Sicherheit beim Fahrradfahren mit Babyschale

Der Trend zum Fahrrad ist ungebrochen. Speziell in den staugeplagten Großstädten können Fahrräder ihre Vorteile ausspielen. Und so werden auch immer mehr Kleinkinder mit dem Zweirad statt mit dem Auto von A nach B transportiert.

Verschiedene Möglichkeiten zum Kindertransport

Wer kleine Kinder auf dem Fahrrad mitnehmen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten:

  • Fahrradanhänger: Eine prima Möglichkeit, den Nachwuchs zum Radfahren, bei Spaziergängen und sogar beim Joggen oder Wandern mitzunehmen.
  • Lastenräder: Neben dem altbekannten Fahrradanhänger sind immer häufiger auch ein- oder mehrspurige Lastenräder zu sehen.
  • Backpacker: Eine Variante davon ist der "Backpacker", also ein Fahrrad mit verlängertem Heck, auf dem sich bis zu zwei Kindersitze installieren lassen.
  • Nachläufer: Mit einem "Nachläufer" kann ein Kind auf dem eigenen Fahrrad hinterhergezogen, ein weiteres auf dem Erwachsenenfahrrad im Kindersitz mitgenommen werden.
  • Kindersitz: Eine unkomplizierte Möglichkeit, kleine Kinder mit dem Fahrrad zu transportieren, ist nach wie vor der klassische Kindersitz.

Sicherheit im Fokus

Wenn Sie Ihr Kind auf dem Fahrrad mitnehmen möchten, müssen Sie jedoch für Sicherheit und Komfort sorgen.

Der ADAC hat sich Handhabung, Komfort, Fahrverhalten und Sicherheit der verschiedenen Systeme angesehen. Das Ergebnis: Es gibt nicht das eine, herausragende System, das jedem zu empfehlen wäre. Vielmehr besitzt jedes einzelne seine Vorzüge, aber auch Nachteile.

In seiner Crash-Halle hat der ADAC daher einen Unfall nachgestellt, wie er in der Stadt durchaus vorkommen kann. Ein Auto trifft mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h und einem Winkel von 45 Grad auf die fünf verschiedenen Transportsysteme. An Bord der Fahrräder: ein Erwachsenendummy und zwei Kinderdummys.

Ergebnisse des ADAC-Crashtests

Die beiden Systeme mit Transportbox (Lastenfahrrad "Long John" und dreirädriges Lastenfahrrad) kippten in Folge des Aufpralls auf die Seite und schlitterten auf Grund der glatten Oberfläche der Transportboxen deutlich weiter als die Systeme ohne Transportbox - im schlimmsten Fall in den Gegenverkehr mit entsprechend gefährlichen Folgen. Was dazu kommt und ebenfalls sehr bedenklich ist: Der "Long John" besitzt eine klappbare Sitzbank, an der auch das Gurt- und Rückhaltesystem befestigt ist. Durch die Kräfte beim Aufprall wird dieses aus der Verankerung gerissen! Weil dann die Gurte nicht mehr gestrafft sind, geht die Rückhaltewirkung verloren und die Dummys fallen nach dem Crashversuch aus der Transportbox. Das schlechteste Bild gibt der Nachläufer ab.

Fahrradanhänger: Sicherheit und Komfort

Fahrradanhänger gelten im Allgemeinen als die sicherere Lösung für den Transport von Babys und Kleinkindern, da sie direkt am Fahrrad befestigt werden und einen stabilen und geschützten Raum für das Kind bieten. Die schützende Hülle und die niedrige Bauweise des Anhängers minimieren das Verletzungsrisiko im Falle eines Sturzes oder Zusammenstoßes. Außerdem sind Fahrradanhänger oft mit einem stabilen Überrollbügel ausgestattet, der zusätzlichen Schutz bietet.

Babyschalen für Fahrradanhänger

Eine Fahrradanhänger Babyschale ist speziell auf die Bedürfnisse kleinerer Kinder ab etwa vier Wochen bis etwa 12-14 Monate ausgelegt. Sie können oftmals noch nicht selbständig sitzen und sollten daher in einer halb liegenden Position transportiert werden, um Haltungsschäden vorzubeugen. Darüber hinaus sind Fahrradanhänger Babyschalen häufig mit Gurten ähnlich einer Hängematte im Fahrradanhänger fixiert. Die besonders sicheren 5-Punkt-Gurte der Babyschale lassen sich in der Regel individuell an die Größe des Babys anpassen und sorge für optimalen Schutz während des Transports.

Für noch mehr Komfort wurde die höhenverstellbare Kopfstütze der Qeridoo Babyschale optimiert und ist jetzt noch weicher gepolstert. Der durchdachte Seitenaufprallschutz schützt besonders den empfindlichen Kopf- und Rumpfbereich des Babys.

Die ergonomische und rückenschonende Position in der Qeridoo Fahrradanhänger Babyschale sorgt außerdem dafür, dass das Baby sanft schaukelt und sicher schlummert, während die Eltern in die Pedale treten, in sportlichem Tempo joggen oder gemütlich spazieren gehen. Die weiche Polsterung der Sicherheitsschale unterstützt diesen Effekt und lässt das Baby behaglich die Welt entdecken.

Mit der Qeridoo Babyschale können Eltern ihre kleinen Schätze ab der 4. Lebenswoche im Buggy-Modus und etwa ab dem 3./4. Monat im Trailer-Modus sicher und bequem auf Fahrradtouren oder Spaziergängen mitnehmen. Mit einem durchdachten Sicherheitssystem, maximalem Liegekomfort und innovativen Features setzt die Babyschale Maßstäbe in Sachen Babytransport. So können die Kleinsten die Welt in vollen Zügen genießen, während die Eltern auf Sicherheit und Komfort vertrauen können.

Lastenräder: Flexibilität und Komfort

Vor allem in Großstädten erobert seit einiger Zeit das Lastenrad die Straßen. Ursprünglich für den Transport von Gegenständen und Waren bestimmt, eignen sich Lastenräder auch prima für die Beförderung von Kindern. Mittlerweile werden sogar viele Modelle eigens für den Kindertransport hergestellt und mit entsprechenden Sitzen und Gurten ausgestattet.

„Mit einem Lastenrad kann man auch mehr als zwei Kinder transportieren. Da die Transportkiste in der Regel vor dem Lenker angebracht ist, befinden sich die kleinen Passagiere immer im Blickfeld der Erwachsenen“, erklärt der ADFC-Experte. „Außerdem lassen sie sich universell einsetzen und noch besser als der Anhänger auch für Gepäck, Einkäufe und sperrige Dinge nutzen.“

Jedoch sind Kinder in einem Lastenrad nicht so gut vor Regen, Wind oder Schnee geschützt wie im Anhänger. Deshalb sollte man ein Verdeck dazukaufen, das für die meisten Modelle erhältlich ist.

Worauf man beim Lastenrad achten sollte

  • Voraussetzung für die Beförderung von Kindern im Lastenrad ist, dass in den Transportboxen geeignete Sitze mit Sicherheitsgurten vorhanden sind.
  • Werden Kinder in der Kiste ohne geeignete Sitze transportiert, wird ein Bußgeld von fünf Euro fällig.
  • Lastenräder gibt es ein- oder dreispurig, das heißt, mit zwei oder drei Rädern. Zweirädrige Modelle bieten ein sportliches Fahrgefühl, können dafür aber leichter kippen. Die dreirädrigen Modelle sind dagegen sehr kippstabil - dafür allerdings meist sperriger und schwerfälliger.
  • In beiden Fällen sollte man bedenken, dass sich das gewohnte Fahrverhalten im Vergleich zum herkömmlichen Fahrrad stark ändert.

Kindersitze: Praktisch für kurze Strecken

Eine unkomplizierte Möglichkeit, kleine Kinder mit dem Fahrrad zu transportieren, ist nach wie vor der klassische Kindersitz. Er wird hinter dem Fahrenden fest am Sattelrohr, der Stange zwischen Sattel und Pedale, montiert.

„Ein solcher Hecksitz ist vergleichsweise preisgünstig“, weiß Stephan Behrendt vom ADFC. „Er eignet sich besonders für den täglichen Gebrauch auf schmalen Radwegen und für kurze Strecken in der Stadt, da er wenig Platz einnimmt und leicht anzubringen ist.“

Einige Eltern haben allerdings Sorge, mit dem Rad umzukippen oder in einen Unfall zu geraten, bei dem das Kind ungeschützt ist. Diese Angst sei größtenteils unbegründet, meint Behrendt: „Fahrradkindersitze sind deutlich sicherer geworden. Gut getestete, etablierte Modelle mit Qualitätssiegel können ohne Bedenken verwendet werden.“

Wichtig sei, ein Fahrrad zu benutzen, das einen tiefen Einstieg hat - zum Beispiel ein Damenrad. „Außerdem sollte das Kind natürlich immer Helm und Gurt tragen“, ergänzt der Experte.

Gesetzliche Bestimmungen

Das sagt die StVO:

  • Kinder dürfen in einem Fahrradkindersitz mitfahren, sobald sie selbst¬ständig sitzen können (etwa ab dem 9. Monat), bis zum vollendeten 7. Lebensjahr.
  • Mithilfe von Radverkleidungen muss man dafür sorgen, dass die Füße der Kinder nicht in die Speichen geraten.
  • In einem gut gefederten Anhänger dürfen Kinder schon von Geburt an mitfahren, wenn sie dabei in einer speziellen Babyschale oder Hängematte liegen.
  • Auch im Anhänger dürfen Kinder nur bis zum vollendeten siebten Lebensjahr befördert werden.
  • Es dürfen außerdem nicht mehr als zwei Kinder gleichzeitig mitfahren.

Weitere Tipps für sicheres Fahrradfahren mit Kind

  • Probefahrt: Vor dem Kauf sollte man grundsätzlich eine Probefahrt machen, da sich die Fahreigenschaften im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrrad unterscheiden können.
  • Rückhaltevorrichtungen: Die vorhandenen Rückhaltevorrichtungen müssen fest an den Kindern sitzen und dürfen nicht über die Schultern rutschen. Dies ist unerlässlich, damit die Rückhaltesysteme auch ihre schützende Funktion ausüben können.
  • Luftdruck: Der gewählte Luftdruck spielt beim Fahrkomfort eine große Rolle. Einen Hinweis erhält man beim Blick auf die Radflanke. Dort wird der Druckbereich für den jeweiligen Reifen angegeben. Ein guter Richtwert ist, sich hier für den Mittelwert zwischen Minimum und Maximum zu entscheiden.
  • Helm: In Deutschland gibt es keine Helmpflicht für Kinder und Nicht-Sitzer-Babies werden liegend transportiert.

Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme im Überblick

Eltern, die ihre Kinder mit dem Rad mitnehmen wollen oder mit ihnen auf eine Radtour gehen, müssen entscheiden, welches System am besten zu den Anforderungen ihres Alltags passt.

System Vorteile Nachteile
Fahrradanhänger Ideal für längere Fahrten, oft Platz für zwei Kinder, jede Anhängerkupplung passt an jedes Fahrrad Nicht überall abstellbar, benötigt separaten Abstellplatz, teurer als Fahrradsitz
Fahrradsitz Verstellbare Gurtsysteme, schnell und leicht zu montieren, praktisch für den täglichen Gebrauch und Kurzstrecken Ungeeignet für lange Radtouren, kein Schutz vor Regen und Wind, höhere Verletzungsgefahr, erhöhte Umsturzgefahr
Mitläufer Leicht montierbar, schnell abnehmbar, Kind kann mit pedalieren Nicht mit allen Kinderrad-Modellen kompatibel, teuer, erfordert technisches Verständnis
Nachläufer Gute sichere Lösung für längere Touren, Kind kann mit pedalieren, feste stabile Verbindung Höherer Preis, Kind kann temporär nicht selbstständig fahren, aufwendige Montage
Abschleppseil Schnelle Befestigung, ideal bei Steigungen, kostengünstig Nicht für den Straßenverkehr geeignet, hohe Sturzgefahr, hohe Anforderungen an Koordination

Das richtige System für Ihre Bedürfnisse

Der Käufer eines Kindertransportsystems mit dem Fahrrad muss sich im Vorfeld klar darüber sein, was er alles damit machen möchte. Soll es wenig Platz wegnehmen, nur hin und wieder oder täglich zum Einsatz kommen, sollen neben Kindern auch noch weitere Dinge des Alltags transportiert werden, soll das System auch mit in den Urlaub genommen werden oder gar ein Auto ersetzen? Und nicht zuletzt spielt auch der Preis ein große Rolle.

  • Backpacker: Wer hohe Sicherheit für seine Kinder sowie ein gutes Fahrverhalten und einfache Handhabung möchte, entscheidet sich für den Backpacker.
  • Gefederter Fahrradanhänger: Wer gute Sicherheit, Flexibilität und hohen Komfort möchte, greift zum gefederten Fahrradanhänger.
  • Einspuriges Lastenrad Long John: Wer einen Autoersatz möchte, auch längere Strecken fährt und Einkäufe transportiert, greift zum einspurigen Lastenrad Long John.
  • Dreirädriges Lastenrad: Wer einen Autoersatz möchte und eher Kurzstrecken mit vielen Zwischenstopps fährt und Einkäufe transportiert, greift zum dreirädrigen Lastenrad.
  • Nachläufer: Wer meist nur ein Kind transportiert und das zweite Kind nur gelegentlich und zeitlich begrenzt mitnimmt (z.B. am Berg), für den ist der Nachläufer die richtige Wahl.

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