eROCKIT: Das Elektromotorrad mit Pedalen – Technische Daten und Fahrbericht

Das eROCKIT ist ein außergewöhnliches Elektromotorrad, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Es kombiniert die Eigenschaften eines Fahrrads mit der Leistung eines Motorrads und bietet ein einzigartiges Fahrerlebnis.

Aufsehenerregendes Design und innovative Technologie

Kaum hat man den Seitenständer des eROCKIT ausgeklappt, springen schon Passanten herbei. Das Elektro-Motorrad, das sich fährt wie ein Fahrrad, erregt Aufmerksamkeit. Der Polizist fährt privat Motorrad, findet die "Idee super", Maschinen- und Muskelkraft zu kombinieren. Also schnell noch eine Ehrenrunde mit dem Hingucker gedreht.

Beim Anfahren verlangt das E-Mobil ohne Gasgriff etwas Konzentration. Ein Fuß ist bereits auf dem Pedal, mit dem anderen stützt du das Hochrad noch ab – Sitzhöhe 93 Zentimeter. Und während du noch mit Balance halten beschäftigt bist, macht das Ding bereits einen gehörigen Satz nach vorn. Satte 75 Newtonmeter praktisch aus dem Stand. Hui, das geht ab. Nur eben anders.

Schließlich übernimmt hier die Tretkurbel das Kommando über Speed und Leistung. Die Trittleistung geht nicht aufs Hinterrad, sondern treibt einen Generator an. Dessen Rotation übersetzt das Steuergerät in die Leistungsabgabe des 8,6 Kilowatt starken Elektromotors. Zudem verlängert der Generator die Reichweite: Er lädt die 336 Lithium-Ionen-Akkus während der Fahrt.

Sie liegen als 35 Kilogramm schwerer Energie-Pack unter der hohen, bis zu 18 Zentimeter breiten Box aus aramidverstärkter Kohlefaser. Langsam treten bedeutet sachte rollen, schneller treten mehr Power. Macht man das aus dem Stand volle Pulle, reagiert der E-Motor minimal verzögert. Fühlt sich an wie ein leicht durchdrehendes Hinterrad.

Nicht mehr treten, heißt sanft auszurollen. "Das beschleunigt ja irre", lautet sein Kommentar. Stimmt. Und ist doch Ergebnis einer Sinnestäuschung. Denn per GPS gemessene 4,5 Sekunden für den Spurt von null auf Tempo 50 entsprechen genau dem Niveau einer gedrosselten Yamaha YZF-R 125.

Nur kommt das eROCKIT eben völlig lautlos vom Fleck. Und das spektakuläre Treten lässt die Passanten glauben, hier steige Superman persönlich in die Pedale. Wer Fahrrad fahren kann, kann auch intuitiv eROCKIT fahren.

Technische Details und Fahrleistungen

Das eROCKIT ist als Leichtkraftrad zugelassen, was bedeutet, dass ein Motorradführerschein der Klasse A1 erforderlich ist. Alternativ kann auch ein Pkw-Führerschein genutzt werden, sofern dieser vor dem 1. April 1980 ausgestellt wurde.

Die Leute folgen einem sogar bis ins Café: „Ist das Ihr Fahrzeug da draußen?“ Stefan Gulas, Besitzer und Erbauer des eROCKIT, hat für diese Fälle immer reichlich Visitenkarten parat. Trotzdem weiter, die Metropole ruft. Motto: „Gib Strom“, Gas geben geht ja nicht. So hast du noch nie eine Stadt gesehen. Garantiert. Die Hauptstadt schrumpft, 20 Kilometer sind nichts.

Verheißene 80 Stundenkilometer Topspeed reißen zwar nicht gerade den Teer auf, erlauben aber, Schnellstraßen zu befahren. Gemessen sind es später echte 73, bei bereits ziemlich leeren Batterien. Und das Treten? Einerseits macht es das Fahren hoch emotional, andererseits vergisst du es bei Konstantfahrt irgendwann, wirklich wahr. Stattdessen konzentriert man sich auf Sightseeing.

Die hohe, erhabene Sitzposition gewährt besten Überblick auf alle Attraktionen. Und auf Autofahrer. Ungläubig schauen die Überholten. An jeder Ampel gehen Daumen hoch und Scheiben runter: „Was ist das denn?“ Falls nicht, wuselt der „Human-Hybrid“ (Stefan Gulas) easy bis ganz nach vorn vorbei.

Über den breiten, konifizierten Enduro-Lenker lässt er sich spielerisch dirigieren, wie ein etwas zu schwer geratenes Mountainbike. Da fährst du um die Blechbüchsen die sprichwörtlichen Kreise. 114 Kilogramm wiegt das Vehikel, in dem neben der Tretkurbel nur noch der harte, schmale Ledersattel vom Fahrrad stammt. Er bietet leider verdammt wenig Komfort.

Viele Motorrad-Gene stecken in der unkonventionellen Konstruktion: Upside-down-Gabel, Felgen und Vierkolben-Bremsen mit Wave-Scheiben stiftete ein 80er-Crosser. Voll einstellbar sind die Federelemente, doch die von 280 auf 120 Millimeter Federweg gekürzte Gabel dürfte feiner ansprechen, ihr Losbrechmoment ist hoch.

Das liegende, per Umlenkung auf Druck belastete Fox-Federbein gibt sich von der harten Sorte. Es teilt Schlaglöcher und Gullideckel unerbittlich mit. Daran ändert auch die separat einstellbare High-/Lowspeed-Druckstufendämpfung nichts. Die schmalen, leichten Metzeler-Reifen ME 22 haften selbst bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt gut. Knackiger dürften die Bremsen zupacken.

Reichweite, Kosten und Verfügbarkeit

Nach 55 Kilometern Fahrstrecke im Stadtgebiet ist der Strom alle. Die Kälte kostet Akku-Kapazität, zumal die Bremsenergie-Rückgewinnung am Hinterrad, die sonst über einen dritten Handhebel aktiviert werden kann, bei den vorherrschenden Temperaturen unter fünf Grad sicherheitshalber abgestellt ist. Gleiches gilt wie bereits erwähnt fürs Aufladen der Akkus durch Treten.

Bei besseren Bedingungen wären angeblich 60 bis 80 Kilometer Reichweite realistisch. Stromkosten pro 100 Kilometer: etwa ein Euro. Ab diesem Frühjahr kann das jeder bei Halbtages-Touren in der Hauptstadt auf dem eROCKIT testen; sie führen zum Preis von 290 Euro an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei.

Von großer Liebe zum Detail und feiner Verarbeitung künden die eigens gefertigten Baugruppen des Berliner Kindls: feine Fräsarbeiten, CNC-gefertigte Schwinge und präzise laminierte Karbonteile. Stolze 28900 Euro kostet die coole Karre. Kein Wunder, bei dem Aufwand: An dem neuartigen Fahrzeugkonzept arbeiten seit Jahren zehn Menschen.

Sie stellen sich einen Maschinenpark in die Werkstatt, kaufen Teile zu – allein die Akkus kosten 5000 Euro – drehen, fräsen und bohren (siehe MOTORRAD 4/2009). Da dürfte selbst der Preis einer Honda Gold Wing kaum die Anlaufkosten decken. Also, wenn du einen Wunsch frei hast: eine Woche in Berlin eROCKIT fahren.

Wer mit dem E-Rockit unterwegs, darf sich stets verwunderter Blicke sicher sein - oder ist an Ihnen schon einmal ein Fahrradfahrer mit 90 Sachen vorbeigerauscht? Zauberei? Nicht ganz, denn die Beinarbeit wird nicht direkt auf das Hinterrad übertragen, sondern die Steuerlektronik empfängt die Signale der Pedale und setzt sie ungefähr im Verhältnis 50:1 in Elektrovortrieb um.

Um es einfach zu sagen: Hier wird nicht mit der Hand am „Gasgriff“ gedreht, sondern mit den Füßen. Dabei entsteht ein faszinierendes Fahrerlebnis, das seinesgleichen sucht, denn für den Fahrer fühlt sich die Vorwärtsbewegung so an, als ob er sie tatsächlich mit Muskelkraft erzeugt.

Je schneller getreten wird, desto weniger Widerstand wird den Beinen entgegegengesetzt - aber entsprechend nimmt auch das Drehmoment ab, ganz wie bei einem Fahrrad beim Herunterschalten in die niedrigsten Gänge. Wer auf der Ebene Tempo aufbauen möchte, der muss versuchen, möglichst gleichmäßig zu treten und die Pedalumdrehungen nur langsam zu steigern.

Die Befehle der Pedale werden über einen Zahnriemen nach vorne an die Sensoren abgegeben und von der Steuerelektronik an den Elektromotor und von dort über einen zweiten Zahnriemen an das 17 Zoll große Hinterrad übertragen. Im unteren Geschwindigkeitsbereich bis etwa 20 km/h bedarf es nur wenig Kraft, damit es sich leichter anfahren lässt. Dennoch will das geübt sein, weil bereits ein kurzer Tritt einen deutlichen Beschleunigungsimpuls auslöst.

Die Sitzhaltung entspricht dem eines ganz normalen Fahrrads. Die Performance des in der Spitze 22 PS (16 kW) starken Elektromotors lässt sich in drei Fahrstufen (Eco, Normal und Sport) voreinstellen, die sich spürbar unterscheiden. Die Dauerleistung gibt das Unternehmen mit knapp acht PS (5,5 kW) an. Die beiden Scheibenbremsen - vorne mit vier Kolben - packen ordentlich zu und sind den Fahrleistungen gut angepasst.

Das 120 Kilogramm wiegende E-Rockit begeistert durch seine Drei-Fach-Komponente: Es ist nicht nur umweltfreundlich motorisiert und ausreichend schnell für die Landstraße, sondern fördert gleichzeitig auch noch die körperliche Fitness. Mehr Gutes auf einmal geht schon fast nicht bei einem Fahrzeug.

Der Hersteller verspricht eine Reichweite von 120 Kilometern, die unter Alltagsbedinungen zu schaffen sein soll. Die 6,6-kWh-Batterie nimmt das komplette Rahmendreieck ein und soll binnen dreieinhalb bis vier Stunden von 20 auf 80 Prozent ihrer Kapazität gebracht werden können, sechseinhalb bis sieben Stunden sollen es bei leerem Akku sein.

Das pedalbetriebene E-Leichtkraftrad wirkt hochwertig verarbeitet, hat beispielsweise auch eine einstellbare Upside-down-Vorderradgabel mit 37 Millimetern Durchmesser. Liebe zum Detail findet sich etwa bei den in die Spiegelarme integrierten Blinkern.

Mit 11.850 Euro liegt das E-Rockit durchaus im Rahmen, zieht man das eine oder andere S-Pedelec oder Elektro-Leichtkraftrad heran. Der Hersteller kommt interessierten Kunden mit zwei Leasingoptionen mit und ohne Anzahlung entgegen.

Das „Human-Hybrid“ wurde bereits vor einigen Jahren vorgestellt. Es sieht eher aus wie ein schweres Motorrad und wiegt mit seinen 123 kg auch deutlich mehr als ein gewöhnliches E-Bike. Aber bei genauem Hinsehen sind Pedale sichtbar, dafür fehlt ein Gasgriff.

Die eROCKIT One wird 2023 als erstes straßenzugelassenes Modell der eROCKIT Systems GmbH vorgestellt. Das in Deutschland gefertigte Elektromotorrad ist als Leichtkraftrad der Klasse L3e-A1 homologiert und darf mit dem A1-Führerschein oder der B196-Erweiterung gefahren werden. Die Markteinführung erfolgt im Frühjahr 2023 in limitierter Stückzahl.

Die eROCKIT One kombiniert ein pedalbasiertes Steuerungskonzept mit einem elektrischen Direktantrieb. Die Pedale dienen dabei nicht der mechanischen Kraftübertragung, sondern fungieren als Eingabegerät für die Leistungsabgabe des Elektromotors. Dieses als „Human Hybrid“ bezeichnete System ermöglicht eine intuitive Steuerung der Geschwindigkeit durch Pedalieren. Die tatsächliche Antriebsleistung erfolgt rein elektrisch.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Hersteller 100 km/h. Die Reichweite wird mit bis zu 120 Kilometern angegeben, abhängig von Fahrweise, Gelände und Temperatur. Der fest verbaute Lithium-Ionen-Akku besitzt eine Kapazität von 5,3 kWh. Die Ladezeit an einer haushaltsüblichen 230V-Steckdose beträgt etwa 3 bis 4 Stunden. Ein integriertes Ladegerät gehört zur Serienausstattung.

Die eROCKIT One ist mit einem digitalen LC-Display ausgestattet, das Geschwindigkeit, Akkustand und Reichweite anzeigt. Die Sitzposition ist aufrecht und entspricht der eines Naked Bikes. Das Fahrzeug ist ausschließlich für eine Person zugelassen, eine Soziusmitnahme ist nicht vorgesehen.

Der Rahmen besteht aus Aluminium, die Vorderradfederung erfolgt über eine Upside-Down-Gabel, hinten arbeitet ein Zentralfederbein. Die Bremsanlage besteht aus hydraulischen Scheibenbremsen mit CBS (Combined Braking System). Ein ABS ist nicht vorhanden. Die Bereifung erfolgt mit Heidenau K80 Straßenreifen in den Dimensionen 100/80-17 vorn und 130/70-17 hinten.

Zur Serienausstattung gehören LED-Beleuchtung, ein Seitenständer mit Abschaltsensor sowie das integrierte Ladegerät. Gepäcklösungen wie Topcase oder Seitentaschen sind nicht serienmäßig und werden vom Hersteller nicht als Zubehör angeboten.

Die Garantie beträgt laut Hersteller 2 Jahre auf das Fahrzeug sowie 5 Jahre auf den Akku, begrenzt auf 50.000 km oder 1.000 Ladezyklen.

Das eRockit ist gewissermaßen beides. Beim eRockit steuert man die Geschwindigkeit über eine Tretbewegung wie bei einem Fahrrad. Doch mit dem eRockit kann man bei rund 90 km/h Höchstgeschwindigkeit sogar über die Autobahn "radeln".

Zum Fahren benötigt man daher einen passenden Führerschein. Seit Beginn des Jahres 2020 ist es auch für Pkw-Führerscheininhaber (Klasse B) in Deutschland möglich, das eRockit zu fahren. Voraussetzung sind allerdings neun Doppelstunden in einer Fahrschule (Theorie und Praxis), ein Mindestalter von 25 Jahren und fünf Jahre Fahrerfahrung mit dem Auto.

Das eRockit wird im brandenburgischen Hennigsdorf gefertigt und ist laut Hersteller mit 11.850 Euro eines der günstigsten Elektro-Motorräder aus deutscher Fertigung. Das aktuelle Modell wird in einer limitierten Sonderedition ausgeliefert. Im Leasing wird das eRockit ab 99 Euro, über eine Finanzierung ab 190 Euro angeboten.

Mit Pedalkraft auf fast 100 km/h beschleunigen und die Autobahn benutzen? Mit dem eRockit ist das möglich. Das hybride Fahrzeug aus E-Bike und Motorrad geht jetzt in die zweite Auflage. Das neue eRockit One kann bereits vorbestellt werden.

Die Auslieferung ist für das Frühjahr 2023 geplant. Das Nachfolgemodell eRockit One hat eine neue Batterie erhalten und verfügt über noch mehr Power, das jedenfalls verspricht der Hersteller. Auch soll es weitere neue Features für mehr Komfort und Fahrfreude geben.

Das eRockit verfügt über keinen Gashebel am Lenker, sondern beschleunigt ausschließlich per Pedalkraft. Anstrengend wird es trotzdem nicht - wie unsere Kollegen berichten: Je schneller man in die Pedale tritt, desto mehr erhöht sich die Geschwindigkeit. Gewicht120 Kilogramm

Technische Daten im Überblick

Hier eine Übersicht der technischen Daten des eROCKIT und der eROCKIT One:

Merkmal eROCKIT eROCKIT One (2023)
Motor Gleichstrom-Bürstenmotor aktiv luftgekühlter, bürstenloser Permanentmagnet-Synchronmotor
Leistung (Nennleistung) 8,6 kW (11,7 PS) 5 kW (7 PS)
Leistung (Peak) - 16 kW (22 PS)
Drehmoment 75 Nm ca. Maximal-Leistung 1,5 kW
Batterie 336 Lithium-Ionen-Nanophosphat-Akkus, 2,9 kWh Lithium-Ionen-Batterie, 5,3 kWh
Reichweite ca. 50-80 km bis zu 120 km
Höchstgeschwindigkeit 73-81 km/h 100 km/h
Ladezeit 3,5 Stunden 3-4 Stunden (230V)
Gewicht 123 kg 120 kg
Radstand 1465 mm 1450 mm
Preis (Deutschland) ab 12.460 EUR -
Führerschein A1 oder B196 A1 oder B196

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