Wer einen Bandscheibenvorfall oder gar eine Bandscheiben-OP hatte, stellt sich häufig die Frage, ab wann er wieder Sport treiben darf.
Grundsätzlich ist es wichtig, die Wirbelsäule sowie Muskulatur zu stabilisieren und die intramuskuläre Koordination zu verbessern.
Wichtig: Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt, wenn Sie nach einem Bandscheibenvorfall oder einer Bandscheiben-OP wieder Sport treiben möchten.
Die Bedeutung von Fahrradfahren nach einer Bandscheiben-OP
Fahrradfahren ist erwiesenermaßen eine der besten Sportarten, die man nach einem Bandscheibenvorfall ausüben kann. Es hält die Wirbelsäule mobil, fördert die Versorgung der Bandscheiben und löst dabei keine Stoßbelastungen aus.
Im Gegensatz zum Joggen, Laufen, Reiten oder Spielsportarten, eignet sich das Training auf einem Fahrrad optimal, um den Bewegungsapparat schonend zu trainieren und gleichzeitig schnell wieder fit zu werden.
Das Besondere am Fahrradfahren ist, dass diese Art des Rückentrainings kleine Muskelgruppen im Bereich der Wirbelsäule beansprucht und stärkt. Die Stabilisierung der Rückenmuskulatur ist ein angenehmer Nebeneffekt, der sich durch regelmäßiges Fahrradfahren, mindestens eine bis zwei Stunden in der Woche, ohne zusätzliches spezielles Rückentraining erreichen lässt.
Wann kann man nach einer Bandscheiben-OP wieder mit dem Radfahren beginnen?
Bereits sechs Wochen nach einer Bandscheiben-OP können Sie wieder Radfahren - sofern Ihr Arzt aufgrund Ihrer individuellen Diagnostik nichts anderes empfiehlt.
Achten Sie zu Beginn aber darauf, möglichst ebene Strecken ohne Steigungen zu wählen. Es ist wichtig, dass keine Stöße auf den Rücken ausgeübt werden - eine Mountainbike-Tour sollte daher zunächst nicht auf Ihrer Agenda stehen.
Um Unebenheiten zu vermeiden, bietet sich auch das Indoor-Radfahren auf einem Heimtrainer an.
Worauf sollte man beim Radfahren nach einer Bandscheiben-OP achten?
Es ist wichtig, einige Punkte vor und während des Fahrradfahrens zu beachten:
- Das Fahrrad richtig einstellen: Damit der Rücken beim Fahrradfahren optimal trainiert wird, muss das Rad richtig eingestellt sein. Sowohl die Sitzhöhe als auch die Lenkstange sollten dann so eingestellt werden, dass der Oberkörper in eine leicht vorgebeugte Haltung kommt. Das Becken muss nach vorne gekippt werden.
- Die richtige Körperhaltung: Die richtige Körperhaltung ist beim Fahrradfahren für eine gesunde Wirbelsäule äußerst wichtig. Im Bereich der Lendenwirbelsäule ist der Trainingseffekt am Größten. Ist das Becken beim Fahrradfahren nach vorne gekippt, kommt es in der Rückenmuskulatur zu einer Vorspannung. Dadurch wird die Wirbelsäule in ihre natürliche S-Form gebracht.
- Richtige Bein- und Armhaltung auf dem Rad: Die Beine sollten beim Radfahren in der unteren Pedalposition nicht ganz durchgedrückt, sondern leicht angewinkelt sein. In der oberen Pedalposition sollte das Knie nicht mehr als 90 Grad angezogen sein. Das ist besonders wichtig, um die Kniegelenke zu schonen. Der 90-Grad-Winkel ist auch das Idealmaß für das Verhältnis zwischen Armen und Rücken, da es eine optimale Muskelbeanspruchung gewährleistet und die Handgelenke vor zu hoher Druckbelastung schützt. Die Ellbogen sollten beim Radfahren nicht durchgedrückt, sondern ebenfalls leicht angewinkelt sein. Der Lenker ist optimal eingestellt, wenn die Arme leicht angewinkelt und die Handgelenke nicht abgeknickt sind.
Hierbei ist es sehr wichtig, dass Sie auf Ihren Körper hören und nichts tun, was sich nicht gut anfühlt. Dann sollten Sie Ihren Orthopäden oder Hausarzt hinzuziehen.
So lässt sich in der Verbindung von Fahrradfahren und Rückentraining vor allem der Bewegungsmangel ausgleichen, den unsere moderne Lebensweise oftmals mit sich bringt.
Spezielle Fahrräder für Menschen mit Rückenproblemen
VanRaam Fahrräder haben einzigartige Eigenschaften die das Radfahren beim Bandscheibenvorfall unterstützen.
Als Hersteller von Spezialfahrrädern, die für Menschen geeignet sind, die eine Behinderung haben, aber auch für Menschen, die sich nicht mehr trauen, hat vanRaam verschiedene Fahrräder im Sortiment, die Ihnen beim Weg zur Mobilität helfen können.
Das Balance Tiefeinstiegsrad
Das Balance Tiefeinstiegsrad ist ein Fahrrad von vanRaam mit niedrigem Einstieg. Dieses Fahrrad hat einen speziell entwickelten Rahmen, der es ermöglicht, bequem zu fahren und beide Füße auf den Boden zu setzen, ohne absteigen zu müssen.
Das Balance ist in verschiedenen Rahmenhöhen erhältlich. Und wie alle anderen vanRaam Fahrräder kann das Balance mit verschiedenen Optionen, wie etwa Tretunterstützung, ausgerüstet werden.
Weitere Fahrradtypen von vanRaam:
- Dreiräder: Für Personen, die nicht mehr auf einem gängigen Fahrrad fahren können.
- Rollstuhlfahrräder: Um einen Rollstuhlfahrer auch mit dem Fahrrad transportieren zu können.
- Tandems: Um das Radfahren gemeinsam zu genießen.
- Parallel Tandems: Für gute Kommunikation während der Fahrt.
- Elektromobil-Dreirad: Für Menschen mit unbeständiger Kondition.
- Transportfahrräder: Für Kinder oder Erwachsene, die nicht alleine am Verkehr teilnehmen können oder wollen.
Sportliche Aktivitäten nach stabilisierenden Eingriffen an der Lendenwirbelsäule
Stabilisierende und überwiegend versteifende Eingriffe an der Lendenwirbelsäule werden nötig, wenn beispielsweise anlage-verschleiß- oder überlastungsbedingte, auf konservative Therapie nicht ansprechende Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule vorhanden sind.
Operationen an der Wirbelsäule stellen für Patienten in der Regel eine größere psychische Belastung dar als Operationen am übrigen Bewegungsapparat. Da ist einerseits eine diffuse Angst vor dem minimalen Risiko einer Querschnittlähmung, die wir als Wirbelsäulenchirurgen sehr ernst nehmen.
Die Indikationsstellung zur Operation an der Wirbelsäule bedarf deshalb neben der detaillierten Aufklärung über das Operationsprinzip und die damit verbundenen Risiken einer klaren Vermittlung des zu erwartenden Ergebnisses sowie eines strukturierten Zeitplans der postoperativen Rehabilitation mit den entsprechenden körperlichen Aktivitäten bis hin zum Sport. Die Patienten sind sehr interessiert an diesen Informationen.
Da weltweit die Nachbehandlung in der Wirbelsäulenchirurgie, genauso wie in anderen chirurgischen Disziplinen, nicht leitlinienartigen Prinzipien folgt, ist deren Ablauf für Patienten oft schwer nachvollziehbar.
Stabilisierung bei Spondylolyse und Pedikel-Insuffizienzfraktur
Die Diagnose der Spondylolyse und/oder Pedikel-Insuffizienzfraktur manifestiert sich durch Schmerzen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule, die bevorzugt bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen auftreten.
Bei frustraner konservativer Therapie mit Krankengymnastik, Sportverbot, Schmerzmedikation und bedarfsweise einer äußeren Stabilisierung mit einer Orthese über mindestens 3 Monate ergibt sich in etwa für 20% der Betroffenen die Notwendigkeit zur operativen Stabilisierung.
Diese Stabilisierung kann bei unauffälliger Darstellung der Bandscheibe und fehlenden Verschleißveränderungen im Bereich der Wirbelgelenke die Bewegung erhaltend durch eine modifizierte Direktverschraubung nach Morscher erfolgen.
Die Mobilisation erfolgt bereits ab dem Tag der Operation unter krankengymnastischer Anleitung. Nach einem stationären Aufenthalt von 4 bis 5 Tagen kann das Krankenhaus sicher verlassen werden. Äußere Hilfsmittel wie Mieder, Korsette oder Gehstützen werden nicht benötigt.
Die ersten vier Wochen nach der Operation konzentrieren sich krankengymnastisch auf Gehschule und Koordinationsförderung. Nach Fadenzug zwischen dem 12. und 14. Tag können im Rahmen der Physiotherapie der Fahrradergometer und der Crosstrainer bereits eingesetzt werden. Auch forciertes Gehen, wie Nordic Walking, ist zu diesem Zeitpunkt bereits möglich.
Nach 4 Wochen beginnt die intensivierte Rehabilitation mit Krankengymnastik, manueller Therapie, Ergotherapie und ergänzendem Gerätetraining. Dabei wird zu Beginn auf geringe Gewichte und hohe Frequenzen geachtet. Das Heben und Tragen von Lasten ist in den ersten 3 Monaten auf 5 kg begrenzt.
Nach Abschluss der intensivierten Rehabilitation mit einer Dauer von 3-4 Wochen folgt dann erneut Krankengymnastik am Gerät. Parallel dazu kann bereits mit erweiterten sportlichen Aktivitäten wie Fahrradfahren im Außenbereich und leichtem Joggen auf dem Laufband oder auf gedämpftem Boden (beispielsweise eine Tartanbahn) begonnen werden.
3 Monate postoperativ kann das Gewicht auf 10 kg gesteigert werden und das Training intensiviert werden. Die Schwerpunkte liegen zu diesem Zeitpunkt auf Lauftraining und Techniktraining.
Nach 5 bis 6 Monaten kann bei Mannschaftssportarten in das Alltagstraining wieder eingestiegen werden.
Stabilisierung bei verschleißbedingten Veränderungen
Die Mehrzahl der notwendigen operativen Stabilisierungen betrifft verschleißbedingte Veränderungen in der Lendenwirbelsäule, die meist eine Kombination aus schmerzhaftem Verschleiß der Wirbelgelenke, Höhenverlust der Bandscheiben mit und ohne Vorwölbung und eine Einengung des Rückenmarkskanals und/oder der Nervenwurzelabgänge.
Die Patienten sind naturgemäß im mittleren bis fortgeschrittenen Lebensalter. Bei diesen Patienten stellen sich in der Regel andere Anforderungen an sportliche Aktivitäten. Leistungssport wird eher selten betrieben.
Die durchgeführte stabilisierende Operation, bei der die hintere Säule durch eine Rahmenkonstruktion mit einem Schrauben-Stab-System abgesichert, das Bandscheibenfach ausräumt und über einen sogenannten Cage von innen abgestützt wird, ist im behandelten Segment nicht Bewegung erhaltend wie das oben dargestellte Verfahren bei Jugendlichen. Es handelt sich um eine versteifende Operation.
Der Beginn der postoperativen Rehabilitation ist jedoch absolut identisch zur oben angegebenen Therapie. Die Mobilisation ist grundsätzlich auch ab dem Operationstag möglich. Teilweise erfolgt sie jedoch erst am Folgetag. Das Behandlungsergebnis ist, wie bei der Direktverschraubung, sofort stabil für Bewegungen und die krankengymnastische Übungstherapie.
Hilfsmittel wie Mieder oder Korsette kommen auch nach diesem Verfahren nicht zur Anwendung. Die Mobilisation erfolgt im Krankenhaus unter krankengymnastischer Anleitung.
Auch bei diesem Verfahren liegt der Schwerpunkt in den ersten 4-6 Wochen auf Koordinationsförderung und Gehschule. Bereits nach Fadenzug kann auch mit Anwendung im Wasser oder mit Schwimmen begonnen werden. Die Hebe- und Traglast ist in den ersten 3 Monaten auf 5 kg beschränkt.
Die intensivierte Rehabilitation beginnt ebenfalls nach 4-6 Wochen nach dem gleichen Konzept wie oben. Im Anschluss an die intensivierte Rehabilitation ist das Fahrradfahren im Außenbereich sicher möglich. Wanderungen mit leichtem Gepäck sind dann ebenfalls möglich.
Sportliche Rotationsbewegungen der Lendenwirbelsäule jenseits von Alltagsbewegungen sollten für 6 Monate postoperativ unterbleiben. Nach Sicherung durch eine radiologische Kontrolle kann ab diesem Zeitpunkt behutsam begonnen werden, diese unter Aufsicht wieder aufzunehmen.
Weitere Empfehlungen für die Zeit nach der Operation
- Nach der Operation sollten Sie noch nicht allein aufstehen, da eine Sturzgefahr durch Schwindel bestehen könnte. Das erste Aufstehen nach der OP findet nur in Begleitung des Pflegepersonals statt.
- Das Pflegepersonal wird Sie in regelmäßigen Abständen nach Schmerzen fragen.
- Falls Sie eine Drainage und/oder einen Blasenkatheter liegen haben, werden diese in der Regel am ersten bzw. zweiten Tag nach der OP entfernt.
- Sitzen sollten Sie vermeiden, dürfen dies allerdings anfangs zum Essen. Dies kann beschwerdeabhängig gesteigert werden.
- Gehen ist die beste Schmerzmedizin und ein gutes Training. Deswegen empfehlen wir Ihnen mehrmals über den Tag verteilt zu gehen.
- Duschen ist erst nach 48 Stunden nach der OP wieder gestattet. Bitte geben Sie hierzu dem Pflegepersonal Bescheid, da nach dem Duschen der Verband gewechselt werden muss.
- Vermeiden Sie Bauchlage, nur Rücken- und Seitenlage ist empfehlenswert.
- Mit Krankengymnastik können Sie erst 14 Tage nach Ihrer OP beginnen.
- Sport mit Drehbewegungen der Wirbelsäule sowie Kontaktsportarten sollten Sie erst frühestens 3 Monaten nach der OP wieder aufnehmen.
Zusammenfassend zeigt sich klar, dass ein detailliertes Aufklärungsgespräch, das nicht nur die Operationstechnik erläutert, sondern auch die Nachbehandlung beleuchtet und gemeinsame Ziele definiert, die Rückkehr zum Sport auch auf dem vorhergehend ausgeübten Niveau ermöglicht.
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