Der Sommer naht und die Abenteuerlust steigt - doch wie bringt man das geliebte Fahrrad bequem und sicher ans Ziel? Egal, ob im oder am Pkw, moderne Transportlösungen wollen es besonders einfach machen. Hier finden Sie die besten Tipps und Tricks rund um den idealen Fahrradtransport, damit Sie stressfrei auf die nächste Tour starten können!
Viele sind mittlerweile vom normalen Fahrrad auf ein Pedelec umgestiegen. Und viele nehmen den elektrisch unterstützten Drahtesel mit in den Urlaub. Dank eingebautem Rückenwind lässt sich die Landschaft auf ausgedehnten Touren besonders leicht erkunden und genießen. Zumal die steife Brise auf dem Deich oder der steile Anstieg im Gebirge ihren Schrecken verlieren. Mit dem E-Bike können auch Senioren trotz mäßiger Fitness noch längere Strecken zurücklegen.
Verschiedene Transportmöglichkeiten für Fahrräder am Auto
Ob für den Kurztrip oder die längere Reise - Fahrräder mit dem Pkw zu transportieren, erfordert die richtige Wahl der Mitnahmemethode: auf dem Dach, im Innenraum, auf der Anhängerkupplung oder am Heck. Jede Methode hat spezifische Vor- und Nachteile, die je nach Fahrzeugtyp und individuellen Bedürfnissen abzuwägen sind.
- Dachträger: Bieten freie Sicht nach hinten und ungehinderten Zugang zum Kofferraum, erhöhen jedoch den Luftwiderstand und damit den Spritverbrauch. Zudem kann das Heben der Fahrräder aufs Dach umständlich sein.
- Innenraum: Fahrräder im Innenraum sind vor Wetter und Diebstahl geschützt und ideal für größere Fahrzeuge, beanspruchen jedoch Platz für Mitfahrer und Gepäck und bergen das Risiko von Verschmutzungen.
- Anhängerkupplung: Ein Träger an der Anhängerkupplung erleichtert das Beladen und hat kaum Einfluss auf den Luftwiderstand und den Spritverbrauch. Voraussetzung dafür ist jedoch eine vorhandene Anhängerkupplung, und das zusätzliche Gewicht kann die Fahrdynamik beeinflussen.
- Heckträger: Sind kostengünstig, dafür jedoch kompliziert zu befestigen. Zudem beeinträchtigen sie den Zugang zum Kofferraum.
Fahrradtransport im Auto
Einfach das Fahrrad in den Kofferraum schmeißen? Prinzipiell kein Problem. In modernen Kombis passen locker zwei Räder rein, oft müssen Sie dann nur den Lenker um 90° eindrehen und die Rückbank umklappen. Gewichtslimits wie bei den anderen Trägern gibt's hier nicht, entscheidend ist die Zuladung Ihres Autos. Für spontane Ausflüge mit dem Rad in unseren Augen eine prima Möglichkeit - für den Sommerurlaub zu zweit hingegen aber oft schon ein Problem, wenn man nicht gerade einen Kastenwagen fährt. Denn oft muss das Hinterrad raus, dass dann ordentlich gesichert auch irgendwo im Auto untergebracht werden soll. Auch dreckige Räder sind im Innenraum eine echte Sünde, auch wenn man sich hier mit Decken behelfen kann.
- Kein Gewichtslimit für Ihr (E-)Bike
- Kein Sprit-Mehrverbrauch
- In aller Regel Platz für zwei, oft auch drei Fahrräder
- Meist mit Teildemontage Ihres Rades verbunden
- Nicht jeder Pkw hat geeignete Sicherungsmöglichkeiten
- Meist drastisch weniger Platz im Innenraum
Fahrradtransport auf dem Dach
Früher war es die Transportmöglichkeit schlechthin: Fahrräderträger auf dem Dach. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sobald ein Auto eine Dachreling hat, können Sie dank Querstreben und Fahrradträgern auch sofort Ihr Rad mitnehmen. Aber auch Fahrzeuge ohne Reling können Querträger montieren, je nach Pkw-Hersteller gibt es hier entsprechende Lösungen für die Dachholme. Insgesamt ist die Mitnahme auf dem Dach gar nicht mal so teuer - jedenfalls im Vergleich mit modernen Trägern für Anhängerkupplung, und erst recht, wenn Sie eine nachrüsten müssten.
- Vergleichsweise kostengünstige Trägersysteme
- Quasi für jedes Autodach geeignet
- In aller Regel Platz für zwei, oft auch drei Fahrräder
- Rad muss je nach PKW in luftige Höhe gehievt werden
- E-Bike-Mitnahme wegen Gewichtslimit nur bedingt möglich
- Deutlicher Mehrverbrauch, windanfällig
Fahrradtransport auf der Anhängerkupplung
Komfortabler geht es kaum: Hat Ihr Auto eine Anhängerkupplung, können Sie sich einen von vielen Fahrradträgern für ebendiese kaufen. Einfach den Träger auf dem Kugelkopf montieren, Fahrräder auf dem Träger festmachen - fertig. Dank meist 60 Kilo Zuladung (einige können weniger, seltener mehr tragen) ist diese Transportform voll E-Bike-tauglich. Aber: Kupplungsträger sind teuer, erst recht, wenn Sie eine Anhängerkupplung nachrüsten müssen. Und: nicht jedes Modell bietet problemlosen Zugang zu Ihrem Kofferraum.
- Voll E-Bike-tauglich
- Sehr komfortable Beladung
- Geringer Sprit-Mehrverbrauch
- Teuer, besonders wenn Kupplung nachgerüstet werden muss
- Je nach Modell eingeschränkter Kofferraumzugang
- Meist auf zwei Fahrräder limitiert
Fahrradtransport auf dem Heck
Günstig - aber gut? Unserer Erfahrung nach nicht. Heckträger-Systeme sind verlockend, da überwiegend recht günstig in der Anschaffung - aber Systeme für den Kofferraumdeckel haben in unseren Augen nur Nachteile. Sie sind aufwendig zu installieren, können den Lack zerkratzen, haben eine eingeschränkte Zuladung und lassen Sie nicht mehr an den Kofferraum. Systeme für Transporter wie einen VW T6 sind wenig besser - bei ähnlichen Nachteilen. Wir würden von dieser Art des Transports für normale Pkw definitiv abraten.
- Teilweise günstige Trägersysteme
- Aufwendige Installation
- Sehr hohe Kratzergefahr
- Für E-Bikes quasi ungeeignet
- Kein Kofferraumzugang
- Eingeschränkte Sicht nach hinten
Wichtige Aspekte beim Transport von E-Bikes
Das liegt unter anderem am vergleichsweisen hohen Gewicht der Bikes: Akku, Elektromotor sowie der massive Rahmen bringen einige Kilos auf die Waage. Schon zwei Exemplare können leicht die Zentnergrenze überschreiten. Da für den Fahrradtransport häufig Heckträger an der Anhängerkupplung verwendet werden, überschreiten dann schon zwei Pedelecs die Stützlast mancher Anhängerkupplungen, die meist zwischen 50 und 100 Kilogramm liegt. Neben den Fahrrädern selbst ist bei der Berechnung der Zuladung auch das Gewicht des Trägers zu berücksichtigen.
Eventuell empfiehlt sich eine Neuanschaffung, da mittlerweile eine Reihe von Fahrradträgern speziell für den Transport von E-Bikes angeboten werden. Werden die Gewichtsgrenzen beim Transport von Pedelecs nur geringfügig überschritten, kann es oft ausreichen, die schweren Akkus einfach auszubauen. Aus Sicherheitsgründen ist es ohnehin besser, diese im Fahrzeuginnenraum zu transportieren, da sie dort besser vor mechanischen Stößen oder Hitze geschützt sind, sofern sie in gepolsterten Transporttaschen oder -kartons entsprechend sicher verstaut werden.
Sicher verstaut
Beim Transport von Pedelecs empfiehlt es sich, neben dem Akku auch das Display des Bordcomputers abzunehmen und geschützt im Fahrzeuginnenraum zu transportieren. Wurden Display und Akku entfernt, sollten die dann freiliegenden Anschlusskontakte am Pedelec zusätzlich vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt werden. Hier reicht ein Stück Plastikfolie, das allerdings so befestigt werden sollte, dass es auch dem Fahrtwind standhält. Der Pedelec-Antriebsspezialist Bosch empfiehlt zudem, beim E-Bike-Transport auch die Motoreinheit vor äußeren Einflüssen zu schützen. So kann bei Regenfahrten durch die Luftverwirbelungen hinter dem Fahrzeug viel Wasser auf die Antriebseinheit einwirken. Hierfür werden im Fachhandel spezielle, wasserabweisende Transporthüllen angeboten.
Worauf Sie beim Kauf eines Fahrradträgers achten sollten
Investieren Sie in einen qualitativ hochwertigen Fahrradträger, der für Ihr Auto bzw. Fahrrad geeignet ist. Diese gibt es von zwei bis zu vier Transporthaltern. Hier geben Testberichte einen guten Anhaltspunkt, welches Modell in Frage kommt und die Erfahrung zeigt: Lieber ein paar Euro mehr in ein gutes statt in ein billiges Produkt investieren!
- Überprüfen der Befestigung: Stellen Sie sicher, dass Ihr Fahrrad ordnungsgemäß am Fahrradträger befestigt ist. Verwenden Sie zusätzliche Gurte, um das Fahrrad zu sichern und ein Verrutschen während der Fahrt zu verhindern.
- Abschließen der Fahrräder: Schließen Sie die Fahrräder am besten schon bei der Abfahrt ab, um sie vor einem Diebstahl zu schützen.
- Beleuchtung überprüfen: Bei Heckträgern unbedingt immer den Elektronikstecker an der Anhängerkupplung anbringen und vor der Abfahrt Rück- und Bremslichter sowie die Blinker auf Funktionstüchtigkeit überprüfen.
- Nummernschild: Es ist Vorschrift, am Heckträger ein Nummernschild zu montieren. Hier kann man entweder das vom Kofferraum ummontieren oder man besorgt ein Ersatzschild, das dauerhaft am Träger bleiben kann.
- Schutzhüllen und Polsterungen: Verwenden Sie geeignete Schutzhüllen oder Polsterungen, um Ihr Fahrrad vor Kratzern und Beschädigungen während des Transports zu schützen.
- Zustand des Fahrradträgers: Überprüfen Sie regelmäßig den Zustand des Fahrradträgers und der Befestigung, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist.
Zusätzliche Tipps für den Fahrradtransport
- Länge der Riemen: Sie müssen genügend lang sein, damit sie bei einem Fahrrad mit langem Radstand, versetzter Befestigung von zwei Rädern oder bei Hochprofilfelgen eine genügend große Schlaufe bilden, um sicher einzurasten.
- Polster & Klemmen: Um empfindliche Rahmenrohre schonend zu greifen, empfehlen sich beispielsweise Rohrisolierungen aus dem Baumarkt.
- Stellung der Kurbeln: Steht das dem Autoheck zugewandte Rad mit dem Lenker zur Fahrerseite und das zweite entgegengesetzt, können keine Kurbeln kollidieren.
- Haltearm: Kommen zwei Bikes auf den Heckträger, sollten bereits beim Platzieren des ersten der längere Haltearm so positioniert werden, dass dessen Schlaufe oder Greifer einen geeigneten Klemmpunkt am zweiten Rad finden kann.
- Kennzeichenbefestigung: Unsere Empfehlung: ein einfaches Wiederholungskennzeichen ohne Stempel für den Fahrradträger. Das kostet wenig, kann aber bei Verlust leicht ersetzt werden - im Gegensatz zum hinteren Fahrzeugkennzeichen.
- Sicherung der Räder: Wer das Fahrrad auf dem Träger mit einem Schloss oder abschließbaren Haltearmen anschließt, hat auch gute Chancen, den Schaden im Fall einen Diebstahls von der Versicherung ersetzt zu bekommen.
- Schlüsselsicherung: Sind die Schlüssel des Fahrradträgers und des Fahrradschlosses zusammen mit dem Autoschlüssel an einem Schlüsselbund, kann kein Schlüssel woanders verlegt werden.
- Ersatzteilsicherung: Moderne LED-Rückleuchten am Fahrradträger sind zwar schick, hell und lange haltbar, haben jedoch auch Nachteile: Bricht die Leuchte bei einem Rangierrempler, muss meist das komplette Bauteil ersetzt werden, statt lediglich das Gehäuse.
Regeln im Ausland
Wer seine Fahrräder mit in den Urlaub nimmt, muss im Ausland einige Besonderheiten beachten. Überstehende Ladung, die nach hinten über die im Kfz-Schein eingetragene Gesamtlänge des Fahrzeugs hinausragt, muss entsprechend gekennzeichnet werden. Die Bestimmungen sind in Europa länderspezifisch geregelt und unterscheiden sich stark. Generell sollten sich Reisende deshalb vorab über die länderspezifischen Besonderheiten ihres Urlaubslandes informieren.
Achtung: Auch bei Mietfahrzeugen (zum Beispiel bei Wohnmobilen mit Fahrradgepäckträger) ist der Mieter für die richtige Kennzeichnung des Heckträgers verantwortlich. Deshalb gilt: Immer vor Antritt der Reise prüfen, welche Kennzeichnung im Urlaubsland vorgeschrieben ist und ob zum Beispiel eine entsprechende Warntafel im Mietfahrzeug vorhanden ist.
Kennzeichnung mit Warntafeln
In einigen Ländern, wie Spanien, Portugal und Italien, ist überstehende Ladung mit einer speziellen Warntafel zu kennzeichnen. Dieses unterscheidet sich je nach Land in Art und Beschaffenheit. In Italien darf das Fahrrad nicht breiter sein als das Auto.
Auch der maximal zulässige Überstand nach hinten unterscheidet sich je nach Reiseland. Das bedeutet zum Beispiel für Italien- oder Spanien-Urlauber, dass eine Warntafel auch angebracht werden muss, wenn der Fahrradheckträger eingeklappt ohne Fahrräder transportiert wird. Wer überstehende Ladung nicht kennzeichnet, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Diese kann je nach Art des Verstoßes hoch ausfallen. In Italien beispielsweise werden Verstöße mit Bußgeldern bis 1697 Euro geahndet.
Natürlich gelten die Regeln auch für die Durchreiseländer.
Gesetzliche Bestimmungen in Deutschland
Wenn Sie Fahrräder im Auto transportieren, müssen Sie in Deutschland die StVO einhalten, um Strafen zu vermeiden und die Sicherheit auf der Straße zu gewährleisten. Die Vorschriften enthalten mehrere wichtige Regeln:
- Lastenkennzeichnung: Ragt das Fahrrad über das Fahrzeug hinaus, ist ein zugelassenes reflektierendes Warnschild erforderlich, besonders bei Nacht oder schlechter Sicht.
- Nummernschild und Beleuchtung: Deckt der Fahrradträger Nummernschild oder Rücklichter ab, sind ein zusätzliches Nummernschild und ein Beleuchtungssystem erforderlich.
- Zulässige Maße: Die Ladung darf maximal 1,50 Meter über das Fahrzeugheck hinausragen. Bei einer Überlänge von mehr als 100 cm ist eine zusätzliche Kennzeichnung erforderlich.
- Strafen: Ein unsachgemäßer Fahrradtransport kann Bußgelder von bis zu 75 € und einen Punkt in Flensburg nach sich ziehen, abhängig von der Art des Verstoßes.
Hinweis: Wenn Sie außerhalb Deutschlands reisen, überprüfen Sie die spezifischen Vorschriften des jeweiligen Landes, da diese erheblich variieren können.
Tabelle: Übersicht der Transportmöglichkeiten und ihrer Eigenschaften
| Transportmöglichkeit | Vorteile | Nachteile | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Innenraum | Kein Gewichtslimit, kein Mehrverbrauch, Diebstahlschutz | Platzmangel, Teildemontage, Verschmutzung | Spontane Ausflüge, Singles, Paare mit großem Fahrzeug |
| Dachträger | Kostengünstig, für fast jedes Auto geeignet | Hohes Heben, Gewichtslimit, Mehrverbrauch, Windanfälligkeit | Gelegentliche Fahrten, leichte Räder |
| Anhängerkupplung | E-Bike-tauglich, komfortable Beladung, geringer Mehrverbrauch | Teuer, eingeschränkter Kofferraumzugang, meist auf zwei Räder limitiert | Häufige Nutzung, E-Bikes, schwere Räder |
| Heckträger | Günstig | Aufwendige Installation, Kratzergefahr, ungeeignet für E-Bikes, kein Kofferraumzugang | Weniger empfehlenswert |
Mit diesen Tipps und Informationen steht einem sicheren und entspannten Fahrradtransport nichts mehr im Wege!
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