Erlkönig BMW Motorrad: Definition und Einblicke in die Welt der Prototypen

Erlkönig, das ist eine gängige Bezeichnung für den Prototyp eines Autos, der zwar schon auf den Straßen zu Testfahrten eingesetzt wird, aber dessen genaues Aussehen aber vor den Augen der Öffentlichkeit noch verborgen bleiben soll.

Auch der moderne Erlkönig soll nicht gesehen werden, unentdeckt und geheimnisvoll bleiben. Jedoch würde sich Goethe vermutlich im Grab umdrehen, wenn er wüsste, dass seine Metapher des Todes nun auf Prototypen der Automobilbranche abzielt.

Was ist ein Erlkönig?

Der Absatz eines Automodells bricht erfahrungsgemäß am Ende eines Produktlebenszyklus ein, da die Käufer die neuen Modelle abwarten. Um einem zu frühen Lüften der aktuellen Entwicklungen entgegenzuwirken, werden die Fahrzeuge bei den Testfahrten häufig optisch verändert.

Die Tarnung der Erlkönige

Schon jeher buhlen die Automobilhersteller darum, wer das beste Auto baut. Und wer in der harten Realität bestehen will, muss seine Wagen auch dort testen. Das Problem: Wer seinen Prototyp zeigt, macht sich angreifbar und verrät eventuell wichtige Technologien oder Designs. Die Lösung: raffinierte Tarnung.

Methoden der Tarnung

So werden die ersten Prototypen mit neuer Technik oft in angepassten Karosserien ihrer Vorgänger oder anderen Modellen des Herstellers getestet. Steht das neue Design fest, verschwindet die neue Karosserie unter einer Vollverkleidung. Dazu werden an markanten Konturen Abdeckungen und Verkleidungen angebracht, die das tatsächliche Aussehen verschleiern sollen. Das Modell, das in Mosbach gesichtet wurde, war - bis auf Sehöffnungen für den Fahrer - vollständig mit einem Textil-Überzog bedeckt.

So tarnt jeder Autohersteller seine Fahrzeuge auf unterschiedlichste Art und Weise mit diversen Klebefolien und Hartschalenaufsätzen, um möglichst viel zu kaschieren. Funktioniert die Tarnung, dann sind typische Testfahrten im Alltag möglich. Die Entwickler haben während dieser Erprobungsphase die Möglichkeit, wichtige Teile am Auto zu verändern. Dadurch kann sichergestellt werden, dass ein neues Auto möglichst fehlerfrei auf den Markt kommt.

Optische Verwirrung

Bereits 1918 hat der Engländer Norman Wilkinson das "Dazzle"-Muster, bestehend aus schwarzen und weißen Rechtecken, entworfen, um damit die Kriegsschiffe der britischen Marine zu verkleiden und zu tarnen. Damals wie heute sind Sinn und Zweck der skurrilen Muster nur eines: optische Verwirrung. Heutzutage sollen jedoch nicht die Kriegsfeinde getäuscht werden, sondern andere Hersteller, Fotografen, Journalisten und überhaupt die komplette Außenwelt.

2007 entwickelte eine Doktorandin der BMW AG im Zuge ihrer Doktorarbeit das Design des heute bei BMW bekannten Tarnmusters. Es besteht aus weißen und ziemlich verworrenen Spiralformen auf schwarzem Hintergrund, angelehnt an die traditionellen schwarz-weißen Muster der Kriegsschiffe von 1918.

Das Team hinter der Tarnung bei BMW

Bei einem großen Unternehmen wie BMW könnte man meinen, dass eine Riesenabteilung für die Tarnung der Prototypen von BMW, Mini und Rolls-Royce zuständig sei. Tatsächlich beschäftigt sich lediglich ein Team von vier Experten mit dem Thema. Kopf des Ganzen ist Thomas Nock, der mit einem Konstrukteur und zwei weiteren Mitarbeitern die Tarnung für jedes neue Modell individuell entwickelt und anbringt. Zusammen mit ihm diskutiert und beschließt der Arbeitskreis für Geheimhaltung und Entwicklung, was genau an dem neuen Fahrzeug wie getarnt werden soll.

Dabei treffen jedes Mal aufs Neue unterschiedliche Interessen aufeinander. Die Designer möchten möglichst wenig vom neuen Auto vorab zeigen, was dazu führt, dass Hartschalen beispielsweise an der Seite oder auf der Motorhaube aufgeschraubt werden. Die Erprober hingegen möchten ein Fahrzeug testen, welches das gleiche Verhalten und die gleichen Eigenschaften wie das spätere Serienfahrzeug hat. Sie argumentieren: Hartschalen und abgeklebte Lufteinlässe würden dabei die Aerodynamikwerte verfälschen und kein reelles Testergebnis hervorbringen.

Wegen der vielen Hartschalenaufsätze muss sogar der TÜV jedes neu getarnte Modell anschauen und zulassen.

Die drei Tarnungsstufen

Die meisten BMW-Prototypen durchlaufen drei Tarnungsstufen. Die erste ist die Vollverkleidung, bei der Hartschalen aufgeschraubt, andere Scheinwerfer montiert und große Teile des Wagens beklebt werden. In der zweiten Stufe werden nur noch markante und serientypische Merkmale mit Folie beklebt, darunter sind immer die Scheinwerfer und oft das Heck sowie Linienführungen an Seite oder Motorhaube. Die letzte Stufe ist dann das serienreife Modell, das so später auch beim Händler stehen wird. Grundsätzlich bleibt der "Propeller", das BMW-Emblem, bis zum letzten Moment verdeckt.

Testfahrten und ihre Bedeutung

Zunächst einmal: Einen Erlkönig fahren dürfen nur spezielle Testfahrer der Hersteller. Es geht dabei nicht einfach darum, möglichst viele Kilometer abzuspulen. Meist liegt ein umfangreiches Testprogramm zugrunde. Teststrecken werden ausgewählt, um das Fahrverhalten auf verschiedenen Straßen und Straßenbelägen zu prüfen. Wie verhält sich das Fahrwerk? Was passiert auf Gebirgsstraßen? Dieses und wohl noch sehr viel mehr sind die Parameter, auf die es zu achten gilt.

Bei völlig neu entwickelten Modellen, wie zum Beispiel Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, spielen natürlich Reichweite, Auflademöglichkeiten und Dauer, Effizienz und viele weiten Dinge eine gewichtige Rolle. Und gerade hier ist es für die Hersteller wichtig, dieses so geheim wie nur irgendwie möglich zu halten.

Übrigens: Die Erprobungsfahrer müssen einen zusätzlichen Führerschein und diverse Schulungen zu den Themen Stressbewältigung, Hoch-Volt-Spannung und Ausfall der Regelsysteme für die Fahrzeuge absolvieren. Bis ein Erprobungsfahrer seine erste Fahrt machen darf, dauert es normalerweise bis zu zwei Jahre.

Spionage und die Rolle der Öffentlichkeit

Seit bekannt ist, dass die Automobilindustrie ihre Fahrzeuge getarnt auf die Straße schickt, ist es zu einer Art Volkssport geworden, diese zu "erwischen". Nicht nur Autoenthusiasten, sondern auch Journalist*innen und "Paparazzi" der Konkurrenz sind den Erlkönigen auf der Spur. Dabei geht es der Konkurrenz in erster Linie darum, möglichst viele Einzelheiten in Erfahrung zu bringen.

Auf einschlägigen Seiten sind immer wieder Bilder der Erlkönige zu sehen, wie beispielsweise auf der Seite der Autobild. Auch auf Pinterest und anderen sozialen Medien werden diese Bilder veröffentlicht. Je mehr man vom Modell erkennen kann, desto höher können die Preise sein. Die Hersteller versuchen daher, möglichst viel zu verbergen.

Auch wenn immer wieder neue Bilder auftauchen, so kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht nur das Äußere der neuen Modelle interessant ist. Die meisten technischen Neuerungen sind für die Fotografen nicht immer sichtbar. Welcher Antrieb steckt im Fahrzeug? Nicht immer ist es wirklich ein Serienfahrzeug, welches getarnt durch die Lande fährt. Oft sind es auch nur Prototypen, in denen man neue Technik ausprobiert oder auch Fahrzeugteile für andere Modelle testet. Gelegentlich sind es auch sogenannte "Concept-Cars", also Fahrzeuge, die man zu Studienzwecken baut.

So kann man bei Mercedes einige der gebauten und getesteten Fahrzeuge sehen. Was davon letztlich in die Serienproduktion übernommen wird, ist oft erst später klar. Es kommt auch vor, dass ein Auto, das nur als Concept-Car konstruiert wurde, komplett in die Serienfertigung geht.

Autonomes Fahren und Datenschutz

Inzwischen arbeiten die Automobilhersteller auch an Fahrzeugen, welche alleine fahren, also autonom, ohne dass der Fahrer eingreifen muss. Und gerade in dem Bereich ist es für die Konkurrenten natürlich äußerst interessant, wo die Mitbewerber stehen. So testen unter anderem Renault, BMW und auch Mercedes solche Fahrzeuge, meist jedoch auf abgesperrten Strecken.

Seit kurzem fällt aufmerksamen Betrachtern der BMW Erlkönig-Fotos ein neuer Aufkleber ins Auge: Neben einem BMW-Logo sind eine Kamera und meist auch ein QR-Code zu erkennen, darunter steht eine Internet-Adresse. Der QR-Code und die URL verweisen auf bmw.com/autonomousdriving, es geht also um “Autonomes Fahren”.

Hinter der Adresse verbirgt sich eine Art Datenschutz-Erklärung, in der die Ausrüstung der Testfahrzeuge mit ihren Sensoren, Kameras und Mikrofonen grob erklärt wird. Die von den Sensoren im echten Straßenverkehr gesammelten Daten bilden gemeinsam mit den bei Simulationen generierten Daten die Grundlage für lernfähige Software, die die Szenarien analysiert und versucht, innerhalb von Sekundenbruchteilen die richtigen Schlüsse aus den beobachteten Situationen zu ziehen. Nur so kann BMW die Software für das Autonome Fahren ausreichend präzise “anlernen”, denn ein Computer kann aus naheliegenden Gründen nur dann richtig reagieren, wenn er die für eine Entscheidung wesentlichen Elemente in der Flut von Daten innerhalb kürzester Zeit herausfiltern und richtig interpretieren kann.

Hintergrund der Hinweise sind die Datenschutz-bezogenen Rechte anderer Verkehrsteilnehmer, deren Anwesenheit und Verhalten von den Sensoren ohne aktive Einwilligung dokumentiert wird. Dennoch wird ausgewertet, wohin sich der Blick eines aufmerksamen oder unaufmerksamen Fußgängers richtet, bevor dieser auf die Straße tritt oder eben rechtzeitig anhält. Nur mit solchen detaillierten Infos können die Systeme so gut angelernt werden, wie es für das autonome Fahren erforderlich sein wird: Würde ein autonom fahrendes Auto im Stadtverkehr jedes Mal eine Vollbremsung einleiten, wenn sich ein Fußgänger schnellen Schrittes der Fahrbahn nähert, wäre das System in der Praxis vollkommen untauglich.

Waren die Aufkleber zunächst auf spezielle Prototypen zum Sammeln von Daten für das Autonome Fahren beschränkt, werden sie nun an so gut wie allen Erlkönigen verklebt. Kein Wunder: Jeder Prototyp absolviert tausende Kilometer im öffentlichen Straßenverkehr und kann dabei Unmengen von Daten in verschiedensten Fahrsituationen sammeln.

BMW verkauft Tarn-Mode

Wer sich bisher für die Erlkönig-Tarnung von BMW interessierte, dem könnte diese Kleidung gefallen. Günstig ist sie allerdings nicht - dafür steckt mehr dahinter.Der BMW-Lifestyle-Shop wirbt derzeit mit einer extravaganten Mode. Die zeigt sich unter anderem im BMW-typischen Erlkönig-Look. Die Tarnkappenzeichnung soll an brandneuen Fahrzeugen und Entwicklungsträgern Design-Details verschleiern. Unsichtbar dürfte man mit der Erlkönig-Weste dennoch nicht werden. Die Kollektion hat vielmehr eine ganz andere Motivation.

BMW selbst spricht bei der neuen Kollektion von "Car Couture." Der Clou: Die neuen Klamotten sind auch im Computerspiel "The Crew Motorfest" aus dem Hause Ubisoft zu finden. In der Season 4 des Auto-Rennspiels kann man seinen Avatar nämlich mit der exakt gleichen Garderobe aus dem echten BMW-Lifestyle-Shop einkleiden. Wer sich im Spiel für die Erlkönig-Weste, das Tarnkappen-Basecap oder T-Shirts in knalligem São Paulo Gelb entscheidet, bekommt im wirklichen Leben 20 Prozent Rabatt auf die Bekleidung.

Dafür muss im Spiel allerdings erst ein ganz neues Auto in seine virtuelle Garage stellen - einen BMW M3 (E30). Der Klassiker ist allerdings nicht original, sondern ein extrem getuntes Restomod-Auto, auf dem ebenfalls das Erlkönig-Muster und die Farbe São Paulo Gelb zu finden ist.

Günstig sind die Sachen aus der echten Kollektion freilich nicht. Das gelbe T-Shirt mit dem eingestanzten M ist für 75 Euro zu haben, das Erlkönig-Basecap kostet 59 Euro. Noch teurer ist die sogenannte Reiseweste - ebenfalls aus der Erlkönig-Kollektion. Für sie muss man 229 Euro bezahlen. Mit 20 Prozent Rabatt sind das dann immer noch 183,20 Euro.

Ausblick auf zukünftige Modelle

Während viele Elektro-Fans den BMW i3 und damit Neue Klasse kaum erwarten können, dürfen sich die Liebhaber von Verbrennungsmotoren auf den neuen BMW 3er (G50) freuen. Beide Modelle werden trotz vollkommen unterschiedlicher Technik die gleiche Design-Linie tragen und damit ein ganz ähnliches Spiel spielen wie die aktuellen MINI Cooper-Modelle J01 und F66, die sich nur anhand weniger Details voneinander unterscheiden lassen.

Für den Antrieb des BMW M350 wird ein per 48-Volt-Bordnetz elektrifizierter Reihensechszylinder sorgen, der voraussichtlich über 400 PS bieten wird. Der Allradantrieb xDrive ist genau wie eine Achtgang-Automatik gesetzt. Neue Eindrücke vom kommenden Performance-3er liefert ein aktuelles Erlkönig-Video von NCars, das neben dem G50 auch andere Neuheiten in voller Tarnung zeigt. Kein Wunder: Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen über 40 Neuheiten und Facelifts kommen, weshalb die Entwickler derzeit alle Hände voll zu tun haben.

Unterhalb des M350 sind natürlich auch günstigere Varianten der neuen 3er-Generation geplant, darunter Benziner wie der neue BMW 320 (ohne i am Ende) und 330. Für europäische Kunden wird außerdem auch an der Möglichkeit eines neues BMW 320d mit Diesel gearbeitet.

Wie der neue BMW 3er (G50) ab Ende 2026 ungetarnt aussehen wird, dürfte in den nächsten Monaten klarer werden: Sowohl das Exterieur als auch der Innenraum werden sich eng an der Neuen Klasse orientieren und sich entsprechend deutlich vom aktuellen 3er (G20) abgrenzen.

Noch mehr Performance als der M350 im aktuellen Erlkönig-Video verspricht der kommende BMW M3 (G84), den uns Frank van Meel im Interview vor wenigen Tagen erneut bestätigt hat. Zwar wird der G80-Nachfolger mit Verbrenner auf eine schnelle Runde gesehen nicht ganz an die Zeiten des elektrischen BMW M3 (ZA0) herankommen, doch dafür dürfte er schon aufgrund seines Sounds emotional in einer ganz anderen Liga spielen.

Motorrad-Erlkönige: Ein Blick in die Zukunft

Motorrad-Erlkönige bieten einen faszinierenden Einblick in die Zukunft und Entwicklung der Motorradindustrie. Hier findest du die neuesten Fotos, Videos und Informationen zu geheimen Testmodellen und Erlkönigen, die bislang nicht offiziell veröffentlicht wurden. Diese Prototypen werden häufig auf Teststrecken gesichtet, bevor sie von den Herstellern der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Erfahre als Erster, welche technischen Innovationen und Designs bald den Markt erobern könnten, und erhalte exklusive Einblicke in die Welt der Erlkönige von Motorrädern.

Bekannte Motorrad-Erlkönige

  • Erwischt - Ducati Monster V2: Für das Modelljahr 2026 bringt Ducati eine überarbeitete Version der legendären Ducati Monster auf den Markt, die mit zahlreichen Detailänderungen und Designanpassungen aufwartet.
  • Erwischt: Triumph Scrambler 400 XE: Erlkönig erwischt: Die neue Scrambler 400 XE kommt mit mehr Federweg und Speichenrädern - bleibt aber ein Straßenmotorrad mit Offroad-Optik.
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