Ganz gleich, ob das Fahrrad den Winter lang stand oder bei Wind und Wetter durchgefahren wurde, zum Frühlingsanfang ist es Zeit, das Rad zu entstauben und fit für die neue Saison zu machen. „Ein gut gepflegtes und regelmäßig gewartetes Fahrrad fährt besser und macht länger Freude“, sagt Frank Schneider, Mobilitätsexperte des TÜV-Verbands. „Gleichzeitig kann ein gründlicher Frühlings-Check Defekte und Unfälle verhindern.“ Der TÜV-Verband erklärt, worauf es beim Fahrrad-Check-Up ankommt und gibt eine einfache Anleitung, mit der auch Laien sicherstellen können, dass ihr Rad sicher und reibungslos funktioniert.
Frühjahrsputz fürs Fahrrad
„Unter Schmutz und Dreck kann sich ein Riss im Fahrradrahmen verbergen oder eine fehlende Schraube übersehen werden, die Bremsbeläge greifen schlechter und auf Dauer kann sich Rost bilden“, sagt Schneider. „Eine Grundreinigung verbessert die Leistung, verlängert die Lebensdauer der Fahrradkomponenten und ermöglicht es, alle Teile des Fahrrads gründlich zu inspizieren.“ Mit etwas mildem Seifenwasser, ein paar Lappen und einer alten Zahnbürste sollte das Rad daher regelmäßig gereinigt werden. Jeglicher Schmutz, der sich am Rahmen angesammelt hat, insbesondere in den Ecken und Winkeln, sollte entfernt werden. Die Bremsbeläge, Reifen und Felgen, die Kabel und das Tretlager sollten ebenfalls feucht abgewischt werden. Auf eine Dusche mit dem Gartenschlauch sollten Fahrradbesitzer:innen verzichten - ein feuchter Lappen reicht in den meisten Fällen aus.
Nach der Reinigung sollten im nächsten Schritt alle Schrauben überprüft werden. Sitzt eine Schraube locker oder fehlt gänzlich, kann das schwerwiegende Folgen haben. Insbesondere die Schraubverbindungen am Lenker, an den Radachsen oder an der Sattelstütze sollten auf festen Sitz und eventuellen Rost kontrolliert werden.
Kette, Schaltung und Tretlager überprüfen
Die Kette, die Kettenblätter und die Schaltröllchen am Schaltwerk können mit fettlösenden Reinigungsmitteln gesäubert werden. Anschließend sollte auch die Kette auf Verschleiß und Rost kontrolliert werden. „Eine verschlissene Kette verhindert effektives Treten und beschädigt die Kettenblätter“, sagt Schneider. „Eine leichtgängige Schaltung und eine gut sitzende Kette übertragen die Kraft aus den Beinen am besten auf die Räder.“ Ist die Kette zu locker oder rostig, sollte sie in einer Fahrradwerkstatt ausgetauscht werden. Mit fettlösendem Reinigungsmittel können die Kette, die Kettenblätter und die Kassette gereinigt werden. Mit frischem Kettenöl läuft die Kette dann wie neu.
Auch die Pedale und das Tretlager sollten einmal im Jahr kontrolliert werden. Hierfür sollte die Kette vom Kettenblatt genommen werden. Wenn das Pedal gekurbelt wird, sollte kein Widerstand und keine seitliche Bewegung zu spüren sein. Anschließend sollten die Pedale und das Tretlager abgenommen werden, um sie zu reinigen und zu fetten. Damit Fahrradfahrer:innen feststellen können, ob die Gangschaltung funktioniert und die Kette nicht springt, sollten sie alle Gänge einzeln durchtesten. Das Hinterrad wird hierzu angehoben und die Pedale gekurbelt. Dreht sich das Hinterrad, werden alle Gänge manuell durchgeschaltet. Auch die Schaltkabel sollten in einem guten Zustand sein. Wenn Kerben oder Ausfransungen vorhanden sind, sollten die Kabel ersetzt werden. Lockere Kabel gilt es festzuziehen. Damit die Schaltzüge besser gleiten, können ein paar Tropfen Schmieröl helfen.
Schaltung & Antrieb pflegen
Nur mit einem gut funktionierenden Antrieb macht die Ausfahrt Spaß. Eine Kettenverschleißlehre ist ein sehr nützliches kleines Tool, um Dir anzuzeigen, wann eine Kette getauscht werden sollte, denn das kannst Du kaum per Sichtkontrolle feststellen. Falls Du die Kette erneuern musst, wirf auch einen Blick auf die Kassette und die Kettenblätter. Ein klarer Indikator für starken Verschleiß sind spitze Zähne, die kein "Dach" mehr haben - auch Haifischzähne genannt.
Zur Reinigung der Kette solltest Du keine aggressiven Mittel verwenden, da sonst sämtliche Schmierung ausgewaschen wird. Wir empfehlen hier eher ein mildes Kriechöl zum säubern, beispielsweise WD-40, Ballistol oder Brunox. Falls Du Deine Kette mit Wachs schmierst, solltest Du sie zum Säubern allerdings nur trocken abwischen, da das Wachs sonst kaum auf dem Ölfilm hält. Wenn der Antrieb sauber und nicht verschlissen ist, schalte zum Test einmal alle Gänge durch. So lassen sich eventuelle Schaltprobleme leicht erkennen. Die Schalträdchen werden oft vergessen, wenn es um die Kontrolle der Verschleißteile geht. Wenn sie in der Lagerung ausgeschlagen oder die Zähne verschlissen sind, wirkt sich das negativ auf die Schaltperformance aus. Ein Blick schadet also auch hier nicht. Der Austausch ist sehr einfach, da jedes Rädchen mit nur einer Schraube gehalten wird. Achte aber beim Ein- und Ausbau auf die richtige Zuordnung des oberen und unteren Rädchen, da sie kleine Unterschiede aufweisen. Wenn die Gänge trotz ordentlich eingestellter Schaltung nicht so richtig flutschen wollen, liegt das häufig an alten und korrodierten Zügen und/oder Außenhüllen. Wenn Du beim Durchziehen des Bowdenzuges durch die Außenhülle viel Widerstand spürst, sollten beide ausgetauscht werden.
Reifenkontrolle für eine sichere Fahrt
Um sich zu vergewissern, dass die Reifenschläuche dicht sind, müssen sie zuerst bis zum empfohlenen Luftdruck aufgepumpt werden. Halten die Reifen über Nacht den Druck, sind sie dicht. Für eine sichere Fahrt sollten sich die Räder frei und gerade drehen, ohne Achter, Schleifen oder Wackeln. Auf dem Sattel stehend oder an einer Aufhängung können die Räder gedreht werden, um zu kontrollieren, ob sie wackeln oder eiern. Sanfte Unregelmäßigkeiten können Sie am Zentrierständer mit einem Speichenschlüssel beheben. Wenn dem Rad Speichen fehlen oder der Reifen sichtbar beschädigt, gerissen oder abgenutzt ist, muss er ersetzt werden.
Bremsen auf Verschleiß und Funktion testen
„Für eine sichere Fahrradfahrt und ihr sicheres Ende sind einwandfrei funktionierende Bremsen das A und O“, sagt Schneider. Die meisten Fahrräder sind mit Felgen- oder Scheibenbremsen ausgestattet. Bei beiden Varianten sollten die Beläge regelmäßig auf Verschleiß kontrolliert werden. Bei Felgenbremsen sollten noch Rillen auf den Gummibelägen erkennbar sein. Sind die Gummibeläge abgenutzt, ist es Zeit für neue Bremsbeläge. Scheibenbremsen sollten mindestens die Dicke von drei aufeinander gestapelten Visitenkarten haben. Die Bremsen sollten nicht schleifen, wenn sie gelöst sind, aber dennoch vollen Kontakt mit der Felge des Reifens haben oder gleichmäßig auf dem Rotor aufliegen, wenn sie angezogen werden. Für den Bremstest sollte jedes Rad einzeln gedreht und die Bremse voll betätigt werden. Ab dem halben Bremshebelweg sollte der Druckpunkt erreicht werden. Muss die Bremse mit viel Kraft und voll getätigt werden, damit die Beläge greifen oder greifen die Bremsbacken nicht voll, müssen die Bremsen nachjustiert werden. Wenn die Bremshebel sich sehr leicht bis zum Lenker herunterdrücken lassen und nicht zurückschnappen, müssen die Bremskabel nachgezogen werden. Mit etwas Übung und Anleitung kann die Bremse selbst eingestellt werden, im Zweifel sollte jedoch eine Fahrradwerkstatt aufgesucht werden, denn die Bremsanlage trägt wesentlich zur Sicherheit im Straßenverkehr bei.
Auch in der hellen Jahreszeit muss das Licht am Fahrrad funktionieren
Auch im Frühjahr und Sommer können Dunkelheit und schlechte Sicht ein Problem darstellen. Daher sollte auch die Lichtanlage am Fahrrad einem Frühjahrscheck unterzogen werden. Bei einer Lichtanlage mit Nabendynamo sollten vor allem die Kabel und die Beleuchtungseinheiten überprüft werden. Sind die Leuchten kaputt, müssen sie ersetzt werden. Das Gleiche gilt für Leuchten, die von einem Speichendynamo angetrieben werden. Ist der Dynamo defekt, muss er ausgetauscht werden. Viele Radler:innen setzen mittlerweile auf batteriebetriebene und abnehmbare Lichter. Sobald es dämmert müssen die Strahler ans Fahrrad angebracht werden.
Fahrradinspektion beim Fachhändler
Eine regelmäßige Fahrradinspektion ist Pflicht. Denn auch wenn ein Fahrrad scheinbar unzerstörbar fährt und fährt und fährt, gibt es bei den Bauteilen typische Verschleißerscheinungen, die sich dein Fahrradhändler von Zeit zu Zeit anschauen sollte. Ein regelmäßiger Service ist oft günstiger, als wenn durch starke Beanspruchungen grobe Schäden an deinem Fahrrad entstehen.
Wie oft sollte ich mein Fahrrad warten (lassen)?
Wir können gut verstehen, wenn du von deinem neuen Fahrrad am liebsten nicht mehr absteigen möchtest. Geht uns ja genauso! Trotzdem ist irgendwann ein kurzer Boxenstopp nötig, um es nach den ersten Touren überprüfen zu lassen. Denn nicht nur Seilzüge können sich durch die Nutzung dehnen, auch die Funktionalität von Schaltung und Bremsen kann mit der Zeit abnehmen. Lass dein neues Rad daher etwa drei Monate nach dem Kauf von deinem Fachhändler in einer ersten Fahrradinspektion checken. Übrigens: Wenn du dein Fahrrad bei einem Fachhändler kaufst, ist der erste Service heutzutage oft inklusive.
Abseits davon gilt: Eine Inspektion deines Rads ist einmal jährlich fällig. Das gilt auch dann, wenn du in dieser Zeit nicht viel gefahren bist. Bei E-Bikes kann es durchaus sein, dass die Bremsbeläge und die Kette schon deutlich früher kontrolliert werden müssen. Weil Motoren eben meist stärker als Beine sind, führen sie zu mehr Verschleiß. Allgemein brauchen E-Bikes etwas mehr Liebe und Zuneigung.
Fahrrad-Checkliste vor Urlaubsantritt
Zur Urlaubszeit stellst du dir vielleicht die Frage, ob es Besonderheiten bei der Inspektion vor Antritt deines Fahrradurlaubs zu beachten gilt? Ein Fahrradurlaub kann eine unvergessliche und bereichernde Erfahrung sein - vorausgesetzt, du bist gut vorbereitet! Hier ist eine umfassende Fahrrad-Checkliste, um sicherzugehen, dass sowohl dein Fahrrad als auch deine Ausrüstung in bestem Zustand sind und du für jede Situation gewappnet bist.
Fahrrad-Check:
- Reifen und Räder: Überprüfe den Luftdruck und pumpe bei Bedarf nach. Untersuche die Reifen auf Abnutzung und Beschädigungen. Überprüfe die Speichen auf ihre Spannung und stelle sicher, dass keine beschädigt oder locker sind. Prüfe, ob die Felgen Risse oder Verformungen aufweisen.
- Bremsen: Überprüfe die Bremsbeläge auf Abnutzung. Kontrolliere die Bremszüge auf Risse und Korrosion. Stelle sicher, dass die Bremsen richtig eingestellt und effektiv sind.
- Schaltung: Teste alle Gänge auf Funktionsfähigkeit und justiere die Schaltung bei Bedarf entsprechend. Kontrolliere die Schaltzüge auf Verschleiß und Risse.
- Kette und Antrieb: Reinige und schmiere die Kette. Überprüfe die Kette auf Verschleißerscheinungen. Kontrolliere die Kettenblätter vorne und die einzelnen Zahnkränze hinten auf Abnutzung.
- Lenker und Sattel: Stelle sicher, dass der Lenker fest und gut justiert ist. Prüfe den Sattel auf Stabilität und den für dich passenden Sitz. Richte die Sattelhöhe und die horizontale Sattelposition nach vorne oder hinten an deine Bedürfnisse aus. Der Sattel sollte immer parallel zum Boden stehen.
- Beleuchtung und Reflektoren: Teste die Vorder- und Rücklichter, ersetze gegebenenfalls die Batterien oder lade die Akkus auf. Überprüfe, ob alle Reflektoren vorhanden, unbeschädigt und sauber sind.
- Rahmen und Gabel: Inspiziere den Rahmen auf Risse und Beschädigungen. Kontrolliere die Gabel auf Stabilität und Funktionsfähigkeit.
Ausrüstungs-Check:
- Fahrradhelm: Überprüfe deinen Helm auf Risse und Beschädigungen. Stelle sicher, dass der Helm richtig sitzt und gut angepasst ist.
- Fahrradschloss: Teste das Fahrradschloss auf Funktionalität. Nehme gegebenenfalls ein Ersatzschloss mit.
- Reparaturset: Packe Flickzeug, Ersatzschläuche und eine Pumpe ein. Nehme ein Multitool mit, das alle wichtigen Werkzeuge enthält.
- Bekleidung: Denke an wetterfeste Kleidung, einschließlich Regenjacke und -hose. Nehme bequeme und atmungsaktive Fahrradbekleidung mit. Denke an Handschuhe, Mütze und Überschuhe für kältere Tage.
- Navigation: Aktualisiere deine GPS-Geräte und Apps. Nehme physische Karten als Backup mit.
- Verpflegung und Wasser: Packe ausreichend Snacks und Energieriegel ein. Vergewissere dich, dass du ausreichend Trinkwasser mitführst.
- Erste-Hilfe-Set: Packe ein kompaktes Erste-Hilfe-Set für kleinere Verletzungen ein.
Vor der Abreise:
- Dokumente: Nehme Ausweisdokumente, Versicherungskarten und Notfallkontakte mit. Bewahre eine Kopie deiner Reiseroute und wichtige Telefonnummern auf.
- Notfallplanung: Informiere jemanden über deine geplante Reiseroute und ungefähre Ankunftszeiten. Habe einen Notfallplan für unvorhergesehene Ereignisse.
- Finanzen: Stelle sicher, dass du genügend Bargeld und Kreditkarten mitführst.
Diese Checkliste kann dir helfen, optimal vorbereitet in deinen Fahrradurlaub zu starten. So kannst du deine Fahrrad-Reise in vollen Zügen genießen!
Gibt es beim Fachhändler unterschiedliche Inspektionen?
Es gibt eine kleine und große Fahrradinspektion. Je nach Arbeitsumfang kann sich diese auch hinsichtlich der Kosten unterscheiden. Für E-Bikes gibt es ebenfalls eigene Services, die Motor, Akku und Software miteinbeziehen. Die oben angesprochene jährliche Wartung sollte eine große Fahrradinspektion sein, in der dein Fachhändler dein Rad auf Herz und Nieren prüft.
Servicepakete bei unseren Trek Stores
| Level | Service | Empfohlen | Preis | Inhalt |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Der kleine Service | Alle 25 Stunden Fahrzeit | 69.99 EUR | Bremsen justieren und ausrichten, Justierung und Ausrichtung der Schaltung, Alle Schrauben mit richtigem Drehmoment nachziehen |
| 2 | Der große Service | Alle 50 Stunden Fahrzeit | 139.99 EUR | Einschließlich aller Servicearbeiten von Level 1, Gründliche Reinigung des Antriebs, Laufrad vertikal und lateral zentrieren, Innenlager inspizieren, Fahrradreinigung und Polieren |
| 3 | Der Neuaufbau | Alle 100 Stunden Fahrzeit | 299.99 EUR | Einschließlich aller Servicearbeiten von Level 1 und Level 2, Demontage und gründliche Reinigung aller Teile, Neue Züge, Zughüllen und Lager, Umfangreiche Laufradzentrierung, Austausch der Abstreifer und Dichtungen und Ölwechsel an Federgabel und Hinterbaudämpfer |
Hinweis: Kosten für Ersatzteile sind nicht im Preis des Servicepakets enthalten. Die Preise können für Fahrräder mit Federung abweichen.
Zusätzliche Serviceangebote für E-Bikes (27 EUR)
Unsere Servicepakete sind auch für E-Bikes geeignet! An E-Bikes können die gleichen Arbeiten durchgeführt werden wie an herkömmlichen Fahrrädern. Wir bieten darüber hinaus jedoch einige zusätzliche Services für E-Bikes an, die speziell auf deren elektrischen Systeme abgestimmt sind.
- Zusätzlicher E-Bike-Service: Software-Update, Austausch des Akkus oder Motors durch entsprechendes Neuteil
Du bist dir nicht sicher, welcher Service für dein E-Bike notwendig ist? Rufe deinen Fahrradladen an oder besuche ihn, um mehr über dessen Serviceangebote für E-Bikes zu erfahren.
Tipp: Am besten planst du deinen Service im Winter ein. Da ist in den Werkstätten weniger los und es gibt oft Spezialangebote. Außerdem ist dein Rad dann wieder fit für die nächste Saison. Innerhalb der Saison lohnt es sich, rechtzeitig anzufragen. So kannst du deine Zeit ohne Fahrrad gut planen und bist dir auch sicher, dass du einen Termin findest.
Was gehört zu einer Fahrradinspektion?
Fahrradinspektionen können sehr unterschiedlich sein. Je nachdem, was an deinem Rad zusätzlich gemacht werden muss. Es gibt allerdings eine bundesweite einheitliche Checkliste, die unter anderem vom VSF (Verbund Service und Fahrrad e.V.) entwickelt wurde. Diese umfasst dreizehn größere Punkte wie Rahmen, Lenker, Sattel und so weiter. Diese werden dann in insgesamt mehr als hundert einzelne Arbeits- und Prüfungsschritte aufgliedert. Die komplette Auflistung findest du am Ende dieses Artikels.
Wie viel kostet eine Fahrradinspektion?
Die Kosten einer Fahrradinspektion variieren je nach Fachhändler, Arbeitsumfang und auch je Radtyp. Die Wartung eines Rennrads beispielsweise unterscheidet sich immerhin von der eines Citybikes. Gemäß unseren Händlern fallen folgende Kosten an:
- Kleine Fahrradwartung: circa 50-70 €
- Große Fahrradwartung: circa 80-140 €
- Wartung bei E-Bikes: circa 100-200 €
Diese Angaben beziehen sich nur auf die Kosten für die eigentliche Inspektion. Wenn ein Austausch von (größeren) Bauteilen notwendig ist, erhöht sich der Preis entsprechend.
Wir empfehlen dir eine Fahrradinspektion bei einem Händler durchzuführen. Mit unserer Händlersuche findest du schnell einen Laden in deiner Nähe.
Kann ich die Fahrradinspektion selber machen?
Fahrradinspektionen sollte ein Fachhändler durchführen. Denn dieser hat das Know-how, um Schäden oder mögliche Gefahren schnell zu erkennen. Das Auto bringst du schließlich auch regelmäßig zur Inspektion, selbst wenn du kleinere Arbeiten selbst durchführen kannst.
Aber natürlich solltest du als Radfahrer:in einige Handgriffe kennen, um dein Fahrrad selber reparieren zu können. Damit stehen dir kleinere Mängel nicht im Weg, wenn du spontan auf eine Radtour gehen möchtest und du wirst nicht von platten Reifen ausgebremst. Grob gesagt genügt es, wenn du regelmäßig alle Schrauben, die Bremsbeläge, die Kette und den Luftdruck kontrollierst. Wenn du dir nicht sicher bist, ob deine Bremsbeläge das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben oder die Kette einen Spitzer Öl verträgt, fragst du am besten deinen Händler um Rat. Nebst den kleinen Wartungen spielt aber auch die Reinigung eine wichtige Rolle. Dein treuer Begleiter sieht danach nicht nur besser aus, sondern trägt auch keine Schäden davon, die durch Dreck an den Verschleißteilen entstehen können.
Werkzeug für die kleine Fahrradwartung zu Hause
Je nach Fahrradtyp ist verschiedenes Werkzeug für die Fahrradwartung vonnöten. Besorge dir auf jeden Fall einen Maulschlüssel- sowie einen Imbus-Satz. Je nach Modell kann sich auch ein T25 lohnen. Optional gibt es auch Drehmoment-Schlüssel mit passenden Aufsätzen. Außerdem sollten bei dir zuhause auf keinen Fall eine Luftpumpe, Flickzeug und Reifenheber fehlen.
Fahrrad-Wartungsplan: Intervalle zur Inspektion von Bauteilen
Dieser Wartungsplan ist für den normalen Gebrauch des Fahrrades ausgelegt. Wenn du dein Fahrrad überdurchschnittlich stark beanspruchst oder bei Regen, Schnee oder im Gelände fährst, empfehlen wir eine häufigere Wartung.
Hinweis: Wenn ein Bauteil deines Fahrrads nicht funktioniert, dann repariere es sofort oder wende dich an einen Fachhändler. Beschädigte Teile sind immer vor einer Fahrt zu ersetzen, damit du sicher ans Ziel kommst.
So kannst du vorgehen
Prüfe dein Rad sorgfältig und fahre erst dann, wenn alle Probleme behoben sind.
- Monatlich: Alle Befestigungsschrauben (Lenker, Vorbau, Gabel, Sattel etc.) an deinem Fahrrad prüfen und gegebenenfalls nachziehen. Tipp: Achte darauf die Schrauben nicht zu überdrehen.
Wer sein Fahrrad im Winter länger nicht benutzt hat, sollte es vor der ersten Tour im Frühjahr reinigen sowie Lampen, Bremsen und andere wichtige Teile prüfen. Einen Basis-Check bieten zwar auch Fahrradwerkstätten zu Preisen ab 50 Euro an, die Wartezeiten sind aber im Frühjahr häufig lang. Viele kleinere Reparaturen können Laien mit dem entsprechenden Werkzeug selbst durchführen. Ein sauberes Rad sieht nicht nur besser aus, es fährt vor allem besser und verschleißt nicht so schnell. Deshalb zunächst das Fahrrad von Staub und Straßenschmutz befreien. Hochdruckreiniger sind nicht geeignet, denn der Druck kann das notwendige Fett aus Lagern spülen oder Schmutz hineindrücken. Mit einer gut geschmierten Kette fährt das Rad besser. Kette und die Ritzel mit einem trockenen Lappen weitgehend von Fett und Schmutz befreien und danach gut ölen. Dafür eignet sich spezielles Fahrradöl, aber auch günstiges Motoröl fürs Auto tut seinen Dienst. Dabei darauf achten, dass kein Öl auf den Boden tropft. Überschüssiges Öl mit einem Lappen von der Kette wischen. Wenn sie viel Rost angesetzt hat, muss sie ausgewechselt werden. Jetzt prüfen, ob alle Schrauben und Muttern fest sitzen und gegebenenfalls nachziehen. Das gilt besonders für die Verbindungen an Sattel und Lenker. Sind die Reifen platt, muss nicht immer ein Loch schuld sein. Nach mehreren Wochen verlieren Schläuche stets etwas Luft. Zunächst also die Reifen aufpumpen. Der optimale Luftdruck beträgt bei normalen Straßenfahrrädern etwa 3,5 bis 4 Bar, der Höchstwert steht meist auf dem Reifen. Mit einem gut aufgepumpten Reifen rollt das Rad spürbar leichter. Zu wenig Luft schadet außerdem Reifen, Schlauch und Felge. Gut eingestellte Bremsen sind ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit. Zunächst prüfen, ob die Beläge auf den sogenannten Bremsschuhen noch ausreichend dick sind. Wenn keine Querrillen mehr zu erkennen sind, austauschen. Bei Scheibenbremsen sollten die Beläge nicht weniger als einen Millimeter dick sein. Die Bremsen müssen sich leicht betätigen lassen und wieder öffnen, ohne an der Felge beziehungsweise Bremsscheibe zu schleifen. Bremsgriffe und -züge vorsichtig ölen. Achtung: Es darf kein Öl auf Beläge oder Felgen kommen. Eine fest installierte Fahrradbeleuchtung ist nicht mehr vorgeschrieben. Allerdings müssen alle Räder vorn einen weißen und hinten einen roten Reflektor haben. Die Reifen benötigen seitliche Leuchtstreifen, alternativ Reflektoren zwischen den Speichen. Auch die Pedalen müssen mit Reflektoren ausgestattet sein. Bei Fahrten in der Dunkelheit ist eine Lichtanlage mit Vorder- und Rücklicht notwendig. Das dürfen auch Leuchten zum Anstecken sein. In dem Fall prüfen, ob Batterien oder Akkus ausreichend geladen sind. Falls es Probleme mit der fest verbauten Lichtanlage gibt, liegt es häufig an einem defekten Kabel, bei Nabendynamos sitzt zudem oft der Stecker nicht richtig fest im Dynamo. Neben der Beleuchtung ist auch eine Klingel gesetzlich vorgeschrieben. Nach diesen Arbeiten ist es Zeit für eine Probefahrt. Dabei zeigt sich, ob die Schaltung noch gut funktioniert und sich die Gänge präzise einlegen lassen. Hakt es bei einer Nabenschaltung, können auch Laien meist mit Stellschrauben am Schalthebel für Abhilfe sorgen. Eine Kettenschaltung mit vielen Gängen korrekt einzustellen, erfordert dagegen einige Übung. Im Internet finden sich dazu zahlreiche Anleitungen. Auch für E-Bikes gilt: Kette putzen, ölen und den Luftdruck kontrollieren. Eine Pedelec-Inspektion kann man in einer Fachwerkstatt machen lassen, wenn man sich nicht genau auskennt. Fahrrad-Akku grundsätzlich bei Raumtemperatur und nicht vollständig aufladen, das verlängert die Lebensdauer. Ideal ist nach Angaben des Herstellers Bosch ein Wert zwischen 30 und 60 Prozent. Das gilt auch für den Fall, dass der Akku längere Zeit gelagert werden muss. Wer sein Fahrrad regelmäßig selbst reparieren oder warten möchte, sollte sich einige Werkzeuge anschaffen. Ein Großteil davon findet sich bereits in den meisten Werkzeugkästen. Luftpumpe (evtl.
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