Fahrradgarage selber bauen: Eine detaillierte Anleitung

Wohin mit dem Fahrrad, wenn in der Garage kein Platz ist und der Keller ungeeignet ist? Die Lösung: eine selbstgebaute Fahrradgarage. Dieser abschließbare Unterstand schützt Ihr Fahrrad nicht nur vor Wind und Wetter, sondern auch vor Diebstahl.

Welche Arten von Fahrradgaragen gibt es?

Bevor Sie mit dem Bau einer Fahrradgarage, einer Fahrradbox oder eines Bikeports beginnen, sollten Sie sich überlegen, welche Art von Unterstand Sie bevorzugen.

Fahrradbox

Fahrradboxen sind eine kompakte Alternative, wenn nur wenig Platz vorhanden ist. Sie können entweder frei im Vorgarten platziert oder direkt an die Hauswand geschoben werden. Meist passen ein oder zwei Räder in die Box. Durch die geringe Bauhöhe - viele Modelle sind nur 1,50 m hoch - beeinträchtigen sie die Sicht aus dem Erdgeschossfenster nicht. Zudem sind sie optisch weniger dominant als ein Fahrradschuppen. Die Tür ist abschließbar. Besonders komfortabel sind Fahrradboxen mit Klappdeckel, der sich nach oben öffnen lässt.

Vorteile:
  • Platzsparend
  • Abschließbar
  • Weniger dominant als ein Schuppen
Nachteile:
  • Begrenzter Platz
  • Ggf. unkomfortabel beim Hantieren

Fahrradschuppen & Fahrradgarage

Ein Fahrradschuppen ist größer als eine Fahrradgarage. Während die Fahrradgaragen oder Fahrradboxen oft nur 1,50 Meter hoch sind, kann man sein Rad in den Fahrradschuppen reinschieben und dabei aufrecht gehen. Für einen Schuppen braucht ihr daher automatisch mehr Material.

Vorteile:
  • Abschließbare Tür
  • Fahrräder sind von außen nicht sichtbar
  • Bietet volle Stehhöhe
  • Auch Lastenräder, Fahrradanhänger oder Bobbycars lassen sich bequem unterbringen
Nachteile:
  • Ggf. Baugenehmigung erforderlich

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Fahrradgarage aus Holz selber bauen

Hier bekommen Sie die komplette Anleitung, damit Sie Ihre eigene Fahrradgarage selber bauen können.

Schritt 1: Vorbereitung der Holzteile

Bevor es ans Lackieren geht, müssen alle Holzteile sauber sein. Lege sie alle nebeneinander und entferne Staub und Schmutz mit einem trockenen oder leicht feuchten Tuch. So hält die Farbe später besser.

Schritt 2: Pfostenanker einbetonieren

An den Ecken und - je nach Größe Ihrer DIY-Fahrradgarage - in der Mitte der Seitenwände sowie der Rückwand betonieren Sie die Pfostenanker ein. Heben Sie dazu Löcher von 50 x 50 cm Größe und 50 cm Tiefe aus. Hängen Sie die Pfostenschuhe über eine horizontal eingelegte Leiste in das Loch. Richten Sie sie so aus, dass sie im rechten Winkel zueinander stehen. Rühren Sie den Beton mithilfe der Bohrmaschine mit Rührquirl an und gießen Sie ihn in die Löcher. Glätten Sie anschließend die Oberfläche mit einer Kelle. Prüfen Sie mit der Wasserwaage, ob die Pfostenanker senkrecht ausgerichtet sind.

Schritt 3: Stützpfosten setzen und verschrauben

Setzen Sie die Stützpfosten in die Pfostenanker, richten Sie sie aus und fixieren Sie sie mit Schraubzwingen. Damit später ein Dach mit Gefälle entsteht, sollten die Pfosten auf einer Seite länger sein. Der Pfosten in der Mitte der Rückwand ist etwas kleiner als die der kurzen Seitenwand. Bohren Sie die Verschraubungslöcher vor.

Schritt 4: Querverbinder anschrauben

Bringen Sie die unteren Querverbinder in 40 cm Höhe zwischen den Stützpfosten an. Fixieren Sie sie unter- und oberhalb mit Winkeln und Schrauben. Pro Querverbinder benötigen Sie vier Winkel. Setzen Sie dann die oberen Querverbinder auf und schrauben Sie sie ebenfalls mit Winkeln an.

Schritt 5: Dach bauen

Damit die Dachbalken oben und unten gut aufliegen, müssen sie eingekerbt werden. Sägen Sie sie an beiden Enden etwa 1,6 cm tief ein. Setzen Sie dann einen waagerechten Schnitt. Befestigen Sie die Dachbalken mit Winkeln an den Querverbindern. Sichern Sie sie an der Vorder- und Rückseite der Fahrradgarage zusätzlich mit langen Flachverbindern, die Sie an Dachbalken, Querverbinder und Pfosten schrauben. Setzen Sie die OSB-Platte auf und verlegen Sie Dachpappe darauf.

Schritt 6: Rückwand und Seiten verkleiden

Die Seiten und die Rückwand der Fahrradgarage werden mit Profilbrettern verkleidet. Die Nut muss dabei nach oben zeigen, damit später kein Wasser eindringen kann. Sie können die Bretter entweder verschrauben oder unsichtbar mit Profilkrallen befestigen. Letztere werden um die Nutwangen gelegt und verdeckt angenagelt oder angeschraubt.

Schritt 7: Tür einbauen und Holzschutz aufbringen

Bringen Sie an den Möbelbauplatten je drei Ladenbänder sowie den Doppeltorüberwurf an. Schrauben Sie dann an die vorderen Pfosten des Fahrradhäuschens je drei Aufschraubkloben. Hängen Sie die beiden Türflügel ein. Damit Ihre Fahrradgarage Wind und Wetter trotzen kann, benötigt sie noch einen Anstrich mit einer Holzschutzlasur oder -farbe. Zu guter Letzt können Sie noch ein Schloss anbringen.

Schritt 8: Farbe vorbereiten

Füllen Sie die WAGNER W 590 FLEXiO mit der gewünschten Farbe. Machen Sie einen kurzen Sprühtest auf einem Stück Pappe oder Holz, um die richtige Einstellung zu finden. Falls nötig, passen Sie die Einstellungen entsprechend an.

Schritt 9: Material richtig positionieren

Am besten legen Sie die Holzteile auf eine flache Arbeitsfläche, möglichst etwas erhöht. So können Sie bequem sprühen, ohne sich ständig bücken zu müssen und beim Beschichten entstehen keine Farbnasen.

Schritt 10: Alle Teile beschichten

Jetzt wird gesprüht! Die großen Flächen lackieren Sie gleichmäßig, die Kanten können Sie mit der Detail-Einstellung der WAGNER W 590 FLEXiO bearbeiten. Kleinere Teile legen Sie am besten nebeneinander, damit Sie sie in einem Durchgang sprühen können. So werden alle Teile mühelos und schnell beschichtet.

Schritt 11: Trocknen lassen & zweite Schicht auftragen

Lassen Sie die erste Farbschicht gut trocknen. Falls nötig, tragen Sie eine zweite Schicht auf, um eine perfekte Deckung zu erzielen.

Schritt 12: Fahrradgarage zusammenbauen

Nun geht’s ans Bauen! Zuerst den Boden, dann die Seitenwände und die Rückwand miteinander verbinden. Achten Sie darauf, dass alles stabil verschraubt ist.

Schritt 13: Türen montieren

Befestigen Sie die Türen mit Scharnieren an der Fahrradgarage. Prüfen Sie, ob sie sich leicht öffnen und schließen lassen.

Schritt 14: Dachpappe anbringen

Damit Ihr Fahrradschuppen auch von oben wasserdicht ist, bringen Sie die Dachpappe an.

Weitere Tipps und Überlegungen

  • Standort: Sinnvoll ist es, die Fahrradgarage im Vorgarten bzw. in der Nähe des Hauseingangs aufzustellen. So ist das Bike schnell einsatzbereit, ohne dass Sie es erst durch den gesamten Garten schieben müssen.
  • Material: Je hochwertiger Ihr Fahrrad ist, desto massiver sollten die Wände sein.
  • Dach: Damit Regenwasser abfließen kann, benötigt das Dach ein leichtes Gefälle. Bei Holzkonstruktionen empfiehlt sich eine Abdichtung, beispielsweise mit Dachpappe.
  • Belüftung: Eine Fahrradbox sollte nie komplett luftdicht sein, damit das Fahrrad abtrocknen kann.
  • Sicherheit: Der Schließmechanismus sollte eine hohe Sicherheitsstufe besitzen.

Fundament

Soll die Fahrradgarage lange halten, dann braucht sie einen ebenen und festen Untergrund. Bei einem einfachen Fahrradunterstand oder Bikeport genügt es, wenn du den Boden aushebst, die Stützpfosten einbetonierst, die Fläche mit Splitt füllst und anschließend mit einer Rüttelplatte verdichtest. Ein Fahrradschuppen oder eine Fahrradgarage sind um einiges schwerer als eine Fahrradbox. Ein solides Betonfundament verhindert, dass sich das Häuschen über die Zeit hinweg absenkt.

Baugenehmigung

Möchten Sie eine kleinere Fahrradbox bauen, brauchen Sie im Normalfall keine Baugenehmigung. Eine größere Fahrradgarage ab 10 m³ muss unter Umständen genehmigt werden.

Versicherung bei Diebstahl

Fahrraddiebstahl ist in der Regel über die Hausratversicherung abgedeckt. Der Versicherungsschutz greift aber nur, wenn das Bike aus der Wohnung oder einem anderen abgeschlossenen Raum - das kann beispielsweise ein Keller, eine Garage, ein Fahrradschuppen oder eine Fahrradbox sein - gestohlen wurde.

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