Elektrofahrrad mit Nabenschaltung: Vorteile und Nachteile

Bei der Wahl des passenden E-Bikes sollte man auch auf die Art der Schaltung achten. In den letzten Jahrzehnten haben sich zwei Fahrrad-Technologien immer weiter durchgesetzt: Kettenschaltung und Nabenschaltung. Auch an modernen E-Bikes sind beide Varianten heutzutage zu finden.

Welche Ausführung die richtige für Ihr E-Bike ist, müssen Sie für sich selber herausfinden, denn jeder Radfahrer setzt sich andere Prioritäten und muss sich vor dem E-Bike-Kauf die Frage stellen, welche die richtige Schaltung für ihn ist.

Ein Fahrrad ohne Gangschaltung gibt es heute kaum noch - Sinn und Nutzen einer Gangschaltung ist einfach zu hoch, als dass jedes Fahrrad darüber verfügen sollte. Mittels einer Gangschaltung können Sie sich - egal auf welchem Terrain Sie unterwegs sind - eine für sich selber passende Trittfrequenz ermöglichen. Wenn es bergauf geht, sind leichtere (kleinere) Gänge gut, bergab hingegen ist es sinnvoll einen hohen und somit schweren Gang einzustellen, damit kein überstürztes Leertreten entsteht, sondern Sie auch hier das Tempo durch den passenden Gang unter Kontrolle haben.

Nicht nur auf dem Land bzw. auf großer Tour ist eine Schaltung mehr als angebracht. Auch in der Stadt mit Kreuzungen, Ampeln etc. ist es praktisch mit einer optimalen Übersetzung anzufahren und dann entsprechend hochzuschalten. Und auch am Wochenende, wenn der Familienausflug abseits der großen Straßen ansteht und die ein oder andere Brücke angefahren werden soll, ist es auch gerade hier bei sehr steilen Auffahrten einfach entspannter und angenehmer im kleinen Gang durchzustarten und die Ansteigung mit dem E-Bike so mühelos zu bewältigen.

Unterschiede zwischen Ketten- und Nabenschaltung

Wenn Sie ein E-Bike mit Kettenschaltung betrachten und dann eines mit Nabenschaltung, sehen Sie schnell alleine in der Optik deutliche Unterschiede. Bei einem Fahrrad mit Kettenschaltung finden Sie - im Gegensatz zur Variante mit der Nabenschaltung - am Hinterrad eine Kassette mit dem sogenannten Ritzel-Paket und dem Schaltwerk (für den Schaltvorgang verantwortlich).

Wenn am Fahrrad eine Nabenschaltung verbaut ist, ist die Mechanik gut geschützt vor äußerlichen Einflüssen im Ganzen in der Hinterradnabe untergebracht.

Kettenschaltung

Ein Vorteil der Kettenschaltung am E-Bike ist der offen zugängliche Bereich am Hinterrad. So können sowohl Wartungsarbeiten an der Kettenschaltung als auch Reparaturen an der Mechanik gut und schnell erledigt werden. Auch einzelne Komponenten (z.B. Schaltwerk, Kassette…) zu tauschen, ist für geübte Fahrrad-Schrauber problemlos möglich. Ein weiterer Vorteil ist, dass man so eben auch nach einem E-Bike Kauf ohne großen Aufwand höherwertige Teile verbauen und ebenso die Übersetzung anpassen kann. Außerdem sprechen das niedrige Gewicht und auch der mögliche breite Übersetzungsbereich für die Kettenschaltung.

Was einerseits Vorteil bei der Kettenschaltung am E-Bike ist (gut zugängliche Mechanik), muss leider auch bei den Nachteilen genannt werden: Denn leider setzen Dreck und Schmutz der Kettenschaltung schnell und stark zu; eine gute und regelmäßige Reinigung samt Wartung ist unerlässlich. Noch dazu unterliegen sowohl Ritzel als auch die Kettenblätter einem höheren Verschleiß. Im Gegensatz zur Nabenschaltung am Rad kann hier der Schaltvorgang nur während der Fahrt ausgeführt werden.

Nabenschaltung

Die Vorteile der Nabenschaltung am E-Bike hervorragend geschützt im Inneren der Nabe. So haben äußere Einflüsse keine negativen Einflüsse; die Nabenschaltung ist daher sehr. Auch von der Optik her überzeugt diese Schaltung dank äußerst überschaubarem Aufbau. Es kommt neben der Nabe mit lediglich einem Ritzel nur ein Kettenblatt vorne und dazu ein Riemen bzw. eine Kette zum Einsatz. Die E-Bike-Nabenschaltung überzeugt noch dazu aufgrund einer hohen Zuverlässigkeit. Außerdem kann der gewünschte Gang bereits im Stand eingelegt werden.

Als Nachteil muss der höhere Preis für den aufwändigen Aufbau der Nabenschaltung genannt werden. Auch das Gewicht der Schaltung zeigt sich auf der Negativ-Seite. Ebenso müssen Sie berücksichtigen, dass die meisten E-Bike-Nabenschaltungen nicht so hohe Drehmoment vertragen wie z.B. Kettenschaltungen an E-Bikes. Vor allem bei starken E-Bike Motoren kann dies problematisch werden.

Bedenken Sie noch dazu - da die Schaltung hier nicht einfach und offen zugänglich ist - kann bei einem Defekt der Gangschaltung nicht selber repariert werden, sondern nur durch eine Fachwerkstatt bzw.

Vor- und Nachteile der Nabenschaltung beim E-Bike

Die Nabenschaltung ist besonders bei Citybikes beliebt und bietet dem Fahrer einige Vorteile.

Vorteile:

  • Schaltkomfort: Bei der Kettenschaltung müssen Sie in der Regel verschiedene Hebel am Lenker zum Schalten bedienen. Einen Gangwechsel nehmen Sie komfortabel über einen Drehgriff im Lenker vor.
  • Wartung: Die Nabenschaltung ist wartungsarm.
  • Riemenantrieb möglich: Da eine Nabenschaltung mit nur einem Kettenblatt auskommt, bietet sich auch die Möglichkeit eines Riemenantriebs, der einige Vorteile mit sich bringt.

Nachteile:

  • Kraftumsetzung: Bei einer Nabenschaltung müssen Sie mehr Kraft aufbringen, besonders beim Anfahren.
  • Drosselung: Die Nabenschaltung verkraftet keine starken Motoren. E-Bikes mit Nabenschaltung sind deshalb häufig auf 50 Nm gedrosselt.
  • Mittelmotor: Bei dieser Bauart lasten Tretkraft des Fahrers und Motorkraft geballt auf der Nabenschaltung - und das würde diese überfordern und brechen lassen.

Die Wahl der richtigen Schaltung

Jeder muss nun für sich selber entscheiden, welche Schaltung sich für ihn eignet und passend ist. Wer auf der Suche nach dem Rund-um-Sorglos-Paket ist, kann sich sicherlich bestens an der Nabenschaltung erfreuen. Beachten Sie hierbei aber, dass die Gangschaltung zur Stärke des E-Bike Antriebs passen muss.

Wenn Sie jedoch überzeugt von einem niedrigeren Gewicht, Feintuning, hohen Drehmomenten und passender Übersetzungsbreite sind, passt zu Ihnen sicherlich die Kettenschaltung perfekt.

Die Wahl der e-Bike Gangschaltung richtet sich in erster Linie danach, was du mit deinem e-Bike vor hast. Denn nicht jede Gangschaltung ist für jeden Einsatzzweck gut geeignet. Ketten- und Nabenschaltungen gehören bei allen e-Bike-Typen zum Standard.

Noch relativ neu auf dem Markt sind die elektronischen Schaltsysteme und Automatikschaltungen, die noch mehr Komfort versprechen und die Kraft des e-Bike-Motors optimal ausnutzen.

Kettenschaltung vs. Nabenschaltung: Ein detaillierter Vergleich

Lange Zeit schien es, als wäre die Kettenschaltung das Nonplusultra. Doch es gibt gute Gründe für ein Fahrrad mit Nabenschaltung.

Vorteile der Nabenschaltung im Überblick:

  • Sehr wartungsarm
  • Schalten im Stand ist möglich

Nachteile der Nabenschaltung im Überblick:

  • Meist teurer als Kettenschaltungen

Die Gangschaltung gehört zu den wichtigsten Bauteilen eines Fahrrads. Sie macht das Vorankommen angenehmer, effizienter und schneller. Nur bei den wenigsten Modellen wird auf eine Schaltung verzichtet - etwa bei Fahrrädern für kleine Kinder, weil der Umgang mit ihr für sie noch zu kompliziert ist.

Übersetzung und ihre Bedeutung

Aus technischer Sicht ist dafür die sogenannte Übersetzung verantwortlich. Einfluss der Übersetzung aufs Fahren:Wer einen hohen Gang einlegt, fährt mit einer großen Übersetzung. Das heißt, dass sich bei einer vollen Pedalumdrehung die Hinterachse mehrfach dreht. Klar, dass man schnell vorankommt, dies erfordert aber viel Kraft beim Treten. Bei einem niedrigen Gang ist die Übersetzung klein. Zügiges Radfahren klappt so eher nicht, man strampelt mit hoher Trittfrequenz. Dafür fällt das Treten leicht. Beim Fahren im Gegenwind, beim Anfahren und vor allem an Steigungen ist das wichtig. Nur der Kettenschaltung vorbehalten ist die Untersetzung: Bei einer vollen Pedalumdrehung dreht sich die Hinterachse nicht einmal ganz um sich.

Funktionsweise der Nabenschaltung

Hier befindet sich das komplette Schaltgetriebe in der Hinterradnabe. Die beweglichen Getriebeteile sind damit gut geschützt. Zeitgemäße Nabenschaltungen arbeiten mit einem Planetengetriebe in der Radnabe. Dabei drehen sich äußere Zahnräder - die Planetenräder - um innere, fest mit der Achse verbundenen Zahnräder - die Sonnenräder. Der am Schalthebel ausgewählte Gang bestimmt, welche Konstellation aktiviert wird. Damit lassen sich bis zu elf Gänge realisieren, bei einigen Fabrikaten sogar noch mehr.

Fahrgefühl mit einer Nabenschaltung

Auf jeden Fall äußerst komfortabel. Geschaltet wird mit einem einzigen Schalthebel, denn es werden nicht wie bei einer Kettenschaltung der Zahnkranz vorne und hinten gewechselt. Und man kann die Gänge auch im Stand verändern. Es reicht also, beim Warten an der roten Ampel gemächlich in den ersten Gang fürs Losfahren herunterzuschalten. Dafür können die Gänge nicht unter Volllast gewechselt werden. Das bedeutet, dass man zum Schalten mit dem Treten kurz innehalten muss - nichts für Biker, die Wert auf maximale Performance legen.

Wer ein Fahrrad mit Nabenschaltung kauft, hat zudem die Wahl, zwischen einem Rad mit freilaufender Hinterachse oder einer Rücktrittbremse. Bei Letzterer bremst das Hinterrad, sobald man rückwärts in die Pedale tritt.

Vorteile einer Nabenschaltung

Abgesehen von den fahrerischen Vorzügen einer Nabenschaltung punktet sie vor allem mit ihrem geringen Wartungs- und Pflegebedarf. Durch ihre geschützte Lage in der Nabe des Hinterrads ist sie nicht nur vor äußeren mechanischen Einflüssen gut abgeschirmt, sondern verschmutzt auch nicht. Bisweilen wird das Schaltsystem als wartungsfrei bezeichnet, wartungsarm ist es auf jeden Fall. Denn wer hin und wieder das Öl der Schaltnabe wechselt, darf von extrem geringem Verschleiß ausgehen. Auf jeden Fall stehen der geringe Wartungsaufwand in keinem Verhältnis zur großen Aufmerksamkeit, die man der Kettenschaltung widmen muss.

Nabenschaltung vs. Kettenschaltung: Für wen eignet sich was?

Das gilt auch für alle, die gerne Mountainbike oder Gravelbike fahren oder überhaupt in bergigen Regionen unterwegs sind: Aufgrund der größeren Spreizung der Gänge und der vielen möglichen Übersetzungsverhältnisse ist hier die Kettenschaltung die erste Wahl.Vielfahrende und Pendelnde, die zum Beispiel das Fahrrad täglich für den Weg zum Arbeitsplatz nutzen, sollten sich die Nabenschaltung näher ansehen. Ihr geringer Verschleiß und ihre hohe Widerstandsfähigkeit sind im Alltag ein echter Gewinn. Aber auch Personen, die vor allem unkompliziert und sorglos radeln wollen, sind mit der Nabenschaltung gut beraten.

Dass es auch E-Bikes mit Nabenschaltung gibt, hat einen besonderen Reiz: Hier werden die Nachteile von höherem Gewicht und geringerer Effizienz durch das höhere Gesamtgewicht des E-Bikes und die kräftigen E-Motoren relativiert - elektrisch zu fahren, wird damit noch entspannter.

Weitere Varianten: Tretlagerschaltung

Als weitere Variante einer Fahrradschaltung sei noch die Tretlagerschaltung erwähnt. Sie ist im Vergleich zur Ketten- und Nabenschaltung weit weniger verbreitet. Auch, weil sie sehr teuer in der Anschaffung ist. Am bekanntesten dürfte das Pinion-Getriebe des gleichnamigen Herstellers sein. Fahrräder mit diesem Bauteil haben Einstiegspreise ab 2500 Euro.Neben dem hohen Preis ist auch das vergleichsweise hohe Gewicht einer Tretlagerschaltung ein Manko. Vor allem, wenn man ein Fahrrad aus dem hochpreisigen Segment besitzt, bei dem man für die Reduktion von Gewicht bezahlt. Noch eine Besonderheit ist, dass sich die meisten Tretlagergehäuse aufgrund ihrer Bauart nicht am Standardrahmen montieren, also nicht nachrüsten lassen. Doch diese Schaltung hat auch Vorteile: Das Getriebe ist geschützt im Gehäuse am Fahrradrahmen oder an der Tretkurbel untergebracht. Durch ihre robuste Bauweise ist sie nahezu wartungsfrei und sehr unempfindlich. Da die Konstruktion sehr komplex und hochwertig ist, ist dieser Schalttyp bei Kennern und Tüftlern beliebt. Entwickelt wurde sie vor allem für Fahrräder, die sehr hohen Belastungen ausgesetzt sind. Auch werden Tretlagerschaltungen geschätzt für ihren geschmeidigen Schaltkomfort und ihre aufgeräumte Optik.

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