Erste Hilfe Kurs Mountainbike: Unverzichtbar für jeden Biker

Stürze gehören zum Mountainbiken dazu! Was meistens gut ausgeht, kann schnell zu Notfallsituationen führen, in denen ihr euren Freunden oder wildfremden Menschen plötzlich helfen müsst.

Wer als MTB-Guide oder MTB-Fahrtechniktrainer mit Gruppen unterwegs ist, muss auch in Notsituationen handlungsfähig bleiben. Fundierte Kenntnisse im Notfallmanagement und der Ersten Hilfe sind hierfür die Grundlage. Diese Fähigkeiten eines Guides und Trainers können nicht oft genug geübt werden.

Leider mussten wir in unserer spezifischen Umfrage zum Thema Crashing mit über 2800 teilnehmenden Lesern auch feststellen, dass viel Unwissen, gefährliches Halbwissen und längst vergessene Erste-Hilfe-Kurse die Notfallsituationen unnötig verschlimmern. All das hat uns dazu bewegt, dieses Thema aufzugreifen.

Warum ein spezieller Erste-Hilfe-Kurs für Mountainbiker?

Die klassischen Erste-Hilfe-Kurse können die Besonderheiten des Outdoorsports nur eingeschränkt abbilden. Welche Vorkommnisse und Verletzungen sind typisch im Mountainbikesport? Wie helfe ich zielführend? Was mache ich, wenn der Verunfallte ungünstig liegt? Wie koordiniere und organisiere ich im Notfall die Gruppe und mich?

In diesem intensiven Modul Outdoor Erste Hilfe werden wir neben den notwendigen Erste-Hilfe Maßnahmen auch einen Schwerpunkt auf zielführende Kommunikationsstrategien im Notfall legen. In Stresssituationen müssen schnell klare Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden. Dies funktioniert unter Anwendung moderner Endscheidungsstrukturen und Kommunikationsmethoden wesentlich erfolgreicher.

Vorbereitung ist der Schlüssel

Eine simple Vorbereitung, ein bewusstes Verhalten und die richtige Prävention erspart in einer Notfallsituation viel Drama, kann Leben retten oder Folgeschäden deutlich reduzieren. Gleichzeitig lassen sich Notfallsituationen durch die richtige Vorbereitung deutlich entschärfen oder gar vermeiden, insbesondere dann, wenn wir in unwegsamem oder unbekanntem Terrain unterwegs sind.

Ob ihr bereit für das nächste Abenteuer seid, findet ihr schnell heraus, indem ihr eine eigene kurze Checkliste erstellt und diese abhakt:

  1. Eine Runde auf den lokalen Trails birgt andere Risiken als der Ausflug in einen Bikepark oder die Suche nach neuen Trails in den Alpen. Seid vorbereitet auf spontane Wetter-Umschwünge, schlechten Handyempfang und erschwerte Wege für die Rettungskräfte. Informiert euch im Voraus darüber, was die geltenden Notrufnummern sind und ob nicht sogar die Bikeregion oder der Bikepark eine spezielle Nummer hat, bei der ihr Hilfe von jemandem mit super Ortskenntnissen erhaltet.
  2. Tragt ihr ausreichend Schutzausrüstung für das Terrain, sodass ihr euch wohl und sicher fühlt? Ist euer Bike in einem guten Zustand? Ist euer Helm schon seit Jahren in Benutzung und hat bereits einiges durchgemacht? Habt ihr ein Erste-Hilfe-Kit dabei und ist euer Handy geladen, um einen Notruf abzusetzen?
  3. Fahrt mit Köpfchen und einer gesunden Selbsteinschätzung. Seid ihr alleine auf abgelegenen Wegen unterwegs, solltet ihr riskante Manöver und fiese Sprünge eurer eigenen Sicherheit zuliebe auslassen.

Handlungsfähig bleiben: Die 10-für-10-Regel

10 Sekunden für 10 Minuten ist die Lösung, wenn ihr plötzlich in einer Notfallsituation steckt und nicht mehr weiter wisst. Lasst alles stehen und liegen, atmet tief durch und nehmt euch 10 Sekunden Zeit, um über die nächsten 10 Minuten nachzudenken. Macht euch klar, worauf es jetzt wirklich ankommt und entscheidet euch für eine weitere Vorgehensweise.

Sichert die Unfallstelle, ganz besonders auf hoch frequentierten Trails und bringt eure Bikes und Ausrüstung von der Strecke, um weitere Zusammenstöße zu vermeiden. Ist das nicht möglich, solltet ihr gut sichtbar und mit ausreichend Abstand zur Unfallstelle die Strecke absperren. Erst jetzt kümmert ihr euch um den Verunfallten und klärt ab, wie ernst die Situation ist.

Den Notruf richtig absetzen

Entscheidet ihr euch dazu, externe Hilfe anzufordern, solltet ihr exakt erklären, wo ihr euch befindet oder euch mit Hilfe der Notrufleistelle orten lassen. Wo ist das Ereignis? Wer ruft an? Was ist geschehen? Wie viele Betroffene?

Lässt es die Lage zu, profitieren externe Helfer von einem gut positionierten Einweiser, der den Weg zur Unfallstelle zeigen kann. Auch mehrere Einweiser sind in solch einer Situation hilfreich, denn meist kommen mehrere Fahrzeuge zu euch und treffen zu ganz unterschiedlichen Zeiten ein, oder der Weg zur Unfallstelle ist sehr kompliziert und erfordert mehrere Posten.

Als Helfer solltet ihr nach dem Eintreffen der Rettungskräfte in der Nähe bleiben, falls diese Informationen oder eure Hilfe benötigen. Glücklicherweise sind die meisten Menschen im Falle des Falles sehr hilfsbereit und in solchen Situationen wird man oft angesprochen, ob weitere Hilfe benötigt wird.

Angebote für Erste Hilfe Kurse

In unserem festen Programm bieten wir spezifische Erste Hilfe Kurse für die unterschiedlichsten Berg- und Outdoorsport-Disziplinen im Sommer als auch Winter an.

Die Firma Alpine Erste Hilfe ist eine, durch die Berufsgenossenschaften anerkannte Erste Hilfe Ausbildungsstelle nach DGUV Grundsatz 304-001 und §19 FeV (Fahrerlaubnisverordnung). Unsere Kurse sind BG Zuschuss berechtigt. Wir erstellen offizielle Erste Hilfe Zertifikate.

Kursinhalte

  • Sofortmaßnahmen wie Druckverband, Seitenlage und Reanimation
  • Gängige Verletzungen wie Knochenbrüche, Bänderrisse, Wunden
  • Internistische Notfälle wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Asthma, Allergien
  • Hitze- und Kälteschäden
  • Wärmemanagement in Notsituationen
  • Umgang mit SAM Splint Schiene und anderen modernen Verbandmaterialien

Kommunikation in Notsituationen

In unseren Kursen legen wir neben den fachlichen Teilen der Ersten Hilfe einen großen Fokus auf zielführende Kommunikation im Notfall. In Stresssituationen müssen schnell klare Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden.

Notruf absetzen: So geht es richtig

Wer sich im alpinen Gelände oder abseits der Zivilisation in einer Notsituation befindet, muss in der Lage sein einen Notruf abzusetzen, um die professionelle Rettung zu alarmieren.

  1. Setze den Notruf ab mit den Mitteln, die dir zur Verfügung stehen, z.B. Handy oder Satellitentelefon.
  2. Beantworte die Fragen der Leitstelle.

Die wichtigste Information für die Rettungskräfte ist der Standort bzw. die Position der Unfallstelle. Grundsätzlich sollte jeder Bergsportler wissen, wo er sich befindet. Die verschiedenen Möglichkeiten der Standortbestimmung sollten regelmäßig geübt werden, damit sie im Ernstfall auch unter Stress durchgeführt werden können.

Wichtige Apps zur Standortbestimmung:

  • What3words
  • Nina (Deutschlandweit)
  • SOS EU ALP (Bayern, Tirol, Südtirol)

Auch wenn sich kaum jemand mit dem Worst Case auseinandersetzen möchte, ist er Teil unseres Sports. Die richtige Vorbereitung hilft euch, das Risiko zu reduzieren in unschöne Notfallsituationen zu geraten.

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