Wer auch in der dunklen Jahreszeit gerne mit dem Fahrrad, Gravelbike oder E-Bike unterwegs ist, weiß gute, wärmende Kleidung und eine zuverlässige Regenjacke zu schätzen. Unverzichtbar sind vor allem Handschuhe, denn nichts ist unangenehmer als kalte, fast taube Finger. IMTEST stellt die besten Fahrrad-Handschuhe mit Zusatzfunktion vor, darunter beheizbare und blinkende Modelle.
Beheizbare Handschuhe im Test
Mountainbiken im Winter könnte so schön sein, wenn nicht nach kurzer Zeit Hände und Füße frieren würden. Mit beheizbaren Handschuhen soll das Problem gelöst werden.
Wie funktionieren beheizbare Handschuhe?
Die Modelle von HeatPerformance® wärmen durch Heizelemente (feine Drähte), die in allen Fingern und auf dem Handrücken verteilt sind. Damit soll sich die Wärme über die ganze Hand verteilen und auch die schlechter durchbluteten Fingerspitzen erreichen. Betrieben wird die Heizung elektrisch über einen Akku (7,4 V - 2600 mAh Lithium), der an der Innenseite der Bündchen in einer Tasche verstaut wird.
HeatPerformance® Fahrradhandschuhe "ALLROUND" im Test
Ich habe die Fahrradhandschuhe “ALLROUND” HeatPerformance® mit Akku für dich getestet. In der Vergangenheit war ich immer mit einem Paar normalen MTB-Winterhandschuhen und zusätzlich dünnen Unterziehhandschuhen aus Merinowolle unterwegs. Je nach Temperatur ging das für 1 bis 1,5 Stunden gut.
Lieferumfang und erster Eindruck
Darin ist folgender Lieferumfang enthalten:
- Die Handschuhe selbst
- zwei Akkus (einen für jeden Handschuh)
- 1 Ladegrät, mit dem beide Akkus zeitgleich geladen werden können
- Gebrauchsanleitung
Die Handschuhe wirken sehr hochwertig verarbeitet. Als Material wird auf einen Mix aus Nylon-Lycra, TPU und Neopren gesetzt, das soll die Handschuhe wasserdicht machen. Im Inneren der Handschuhe wird Baumwolle verwendet, die sich sehr weich und bequem anfühlt.
Beim getesteten Modell handelt es sich um sogenannte Gauntlet Handschuhe, die über die Handgelenke reichen und mit einem breiten Abschlussbündchen versehen sind. Diese breiten Bündchen sind für Mountainbike-Handschuhe sicher ungewöhnlich, sind aber wegen des Akkus unverzichtbar.
Der Akku wird im Abschlussbündchen verstaut. Dieser wird mit einem Kabel, das fest im Handschuh integriert ist, verbunden und dann in der mit einem Reißverschluss verschließbaren Tasche verstaut. Zum Laden wird der Akku also vom Handschuh getrennt und mit dem Ladegerät verbunden.
Etwas nervig: das Laden erfolgt nicht über USB oder USB-C, sondern der Akku kann nur mit dem mitgelieferten Ladegerät geladen werden, sodass dieses immer dabei sein muss. Nach vier Stunden laden sind die Akkus einsatzbereit.
Passform und Tragekomfort
Die Dicke der Handschuhe würde ich als „mittel“ bezeichnen. Sie sind nicht so dick wie Skihandschuhe, aber auch nicht so dünn wie normale Winter-Fahrradhandschuhe.
Die Passform ist für meine Hand etwas ungewöhnlich: Die Finger der Handschuhe könnten etwas länger und der Daumen etwas kürzer sein. Aber das ist sicher von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Die Bewegungsfreiheit der Finger ist trotz der Heizdrähte sehr gut, sie sind kaum zu spüren. Zu spüren ist jedoch der Akku, der ist mit 89 Gramm ein kleines Schwergewicht. Das ist zu Beginn recht ungewohnt, aber nach einiger Zeit merke ich ihn nur noch selten.
Die Handschuhe im Praxistest
Wie schlagen sich die Handschuhe im kalten süddeutschen Winter? Beim Mountainbiken haben sie mir auf Runden mit 2-3 Stunden gute Dienste geleistet. Selbst auf höchster Stufe hält der Akku ausreichend lange.
Die Wärmeleistung tritt nach 30 Sekunden ein und hängt stark von der gewählten Stufe ab, die sich an der Außenseite der Bündchen einstellen lässt. Auf Stufe 1 wird lediglich das Auskühlen der Hände herausgezögert und das nicht mal sonderlich lange. Auf Stufe 2 und 3 tritt dann eine merkliche Erwärmung ein.
Durch die weiche Fütterung sind die Handschuhe sehr gemütlich. Die Hände sind am Lenker in einer sehr exponierten Position und kühlen deshalb bei mir sehr schnell aus. Das verhindern die Handschuhe zuverlässig. Das erhöht den Fahrspaß beim Biken im Winter deutlich.
Die Handflächen sind gummiert und sorgen für super Grip am Lenker. Auch die drei Wärmestufen sind sehr nützlich und das Dilemma, entweder zu warme oder zu kalte Handschuhe zu tragen ist damit vom Tisch.
Zum Schluss noch ein kleiner Wermutstropfen: die Handschuhe können nur per Handwäsche gewaschen werden. Da die Teile nach jeder Bike-Tour sehr dreckig sind, ist das nicht nur zusätzliche Arbeit, es dauert auch mehrere Tage, bis die Handwärmer wieder trocken sind.
Vorteile und Nachteile der HeatPerformance® Handschuhe
- Vorteile:
- Gute Wärmeleistung
- Hochwertige Verarbeitung
- Lange Akkulaufzeit
- Nachteile:
- Nur Handwäsche
- Kein Laden via USB möglich
- Schwerer Akku
Heißes Duell: Ekoi vs. Sealskinz
Im stern-Praxistest standen sich zwei Paar beheizbare Handschuhe für Radfahrer und Wintersportler gegenüber: Ekoi vs. Sealskinz. Leider stoßen selbst die dicksten Handschuhe bei eisigen Minusgraden an ihre Grenzen.
Sealskinz vs. Ekoi
Auf den ersten Blick kommt der Sealskinz Cycle Glove etwas sportlicher und Fahrrad tauglicher daher. Der Heat Concept 5 von Ekoi würde rein optisch dagegen auch als Ski-Handschuh durchgehen. Das liegt vor allem am großzügigen Schaft, der am Unterarm sogar noch mit einer Gummikordel festgezurrt werden kann.
Sealskinz verzichtet auf den ausladenden Schaft, was etwas eleganter aussieht. Dafür spendierte man den Handinnenflächen und Fingern weiches Leder. Auch der Rest macht einen hochwertigen Eindruck. Der Handschuh soll 100% wasserdicht sein. Ekoi lässt das Leder weg.
Das wichtigste Feature der beiden Testprodukte haben die Hersteller etwa mittig in der Nähe des Daumens auf dem Handschuhrücken platziert. Sealskinz' Heizbutton ist etwas dezenter designt. Ekoi punktet neben einer aufgedruckten farbigen Legende in Grün, Orange und Rot und entsprechenden LEDs auch mit einer Ladestandanzeige.
Beide Handschuhe werden mit je zwei separat verpackten Akkus geliefert. Auch die Ladegeräte gehören zum Lieferumfang. Schön: Beide sind mit einer LED ausgerüstet, die grün leuchtet, sobald die Akkus voll aufgeladen sind. Das dauerte bei den offenbar nur teilweise geladenen Akkus der Testmodelle einige Stunden.
Tabelle: Ekoi vs. Sealskinz
| Feature | Ekoi Heat Concept 5 | Sealskinz Heated Cycle Glove |
|---|---|---|
| Einsatzbereich | MTB, Rennrad, Wintersport | Radsport |
| Material | Oberseite: 94% Polyamid, 6% Elasthan Innen: 100% Polyester | Außen: 50% Leder, 46% Polyester, 4% Elasthan Innen: 92% Polyester, 8% Aluminium |
| Gewicht/Paar (inkl. Akkus) | 353 g | 379 g |
| Größen | S, M, L, XL | S, M, L, XL |
| Wasserfest | Ja | Ja |
| Touchscreen kompatibel | Nein | Nein |
| Heizstufen | 3 (30 / 35 / 40 Grad Celsius) | 3 |
| Akkus | 2 (á 2200 Ah / 7,4 V) | 2 (á 2200 Ah / 7,4 V) |
| Akku-Laufzeit lt. Hersteller | 1,5-4 Stunden (je nach Heizstufe) | 5-6 Stunden |
| Ladezustandsanzeige | Ja | Nein |
Praxistest: Tragekomfort und Handhabung
Beide getesteten Handschuh-Paare lassen sich bequem auch ohne Akkus tragen. Kalte Finger bekamen wir nach einer halben Stunde im Hamburger Winter trotzdem. Aus praktischen Gründen verstecken beide Hersteller die Akkus im Schaft ihrer Handschuhe.
Ekoi entschied sich dafür, seine Akkus in einer Tasche auf der Oberseite des Schafts zu verstecken. Sealskinz hat sein elastisches, dennoch etwas knapp bemessenes, Akku-Fach dagegen auf der Handunterseite platziert. Das Anstöpseln der Akkus dauerte nur ein paar Sekunden.
Beim Anziehen wurde schnell klar, welche Idee praktischer ist. Während die Hände beim Ekoi-Modell trotz Akkus problemlos durch das elastische Bündchen rutschten, stellte sich der sportliche Schaft von Sealskinz eher als problematisch heraus. Auch beim Ekoi Heat Concept 5 stimmte die Passform. Der großzügig dimensionierte Schaft und der Kordelzug sind aus unserer Sicht die bessere Lösung.
Heizleistung im Test
Ekoi gibt für die drei Heizstufen des Heat Concept 5 Richtwerte von 25, 30 und 35ºC an. Sealskinz verzichtet auf Temperaturangaben und verspricht eine Laufzeit von 5-6 Stunden an.
Ergebnisse des Temperaturtests
| Ekoi Heat Concept 5 | Sealskinz Heated Cycle Glove | |
|---|---|---|
| Starttemperatur | 21ºC | 21ºC |
| 35ºC nach | 10'10 Min. | 9'25 Min. |
| Temperatur nach 60 Min. | 35ºC | 38ºC |
| Akku leer (Heizstufe 3) | nach ca. 2 Stunden | nach ca. 2,5 Stunden |
Die Akkus waren komplett aufgeladen. Ekoi erreichte mühelos die auf der Verpackung angegebenen Werte. Nach einer halben Stunde zeigte das Thermometer satte 47 Grad Celsius. Wichtigste Erkenntnis: Beide Modelle heizen das Innere in Heizstufe 3 binnen zehn Minuten auf 35 Grad Celsius auf.
Fazit
Auf der höchsten Heizstufe halten die Akkus bei Sealskinz und Ekoi mindestens zwei Stunden durch, wobei die Sealskinz-Packs in unserem Test etwas mehr Ausdauer bewiesen. Im Praxistest gefiel uns der Ekoi Heat Concept 5 etwas besser. Der ließ sich komfortabler anziehen und verschließen. Beim Sealskinz Cycle Glove schien uns der Schaft insgesamt etwas zu knapp bemessen. Pluspunkte sammelte Sealskinz dagegen beim Radfahrtest. Hier fühlten wir uns dank dem eingearbeiteten Leder auf der Handschuh-Innenseite an Bremsen und Schaltung sicherer. Deshalb empfehlen wir dieses Modell für den Weg zur Arbeit oder kleine Radausflüge an Winter-Wochenenden.
Weitere beheizbare Handschuhe im Überblick
Neben den bereits genannten Modellen gibt es noch weitere beheizbare Handschuhe auf dem Markt:
- Upwell von SealSkinz: Wasserdichte und beheizbare Handschuhe für frostige Tage. Bis zu sechs Stunden Warmhaltezeit.
- APPFUSHI Beheizbare Handschuhe: Mit fünf Temperaturstufen für individuelle Wärmeregulierung.
- SAVIOR beheizbare Handschuhe: Halten bis zu acht Stunden warm.
- Sun Will SG041: Bietet eine maximale Temperatur von 65,5 °C und kann auch als Unterhandschuh getragen werden.
Weitere nützliche Fahrrad Gadgets für den Winter
Neben beheizbaren Handschuhen gibt es noch weitere Gadgets, die das Radfahren im Winter angenehmer machen können:
- Flash2bsafe Überzieh-Handschuh mit Pfeilblinkern: Für zusätzliche Sicherheit im Straßenverkehr.
- Rockbros Lenkerstulpen: Wasserabweisend und mit Fleece gefüttert für warme Hände ohne Handschuhe.
- THE HEAT COMPANY Merino Liner Pro: Mit Extra-Tasche für Handwärmer und Touchscreen-Bedienung.
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