Gerade in Städten erleben die sogenannten »Lastis« seit einiger Zeit einen regelrechten Hype. Dabei gibt es neben dem klassischen Lastenrad, mit dem man Gegenstände wie Kisten, Möbel oder einfach den Einkauf im Supermarkt transportiert, auch immer mehr Lastenräder für Familien. Viele Gemeinden, Kommunen und Städte fördern die umweltschonende E-Mobilität und gewähren Lastenrädern mit Elektroantrieb Zuschüsse.
Lastenrad-Typen im Überblick
Es gibt eine breite Auswahl an diversen Dreirädern, jeweils mit spezifischen Merkmalen. Bei uns finden Sie verschiedene Typen von Dreirädern, darunter Shoppingdreiräder, Sesseldreiräder, Liegedreiräder, Frontdreiräder, Vierräder, Rollstuhlfahrräder, Rikschadreiräder, Tandemdreiräder und Therapiedreiräder für Kinder. So haben Sie die Möglichkeit, für jedes Bedürfnis das richtige Gefährt zu finden.
Testberichte und Erfahrungen
Wir haben 36 Lastenräder, die für den Kindertransport geeignet sind, getestet und Probe gefahren, 29 davon sind aktuell noch erhältlich. Im Sommer 2022 waren sechs einspurige "Long Johns" mit verlängertem Radstand und der Ladefläche zwischen Lenker und Vorderrad im Test. Bereits 2021 hat der Club fünf Trikes mit einer vorn angebrachten Ladebox getestet. Da sich beide Lastfahrrad-Arten von der Bauweise grundsätzlich unterscheiden und jede ihre eigene "Fangruppe" hat, werden die Testergebnisse hier getrennt vorgestellt.
Christiania Bikes Classic Medium
Immer noch ein echter Volltreffer - das Christiania Bikes Classic Medium ist und bleibt ein Klassiker, der klar und einfach seine Stärken ausspielt und besonders Familien viel Spaß und vor allem Raum bereitet. Denn hier sorgt die recht große Transportbox für unglaublich viele Einsatzmöglichkeiten - ob es nun Kinder, Einkäufe oder kleine Umzüge sind, mit dem Christiana gibt es keine räumlichen Engpässe. Unter drei Lastenrädern im Test des Magazins Radfahren.de (06/2011) erreichte das Christiania Classic Medium den ersten Platz. „Das Christiania Bike ist zu recht ein Klassiker unter den Lastenrädern. Es ist sehr gut verarbeitet und bietet einen sehr breiten Nutzen für allerlei Radfahrer-Last und -Lust im Alltag.
Tern GSD S00
Das Tern GSD S00 schaut wie ein zu groß geratenes Klapprad aus. Eine große Transportbox hat es nicht und braucht es nicht. Denn hier geht es vor allem um den Transport der wertvollsten Fracht - und zwar Kinder. Die nehmen hinten auf dem langen Gepäckträger einfach Platz und rauschen durch die Stadt und durchs Gelände. Das Tern ist sehr wendig, dynamisch und vielseitig unterwegs.
Chike E-Kids
Wie ein kleines Raumschiff auf drei Rädern kommt das Chike E-Kids angerauscht - ohne dabei natürlich die Bodenhaftung zu verlieren. Vorn sorgt eine Schwenkachse für ein tolles Fahrverhalten und Fahrvergnügen, besonders in Kurven. Die kleinen Mitfahrer nehmen vorn in einer sehr komfortablen Kabine Platz, die auch an Regentagen ideal ist und trocken hält. Gepäck kann man in praktischen, kleineren Boxen verstauen.
Btwin Long John F900E von Decathlon
Das Btwin Long John F900E von Decathlon ist ein Schwergewicht - allerdings im positiven Sinne. Es bietet nämlich ein rundes Gesamtpaket zu einem guten Preis. Neben hochwertigen Komponenten und einer guten Verarbeitung bringt es auch ein einrollbares Regen- und Sonnendach mit, außerdem eine Tür an der Box, viel Komfort, viel Stauraum und Wendigkeit.
Riese & Müller Load 75
Rasant, elegant und sicher - das Load 75 von Riese & Müller ist vom Fahrverhalten her ein Traum. Jede Bodenwelle, jede Kante und jedes Schlagloch schluckt das vollgefederte E-Lastenrad mühelos. Dazu ein sehr kraftvoller E-Motor. Ein echter Flitzer auf zwei Rädern. Die Transportbox ist zwar nicht ganz so geräumig, doch wer sein Kind in der Stadt schnell, komfortabel und sicher von A nach B bringen möchte, der liegt hiermit genau richtig. Auch im Gelände überzeugend.
Fahrverhalten und Unterschiede zwischen zwei- und dreirädrigen Lastenrädern
Wer zum ersten Mal auf einem Lastenfahrrad sitzt, wird sich wundern, wie anders sich das im Vergleich zu einem »normalen« Fahrrad fährt. Vor allem an die dreirädrigen Exemplare muss man sich erstmal gewöhnen. Denn normalerweise balanciert man unwillkürlich auf einem Fahrrad hin und her. Das geht beim dreirädrigen Rad nicht, denn es steht mit seinen drei Rädern stabil auf der Straße - und so fährt man unweigerlich erstmal Schlangenlinien. Die nächste Herausforderung ist das Kurvenfahren. Das geht mit Dreirädern längst nicht so schnell wie mit Zweirädern, denn man kann sich ja nicht in die Kurve legen.
Modelle mit zwei Rädern fahren sich dagegen fast wie ein normaler Drahtesel - sie sind nur deutlich größer, aber im Vergleich zu Dreirädern immer noch leicht und wendig. Mit ihnen kann man kleine Ausflüge machen und sogar sportlich biken - sie verfügen teils sogar über bis zu 22 Gänge. Das Zweirad ist weit schmaler als sein dreirädriger Kollege, was das Parken ebenfalls einfacher macht. Das Dreirad wiederum gondelt durch seine größere Reibung schwerfälliger durch den Verkehr.
Es ist größer und nimmt mehr Parkplatz auf dem Gehweg ein. Allerdings verfügt es meist auch über mehr Stauraum und steht sicher beim Einstieg, vor allem mit der Feststellbremse. So haben Eltern die Hände für Kinder oder Einkauf frei. Was manche allerdings überraschen dürfte: Dreiräder sind nicht sicherer als Zweiräder. Denn ein Dreirad kann während der Fahrt schneller umkippen als ein Zweirad, vor allem wenn man zu schnell in die Kurve geht. Die zweite überraschende Feststellung: Dreiräder fahren sich für die Kinder in der Kiste deutlich weniger komfortabel. Denn drei Räder bedeuten schlichtweg 50 Prozent mehr holpern.
Fährt man über einen abgesenkten Randstein, ruckelt ein Zweirad zweimal, ein Dreirad in aller Regel dagegen dreimal, denn meistens fährt man nicht genau senkrecht über den Randstein. Auch für den Fahrer haben Dreiräder einen Nachteil: Ist die Straße oder der Gehweg abschüssig, sitzt man schief auf dem Rad, was Rückenschmerzen verursachen kann. Einspurige Räder sind daher für längere Strecken besser geeignet.
Einige scheuen allerdings einspurige Lastesel mit nur zwei Rädern, weil sie befürchten, dass sie das hohe Gewicht des Rads samt Transportkiste und wertvollem Inhalt nicht stemmen können und Angst haben, umzukippen. Tatsächlich braucht man fast keine Kraft, um ein einspuriges Lastenrad in der Balance zu halten. Aber wie gesagt: Das muss jeder selbst ausprobieren.
E-Antrieb: Ja oder Nein?
Ob man lieber strampelt oder sich mit einem elektrisch angetriebenen Rad fast von allein kutschieren lässt, ist jedem selbst überlassen. Für den E-Antrieb spricht aber einiges: Selbst mit 80 Kilo in der Kiste kommt man relativ mühelos den Berg hoch und trudelt nicht komplett verschwitzt morgens bei der Arbeit ein. Allerdings sind E-Bikes in der Anschaffung deutlich teurer und benötigen wesentlich mehr Pflege. Vor allem der Akku ist ein Verschleißteil, das beim Austausch teuer kommt.
Deshalb müssen Käufer von E-Bikes mit deutlich höheren Wartungskosten rechnen als beim Lastenrad ohne E-Antrieb. Zweimal jährlich sollte man zum Service, was jeweils rund 90 Euro kostet, denn die Wartung ist aufwändiger: »Wir müssen ein Backup wie beim Computer machen. Aber die E-Systeme werden immer besser. Trotzdem sollten E-Bikes immer in die Garage oder den Schuppen. In der Stadt haben allerdings die wenigsten einen überdachten Parkplatz parat.
Sogenannte Fahrradgaragen aus Stoff, die vor Nässe schützen, sind dann eine Alternative. Allerdings raubt es viel Zeit, das Fahrrad immer zu verpacken und zu entpacken. Dabei macht dem Motor Regen an sich nichts aus. Nur der Akku ist empfindlich. »Den Akku kann man problemlos ausbauen und in die Wohnung mitnehmen«, rät Marc Stauß. Für welche Art von Motor sich der Kunde entscheidet, kommt auf seine Bedürfnisse und Wünsche an. Hinterrad-, Mittelmotor- und Frontmotoren stehen zur Auswahl. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile.
So dreht das Vorderrad schnell durch, wenn der Motor vorne angebracht ist. Der Nachteil des Hinterradmotors ist vor allem, dass das Hinterrad dann nur schwer ausgebaut werden kann. Ob mit oder ohne Motor, auch Lastenräder gibt es entweder mit Ketten- oder Nabenschaltung. Marc Stauß, Geschäftsführer vom Münchner Radl-Laden Almtrieb, empfiehlt letztere. Mit ihr kann der Fahrer selbst bei den relativ schweren Lastenrädern sofort losstrampeln, weil sie sich auch im Stand schalten lässt. Außerdem ist sie weit weniger wartungsintensiv. Ebenfalls praktisch: Die Kette springt nicht runter.
Kindertransport im Lastenrad
So komfortabel wie in einem Auto kutschieren Sie Ihren Nachwuchs in einem Lastenrad nicht, denn das ist nicht gefedert. Da kann man noch so vorsichtig fahren, in der Kiste rumpelt es gehörig. Zwar werden die oft gemütlich mit Fell verkleideten Babyschalen in der MaxiCosi-Halterung von den Herstellern schon ab drei Monaten empfohlen, aber Marc Stauß, Vater zweier kleiner Jungs, hält davon nichts: »Erst ab etwa sechs Monaten dürfen Kinder länger aufrecht sitzen. Davor sollten sie vor allem liegen. Er empfiehlt außerdem, die Babyschale so lange es geht zu benutzen. Denn auch ältere Kinder haben darin eine bessere Kopfstütze.
Ebenfalls wichtig zu wissen: Kinder dürfen nur bis zu einem Alter von sieben Jahren transportiert werden. Diese Obergrenze legt die StVO fest. Auch wenn es keine Pflicht ist: Kindern in der Kiste bitte unbedingt einen Fahrradhelm aufsetzen. Natürlich kann man Kinder auch mit dem Fahrradanhänger transportieren oder ganz einfach mit dem Kindersitz auf dem Fahrrad. Vor allem, wenn man nur ein Kind hat, ist ein Kindersitz die einfachste Lösung. Bei zwei Kindern wird es aber schon schwierig.
Der Fahrradanhänger hat dagegen gegenüber dem Lastenrad einige Vorteile: Er ist kippsicherer als Lastenräder und mit einen Überrollbügel bietet er den Kindern auch innen große Sicherheit. Er kann außerdem gefedert sein und besitzt komfortable Sitze, so dass die Kleinen drinnen gemütlich schlafen können. Außerdem kann man ihn abhängen.
Aber Fahrradanhänger haben auch Nachteile: Problematisch ist, dass sie über keine Bremsen verfügen. Muss man in einer Gefahrensituation scharf bremsen, schiebt der Hänger das Fahrrad vor sich her, was zu Stürzen führen kann. Immer wieder kommt es im Stadtverkehr auch zu Unfällen, weil Autofahrer den Hänger übersehen.
Der größte Vorteil von Lastenrädern ist aber, dass man dank der großen Transportboxen mehr Platz hat. Hier kann man auch mal drei oder vier kleine Kinder transportieren, im Anhänger geht das nicht. Die meisten Familien nutzen ein Cargobike auch weit länger, als sie anfangs annehmen. Aber letztlich ist die Wahl zwischen einem Fahrradanhänger und einem Lastenrad wie auch beim Auto vor allem eine emotionale Entscheidung.
Kaufberatung und Probefahrt
Florian Borde empfiehlt seinen Kunden, genau darauf zu achten, was die verschiedenen Marken fürs Geld bieten - und was noch an Zubehörkosten auf einen zukommt. Manchen Käufern kommt es rein auf die Optik an, andere interessiert ausschließlich die Funktionalität, der nächste hat ein knappes Budget oder fährt selten damit. Um sein ganz persönliches Traum-Lastenrad zu finden, braucht es deshalb Zeit.
Etwa zwei Stunden sollten potentielle Käufer mit ins Fachgeschäft bringen. Denn erst während einer Probefahrt merkt man, auf welchem Bike man sich am wohlsten fühlt. »Ich finde es wichtig, dass die ganze Familie mitkommt. Gerade die Kinder sollten beim Test dabei sein. Ein Lastenrad ist eine Anschaffung fürs Leben. Da sollte man auf gute Verarbeitungsqualität setzen. Aber das ist gar nicht so einfach, wie Florian Borde weiß, denn: »Jedes Rad fährt generell ein Jahr lang top. Wenn Sie sich für ein Lastenrad interessieren, sollten Sie sich daher unbedingt kompetent im Fachhandel beraten lassen und die Lastenräder Probe fahren.
Im guten Fachhandel kann man sich sein ganz eigenes Wunschmodell zusammenbauen lassen. Vieles ist - je nach Modell und teils gegen Aufpreis - möglich. Ein Lasti für alle Fälle - in der Box finden Kinder, Einkäufe und noch viel mehr Platz. Das Christiania Bikes Classic Medium ist ein sehr gutes, toll verarbeitetes und schönes dreirädriges Cargobike - und ein echter Klassiker, immerhin baut Christiania seine Räder schon seit 1984.
ADAC Lastenrad-Test 2021/2022: Ergebnisse und Empfehlungen
Der ADAC hat 2021 und 2022 einige zwei- sowie dreirädrige Lastenräder getestet. Testsieger unter den Zweirädern wurde das Muli e-muli »st«, auf Platz zwei landete das Urban Arrow Family, das wir ebenfalls empfehlen. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:
| Hersteller/Modell | Preis in Euro | ADAC Urteil |
|---|---|---|
| Muli e-muli "st" | 5180 (inkl. Zubehör für den Transport von Kindern) | 2,1 |
| Urban Arrow Family | 6690 | 2,4 |
| Prophete CARGO Plus E-Bike | 4100 | 2,6 |
| Triobike Cargo | 8139 (inkl. Zubehör für den Transport von Kindern) | 2,6 |
| Babboe City-E | 3249 | 3,1 |
| Bullitt STePS eBullitt 6100 | 6127 (inkl. | - |
Es ist mit 36 Kilogramm Leergewicht vergleichsweise leicht und mit einer Länge von 195 Zentimetern zudem recht kurz. Außerdem ist es das einzige Lastenrad, bei dem die ADAC-Tester keine Schadstoffe fanden.
Tipps für Verbraucher
- Beratung einholen und auch die Kinder mit in das Fachgeschäft nehmen, um die Transportmöglichkeit von Kindern auszutesten.
- Probefahren ist Grundvoraussetzung - das Fahrverhalten fordert ein vorsichtiges Herantasten. Wenn möglich auch mit Beladung (Gütertransport) ausprobieren. Besonders beim Kurvenfahren oder auch beim Abstellen. Ein vorsichtiges Kurvenfahren mit einer angepassten Geschwindigkeit, sowie das korrekte Verhalten im Straßenverkehr, z.B. der Einsatz des entsprechenden Handzeichens beim Abbiegen müssen geübt sein, bevor es an den Transport von Kindern geht.
- Bei dreirädrigen Lastenrädern: Geschwindigkeit anpassen, um die Kippneigung sowie das mögliche Aufschaukeln zu minimieren.
- Anforderungen der Transportbedürfnisse klären - nicht jeder Transport kann von jedem e-Lastenfahrrad uneingeschränkt geleistet werden.
Fahrzeugbreite und der teils enorme Wendekreis müssen im Straßenverkehr kalkuliert werden. Ggf. reicht bei einigen Situationen die Fahrradwegbreite nicht mehr aus und es muss auf die Straße ausgewichen werden.
Das Dreirad als sichere und gesunde Alternative
Ihr neues Dreirad bietet Ihnen Mobilität, ermöglicht Ihnen die Bewegung in der Natur und trägt zur Erhaltung und Förderung Ihrer Gesundheit sowie Fitness bei. Das gilt auch dann, wenn Sie aufgrund Ihrer motorischen Fähigkeiten, körperlichen Einschränkungen oder anderen Themen nicht mehr auf das vertraute Fahrrad zurückgreifen können. Das Dreirad ist eine sichere und gesunde Alternative zum herkömmlichen Bike und erhält Ihnen die Freiheit und Flexibilität.
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