Endura MTB Handschuhe im Test: Komfort, Schutz und Performance

Im Winter ist vermutlich jeder Radfahrer mit Handschuhen unterwegs. Aber auch im Sommer sind spezielle Radhandschuhe empfehlenswert, sobald die Tour länger wird oder man abseits von Asphalt unterwegs ist. Radhandschuhe sorgen zunächst einmal für mehr Komfort, mit mehr oder weniger dickem Polster. Für manche sind sie gar der Schlüssel für beschwerdefreies Radfahren, denn viele Menschen klagen über schmerzende, kribbelnde oder taube Hände. Aber Handschuhe bieten auch Schutz im Fall eines Sturzes und sie sorgen für perfekte Kontrolle auf Tour.

„Wir dürfen nicht vergessen: mit den Händen wird gelenkt, gebremst und ein Großteil des Gewichts abgestützt,“ erklärt uns Marcus Chiba, Geschäftsführer des bayerischen Handschuh-Unternehmens Chiba. Die Auswahl ist gigantisch! Es gibt Fahrradhandschuhe für jede Jahreszeit und nahezu jede Radgattung, sogar spezielle fürs E-Bike. Worauf also achten? Alles nur Marketing? Nein.

„Das Wichtigste ist, dass der Handschuh zum Fahrer und zum Einsatz passen muss. Wer einschlafende Hände hat, braucht andere Handschuhe als jemand, der leistungsorientiert fährt,“ erläutert Marcus Chiba. Der ideale Handschuh hat eine gute Passform und ergonomische Konstruktion, ist angenehm belüftet und aus hochwertigen Materialien gefertigt. Die Oberhand besteht in der Regel aus hochfunktionalen Synthetikstoffen, die für Atmungsaktivität und Belüftung sorgen und schön elastisch sind. Was den Touren-Handschuh jedoch so besonders macht, ist seine Polsterung, die die Handinnenseite, den Ballen und die ersten Fingerglieder abdeckt.

Materialien und Komfort

Gelpolster sind meist hochwertiger als solche aus Schaumstoff, da ihre dämpfenden Eigenschaften homogen und von Dauer sind. Manchmal wird auch beides kombiniert. Leder ist als Material sehr selten geworden. Hier spielen Bedarf und Geschmack eine Rolle.

Damit der Handschuh jedoch seine Funktionen perfekt erfüllen kann, muss er richtig sitzen. Und am Ermitteln der richtigen Größe scheitern viele Radfahrer schon. Am besten informiert man sich im Fachhandel und probiert verschiedene Modelle aus. Um diesen zu ermitteln, wird ein Maßband an der breitesten Stelle der Hand locker angelegt und einmal herumgeschlungen, der Daumen bleibt außen vor. Der Handumfang beträgt bei Größe XXS etwa 15 cm, bei XL ganze 20,5 cm.

Im Handel gibt es sowohl Unisex-Handschuhe als auch geschlechtsspezifische Varianten. Die Hersteller nutzen den Gender-Aspekt aber auch, um unterschiedliche Looks auf den Markt zu bringen. Wichtiger als das angegebene Geschlecht ist also die tatsächliche Passform. Und ja, ein Handschuh sollte relativ eng sitzen - aber ohne einzuengen, wenn man eine Faust bildet oder den Lenker greift. Sitzt er jedoch zu locker und wirft Falten, leidet der Komfort ebenfalls, auch geht der nötige Grip verloren.

Wer einmal seinen Handumfang ermittelt hat, tut sich beim Handschuhkauf auch neuer Marken leichter. Immer wieder sind Radhandschuhe auch beim Discounter erhältlich. Hier lässt sich zwar ein wenig Geld sparen, doch gespart wird auch am Komfort. Minderwertige Polster geben schneller nach und erfüllen ihre Funktionen oft nicht wie versprochen. Apropos Nähte: Sie sollten möglichst flach sein und selten vorkommen, um nicht den Komfort zu mindern. Diesen Punkt erwähnt auch Marcus Chiba. so viel Know-how in die Entwicklung ihrer Produkte einsetzen.

Zusätzliche Features

Viele Handschuhe kommen zudem mit einem frottierten „Wischdaumen“, mit dem man sich Schweiß von der Stirn streichen kann. Nützlich bei langen Handschuhen sind einzelne Fingerkuppen mit Smartphone-Kompatibilität, sodass man unterwegs problemlos Fotos schießen oder die Navigation steuern kann.

Ein Handschuh ist im Vergleich zu anderer Funktionskleidung eine geringe Investition. Zwischen 25 und 50 Euro sollte man dafür ausgeben, dann hat man mehrere Jahre etwas vom Produkt. Das hängt natürlich auch von der Nutzungshäufigkeit ab. Damit man aber möglichst lange etwas von den Handschuhen hat, lohnt sich die sorgfältige Pflege. Oft ist schon nach einer Tour der Handschuh verschwitzt und hat Dreck aufgenommen, dann ist eine Wäsche dran. Auf Mehrtagestouren geht das natürlich nicht immer, dann ist Auslüften sinnvoll. Schonender ist das Waschen von Hand. Immer sollten vorher Klettverschlüsse geschlossen werden. Der Trockner ist in der Regel tabu. getrocknet werden, das geht bei den meisten Modellen auch sehr zügig.

Beliebte Modelle im Überblick

Hier sind einige beliebte Modelle und ihre Eigenschaften:

  • GripGrab Explr Sommerhandschuh: Luftiges Unisex-Modell mit Memory-Schaum-Dämpfung. Inkl. und Klettverschluss. Daumen. Inkl. Ausziehhilfe. und Silikondruck.
  • Endura Hummvee Lite Icon: Mit seiner leichten, minimalistischen Konstruktion, dem atmungsaktiven 4-Wege-Stretchmaterial am Handrücken und der robusten Kunstlederhandfläche richtet sich der Handschuhe an Einsteiger wie Ambinionierte Mountainbiker, die auf dem Trail ein direktes Lenkergefühl suchen.

Endura Hummvee Lite Icon im Detail:

Der Erste Eindruck beim Anziehen überzeugt schon mal. Die Materialmischung aus Polyamid, Polyester, Polyurethan, Elastan und Neopren sorgt für Flexibilität, angenehmen Sitz und ein wohliges Tragegefühl. Auch ohne einen Klettverschluss oder ähnlichem sitzt der Endura Hummvee Lite Icon angenehm, sicher und bequem an der Hand. Allerdings fällt der Handschuh in seiner Größe recht klein aus. Normalerweise nehme ich immer eine 9,5 bei Handschuhen. Bei dem Endura Hummvee Lite Icon ist es eine XL und somit laut Hersteller eine 11.

Auf den Trail Abfahrten wie dem Blindseetrail oder meinem Haustrail von der Enningalm auf dem Rotmoos Trail runter, vermittelt der Handschuh einen festen sicheren Halt am Griff, wie auch an der Bremse. Der Handschuh ist Pass konform mit meiner Hand und bietet mir dennoch die nötige Bewegungsfreiheit auf dem Trail.

Angegeben ist der Handschuh für alle Jahreszeiten. Im Frühjahr bei 5 Grad waren sie mir allerdings zu dünn. Ideal sind die Handschuhe für frische Frühjahrs- und Herbsttage von über 10 Grad. Und hier sind wir auch beim ersten kleinen Manko des Handschuhs. Der dünne Stoff am Handrücken, ist beim fahren eigentlich recht angenehm. Jedoch besteht beim Anziehen das Risiko, das man sich schnell Löcher reinzieht, wenn man zu fest am Handschuh zieht. Durch sein Atmungsaktives 4-Wege-Stretch-Netzmaterial sorgt der Endura Hummvee Lite Icon auch in den Sommermonaten für ein angenehmes Tragegefühl.

Durch seine Silikonbeschichtungen auf der Handfläche hatte ich in jeder Situation auf dem Trail immer das Gefühl vom richtigen Grip. Selbst bei Nässe war ein sicherer Halt immer gegeben. Die Handinnenfläche ist mit robustem Kunstleder verstärkt und zusätzlich gepolstert, was Stöße effektiv abfedert und den Komfort auf langen Touren erhöht. Auch nach 26 wilden Trail-Touren und Bikepark Besuchen, zeigen die Handschuhe einige Gebrauchsspuren., die aber bei der Nutzung vollkommen in Ordnung sind. Ein kleines weiteres Manko, sind die dicken Nähte im Daumenbereich. Ich hatte zwar auch bei längeren Trail Abfahrten im Bikepark nie größere Probleme, es könnte aber sein, das es hier zu Scheuerstellen oder Blasenbildung kommen könnte. Das Einsatzgebietes dieses Handschuh ist eher die Trail Ausfahrt oder eine Tagestour.

Fazit: Der Endura Hummvee Lite Icon ist ein leichter, sommerlicher MTB-Handschuh mit sehr gutem Griffgefühl und hoher Atmungsaktivität. Auf allen Trails vermittelte mir der Handschuh einen sicheren Halt und ein direktes Lenkergefühl.

Weitere getestete Modelle

Neben dem Endura Hummvee Lite Icon wurden auch andere Modelle getestet:

  • Endura MT500 Freezing Point Waterproof Glove: Winddicht, wasserdicht und mit Primaloft gefüttert.
  • Endura MTR: Wischdaumen, Cordura-Einsätze, luftiges Mesh.
  • Ergon HX2: Robust verstärkt, leichtes Mesh.
  • Roeckl Mantua: Sehr geschmeidig, luftige Mesh-Oberhand.
  • SixSixOne Raji: Super griffiges und direktes Gefühl am Lenker.
  • Scott RC LF Glove: Flexibles Material, guter Grip am Lenker.
  • 100% Celium: Clarino-Innenhand, luftig.

Endura MT500 Freezing Point Waterproof Glove im Detail

Die Schotten schicken mit dem MT500 ihre wärmsten Winterhandschuhe in den Test. Die sind nicht nur absolut winddicht, sondern zusätzlich auch noch wasserdicht und rundherum mit Primaloft gefüttert. Ideale Grundlagen also für Schlechtwetter-Fahrten. Damit der Grip am Lenker auch bei Regen nicht verloren geht, ist die Innenseite üppig mit Silikon belegt - Handfläche sowie Zeige- und Mittelfinger erzeugen so viel Halt. Zusätzlich lässt sich mit Daumen und Zeigefinger das Smartphone bedienen. Auch der Frotteebesatz am Daumen macht seinem Namen alle Ehre und trocknet auch die größten Rotznasen.

Für einen leichteren Einstieg in den Handschuh ist das ausreichend lange Bündchen zusätzlich mit einem Klettriegel ausgestattet. So soll sich der MT500 auch gut für unter die Jacke anpassen lassen.

Wetterschutz: Mit dem Endura ist das kein Problem, die MT500 Winterhandschuhe sind nämlich komplett wasserdicht. Damit kann man getrost auch durch strömenden Regen heizen. Auch Fahrtwind kann dem Handschuh damit nichts anhaben.

Im Kälte-Check bestätigt sich der erste Eindruck: der MT500 zählt nicht zu den allerwärmsten Modellen im Test. Bis zur Null-Grad-Grenze dürfte er für die meisten Biker und Bikerinnen allerdings ausreichen.

Passform: Selbst mit offenem Kletteriegel kommt nur schwer in den MT500. Es dauert etwas, bis sich Finger und Mittelhand ihren Weg durch die bauschige Fütterung gebahnt haben. Dann sitzt der Endura aber unauffällig gut. Nähte sind hier nicht zu spüren. Dank großflächiger Silikonprints ist der Halt am Griff extrem gut und auch die Armaturen lassen sich ordentlich bedienen. Trotz des eher dicken Futters bleibt das Gefühl in den Fingern erhalten. Wie bei vielen anderen beidseitig isolierten Handschuhen verrutschen auch hier die einzelnen Schichten leicht gegeneinander. Der Effekt hält sich aber in Grenzen. So ist der MT500 eine gute Wahl für Trail-Rides an kalten, feuchten Tagen.

Fazit: Solider Schlechtwetter-Winterhandschuhe für Temperaturen bis an den Gefrierpunkt. Der Einstieg in den bauschig gefütterten Handschuh ist etwas umständlich - trotz Klettverschluss. Sitzen erstmal alle Finger an der richtigen Stelle bietet der MT500 aber ein gutes und griffiges Gefühl am Lenker. Ausstattung und Verarbeitung sind gut.

Weitere Testberichte

Auch die Endura MT500 Handschuhe hat Andi nun schon über eine längere Zeit auf Herz und Nieren getestet. Als letzten Testartikel halte ich meine Endura MT500 Langfingerhandschuhe in der Hand. Als ich die Endura MT500 Handschuhe bekam habe ich das gemacht, was jeder macht: Erstmal reinschlüpfen und anziehen. Mal schauen was er so kann… Wenn man seine grobe Größe gefunden hat lässt sich der Handschuh dann mit einem Klettverschluss am Handgelenk noch perfekt anpassen.

Sitzt gut, keine zwickenden Nähte im Innenbereich und beweglich sind die Finger auch super. Mein erster Gedanke war: Damit kann ich arbeiten. Aber es galt erstmal rauszufinden, was denn der Handschuh noch alles bietet. Ich bin von der Qualität der Endura Produkte ja schon länger überzeugt, aber was kann jetzt genau ein Endura Handschuh?

Wie viele andere Handschuhe der neueren Generation verzichtet auch Endura hier nicht auf die Touchscreen-Bedienbarkeit. Die Bedienung meines Handys oder auch eines GPS-Gerätes ist somit schon mal gar kein Problem. Zusätzlich verfügt der Handschuh über ein Mikrofaser-Schweißtucheinsatz. Wie darf man sich denn das vorstellen? Es ist ein kleines Tuch, das ich zwar finde, aber für meinen Geschmack hätte es größer ausfallen können.

Für den nötigen Schutz sorgen einige Gummiflächen an Handrücken und Fingern, schließlich geht es auf dem Trail oder der Enduro-Strecke auch mal ruppig zu und Gestrüpp oder Äste setzten den Händen zu. Für optimale Kontrolle der Bremshebel sorgen Silikonaufdrucke an den Bremsfingern, ich finde sie sinnvoll. Der Handschuh ist an der Oberfläche aus atmungsaktivem 4-Wege Stretch-Netzgewebe und innen aus robustem Suedette-Material gefertigt. Das ist eine (Wild-)Lederart, in angerauter Form, die besonders angenehm im Griff ist und gerne für Handschuhe verwendet wird. Auf der Inneseite an den Zeigefinger-Ballen und Mittelfinger-Ballen ist eine Art Gelpolster integriert im Stoff.

Ich habe den Handschuh jetzt mehrere Monate im Dauer-Einsatz und in der Zeit versucht so oft wie möglich nur mit den MT500 Handschuhen zu fahren, um möglichen Verschleiß sichtbar zu machen. Bis jetzt schlägt er sich in meinem Langzeittest, was die Haltbarkeit angeht, wirklich sehr gut. Endura hat mit dem MT500 einen sehr aufwändig gearbeiteten und robusten Handschuh auf den Markt gebracht. Die gute Verarbeitung rechtfertigt den Preis. Der mag dem ein oder anderen vielleicht etwas hoch vorkommen auf den ersten Eindruck, aber er ist es wert!

Wer also neue Enduro Handschuhe sucht kann auch getrost bei der Auswahl von Endura vorbeischauen - mich haben die Endura Handschuhe überzeugt!

Vergleichstabelle ausgewählter MTB-Handschuhe

Modell Eigenschaften Besonderheiten Preis (ca.)
Endura Hummvee Lite Icon Leicht, atmungsaktiv, robustes Kunstleder Minimalistisches Design, guter Grip 30-40 €
Endura MT500 Freezing Point Wasserdicht, winddicht, Primaloft-Fütterung Ideal für Winter, Touchscreen-kompatibel 60 €
GripGrab Explr Sommerhandschuh Luftig, Memory-Schaum-Dämpfung Unisex-Modell, Ausziehhilfe 35-45 €
Roeckl Mantua Geschmeidig, luftige Mesh-Oberhand Hoher Tragekomfort 40 €

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