E-Scooter unter 100 Euro im Test: Lohnt sich das?

In den letzten Jahren haben E-Scooter eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht, insbesondere im Hinblick auf ihre Reichweite. Gleichzeitig hat jedoch auch das Gewicht dieser kompakten Stadtflitzer zugenommen. Eine interessante Lösung für dieses Problem sind E-Scooter mit austauschbarem Akku.

Warum sich ein E-Scooter mit Wechselakku lohnt

Die meisten E-Scooter, die getestet wurden, verfügen über einen festverbauten Akku. Bei leichten Modellen oder solchen mit hoher Reichweite mag dies zunächst kein Problem darstellen. Allerdings ist das Aufladen nicht immer einfach, da es beispielsweise in vielen Kellerabteilen keine Steckdosen gibt oder nicht jeder in einem eigenen Haus wohnt.

E-Scooter mit Wechselakku überzeugen durch ihren höheren Alltagsnutzen. In Tests erhalten sie eine höhere Bewertung in Bezug auf die Alltagstauglichkeit. Durch einen zusätzlichen Akku kann zudem die maximale Reichweite verbessert werden, was insbesondere auf längeren Touren für zusätzliche Sicherheit sorgt.

Neben der höheren Flexibilität beim Laden bieten E-Scooter mit Wechselakku noch weitere Vorteile, aber auch einige Nachteile. Eine kurze Zusammenfassung:

Vorteile von E-Scootern mit Wechselakku

  • Leerer Akku kann schnell gegen einen geladenen Akku ausgetauscht werden.
  • Der Akku kann flexibel im Büro, zu Hause oder an anderen Orten geladen werden.
  • E-Scooter mit herausnehmbarem Akku sind oftmals leichter.
  • Die Ladezeiten des Akkus können besser eingehalten werden.
  • Im Winter und Sommer muss der Akku keinen extremen Temperaturen ausgesetzt werden.
  • Bei einem defekten Akku kann dieser einfach und schnell ausgetauscht werden.

Nachteile von E-Scootern mit Wechselakku

  • Die Anschaffung eines E-Scooters mit Wechselakku ist oftmals etwas teurer.
  • Der Wechselakku kostet ebenfalls recht viel Geld.
  • Ein Wechselakku ist entnehmbar und somit attraktiv für Diebe.
  • Steck- und Verriegelungsmechanismen sind wartungsintensiv.
  • Es gibt keine standardisierten Systeme zwischen Herstellern.

Grundsätzlich zeigt die Erfahrung, dass E-Scooter mit herausnehmbarem Akku teurer sind als vergleichbare Modelle ohne Wechselakku.

E-Scooter unter 500 Euro: Eine neue Ära

Es ist noch nicht lange her, da galten E-Scooter unter 500 Euro als minderwertig. Dies hat sich jedoch geändert. Mittlerweile sind Elektroroller im Einstiegs- und Mittelklassesegment gerade für Fahrten in der Stadt gut geeignet. Sie sind qualitativ hochwertig, bieten einen passablen Motor, zuverlässige Bremsen und ausreichend große Akkus. Sogar Premium-Features wie Blinker, gute Federung oder eine App-Anbindung sind im Einstiegssegment zunehmend verfügbar.

Die folgenden Modelle sind Beispiele für günstige E-Scooter, die in Tests gut abgeschnitten haben:

  • Ninebot Segway F2 (ca. 439 Euro)
  • Egret Ey! 3 (ca. 499 Euro)
  • WQ-W4 Pro (ca. 189 Euro)
  • Joyor C10E (ca. 329 Euro)
  • Navee V50 (ca. 490 Euro)
  • 5th Wheel V30 Pro (ca. 339 Euro)
  • Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (ca. 499 Euro)
  • Soflow S02 Zero (ca. 299 Euro)
  • Iscooter E9 Max (ca. 299 Euro)
  • Xiaomi Electric Scooter 4 (ca. 379 Euro)

WQ-W4 Pro: Der Preis-Leistungs-Sieger

Der WQ-W4 Pro beweist, dass ein brauchbarer E-Scooter mit Straßenzulassung nicht teuer sein muss. Mit pannensicheren Reifen, leichtem Gewicht und ordentlicher Verarbeitung eignet er sich perfekt für preisbewusste Pendler auf kurzen Strecken. Allerdings muss man auf den Fahrkomfort einer Federung verzichten. Die Version mit Straßenzulassung ist bereits für 189 Euro erhältlich.

Vorteile des WQ-W4 Pro

  • Günstiger Preis von 189 Euro mit ABE
  • Nur 12 kg Gewicht
  • Pannensichere Wabenreifen
  • Guter Klappmechanismus
  • App-Unterstützung

Nachteile des WQ-W4 Pro

  • Keine Federung
  • Mäßig starker Motor
  • Kein Blinker vorhanden

Worauf man beim Kauf eines günstigen E-Scooters achten sollte

Beim Kauf eines günstigen E-Scooters sollte man auf folgende Aspekte achten:

  • Reifen: Luftgefüllte Reifen bieten mehr Komfort, sind aber anfälliger für Pannen. Vollgummireifen sind pannensicher, bieten aber weniger Komfort.
  • Motor: Ein Motor mit 250 Watt Nennleistung reicht für Personen bis 80 kg, während schwerere Personen einen Motor mit mindestens 350 Watt wählen sollten.
  • Bremsen: Der Gesetzgeber schreibt zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremssysteme vor. Eine Scheibenbremse in Kombination mit einer Motorbremse hat sich bewährt.
  • Klappmechanismus: Der Klappmechanismus sollte einfach zu bedienen sein und sicher einrasten.
  • Blinker: Blinker erhöhen die Sicherheit, sind aber nicht immer vorhanden. Sie können jedoch nachgerüstet werden.
  • Akku: Ein günstiger E-Scooter sollte mindestens einen 250-Wattstunden-Akku haben, der je nach Bedingungen etwa 20 Kilometer Reichweite bietet.

Versicherungen für E-Scooter

Für E-Scooter besteht eine Haftpflichtversicherungspflicht. Es wird empfohlen, Zusatzversicherungen in Betracht zu ziehen, um mögliche negative Konsequenzen abzumildern. Dazu gehören:

  • E-Scooter-Versicherung
  • E-Bike-Versicherung
  • Unfallversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung

E-Scooter mit Wechselakku im Test: Modelle und Erfahrungen

Einige E-Scooter mit Wechselakku, die in Tests positiv aufgefallen sind:

  • Egret GT: Der Egret GT ist in zwei Varianten erhältlich, GT15 mit 75 km Reichweite und GT20 mit 100 km Reichweite.
  • ePowerFun ePF-2 PRO: Der ePF-2 PRO überzeugt mit einem starken Testergebnis und ist bereits ab 769,00 € erhältlich.
  • STREETBOOSTER Pollux: Der STREETBOOSTER Pollux ist geländetauglich, bietet aber nur eine Reichweite von 55 km mit dem Standardakku.
  • STREETBOOSTER Sirius: Der STREETBOOSTER Sirius ist kompakt und für den städtischen Einsatz geeignet, mit einer Reichweite von 40 km.
  • Joyor C10-E: Der Joyor C10-E bietet eine gute Reichweite von bis zu 40 km und eine Federung.

Akkusysteme im Überblick

Es gibt unterschiedliche E-Scooter mit austauschbaren Akkus. Bisher konnten drei unterschiedliche Wechselakkusysteme beobachtet werden:

  1. Akku in der Lenkstange: Dieses Konzept ist platzsparend, aber die Akkus sind eher klein.
  2. Akku am Rahmen: Dieses Design ermöglicht größere Akkus, ist aber optisch weniger ansprechend.
  3. Akku im Trittbrett integriert: Dies ist der aktuelle Standard und bietet eine gute Balance zwischen Größe, Schutz und Optik.

Vor- und Nachteile der Integration im Trittbrett

Vorteile

  • Tiefer Schwerpunkt für bessere Stabilität
  • Akkus können groß sein, da viel Platz vorhanden
  • Gute IP-Schutzklassen möglich
  • Guter Schutz gegen Diebstahl
  • Optisch beste Integration

Nachteile

  • Entnahme des Akkus etwas hakeliger
  • Oftmals teurere Konstruktion

Zusammenfassung

E-Scooter sind mittlerweile so ausgereift, dass auch Modelle unter 500 Euro eine gute Wahl für den städtischen Gebrauch darstellen. Beim Kauf sollte man auf die wichtigsten Kriterien wie Reifen, Motor, Bremsen und Akku achten. Wer die Flexibilität eines austauschbaren Akkus schätzt, sollte die entsprechenden Modelle in Betracht ziehen, auch wenn diese oft etwas teurer sind.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0