Als Radsportler folgt man nachts dem Licht. Ohne Licht sieht man im Dunkeln nichts und wird nicht gesehen. So folgt man dem Lichtkegel der Lampe, die am eigenen Lenker angebracht ist. Auf dem Markt gibt es unzählige Lampen für Radfahrer, aber hierzulande gelten im Straßenverkehr eigene klare Vorgaben, in Form der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, kurz StVZO. Sie zu erfüllen, ist für die Beleuchtungshersteller aufwendig.
Was können moderne Rad-Lichtanlagen?
Die Preise, Funktionen, Akkus et cetera der getesteten Lampen unterscheiden sich stark. Wer selbst gut sehen will, braucht mehr Leistung - und muss dafür auch mehr zahlen. Im Test zeigt sich: Fast alle Modelle bieten eine gute Ausleuchtung.
Man kann die Lichter in drei Kategorien einteilen:
- Die Modelle der ersten Kategorie sind primär für den Stadtverkehr und den sporadischen Einsatz geeignet. Sie bieten Beleuchtungsstärken von 30 bis 60 Lux - dies reicht aus, um gesehen zu werden und selbst genug zu sehen.
- Die zweite umfasst stärkere Modelle, die mit 80 bis 100 Lux bis zu 100 Meter weit leuchten.
- Kategorie drei ist für die Viel- und Langstreckenfahrer sowie Rad-Pendler.
Gerade bei den Modellen der beiden letztgenannten Kategorien gilt es, auf dem Rad auch immer an die entgegenkommenden Rad- und Autofahrer zu denken.
Akkulaufzeit und Montage
Eine weitere wichtige Test-Kategorie betrifft die Leuchtdauer. In der Praxis gilt meist: Ein größerer, schwererer Akku ermöglicht eine längere Leuchtdauer. Schwieriger wird es jedoch, wenn Aero-Komponenten verbaut sind. Dann reichen die standardmäßigen Befestigungsbänder oft nicht aus - sie sind zu kurz oder die Halterung passt nicht zur speziellen Form des Lenkers oder der Stütze.
Hier kommen GoPro-kompatible Adapter ins Spiel: Immer mehr Lampen lassen sich nachträglich damit ausstatten. Optisch schöner ist die Position unterhalb des Lenkers, diese ist an einem voll bepackten Gravelbike jedoch oft nicht möglich. Dann bleibt nur die Montage oben.
Die Top-Modelle bieten eine einfache Bedienung und eine gut sichtbare, mehrstufige Akku-Anzeige. Funktionen wie eine automatische Anpassung der Beleuchtungsstärke oder ein Tagfahrlicht-Sensor erhöhen die Sicherheit weiter.
Innovative Lichtlösungen
Gerade die Bremslichtfunktion ist eines der Top-Features bei immer mehr Modellen. Ein Sicherheitsfeature, das sich immer weiter verbreitet, bietet etwa das Garmin Varia Radar: Es warnt optisch und akustisch vor von hinten herannahenden Autos. Damit trägt das Rückleuchten- und Safety-System enorm zur persönlichen Sicherheit bei - auch und gerade dann, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist. Auch der Hersteller Wahoo hat im Frühjahr seinen Trackr Radar auf den Markt gebracht.
Die Qual der Wahl: Lichthalterungen
Je nach Rad kann es ganz schön kompliziert werden. Ist es ein Akku- oder Dynamolicht? Ein Rennradlenker, ein Stadtrad oder ein voll bepacktes Rad für die Weltreise? Desto tiefer man in das Thema Lichthalterung eintaucht desto mehr kreative Lösungen findet man.
Einfache und universelle Lösungen
- Gummiband: Das Gummi ist flexibel und passt an jeden Lenker, aber ist nicht stabil genug und das Licht wird sich immer leicht verstellen.
- Schraubhalterung: Hier ist das Licht dann aber deutlich sicherer befestigt. Im besten Fall ist das Licht dann immer noch leicht ab und wieder dran, ohne die Schraube zu lösen.
- Erweiterter Lenker: Mit einem Barextender / Lenkererweiterer kann man Platz schaffen. Dieser wird am Vorbau montiert und verschafft extra Freiraum für Licht, Klingel und GPS Computer.
- Taschenlampenhalterung: Mit einem Flashlight-Mount / Taschenlampenhalterung kann man ganz universell jedes Licht am Lenker montieren.
Spezielle Lösungen
- Dynamolicht-Gabelhalterung: Dabei braucht ihr ein Licht, welches entsprechend geklemmt wird. Die Halterung selbst wird an der Gabelbrücke montiert.
- Alternative Gabelhalterung: Sie wird am Rad identisch montiert aber hat Platz für jedes beliebige Licht, welches man auch am Lenker montieren könnte.
- Universelle Schelle: Damit lassen sich vor allem Rücklichter montieren. Oder Frontlichter an der Gabel.
- Rohrschellen: Hier gibt es diverse Größen und Formen, die sich auch an gebogene und geschwungene Formen anschmiegen können.
- GoPro GPS Computer Mount: Hierbei wird das Licht unterhalb des Radcomputer montiert.
- Diverse GoPro-Mounts: Es gibt auch für die GoPro universelle Mounts, zB. die Montagekralle.
Fahrradlicht am Aero-Lenker montieren
Immer mehr neue Rennräder haben keine Lenker mit rundem Rohrquerschnitt mehr, sondern mit flächigen, aerodynamisch optimierten Partien. Um daran Radcomputer und Scheinwerfer zu befestigen, benötigt man einen Ausleger und angepasste Adapter.
Drei Halter, mit denen Sie Ihr Fahrradlicht auch am Aero-Lenker montieren können:
- Busch & Müller Ixon-Adapter: Der IXON-Adapter gibt es in verschiedenen Ausführungen für unterschiedliche IXON-Scheinwerfer und mit unterschiedlichen Befestigungssystemen.
- Supernova Aero-Halter + GoPro-Mount: Beim Extender von Supernova sitzt der GoPro-Halter mittig, als Adapter dient der GoPro-Mount in Langversion.
- Topeak UTF Multimount mit Lupine SL Nano: “UTF Multimount” heißt Topeaks Standardhalter für Aerolenker mit zwei längs angeordneten Gewinden unterm Vorbau, der GoPro-Adapter ist inklusive.
Aktive und passive Elemente der Fahrradbeleuchtung
In Deutschland ist der Aufbau der Fahrradbeleuchtung gesetzlich in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) geregelt: Front- und Rückstrahler sowie verschiedene Reflektoren sind Pflicht. Es gibt jedoch eine breite Palette an wirkungsvoller Beleuchtung für dein Fahrrad. Neben vielen nützlichen Features darf dein Fahrrad zusätzlich mit Fernlicht und Bremslicht ausgestattet sein. Auch akku- oder batteriebetriebene Lichtanlagen sind erlaubt.
Du musst bei der Beleuchtung für dein Fahrrad zwischen aktiven und passiven Elementen unterscheiden. Aktive Elemente wie Front- und Rückleuchten erzeugen selbst Licht und werden durch einen Akku, Batterien oder einen Dynamo mit Strom versorgt. Frontscheinwerfer strahlen weißes Licht vor das Fahrrad aus. Als Lichtquelle nutzen Hersteller entweder eine herkömmliche Glühlampe, eine oder mehrere LED oder eine Halogenlampe.
Lux und Lumen
Die im Straßenverkehr zugelassenen Leuchten liegen etwa zwischen 15 und 150 Lux, Leuchten für den Offroad-Einsatz oft auch darüber. Der vom Gesetzgeber minimal geforderte Wert beträgt 10 Lux - damit geht es aber mehr um das „Gesehen-Werden” als um die eigene Sicht bei Nacht. Gerade bei stärkeren Leuchten geben die Hersteller gerne den Lumen-Wert an.
Die Einheit Lumen (lm) beschreibt den sichtbaren Lichtstrom und stellt so dar, wie viel Licht eine Lichtquelle in alle Richtungen abstrahlt. Die Maßeinheit Lux (lx) ist dagegen die Beleuchtungsstärke. Sie beschreibt den Lichtstrom (gemessen in Lumen), der auf eine bestimmte Fläche fällt.
Weder Lux noch Lumen sagen etwas darüber aus, wie viel Licht deine Fahrradleuchte tatsächlich bietet. Auch Lampen- und Reflektordesign sind wichtig, denn sie bestimmen die Lichtverteilung.
Beispiele für Fahrradlichter
Hier sind einige Beispiele für Fahrradlichter mit ihren Eigenschaften:
| Produkt | Eigenschaften |
|---|---|
| SL Mono StVZO | Kompaktes Frontlicht, integrierter Akku, Tagfahrlicht (150 Lumen), Abblendlicht (350/700 Lumen), USB-C aufladbar |
| SL Grano | Integrierter Akku, Tagfahrlicht (150 Lumen), Abblendlicht (350/900 Lumen), USB-C aufladbar, Montage unter Fahrradcomputer möglich |
| SL Nano AF | StVZO-zugelassen, 1200 Lumen Fernlicht, 700 Lumen Abblendlicht, Tagfahrlichtfunktion, externer Akku, Bluetooth-Fernbedienung |
| SL AX | StVZO-zugelassen, Fernlicht, Abblendlicht, Tagfahrlichtfunktion, externer Akku, Bluetooth-Fernbedienung, bis zu 3800 Lumen Fernlicht |
Die neue Fahrradbeleuchtung SL MiniMax AF ist mit bis zu 2400 Lumen Fernlicht, Abblend- und Tagfahrlicht sowie Bluetooth-Fernbedienung ausgestattet und ist natürlich für den Straßenverkehr zugelassen.
Die SL Mono ist schlag- sowie wasserfest nach IK09 und IP67.
Mit dem Schnellspanner für Rundlenker, aus CNC-gefrästem Aluminium, wird die Lampe in Sekundenschnelle neben dem Vorbau montiert und sitzt so symmetrisch mittig am Lenker.
Das Gehäuse, ebenfalls aus CNC-gefrästem und schwarz eloxiertem Aluminium, ist besonders robust, langlebig und hitzebeständig.
Die Lampe schaltet bei Dunkelheit automatisch vom Tagfahrlicht ins Abblendlicht und gibt das Fernlicht frei.
Mit der Bluetooth-Fernbedienung kann dann zwischen Abblend-, Fernlicht sowie den verschiedenen Leuchtstufen gewechselt werden.
Die Fernbedienung wird mit dem Peppi Halter am Lenker befestigt.
Die SL MiniMax AF leuchtet deinen Weg bis zu 260m weit absolut hell und gleichmäßig aus.
Du hast die Wahl zwischen drei verschiedenen Akkus, von denen die Leuchtdauer abhängig ist.
Mit einem Knopfdruck kannst du die verbleibende Kapazität auf der SmartCore Anzeige ablesen.
Die SL Grano (International) ist nicht für den Gebrauch im Geltungsbereich der StVZO zugelassen.
Mit dem „IQ-XM“ präsentiert Busch+Müller z.B. einen solchen Frontscheinwerfer mit Fernlicht. Über eine Taste am Lenker wechselst du zwischen dem Fernlichtmodus mit zusätzlichen 120 Lux und dem Abblendmodus als Standardlicht mit 80 Lux.
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