L-Aufnahme), Gabel- (Kegel/PIN-Aufnahme) oder Lenkkopfaufnahme (Gabelschaft-Adapter).
Darüber hinaus gibt es Unterschiede beim Platzbedarf. Einteilige Grundständer sind zwar sperrig und lassen sich nur mühevoll auf dem Postweg versenden, dafür sind sie sehr robust und zumeist präziser verarbeitet. Mehrteilige müssen hingegen erst einmal zusammengebaut werden und kämpfen nicht selten mit ihrer Verarbeitungsqualität und Stabilität.
Vorteile von Montageständern
- Erleichtern das Schrauben am Motorrad
- Motorrad steht stabil
- Große Kompatibilität zwischen verschiedenen Motorrädern
- Verschieben des gesamten Motorrads mit rollbaren Montageständern
Im Vergleich zu einem Zentralständer kann ein Montageständer meist für verschiedene Motorräder benutzt werden.
Spezielle Montageständer im Fokus
An einer Ducati 996 hat MOTORRAD drei Einarmständer ausprobiert, die mit passenden Adaptern auch für verschiedene Modelle mit Einarmschwinge von Honda und Triumph geeignet sind. In Sachen Standsicherheit gibt es kaum Differenzen, die Ducati steht auf jedem der drei Exemplare stabil.
Deutliche Unterschiede ergeben sich aber beim Aufbocken: Während sich die 996 mit dem Ständer von Mobil-Tech beinahe spielerisch anheben lässt, benötigt man beim preisgünstigen Pendant von Weigl Telefix sehr viel Kraft. Der ohne Rollen auskommende Heber von Kern-Stabi liegt beim Kraftaufwand dazwischen.
Front-Lifter
Bequemer zu bedienen, aber auch deutlich teurer als die konventionellen Frontheber mit Klappmechanismus sind einarmige Montage-Lifte, wie sie beispielsweise Mobil-Tech oder Kern-Stabi im Programm haben. Dank der Übersetzung lassen sich Motorräder praktisch im Handumdrehen spielend leicht anheben entweder mit der Kurbel (Mobil-Tech) oder, wie bei Kern, per Spindelantrieb und Knarre mit 13er-Nuss sogar bis zu einer Höhe von 30 Zentimetern. Neben dem vergleichsweise geringen Platzbedarf ist vor allem die kontrollierte Aufwärtsbewegung gerade beim Einsatz auf Hebebühnen von Vorteil.
LV8 ELEVATE U-Stand Montageständer
Mit den brandneuen U-Stand Paddock Ständern möchte LV8 ELEVATE, ein italienischer Produzent hochwertiger Hebebühnen und Motorradständer, nun den Spagat zwischen Universalität und Stabilität bei geringstmöglichem Platzbedarf geschafft haben. Die ebenfalls in Italien hergestellten Montageständer sind in verschiedenen Varianten für vorne und hinten erhältlich und zeichnen sich durch ihr patentiertes Verbindungssystem ohne jeglichen Einsatz von Schrauben und Bolzen aus.
Im Handumdrehen lassen sie sich verdrehsicher zusammenbauen und mittels ihrer in der Breite einstellbaren L-, V- und Kegel-Aufnahmen aus Polyamid an nahezu jedes Motorradmodell anpassen. In der Praxis erwiesen sich die modularen Montageständer als ungemein stabil und hinterließen dank des cleveren Einsatzes von Polyamid an den richtigen Stellen keinerlei Spuren an den beanspruchten Teilen der Bikes.
Ihre präzise Fertigung, der stabile Stand und der große Verstellbereich machen die LV8 U-Stands zu rundum gelungenen Universalhebern für verschiedenste Bikes.
Die LV8 U-Stands werden vollständig zerlegt in stabilen, äußerst kompakten Kartons geliefert und sind - bestmöglich geschützt und versandkostengünstig - in vielen Online-Shops und im Fachhandel erhältlich.
Worauf muss bei einem Vorderradständer geachtet werden?
Bei dem Vorderradständer kommt es auf zwei Punkte an:
- Gabelbreite: Der passende Vorderradständer wird anhand der Gabelbreite bestimmt. Bei allen Ständern ist angegeben, was die minimale und maximale Gabelbreite ist.
- Aufnahmepunkte: Am unteren Ende der Gabel befinden sich bei manchen Modellen zwei Löcher. Sofern diese Löcher bei deinem Motorrad existieren, kannst du Dornaufnahmen verwenden. Wenn nicht, passt die Standardaufnahme.
Das Wichtigste bei der Nutzung eines Vorderradständers ist die Verwendung eines Hinterradständers. Sollte das Motorrad nur mit dem Vorderradständer aufgebockt werden, besteht die Gefahr, dass die Gabel eindreht und das Motorrad umkippt.
Wichtig beim Aufbocken ist, dass immer zuerst das Hinterrad und dann das Vorderrad aufgebockt wird.
Lenkkopfständer als Alternative
Eine Alternative zum herkömmlichen Vorderradständer ist der Lenkkopfständer. Hier wird ein Pin in das Loch der Gabelbrücke eingeführt, um das Vorderrad komplett in die Luft zu bringen. Somit ist ein problemloser Ausbau des Vorderrades und der Gabel möglich.
Hinterradständer
Auch die Hinterradständer sind universell einsetzbar. Hier kommt es auf zwei Punkte an:
- Einarm- oder Zweiarmschwinge: Hat dein Motorrad eine Einarmschwinge wird ein Einarmständer benötigt. Der Ständer für die Monoschwinge hat einen einzelnen großen Pin, der von der linken Seite der Schwinge eingeschoben wird. Hier ist nur der Durchmesser der Aufnahme an der Einarmschwinge relevant. Bei Motorrädern mit Zweiarmschwinge werden die gängigen Hinterradständer benutzt.
- Bobbins / Prismabuchsen: Einige Motorräder mit Zweiarmschwinge haben an den Schwingen Gewindeaufnahmen für Bobbins oder auch Prismabuschen genannt. Bei den Prismabuchsen wird nur zwischen der Gewindegröße unterschieden.
Auch für Motorräder mit Einarmschwinge gibt es einen passenden Montageständer. Bei Monoschwingen kommt es auf den Durchmesser der Aufnahme für den Pin an, der mit dem Montageständer zum Aufbocken genutzt wird.
Fazit
Welcher der richtige Montageständer für vorne und hinten ist, ist abhängig vom Anwendungsfall. Soll das Motorrad stabil aufgebockt werden, zum Schrauben, genügt ein herkömmlicher Frontständer und Heckständer.
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