Mittlerweile haben wir fast 40 E-Bikes aus China getestet. Aber auch andere Hersteller aus China beweisen, dass sie gute E-Bikes für den europäischen Markt haben. Das nur noch 899 Euro teure Fiido C21 gefällt uns am besten. Warum das so ist, zeigen wir im Test. Hier geht’s zur E-Bike-Übersichtsseite.
Fiido: Ein Pionier unter den chinesischen E-Bike-Herstellern
Fiido war der erste chinesische Hersteller, dessen E-Bike wir Mitte 2020 testeten. Das Fiido M1 überzeugte uns damals dank seiner martialischen Optik, dem großen Akku, der guten Federung und vor allem wegen seines reizvollen Preis-Leistungs-Verhältnisses. In der Zwischenzeit kamen viele weitere Fiido-E-Bikes dazu.
Das Fiido C21 im Detail
Das Fiido C21 zeigt sofort, dass es sich hier um ein besonderes E-Bike handelt. Als fast baugleiches C22 kommt es sogar in einer Tiefeinsteigervariante mit abgesenkter Rahmenstange zum leichteren Auf- und Absteigen. Wir schauen uns das Fiido C21 im Test ganz genau an.
Aufbau & Optik
Das Fiido C21 kommt wie üblich teilmontiert in einem großen Karton. Auffällig: Fiido verzichtet bei der Verpackung im Gegensatz zu vielen anderen chinesischen E-Bike-Herstellern überwiegend auf Kunststoff, Styropor und Folien. Das Zubehör sitzt übersichtlich sortiert in einem beiliegenden Karton. Für das Montieren von Vorderrad, Lenker, Display, Frontlicht und Pedale benötigen wir etwa 45 Minuten. Dem Lieferumfang liegen außerdem Schutzbleche und ein Hecklicht bei. Optional können Käufer auch einen zusätzlichen Gepäckträger im Fiido-Shop ordern.
Die Optik des Fiido C21 spricht uns voll an. Das mattgraue E-Bike ist schlank und minimalistisch. Der Rahmen ist schmal und die Geometrie sportlich. Weder vom Heckmotor noch vom Akku ist besonders viel zu sehen. Die Logos sind dezent platziert und das Display geschickt integriert. Die fast einzige Farbe geht von den großen 29-Zoll-Reifen aus, die seitlich einen hellbraunen Streifen tragen. Das Design wirkt durchdacht und wie aus einem Guss - abgesehen von der silbernen Klingel, die etwas plump auf dem Lenker sitzt.
Ausstattung
Fiido spricht beim C21 von einem E-Gravelbike. Für ein Gravelbike spricht der tief sitzende Lenker, das verhältnismäßig leichte Gewicht von unter 18 Kilogramm und die fehlende Federgabel. Für uns ist das C21 aber eher ein E-Citybike. Um als E-Gravelbike durchzugehen, fehlen ihm Befestigungsmöglichkeiten für Zubehör am Rahmen und der für Gravelbikes typische, gebogenen Lenker.
Am Lenker selbst sitzt neben der Klingel, der Gangschaltung und den Bremsen mittig das Display. Es ist farbig und auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar - außer man trägt eine polarisierende Sonnenbrille. Es zeigt in großen Lettern die aktuelle Geschwindigkeit, die gewählte Unterstützungsstufe und die Akkukapazität in fünf Balken.
Unterhalb des Displays sitzen vier Tasten. Mit ihnen schaltet der Fahrer unter anderem auf Wunsch in einen anderen Anzeigenmodus, der die gefahrenen Kilometer, die Maximalgeschwindigkeit, die Durchschnittsgeschwindigkeit und die gefahrene Zeit anzeigt. Außerdem spendiert Fiido dem C21 eine weitere Steuereinheit auf der linken Seite des Lenkers, damit der Fahrer die Unterstützungsstufe regulieren kann, ohne die Hand vom Lenker zu nehmen.
Das Frontlicht sitzt mittig vor dem Lenker. Es ist ausreichend hell und in der Höhe variabel. Fiido legt dem C21 ein Rücklicht zur Montage am Rahmen bei. Es hängt nicht am Stromkreislauf, muss also zusätzlich ein- und ausgeschaltet werden. Geladen wird es über USB-C.
Fahren mit dem Fiido C21
Das Fiido C21 gibt es in drei Rahmengrößen. Wir sind 186 Zentimeter groß und fahren den größten Rahmen. Gefühlt sollte er auch für 2-Meter-Personen gut passen. Die Reifen haben ein tiefes Profil.
Das wirklich Besondere am Fiido C21 ist sein hervorragendes Fahrverhalten. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen China-E-Bikes mit Heckmotor nutzt das Fiido C21 einen Drehmoment-Sensor. Der macht sich auch sofort bemerkbar. Während andere mindestens eine halbe Pedalumdrehung benötigen, bis der Motor mit voller Kraft mitzieht, aktiviert ihn beim C21 bereits ein sanfter Pedaltritt. Genauso schnell schaltet er sich auch wieder ab, wenn wir nicht mehr in die Pedale treten. So muss das sein! Tatsächlich fühlt sich der Heckmotor des C21 ähnlich natürlich an wie sonst nur ein Mittelmotor an.
Zum tollen Fahrgefühl trägt auch bei, dass die Unterstützungsstufen nicht wie sonst bei billigen E-Bikes üblich nur die maximal unterstützte Endgeschwindigkeit begrenzen. Das C21 fährt immer bis 25 Kilometer pro Stunde, die Unterstützungsstufe regelt lediglich die Kraft des Motors.
Allerdings hat das C21 eine vergleichbare Problematik wie damals die E-Bikes von Vanmoof. Mit einem einfachen Tastendruck hebt der Fahrer die maximale Endgeschwindigkeit auf 32 Kilometer pro Stunde an. Das ist in Deutschland so nicht erlaubt.
Ein weiterer wichtiger Punkt, warum sich das Fiido C21 so gut fährt, ist sein geringes Eigengewicht von unter 18 Kilogramm. So ist es hier kein Problem, die vom Motor unterstützten 25 Kilometer pro Stunde mit reiner Muskelkraft auf 30 Kilometer pro Stunde oder mehr auszubauen. Das wäre etwa bei E-Fatbike Himiway Cruiser Step-Thru nur schwer unmöglich. Außerdem nett: Der Motor surrt nur leise vor sich hin und ist für andere kaum zu hören.
Das Fiido C21 hat eine 9-Gangschaltung von L-Twoo. In unserem Fall benötigte sie etwas Feintuning. Ihr niedrigster Gang geht weit genug nach unten, um bequem anfahren zu können oder auch moderate Berge zu erklimmen. Der höchste Gang erlaubt entspanntes Pedalieren bei 25 Kilometer pro Stunde. Mit ihm ist es aber auch möglich, per Muskelkraft 35 Kilometer pro Stunde zu erreichen. Wir empfehlen dringend das Tragen eines Helmes.
Statt den sonst bei den meisten chinesischen E-Bikes üblichen mechanischen Scheibenbremsen baut Fiido beim C21 hydraulische Scheibenbremsen von Tektro ein, die beim Bremsen beherzt zugreifen.
Akku
Die vielleicht größte Schwachstelle des C21 ist sein Akku. Dieser ist zwar kaum zu sehen und perfekt in den Rahmen integriert, kann aber nicht zum Laden entnommen werden. Außerdem ist er mit gerade einmal 209 Wattstunden nicht gerade groß. Fiido spricht dennoch von einer maximalen Reichweite von 80 Kilometern. Wir wissen nicht, unter welchen offensichtlich perfekten Bedingungen dieser Wert ermittelt wurde. Denn in unserem Test ist die tatsächliche Reichweite auf mittlerer Unterstützungsstufe, einem Fahrer mit einem Gewicht von 75 Kilogramm und viel Stopp-&-Go deutlich geringer. Wir kommen eher auf 25 Kilometer. Die tatsächliche Reichweite kann jedoch je nach Fahrerverhalten stark variieren.
Preis
Das Fiido C21 ist aktuell ausschließlich im Fiido-Shop erhältlich. Es kostet unabhängig von der Rahmengröße 899 Euro. Auch die Tiefeinsteigervariante C22 kostet 899 Euro. Sie ist in weiten Teilen baugleich zum C22.
Zum Testzeitpunkt wollte Fido noch 1600 Euro. Hier im Preisvergleich zeigen wir die günstigsten E-Gravebikes und E-Rennräder anderer Hersteller.
Alternativen zum Fiido C21
Neben dem Fiido C21 gibt es auch andere interessante E-Bikes aus China, die eine nähere Betrachtung wert sind. Hier sind einige Beispiele:
- Bodywel M275: Dieses E-MTB überzeugt mit einem geringen Preis von 899 Euro, einem starken Akku und hydraulischen Scheibenbremsen. Es bietet eine komfortable Sitzposition und ist gut für gemütliche Touren und leichte Geländefahrten geeignet.
- Bafang M510: Dieser Motor präsentiert sich als ernstzunehmende Alternative zu den klassischen Antrieben am E-MTB. Er ist kräftig, zuverlässig und nicht zu schwer.
- Fiido Titan: Dieses E-Bike setzt mit seiner enormen Reichweite Maßstäbe. Dank eines zusätzlichen Akku-Sets kann es bis zu 347 Kilometer weit fahren.
- Amflow PL Carbon Pro: Dieses E-Bike kombiniert hohe Motorleistung mit einem leichtfüßigen Fahrgefühl. Es ist zwar kein Überflieger in extremem Gelände, aber die Ausgewogenheit des Amflow PL Carbon beeindruckt.
- Eleglide M2: Dieses E-Bike bietet einen Heckantrieb mit 250 W, einen 540 Wh starken Akku, 24 Gänge und 5 Unterstützungsstufen sowie eine stabile Federgabel und hydraulische Scheibenbremsen.
- Himo Z20 Plus: Dieses E-Faltrad ist gut ausgestattet und eignet sich prima, um schnell etwas in der Stadt zu erledigen.
- Fafrees F28 Pro: Dieses E-Bike eignet sich als solides Trekking- oder City-E-Bike und bietet gerade als Tiefeinsteiger viel Potenzial für kurze Pendelstrecken, Ausflüge und andere Ausfahrten.
- PVY Z20 Pro: Dieses E-Faltrad bietet eine ganz solide Straßenausstattung.
- Vecocraft Offroad: Dieses E-MTB eignet sich für einen Ausflug durch die Wälder ebenso wie für den eher gemäßigten Allround-Bereich.
- Helios: Dieses E-MTB überzeugt mit zahlreichen Features, darunter ein Heckmotor und Pedalsensor, eine 8-Gang-Shimano-Schaltung, fünf Unterstützungsstufen, ein kompaktes Display sowie eine Federgabel von Suntour.
- Athena: Dieses Trekking-Bike bietet ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis und ist mit einer Federgabel von Suntour, einer 8-Gang-Shimano-Schaltung und fünf Unterstützungsstufen ausgestattet.
- ENGWE P26: Dieses E-Bike bietet eine praxisgerechte Ausstattung und eine routinierte Verarbeitung.
Leichte E-Bikes im Vergleich
Leichte E-Bikes sind ideal für Stadtbewohner, die ein wendiges und agiles Fahrrad suchen. Hier sind einige der besten leichten E-Bikes aus unseren Tests:
- Fiido Air (14 kg)
- Engwe Mapfour N1 Air ST (16 kg)
- Fiido C21 (18 kg)
- Urtopia Carbon 1 Pro (17 kg)
- Diamant 365 (17 kg)
- Winora E-Flitzer (17 kg)
- Fafrees F1 (19 kg)
Diese E-Bikes zeichnen sich durch ihr geringes Gewicht und ihre Wendigkeit aus. Sie eignen sich perfekt für die Fahrt zur Arbeit oder für einen kurzen Ausflug.
Worauf du beim Kauf eines E-Bikes aus China achten solltest
Beim Kauf eines E-Bikes aus China solltest du auf folgende Punkte achten:
- CE-Kennzeichnung: Das E-Bike muss eine CE-Kennzeichnung besitzen.
- Prüfung nach EN15194: Das E-Bike muss eine Prüfung nach EN15194 vorweisen können.
- StVZO-Konformität: Das E-Bike muss dem Regelwerk des deutschen Straßenverkehrs entsprechen.
Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kannst du das E-Bike im öffentlichen Straßenverkehr nutzen.
Zusammenfassung der Vor- und Nachteile
Hier ist eine Tabelle, die die Vor- und Nachteile des Fiido C21 zusammenfasst:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Perfektes Fahrverhalten dank natürlicher Motorunterstützung | Kleiner Akku, nicht entnehmbar |
| Unter 18 Kilogramm | Geschwindigkeit einfach auf 32 km/h umzustellen |
| Ansprechende, minimalistische Optik | |
| Hydraulische Scheibenbremsen |
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