Fahrradtransport im Flugzeug: Sicher und unbeschadet ans Ziel

Kaum etwas birgt so viele Tücken, wie wenn man sein Fahrrad im Flugzeug mitnehmen will. Wer mit dem Rad die Welt entdecken möchte, aber nicht in Deutschland starten kann, weil er nicht Monate lang Zeit hat für seine Reise, ist darauf angewiesen, Fahrrad und Gepäck im Flugzeug zu transportieren.

Die richtige Vorbereitung

Will man mit dem Fahrrad ins Flugzeug, gibt es einiges zu beachten. Jede Fluggesellschaft ist anders und hat unterschiedliche Bedingungen für die Mitnahme von Fahrrädern. Damit dein erster Flug mit dem Fahrrad reibungslos von statten geht, habe ich in diesem Artikel 5 Tipps zusammengestellt, die bei Flugreisen mit Fahrrädern hilfreich sein können:

  1. Die Lufthansa beschränkt das Gewicht z.B.
  2. Reinige dein Bike vor Reisebeginn.
  3. Kennzeichne dein Fahrrad eindeutig.
  4. Wenn du beispielsweise Reisegepäckversicherung abschließt, solltest du dich informieren, ob diese auch für etwaige Transportschäden oder für den Verlust des Fahrrads in angemessener Höhe aufkommt.

Wenn möglich, solltest du den Karton also erst am Flughafen packen. Egal, für welche Methode du dich entscheidest, bei allen wirst du dein Fahrrad im Vorfeld teilweise zerlegen müssen. Die „Fahrradverpackung“ kann zusätzlich noch von innen gepolstert werden, um empfindliche Teile wie Schaltwerk, Bremshebel oder den Lack des Rahmens zu schützen. Du kannst Hohlräume im Fahrradkarton- oder koffer noch zusätzlich mit Kleidung oder Bikepacking-Taschen füllen, so sorgst du für mehr Polsterung und sparst dir die Aufgabe von zusätzlichem Gepäck.

Diese Informationen sollten nicht nur gut sichtbar auf dem Koffer, der Fahrradtasche oder dem Karton angebracht sein, es empfiehlt sich, auch den Rahmen entsprechend zu kennzeichnen - sicher ist sicher.

Transportkonditionen und Versicherungsschutz

Die Transportkonditionen unterscheiden sich oft je nach Fluggesellschaft und Flugstrecke. Da das Fahrrad durch die Airlines meist nur unzureichend versichert ist, empfiehlt sich eine passende Reisegepäck- oder Fahrradversicherung. Tipp: Oftmals deckt die Hausratversicherung mit einer sogenannten Außenversicherung auch den Schutz von Sportgeräten ab. Ein Anruf bei deinem Versicherer kann Klarheit schaffen. Eventuell ist es gar nicht notwendig, eine separate Versicherung abzuschließen.

Noch vor rund 20 Jahren konnte man bei manchen Airlines mit dem Fahrrad unangemeldet zum Check-in kommen. Das Sportgepäck wurde oft kostenlos mitgenommen. Diese lockeren Zeiten sind endgültig vorbei. Die Bestimmungen für Mitnahme und Verpackung unterscheiden sich von Airline zu Airline.

Anmeldung und Buchung

Praktisch alle Fluggesellschaften verlangen die vorherige Anmeldung eines Fahrrades, am besten gleich bei der Buchung oder spätestens zwei bis drei Tage vor Abflug - entweder online, per Telefon oder im Reisebüro. Dabei lässt sich auch klären, ob auf dem Flug überhaupt Fahr­räder mitgenommen werden. Auf bestimmten Strecken, vor allem wo kleine Flugzeuge eingesetzt werden, sind keine Räder im Gepäck zugelassen.

Wichtig ist auch zu wissen, ob bei einem Umsteigen die Fluggesellschaft gewechselt wird und dadurch eventuell andere Bestimmungen gelten. Wenn Fahrräder erst beim Check-in angemeldet werden, kann von der Airline der Transport abgelehnt werden, oder es wird zumindest eine erhöhte Gebühr verlangt. Bei der Fahrradanmeldung sollte man sich auch gleich über Transportkosten, Verpackungsvorschriften, Höchstgewicht und Gepäckmaße informieren.

Bei den meisten Fluggesellschaften gilt das Fahrrad als Sport- oder Sondergepäck, das gegen eine fixe Gebühr mitfliegt. Bei manchen Airlines wird das Gewicht des Fahrrades mit dem Freigepäck verrechnet. Wenn das Gewicht des Fahrrades und der Ausrüstung (Kleidung, Werkzeug, Packtaschen etc.) das Freigepäck übersteigt, muss Übergepäck bezahlt werden. Schweres Fahrradgepäck kann deshalb auf einem Fernflug pro Strecke schon mal über 400 Euro kosten. Ein genauer Vergleich der Beförderungsbedingungen und -kosten kann viel Geld sparen.

Vorbereitung und Verpackung

Bis auf wenige Fluggesellschaften, wie Lufthansa, verlangen alle eine Verpackung im Fahrradkoffer, Fahrradkarton oder in der Fahrradtasche. Außerdem: Lenker quer stellen (90 Grad), Luft aus dem Reifen lassen (50%), Pedale abschrauben, lose Teile wie Pumpe, Satteltasche, Radcomputer etc. abnehmen.

So wird das Reiserad sicher verpackt

  • Im Fahrradgeschäft einen alten Fahrradkarton besorgen
  • Luft aus den Reifen lassen (ca. 50 %)
  • Umwerfer vorne auf das kleinste Kettenblatt schalten
  • Pumpe, Trinkflasche, Radcomputer, Satteltasche abnehmen und im Gepäck verstauen
  • Vorderrad für den Transport ausbauen. Distanzhalter in die Gabel klemmen zum Schutz gegen Verbiegen
  • Bei Scheibenbremsen einen Brems-Distanzhalter zwischen die Bremsbeläge klemmen
  • Lenker ohne Lösen der Schrauben um 90 Grad nach rechts drehen
  • Brems- und Schaltgriffe nach unten drehen, damit sie nicht überstehen
  • Pedale abschrauben und zusammen mit dem Schnellspanner z.B.

Im Prinzip kein größeres Problem, wenn man diverse Details beachtet und genügend Reisebudget aufbringt. Die Transportpreise erreichen vor allem bei Fernflügen mit Liniengesellschaften mittlerweile Dimensionen, dass sich viele Fernradler schon überlegen, eventuell vor Ort ein Fahrrad zu kaufen oder zu leihen. E-Bikes und Pedelecs werden aus Sicherheitsgründen von den meisten Airlines gar nicht transportiert.

Check-in und Sperrgepäck

Immer rechtzeitig am Flughafen sein, da das Fahrrad nach Anbringen des Gepäckabschnittes noch zum Sperrgepäckschalter (Bulky Luggage) gebracht werden muss, und der liegt oft am anderen Ende der Abflughalle. Für manche Flüge wird auch ein Vorabend-Check-in angeboten.

Radkoffer oder Fahrradtasche?

Für lange Reisen mit dem Flugzeug oder dem Zug, bei denen Sie Ihr Rad nicht die ganze Zeit im Auge behalten können, empfehlen sich robuste und abschließbare Fahrradkoffer. Befürchten Sie, dass Ihr Gepäck während des Reisewegs besonders beansprucht wird, sollten Sie für einen optimalen Schutz Ihres Rads einen Hard Case aus besonders schlagfestem Material wählen. Diese Radkoffer sind regelmäßig mit einem soliden Rahmen, zusätzlichen Stoßstangen oder Kantenschutz versehen. Eine gute Alternative sind Fahrradkoffer beziehungsweise Fahrradtaschen aus flexiblen, reißfesten Materialien mit zusätzlichen Metall- oder Kunststoffverstärkungen und aufwendigen Polsterungen. Hochwertige Modelle verfügen regelmäßig über Fixiergurte im Innenraum und zusätzlichen eigenen Stauraum für Pedale, Sattel, Laufräder oder andere Fahrradteile. Dadurch bleibt jedes Teil gut geschützt an seinem Platz. Die zusätzlichen Sicherheitskomponenten bei Radkoffern und -taschen bringen zwar etwas mehr Gewicht auf die Waage. Leichtlaufende Rollen und stabile Tragegriffe sorgen aber dafür, dass das zusätzliche Gewicht ohne Mühe zu handhaben ist.

Eine Fahrradtasche, die auf zusätzliche Verstärkungen, Polsterungen und Innenraum-Extras verzichtet, ist zwar leichter, kann aber Stöße und Schläge nur begrenzt abfangen.

Ob ein Mountainbike, ein Rennrad oder ein Crossbike auch in die gewünschte Transporthülle passt, finden Sie dank unserer Maßübersichten schnell und übersichtlich in den Produktbeschreibungen. Die Maße sollten gut zur Geometrie Ihres Rades passen, damit es sicher vor Kratzern und Beschädigungen verstaut werden kann und nichts wackelt oder klappert.

Radkoffer im Test

Wer mit dem eigenen Renner ins Trainingslager möchte, braucht einen guten Koffer. Grundsätzlich gibt es zwei Varianten: als klassische Hartschalen-Radkoffer oder als Radtaschen aus robustem (Nylon-)Stoff. Erstere bringen ein klares Plus in Sachen Schutz, benötigen aber sowohl vor Ort im Hotelzimmer oder in der Ferienwohnung wie auch im eigenen Keller deutlich mehr Platz als eine Radtasche, die sich bei Nichtgebrauch meist deutlich kleiner zusammenfalten lässt.

Hier werden sieben Radkoffer vorgestellt und getestet:

Produkt Preis Gewicht Maße
B&W International Bike.Bag 2.0 529 Euro 9,5 kg 136 x 85 x 30 cm
Elite Borson 699 Euro 11,8 kg 130 x 90 x 36 cm
Evoc Sports Road Bike Bag Pro 945 Euro 12,1 kg 139 x 91 x 50 cm
PRO Transporttasche Mega 659,95 Euro 9,3 kg 135 x 21 x 81 cm
Scott Bike Transport Road/ Tri Tasche 999,95 Euro 13,2 kg 152 x 50 x 105 cm
Thule RoundTrip 799,95 Euro 12,6 kg 124 x 33 x 85 cm
Topeak PakGo EX 799,95 Euro 11,8 kg 120 x 35 x 80 cm

Ein wichtiger Aspekt ist das One-Piece-Cockpit. Kurz: Wir empfehlen allen Besitzern von One-Piece-Cockpits, sich nach einem Radkoffer umzusehen, der so viel Platz bietet, dass das Cockpit dranbleiben kann.

Es ist definitiv ratsam, rechtzeitig vor der Abreise einmal "zur Probe" zu packen. Nur dann könnt ihr sichergehen, dass alles funktioniert wie gewünscht.

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