E-Bike Akku Explosion: Ursachen und Prävention

E-Bikes erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und stehen für nachhaltige Mobilität, technischen Fortschritt und neue Freiheit. Doch mit der Elektrifizierung des Fahrrads kommt auch eine Gefahrenquelle ins Spiel, die vielen Nutzern kaum bewusst ist: der Lithium-Ionen-Akku. Immer wieder tauchen in den Medien Berichte über brennende oder explodierende Akkus auf - sei es im Keller, in der Wohnung oder sogar während der Fahrt.

Die Realität der E-Bike-Akku-Explosionen

Die Explosion von E-Bike-Akkus ist also kein Märchen, sondern eine reale Gefahr. Tatsächlich nicht: Allein in New York gab es bereits in den ersten drei Monaten des Jahres 2023 insgesamt 59 Brände, bei denen E-Bikes als Brandursache ausgemacht werden konnten bzw. an denen E-Bikes beteiligt gewesen sind. Besonders dramatisch: 5 Menschen kamen bislang dabei ums Leben (vgl.

Doch wie hoch aber ist das Risiko, dass ein E-Bike-Akku explodiert? Was sind die Ursachen für solche Brände? Wie oft kommen sie vor und wie können Sie verhindert werden? Die Antworten finden Sie in diesem Beitrag.

Fängt ein E-Bike Akku Feuer, ist dies fast immer ein spektakuläres Medienthema. Doch handelt es sich glücklicherweise stets um einen von wenigen Einzelfällen. Ähnlich ist es bei Smartphones oder Elektroautos.

Ursachen für E-Bike Akku Explosionen

Ein hochwertiger und intakter Akkus explodiert nicht einfach, sondern für dieses Szenario kommen in der Regel mehrere Faktoren zusammen, die im schlimmsten Fall zu einer Explosion führen können (aber auch nicht zwingend führen müssen).

1. Beschädigung der Separatorschicht

Der häufigste Grund für die Explosion eines E-Bike-Akkus liegt in einem Schaden der Separatorschicht. Zu ernsthaften Probleme mit einem Akku kommt es normalerweise, wenn die Separatorschicht innerhalb des Akkus beschädigt wird. Ein Li-Ionen-Akku ist so aufgebaut, dass die Kathoden- und Anodenschichten durch eine extrem dünne Schicht, der sogenannten Separatorschicht, voneinander getrennt sind.

Diese Schicht verhindert, dass es zu Kurzschlüssen kommt. Dadurch treten Kurzschlüsse sowie unkontrollierte Energieentladungen auf. Diese können derart stark sein, dass eine regelrechte Kettenreaktion in Gang gesetzt wird: Zunächst überhitzt der Elektrolyt und fängt Feuer. Dabei wird Sauerstoff freigesetzt, was wiederum zu einer zusätzlichen Verstärkung der Reaktion führt. Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten „Thermal Runway“.

So können bspw. mechanische Schäden, hervorgerufen durch die physische Krafteinwirkung durch Stöße, Stürze etc., diese Schicht beschädigen. Aber auch Verarbeitungsfehler, minderwertige Materialqualität usw.

Bei so einem Schaden an der Separatorschicht und dem anschließenden Kurzschluss kann in kurzer Zeit sehr Energie freigesetzt werden, was wiederum eine extrem starke Hitzeentwicklung zur Folge hat. Die im Lithium-Ionen-Akku enthaltenen Elektrolyte werden in Brand gesetzt und ein Brand entsteht. Dies kann dann eine unkontrollierte Kettenreaktion in Gang setzen, den sogenannten „Thermal Runway“: Die Zersetzung des Elektrolyten setzt weitere Energie frei und zudem wird intern an der Kathode Sauerstoff freigesetzt, der die exotherme Reaktion innerhalb kürzester Zeit verstärkt.

Die oben beschriebenen Schäden der Separatorschicht führen aber nicht zwingend unverzüglich zur Explosion des E-Bike-Akkus, sondern können auch erstmal nur mit einer erhöhten Temperatur beim (Schnell-) Laden einhergehen. So kann sich nach und nach ein Problem aufbauen, das dann zur Explosion führt.

Das Tückische an diesem Effekt: Es muss keinen direkten zeitlichen Zusammenhang zwischen der Beschädigung der Separatorschicht und der Explosion geben, d.h. häufig wird die Separatorschicht beschädigt, aber die Explosion erfolgt erst (wesentlich) später.

2. Unsachgemäße Ladung

Das Laden von E-Bike-Akkus geht immer mit einer Erhöhung der Temperatur in den Zellen einher, so dass dieser Zeitraum immer kritisch ist. Bei unsachgemäßer Ladung, bspw. dem Überladen oder der Nutzung ungeeigneter Ladegeräte, kann es entsprechend zur Gefahrenentwicklung kommen und sich die E-Bike-Akkus sich so stark dabei erwärmen, dass die oben beschriebenen Explosionen entstehen können.

3. Mechanische Defekte

Wie oben bereits erläutert, sind häufig mechanische Defekte eine erste Ursache für die Explosion eines E-Bike-Akkus. Vermeiden Sie es, einen E-Bike Akku fallenzulassen. Stöße, das Herunterfallen oder Darauftreten können das Ende eines sicheren Akkus sein.

4. Überhitzung

E-Bike-Akkus mögen auch unabhängig vom Ladevorgang keine extremen Temperaturen. Hierzu gehört das Laden in sehr warmer Umgebung, unter dem Gefrierpunkt oder mit nicht vom Hersteller zugelassenen Ladezubehör. Wie die meisten E-Bikes sind auch ihre Akkus Qualitätsprodukte.

Präventive Maßnahmen gegen E-Bike Akku Explosionen

Um die Explosion eines E-Bike-Akkus zu vermeiden bzw. das Risiko für einen gefährlichen Brand so gering wie möglich zu halten, sollte man den E-Bike-Akku möglichst nicht unbeaufsichtigt laden.

Entsprechend sollte man E-Bike-Akkus, die mechanische Schäden, Verformungen etc. Schäden der Separatorschicht führen zu einem Kurzschluss innerhalb des E-Bike-Akkus, so dass ein unkontrollierter elektrischer Strom fließt.

Aufgrund der möglichen Gefahren, die insbesondere von defekten Akkus ausgehen, ist eine sichere und korrekte Lagerung der E-Bike-Akkus von großer Bedeutung. Das umfasst sowohl die Lagerung bei regelmäßiger Benutzung des Akkus, bspw. in geeigneten feuerfesten Akku-Taschen, aber ebenso die Lagerung im Winter, wenn die E-Bike-Akkus nicht so häufig zum Einsatz kommen, wo Akkus dann häufiger in Akku-Boxen gelagert werden.

Daher ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen, dass man niemals defekte, verformte oder anderweitig beeinträchtigte Akkus verwenden oder aufladen sollte, weil das Risiko der Explosion stark ansteigt. Generell gilt hier aber: Intakte Lithium-Batterien, die mit den richtigen Geräten und sachgemäß geladen werden, bergen keine erhöhte Gefahr. Allerdings erkennt man nicht immer von außen, ob eine Lithium-Batterie vollkommen intakt ist.

Auch der Aufbau des Akkus könnte Risiken bergen und eine potenzielle Gefahrenursache sein. Zum E-Bike-Akku Brandschutz gehört in jedem Fall ein Aufladen mit ausreichender Luftzirkulation in einer nicht zu warmen Umgebung. Laden Sie den Akku niemals unbeaufsichtigt.

Ob beim Laden oder für die Lagerung - der E-Bike-Akku sollte weder starker Heizungswärme noch der prallen Sonne ausgesetzt sein.

Um einen sicheren Ladevorgang zu gewährleisten, raten Fahrradexperten, den Akku nur bei Zimmertemperatur zu laden. Der Ort sollte so gewählt sein, dass keine brennbaren Gegenstände in der Nähe stehen. Zudem sollte ein Rauchmelder im Raum installiert sein. Auch die Nutzung von feuerfesten Taschen oder Kisten während des Ladevorgangs ist empfehlenswert. Diese werden im Handel angeboten. Der Ladevorgang an sich sollte nicht unbeaufsichtigt gelassen werden.

Was tun, wenn ein E-Bike-Akku in Brand gerät?

Ist es tatsächlich doch passiert und Ihr E-Bike-Akku in Brand geraten, dann bringen Sie ihn - wenn möglich - raus ins Freie. Wenn das nicht machbar ist, versuchen Sie, mit einer Decke oder einem Kissen die Luftzufuhr zu unterbinden und rufen Sie die Feuerwehr. Der Gesamtverband der Versicherer rät dringend, einen brennenden Akku nicht selbst zu löschen, sondern dies den Profis der Feuerwehr zu überlassen.

Sollte es zu einer E-Bike-Akku-Explosion kommen, ist schnelles Handeln gefragt. Gleichzeitig gilt die Devise: Selbstschutz geht immer vor. Wenn es möglich ist, sollte ein explodierter E-Bike-Akku, der beispielsweise qualmt, schnellstmöglich nach draußen und in eine feuerfeste Umgebung gebracht werden. So reduziert sich die Gefahr eines Wohnungs- oder Hausbrandes. Anschließend sollte man umgehend die Feuerwehr alarmieren und diese bereits am Telefon darüber informieren, dass es um eine E-Bike-Akku-Explosion geht.

Ist es nicht möglich, den E-Bike-Akku aus der Wohnung zu entfernen, können Sand und eine Brandschutzdecke weiterhelfen bzw. das Feuer daran hindern, sich auszuweiten. Wichtig: Löschversuche mit einem klassischen Feuerlöscher sind bei einem explodierten E-Bike-Akku wenig effektiv, denn diese können den Thermal Runway nicht verhindern, sondern sogar noch befeuern. Im Handel sind spezielle Feuerlöscher für Lithium-Ionen-Akkus erhältlich, die dank spezieller Technik wirksamer sind.

Sichere Lagerung von E-Bike Akkus

Aufgrund der möglichen Gefahren, die vornehmlich von defekten Akkus ausgehen, ist eine sichere und korrekte Lagerung der Akkus über das ganze Jahr hinweg von besonders Bedeutung. Dafür gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, bspw. in geeigneten feuerfesten Akku-Taschen, aber ebenso in Akku-Boxen bis hin zu Sicherheitsschränken für Akkus, die in der Regel Brandschutzklassen haben und so einen guten Schutz für die Umgebung bei einem Akku-Brand bzw.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, können Sie sich eine feuerfeste Box für Akkus zulegen. Es gibt eine große Auswahl an geeigneten Behältern, in denen Sie Ihren E-Bike-Akku garantiert feuerfest lagern können. Darunter sind Lösungen für den Hausgebrauch, die ab ca. 130 Euro kosten, und höherpreisige professionelle Schränke, mit denen Betriebe beim E-Bike-Akku-lagern die Brandschutz-Auflagen erfüllen. Für den sicheren Transport ohne Rad bieten sich eine E-Bike-Akku-Brandschutztasche (ab ca. 25 Euro) oder ein Akkuschutz fürs E-Bike an. Solche praktischen Schutzhüllen gegen mechanische Beschädigung gibt es bereits für ca. 10 Euro.

Umgang mit beschädigten Akkus

Ist die Fahrradbatterie sichtbar beschädigt, hatte einen harten Sturz hinter sich oder ist sichtbar aufgebläht, ist es Zeit, sich nach einer neuen umzuschauen. Wird der Akku bei einem Sturz äußerlich beschädigt, sollte dieser nicht mehr genutzt werden, sondern so schnell wie möglich zu einem Händler zur Kontrolle gebracht werden.

Die Rolle der Versicherungen

In der Hausratversicherung ist Ihr E-Bike mitversichert und auch das Inventar, das im Brandfall beschädigt wird. Sie greift aber nur, wenn der Schadensfall an Ihrem Wohnsitz eintritt - also nicht vor Ihrem Wohnhaus und auch nicht an jedem anderen Ort! Um das finanzielle Risiko zu minimieren, empfiehlt sich der Abschluss einer Fahrradversicherung. Es gibt Angebote, bei denen in der E-Bike-Versicherung der Akku wohnortunabhängig versichert ist.

Zusammenfassung

Eine E-Bike-Akku-Explosion ist möglich, tritt normalerweise jedoch niemals grundlos auf. Im Großteil der Fälle sind Explosionen von E-Bike-Akkus auf Anwenderfehler zurückzuführen. Falsches Laden, Überhitzung oder beschädigte Akkus am Ladekabel - wer diese Fehler vermeidet, senkt das Risiko für eine E-Bike-Akku-Explosion enorm. Und im Zweifelsfall: Lassen Sie sich beim Kauf Ihres neuen E-Bike-Akkus vom Händler beraten.

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