Die besten Mountainbike-Sättel im Vergleich

Ein guter MTB-Sattel macht den Unterschied: Wer lange Touren fährt oder technisch anspruchsvolle Trails meistert, merkt schnell, wie wichtig die richtige Sitzposition ist. Ein passender Sattel verhindert Druckstellen und sorgt für Komfort, auch auf rauem Terrain. Preislich starten einfache Modelle bei rund 20 €, während Top-Sättel bis zu 160 € kosten können.

So wurde getestet

Wie fühlt sich ein Sattel nach 120 Minuten ohne Polsterhose an? Entstehen Druckstellen oder Taubheitsgefühle? Unser Test zeigte, welche Modelle auch auf langen Touren bequem bleiben. Auf Trails war entscheidend, ob der Sattel Halt gibt oder behindert. Wir prüften zudem, wie gut Stöße abgefedert werden und ob die Montage problemlos gelingt.

Testsieger

Ergon SMC Core

Der Ergon SMC Core überzeugte als bester MTB-Sattel und sicherte sich den Testsieg. Die hochwertige Verarbeitung, die spürbare Entlastungszone und die gute Stoßdämpfung machten ihn zum komfortabelsten Modell. Selbst nach 120 Minuten blieb das Sitzgefühl angenehm.

Das Active-System ließ sich nicht testen, wodurch die erhoffte Flexibilität fehlte. Dennoch überzeugten die breite Sitzfläche und die spürbare Entlastung im Dammbereich. Für lange Fahrten ist er eine interessante Wahl, wenn die tauschbaren Elastomere leichter zu verbauen wären.

MTB-Sattel Testberichte

Ergon SMC Core im Test

Der Ergon SMC Core kommt in einer stabilen Verpackung an, die den Sattel gut schützt. Bereits beim Auspacken fällt auf, dass die Verarbeitung hochwertig ist. Die Materialien wirken robust und langlebig, während die Oberfläche angenehm griffig bleibt. Das Design ist schlicht, aber funktional - typisch für Ergon-Produkte.

Beim ersten Anfassen zeigt sich, dass der Sattel leicht flexibel ist. Das verspricht eine gewisse Dämpfung, die sich später auf dem Trail bewähren könnte. Die Formgebung wirkt ergonomisch durchdacht und lässt auf eine gute Druckverteilung schließen. Besonders auffällig ist der zweischichtige Aufbau mit der Core-Dämpfung, der sich von klassischen MTB-Sätteln abhebt.

Die ersten Handgriffe zur Vorbereitung gehen leicht von der Hand. Die Schienen sind präzise verarbeitet, sodass der Sattel sofort einsatzbereit auf die Sattelstütze passt. Eine ausführliche Anleitung liegt bei, wird aber kaum benötigt, da die Montage selbsterklärend ist.

Testbericht: Ergon SMC Core

Die Montage des MTB-Sattels von Ergon gelingt problemlos. Die Schienen sind präzise verarbeitet und passen exakt in die Sattelstütze. Nach dem Festziehen sitzt der Sattel stabil und bleibt auch bei längeren Fahrten in der eingestellten Position. Werkzeug wird nicht mitgeliefert, ist aber auch nicht notwendig, da sich handelsübliche Sechskantschlüssel nutzen lassen.

Beim Sitzkomfort auf langen Strecken zeigt der Ergon SMC Core seine Stärken. Nach 30 Minuten bleibt das Sitzgefühl angenehm, nach 60 Minuten sind keine Druckstellen spürbar. Auch nach 120 Minuten gibt es keine nennenswerten Beschwerden. Die Core-Dämpfung reduziert punktuelle Belastungen, sodass Sitzknochen und Weichteile gleichmäßig entlastet werden. Selbst ohne gepolsterte Radhose bleibt der Sattel komfortabel, was ihn besonders für lange Touren interessant macht.

Im Gelände bietet der Sattel eine stabile Basis. Steile Abfahrten gelingen sicher, da der Sattel ausreichend Halt bietet, ohne dass das Becken zu stark nach hinten kippt. Bei schnellen Richtungswechseln bleibt der Sattel unauffällig und ermöglicht eine gute Kontrolle über das Bike. Auch in engen Kurven gibt es keine störenden Kanten, die am Oberschenkel reiben könnten. Wer häufig technisch anspruchsvolle Trails fährt, profitiert von der Formgebung, die sich an verschiedene Fahrpositionen anpasst.

Die Montage des Ergon SMC Core erfolgt über Standard-Schienen. Die Stoßdämpfung gehört zu den auffälligsten Merkmalen des MTB-Sattels von Ergon. Der zweischichtige Aufbau federt Stöße spürbar ab und reduziert Vibrationen auf Schotter- und Waldwegen. Kleine Unebenheiten werden fast vollständig absorbiert, größere Schläge deutlich abgemildert. Das zeigt sich besonders auf ruppigen Streckenabschnitten, wo die zusätzliche Flexibilität der Oberfläche Druckspitzen vermeidet.

Das Material hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Der Bezug zeigt sich unempfindlich gegenüber Abrieb und hält auch wiederholten Kontakt mit Radhosen und Trail-Ausrüstung gut aus. Bei feuchtem Wetter bleibt die Oberfläche vermutlich rutschfest, sodass auch auf nassen Touren keine Unsicherheiten entstehen. Das Material nimmt wohl kein Wasser auf, sodass der Sattel auch nach einem Regenschauer schnell wieder trocken sein sollte.

Beim Gewicht setzt sich der Ergon SMC Core im Test an die Spitze. Kein anderes Modell im Vergleich war leichter, ohne dabei an Stabilität oder Komfort einzubüßen. Trotz des geringen Gewichts bleibt die Konstruktion robust, was sich besonders auf ruppigen Strecken bemerkbar macht. Auf dem Markt gibt es zwar noch leichtere Alternativen, diese bieten jedoch oft weniger Dämpfung oder Halt.

Die ergonomische Form passt zu verschiedenen Sitzknochenbreiten, weshalb sich der Sattel für viele Fahrertypen eignet. Längere Fahrten belasten die Sitzknochen - der Ergon SMC Core minimiert diesen Effekt. Die ergonomische Form und spezielle Polsterung verhindern Taubheitsgefühle und sorgen für mehr Komfort, selbst auf rauen Untergründen oder langen Touren. Die Core 3D-Technologie soll Stöße absorbieren und natürliche Bewegungen unterstützen. Diese Konstruktion entlastet die Sitzknochen und reduziert Druckstellen bei längeren Fahrten.

Der Ergon SMC Core wurde von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) geprüft und empfohlen. Dies unterstreicht die ergonomische Konstruktion, die Druckstellen reduziert.

Sqlab 610 M-d Active im Test

Der Sqlab 610 M-D Active fällt direkt durch seine Stufensattelform mit breiter Sitzfläche auf. Diese soll den Druck auf empfindliche Bereiche verringern und das Gewicht gleichmäßiger verteilen. Die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck, ohne sichtbare Materialfehler oder unsaubere Nähte.

Das Active-System erlaubt eine seitliche Bewegung des Sattels, um die natürliche Beckenbewegung beim Treten zu unterstützen. Dies kann die Wirbelsäule entlasten und für ein angenehmeres Fahrgefühl sorgen. Die Bewegung wird über einen Elastomer-Dämpfer gesteuert, der in die Verbindung zwischen Schale und Gestell eingesetzt ist. Der serienmäßig verbaute graue Elastomer eignet sich für Fahrer zwischen 70 und 85 kg und bietet eine mittlere Dämpfung. Für leichtere Fahrer unter 70 kg ist die weichere weiße Variante vorgesehen, die eine größere seitliche Beweglichkeit ermöglicht. Wer über 85 kg wiegt, sollte den schwarzen Elastomer einsetzen, da dieser mehr Widerstand bietet und das Becken stärker stabilisiert.

Testbericht: Sqlab 610 M-d Active

Beim Einbau zeigte sich eine unerwartete Schwierigkeit. Das serienmäßige Elastomer ließ sich zwar entfernen, doch der Austausch gegen eine andere Härtevariante war nicht möglich. Dadurch konnte das Active-System nicht angepasst werden, obwohl es als zentrales Merkmal des Sqlab-MTB-Sattels beworben wird. Ohne die aktive seitliche Beweglichkeit verhielt sich der Sattel eher wie ein klassisches Modell, wodurch der erhoffte Effekt auf die Beckenbewegung nicht beurteilt werden konnte.

Auf längeren Strecken fiel die breite Sitzfläche positiv auf. Das Gewicht verteilte sich gleichmäßiger, wodurch der Druck auf die Sitzknochen reduziert wurde. Nach 30 Minuten war das Sitzgefühl noch angenehm, nach 60 Minuten zeigten sich leichte Druckstellen. Die Stufensattelform unterstützte eine aufrechtere Haltung und sorgte für weniger Belastung in empfindlichen Bereichen.

Eine deutliche Entlastung der Wirbelsäule konnte jedoch nicht bestätigt werden, da die Elastomer-Technik im Test nicht wie vorgesehen funktionierte. Im Gelände überzeugte der MTB-Sattel von Sqlab durch seine stabile Sitzposition. Steile Abfahrten waren problemlos kontrollierbar, da das Becken nicht ungewollt nach hinten kippte. Besonders in technischen Passagen zeigte sich jedoch, dass die fehlende seitliche Beweglichkeit das Fahrgefühl beeinflusste. Statt sich an die Bewegung anzupassen, blieb der Sattel statischer als erwartet. In schnellen Richtungswechseln und engen Kurven war dieser Effekt ebenfalls spürbar.

Der Elastomer-Dämpfer im SQlab 610 M-D Active kann ausgetauscht werden. So lässt sich die Beweglichkeit des Sattels individuell anpassen, abhängig vom Körpergewicht. Der SQlab 610 M-D Active nutzt eine Stufensattelform, die den Dammbereich entlastet. Das Konzept sorgt für eine optimierte Druckverteilung und mehr Komfort auf langen Strecken. Die Elastomere sind ein praktisches Feature. Je nach Härtegrad wird die Beckenbewegung stärker oder weniger stark unterstützt, was für eine bessere Ergonomie auf langen Touren sorgt.

Die Stoßdämpfung konnte nur teilweise überzeugen. Kleinere Unebenheiten wurden abgefedert, doch die fehlende Anpassungsmöglichkeit des Active-Systems schränkte den Komfort auf rauem Untergrund ein. Besonders auf ruppigen Trails fiel auf, dass eine weichere Abstimmung möglicherweise für mehr Entlastung gesorgt hätte. Da das Elastomer nicht gewechselt werden konnte, ließ sich dieser Punkt nicht individuell optimieren.

Die Materialqualität hinterließ einen guten Eindruck. Der Bezug zeigte sich widerstandsfähig und blieb auch nach mehreren Fahrten unversehrt. Feuchtigkeit beeinflusste die Oberfläche nicht negativ, sodass kein Rutschen auftrat. Nähte oder Verklebungen hielten stabil, was für eine lange Haltbarkeit spricht.

Mit rund 400 Gramm (bei 17 cm Breite) liegt der Sattel gewichtsmäßig im Mittelfeld. Die Form passte sich verschiedenen Sitzknochenbreiten an, doch ohne das Active-System fehlte die erwartete zusätzliche Flexibilität. Das Grundkonzept blieb zwar erkennbar, konnte aber nicht wie vorgesehen genutzt werden.

Youngdo Fahrradsattel im Test

Der Youngdo 832080125 wird mit einer eigenen Sattelaufnahme und Federdämpfern geliefert, was ihn von klassischen MTB-Sätteln unterscheidet. Um ihn am Testbike zu nutzen, musste jedoch die vorhandene Aufnahme entfernt werden, da ein direkter mit den anderen Modellen sonst nicht möglich gewesen wäre. Die beiden Federdämpfer an der Unterseite bestehen aus Metall und sollen Unebenheiten spürbar abfedern. Die Konstruktion wirkt stabil, keine losen oder wackeligen Teile waren erkennbar.

Die Polsterung ist relativ weich, gibt aber nicht übermäßig nach. Die breite Form soll den Druck auf die Sitzknochen verringern, während die mittige Aussparung für bessere Belüftung sorgt. Es wirkt, als wäre es ein sehr bequemer Sattel für ein MTB. Zum Lieferumfang gehören eine Regenhülle und Werkzeug. Die Hülle fühlt sich weniger hochwertig an, könnte aber vor Nässe schützen. Das beigelegte Werkzeug ermöglicht eine schnelle Montage, was praktisch ist, da der Sattel nicht ohne Anpassungen an jeder Sattelstütze befestigt werden kann.

Testbericht: Youngdo Fahrradsattel

Die Montage gestaltete sich schwieriger als erwartet. Der Sattel wurde mit einer eigenen Aufnahme geliefert, an der die Federdämpfer montiert waren. Um ihn überhaupt nutzen zu können, musste diese Aufnahme entfernt werden, damit der Sattel direkt über seine Schiene an der Sattelstütze befestigt werden konnte. Die Demontage war zwar möglich, aber aufwendig. Eine direkte Kompatibilität mit Standard-Sattelstützen hätte den Wechsel erheblich erleichtert.

Beim Sitzkomfort zeigte sich schnell, dass die weiche Polsterung nicht für längere Fahrten ausgelegt war. Nach 30 Minuten blieb das Sitzgefühl noch akzeptabel, doch nach einer Stunde trat eine spürbare Belastung der Sitzknochen auf. Die breite Form sorgte zwar für eine gleichmäßigere Druckverteilung, konnte aber ohne zusätzliche Dämpfung nicht verhindern, dass sich der Komfort mit der Zeit verringerte. Im Gelände machte sich die starre Konstruktion bemerkbar.

Weitere getestete MTB-Sättel

Hier ist eine Übersicht weiterer im Test befindlicher MTB-Sättel:

  • Ergon SM Pro Men
  • Fabric Scoop Race Shallow
  • Fizik Gravita Alpaca X5
  • Natural Fit Venec+
  • Procraft Tour S
  • Pro Turnix Gel
  • Selle Italia SLR Boost X-Cross Superflow
  • Selle San Marco GND Supercomfort Racing
  • SQlab 60X Ergowave Active
  • Syncros Tofino R 1.0
  • Fabric ALM Ultimate Shallow
  • Fizik Tundra M5 VS
  • Merida Expert CC
  • Pro Stealth Offroad
  • Selle Italia X-LR Kit Carbonio SuperFlow
  • Selle San Marco Sella Allroad Openfit CFX
  • Selle SMP Drakon
  • Specialized Power S-Works
  • SQlab 612 Ergowave R
  • Syncros Belcarra R 1.0

Die Bedeutung des richtigen Sattels

Um den Fahrradsattel ranken sich die Mythen wie um griechische Gottheiten: Ein weicher Sattel fährt sich komfortabler. Das Loch in der Mitte entlastet den Dammbereich. Legenden, die inzwischen allesamt widerlegt sind oder zumindest nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Fakt ist: Je länger ein Fahrer im Sattel sitzt, desto härter darf der Sattel gepolstert sein. Schon nach 30 Minuten sinkt der Körper so tief in ein zu weiches Polster, dass sich der Druck auf die empfindlichen Weichteile und tiefer liegende Muskelschichten unangenehm erhöhen kann.

Ein Loch in der Satteldecke kann die sensiblen Nervenbahnen entlasten, klar. Unsere Druckmessungen und eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln zeigen aber, dass an den Rändern der Aussparungen dafür hohe Lastspitzen auftreten können. Im Gelände kann das zu schmerzhaften Tritten in den Genitalbereich führen. Die Wahrheit ist: Der passende Fahrradsattel ist so individuell wie der persönliche Fingerabdruck. Je sportlicher Sie auf dem Mountainbike sitzen, desto schmaler darf übrigens der Sattel sein.

Bei gestreckter Sitzposition verlagert sich der Druck zunehmend auf die schmaler zulaufenden Schambeinäste. Ist der Sattel dagegen zu breit, rutscht der Fahrer automatisch nach vorne und muss sich aktiv wieder zurück auf die Sitzfläche schieben. Doch auch wenn die Sattelbreite zum Körperbau passt, sind Druckschmerzen und Taubheitsgefühle nicht auszuschließen. Auf einer stark gewölbten Satteldecke liegen die Sitzhöcker eventuell tiefer als der Dammbereich, und die Nerven werden irritiert.

Eine Vertiefung in der Mitte des Sattels entlastet die Nervenbahnen und lässt das Blut besser zirkulieren. Unsere Testbriefe zeigen zwar die nutzbare Breite, die Härte der Polsterung und wie gut der Dammbereich beim jeweiligen Modell entlastet wird. Den perfekten Sattel finden Biker aber nach wie vor nur durch eine ausgiebige Probefahrt.

Tipps zur Auswahl des richtigen MTB-Sattels

Die Anforderungen an Deinen MTB-Sattel hängen vom genauen Einsatzgebiet und Deiner Anatomie ab. Wir geben Dir Tipps für die Wahl des richtigen MTB-Sattels.

Die richtige Sattelbreite am MTB

Dein Sattel und Dein Hinterteil sollten zueinander passen, dann klappts auch mit dem Fahrkomfort. Der wichtigste und am einfachsten zu bestimmende Parameter, um einen bequemen Sattel fürs MTB zu finden, ist die richtige Sattelbreite. Ist der Sattel zu schmal, liegen die Sitzknochen nicht optimal auf der Sitzfläche auf und Schmerzen oder Taubheitsgefühle sind oft die Folge. Ist der Sattel zu breit, reibt er an den Oberschenkeln und/oder Du rutschst beim Treten ständig nach vorne.

In unserem Artikel: Sitzknochenabstand zuhause messen erklären wir Dir, wie Du den Sitzknochenabstand ermittelst und worauf Du achten solltest, um die richtige Sattelbreite zu finden. Er gibt Dir mehr Bewegungsfreiheit. Dasselbe gilt, wenn Du mit einer gestreckten Sitzposition Cross-Country oder Marathon fährst: Der Druck wird in dieser Position weiter auf dem Sattel nach vorne verlagert. Hier stehen die Knochen enger zusammen und Dein Sattel darf schmaler ausfallen.

Die richtige Sattelform

Der schwierigste Faktor beim Finden eines bequemen MTB-Sattels ist wohl die richtige Form. Je nach Herstellerkonzept unterscheidet sie sich in verschiedenen Aspekten: in der Ansicht von oben, von der Seite und von vorne. Allen Konzepten gemein ist das Ziel, den besten (individuellen) Kompromiss aus Komfort, Druckverteilung und Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Hier geben wir Dir einen Überblick, worauf Du achten kannst:

Die Ansicht des Sattels von oben kann eher einem „V" oder einem „Y" gleichen. Diese Ausprägung beeinflusst maßgeblich die Beinfreiheit beim Pedalieren, die Druckverteilung im mittleren Bereich des Sattels und Deine Bewegungsfreiheit in der Abfahrt. Je Y-förmiger, desto mehr Beinfreiheit hast Du und desto mehr liegt der Druck auf den Sitzknochen. Rutschst Du jedoch auf die Sattelnase, wandert der Druck unangenehm zwischen die Sitzknochen.

Je V-förmiger der MTB-Sattel, desto weniger frei sind Deine Oberschenkelinnenseiten beim Pedalieren, dafür verteilt sich der Druck in einer sportlichen Sitzposition (oder beim Sitzen auf der Sattelnase) gleichmäßiger und der Sattel kann in der Abfahrt besser an Deinen Oberschenkeln entlanggleiten.

Die Ansicht des Sattels von der Seite, also ein Längsschnitt durch den Sattel, kann einer gerade Linie gleichen oder eine geschwungene Form mit einem leicht hochgezogenen Heck haben. Eine gerade Linie verteilt den Druck gleichmäßiger und lässt kleine Anpassungen Deiner Sitzposition nach vorne oder hinten einfacher zu. Die geschwungene Form hingegen kann helfen, etwas mehr Druck in den hinteren Bereich des Sattels zu bringen und den vorderen Bereich zu entlasten. Die geschwungene Form gibt Deine Sitzposition allerdings stärker vor.

Die Ansicht der Sitzfläche des Sattels von vorne, also ein Querschnitt durch die Sitzfläche, kann eine gewölbte Form oder eine flache Form aufweisen. Ist die Sitzfläche runder beziehungsweise gewölbter, bedeutet das, dass die Sitzfläche von der Mitte zu den Seiten stärker abfällt. Dadurch verteilt sich der Druck gleichmäßiger auf dem Sattel und das ist vorteilhaft, wenn Du empfindliche Sitzknochen hast.

Ein flacher Sattel ist dann besser, denn er verteilt das Körpergewicht stärker auf die Sitzknochen und kann so den sensiblen Weichteilbereich entlasten. Das kann jedoch für manche Fahrer:innen zu viel sein und es können, insbesondere bei einem härteren Sattel, starke Druckspitzen an den Sitzknochen auftreten.

Die Aussparung in der Sattelmitte

Ein Sattel mit einer Aussparung in der Sattelmitte, also einer Vertiefung im Polster oder einem Loch durch Schale und Polster, dient der Druckentlastung empfindlicher Körperregionen. Ein Sattel mit Aussparung ist übrigens nicht direkt - wie es „früher" oft war - ein Damensattel, auch Herren können von einem MTB-Sattel mit Aussparung profitieren.

Ob Du von einem Sattel mit Aussparung profitierst, hängt von der Art Deiner Beschwerden ab. Bei hohem Druck oder Taubheitsgefühlen im Damm- oder Genitalbereich, kann eine Aussparung die Druckverteilung verbessern. In der Tat kommen solche Beschwerden häufig bei Frauen, insbesondere in einer gestreckten Sitzposition, vor und so verbessert eine Aussparung im Mountainbike-Sattel bei Damen oft den Sitzkomfort.

Beachten solltest Du bei einem Sattel mit Aussparung grundsätzlich, dass andere Bereiche, also die Sitzknochen, aber auch das Weichteilgewebe, das im Übergang von der Aussparung zur Sitzfläche liegt, stärker belastet werden. Und Aussparung ist nicht gleich Aussparung! Ihre Art (Loch oder Vertiefung), die Dimensionen, die Positionierung und wie der Übergang von Aussparung zur Sitzfläche gestaltet ist, sind bei jedem Sattelmodell anders und entscheiden darüber, ob die Aussparung Deinen Sattelkomfort verbessert oder nicht.

Brauchen Frauen andere MTB-Sättel als Männer?

Je nach Hersteller fällt die Antwort unterschiedlich aus.

Die Polsterung

Je sportlicher und gestreckter Deine Sitzposition, desto weniger Polsterung sollte Dein MTB-Sattel haben: Ist der Sattel zu dick und zu weich gepolstert, sinkst Du tief in den Sattel ein, sodass Nervenbahnen und Blutgefäße gereizt beziehungsweise eingeschränkt werden. Bei ambitionierter Fahrweise wird der Sitzbereich zudem entlastet, da mehr Druck auf dem Pedal liegt.

Auf dem Trail hingegen, egal ob All-Mountain, Enduro oder Downhill, ist etwas mehr Polsterung hilfreich: Du sitzt meist aufrechter und der Druck liegt punktueller auf den Sitzknochen - eine etwas (!) dickere und weichere Polsterung kann den Druck besser verteilen.

Das Material der Sattelstreben (Rails)

Carbon ermöglichen die Konstruktion leichterer Sattel-Rails, das Material ist allerdings recht teuer. Stahl hingegen ist robust und preisgünstig, bricht aber beim Gewicht keine Rekorde. Titan oder Aluminiumlegierungen liegen in Bezug auf Preis und Gewicht zwischen Carbon und Stahl.

Bedenken solltest Du, dass bei einer „sturzintensiven" Disziplin Carbon-Rails eventuell nicht die beste Wahl sind, da sie brechen könnten, wenn das Rad unglücklich auf den Sattel fällt.

Die Sattelschale

Das Herzstück eines Sattels ist seine Schale, die zwischen den Rails und der Polsterung beziehungsweise dem Obermaterial liegt. Die Schale bildet das Fundament und ist je nach Auslegung entweder sehr steif oder gezielt flexibel. Bei sehr leichten und hochwertigen Sätteln sind nicht nur die Rails, sondern auch die Schale aus Carbon. Gezielter Flex sorgt bei wenig oder gar nicht gepolsterten Sätteln für etwas Komfort.

Je technischer also Deine Trails, desto eher solltest Du die paar Gramm Mehrgewicht einer Kunststoffschale in Kauf nehmen.

Das Obermaterial

Die meisten MTB-Sättel kommen mit Kunstleder, Polyester oder Mikrofaser-Materialien. Sie sind robust und pflegeleicht. Grundsätzlich gilt: Je glatter die Oberfläche, desto leichter die Reinigung. Und je rauer die Oberfläche, desto weniger rutschst Du. Manche Sättel, zum Beispiel im Downhill- oder E-MTB-Bereich, haben auch Grip-Materialien auf der Oberseite.

Besonderheiten bei E-Mountainbikes

Viele tourenorientierten E-Mountainbiker:innen haben eine niedrigere Sitzhöhe, sitzen aufrechter und leiten die Kraft anders ins Pedal ein als Fahrer:innen von nicht-motorisierten Bikes. Es lastet also tendenziell mehr Druck auf den Sitzknochen. Breitere Sättel mit stärkerer Polsterung sind daher sinnvoll. Oft sind E-MTB-Sättel hinten weiter hochgezogen und stützen Dein Gesäß ab oder haben eine sehr griffige Oberfläche, damit du nicht herunterrutschst oder mit viel Körperspannung arbeiten musst.

Die richtige Satteleinstellung

Die richtige Satteleinstellung am Mountainbike ist essenziell. Der beste MTB-Sattel bringt nichts, wenn Neigung oder Höhe nicht passen. Die persönlichen Vorlieben spielen hier genauso eine Rolle wie der Einsatzzweck und die weitere Einstellung des MTBs.

Eine kleine Besonderheit bei der Einstellung Deines neuen MTB-Sattels solltest Du noch beachten: Sobald Du Dich aufs Rad setzt, federn Federgabel und Dämpfer ein (insofern Du sie nicht komplett blockiert hast). Durch das Einfedern ändert sich die Bike-Geometrie und damit auch die Sattelneigung. Stelle zu Beginn den Sattel so ein, dass die Sattel-Oberfläche parallel zum Boden steht!

Zusammenfassung der Testergebnisse

Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Testergebnisse zusammenfasst:

Sattel Vorteile Nachteile
Ergon SMC Core Hoher Sitzkomfort, gute Stoßdämpfung, hochwertige Verarbeitung Active-System nicht getestet
Sqlab 610 M-d Active Stufensattelform entlastet Dammbereich, gute Materialqualität Elastomer-Austausch problematisch, eingeschränkte Beckenbewegung
Youngdo Fahrradsattel Weiche Polsterung, mitgeliefertes Werkzeug Aufwendige Montage, starre Konstruktion

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